Hitzewelle in Österreich: Höhepunkt am Wochenende

Europa erlebt derzeit eine der intensivsten und historischen Hitzewellen seit Beginn der Aufzeichnungen. Ausgehend von der Iberischen Halbinsel hat sich eine außergewöhnlich heiße Luftmasse in den vergangenen Tagen weit nach Norden und Osten ausgebreitet. In Frankreich wurden verbreitet 40 bis knapp 45 Grad gemessen, Temperaturrekorde wurden am laufenden Band gebrochen. Verantwortlich dafür ist das blockierende Hochdruckgebiet HARTMUT, das sich derzeit über der Nordsee befindet und bis zum Wochenende langsam ostwärts verlagert. Mit dieser Verlagerung verschiebt sich auch der Schwerpunkt der Hitze – von Westeuropa in Richtung Mittel- und Osteuropa. Österreich steht damit vor dem Höhepunkt der Hitzewelle.

Temperaturverteilung Europa Fr-So

Bis zu 40 Grad am Wochenende

Seit Beginn der Hitzewelle werden in Österreich täglich Höchstwerte über 30 Grad verzeichnet. Den bisherigen Spitzenwert markierte Sonntag, der 22. Juni, mit 36,6 Grad in Bad Deutsch-Altenburg. Für den heutigen Donnerstag werden 30 bis 36 Grad erwartet, am Freitag 32 bis 37 Grad. Das Wochenende bringt mit Höchstwerten zwischen 33 und 40 Grad den absoluten Höhepunkt der Hitzewelle. Die größten Wärmebelastungen werden für die Wachau, das Tullnerfeld, den Großraum Wien sowie das Weinviertel prognostiziert.

Höchstwerte am Sonntag

Allzeitrekord steht auf dem Spiel

Nahezu gesichert ist ein neuer österreichischer Temperaturrekord für den Monat Juni. Der bisherige Juniwert liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 28. Juni 2013 in Waidhofen an der Ybbs. Darüber hinaus werden voraussichtlich in allen Bundesländern neue Junihöchstwerte erreicht. Sollten die Prognosen zutreffen, käme auch der österreichische Allzeitrekord von 40,5 Grad – aufgestellt am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg – unter Druck. Der Umstand, dass derartige Extremwerte bereits Ende Juni auftreten, unterstreicht die außergewöhnliche Intensität dieser Hitzewelle.
Neben den Tageshöchstwerten werden auch bei Hitzetage-Serien neue Rekorde erwartet. In Bregenz, Linz, Salzburg und Wien wurden bereits am gestrigen Tag neue Bestmarken für aufeinanderfolgende Tage mit Höchstwerten von mindestens 30 Grad registriert.

Aktuelle Hitzewelle in Wien/Hohe Warte
Längste Hitzewelle Landeshauptstädte (Stand 24.6)

Tropennächte und erhöhte Waldbrandgefahr

Neben der Tageshitze sind in den betroffenen Regionen verbreitet Tropennächte (Tiefstwerte über 20 Grad) zu erwarten, auch außerhalb der großen Ballungsräume. Die anhaltende Trockenheit gepaart mit der großen Hitze hat Böden und Vegetation in weiten Teilen Österreichs stark ausgetrocknet. Unter diesen Bedingungen reichen bereits kleinste Zündquellen aus, um einen Wald- oder Flurbrand auszulösen, wie weggeworfene Zigarettenstummel oder Lagerfeuer genügen.

Tropennächte in den Landeshauptstädten
Tropennächte in Wien

Abkühlung von Westen, aber nur zögerlich

Die Hitzewelle wird voraussichtlich schrittweise von Westen abgebaut. Ab Montag verlagert sich der Schwerpunkt der extremen Hitze zunehmend auf den Osten des Landes. Im Westen sind dann bereits 25 bis knapp 30 Grad zu erwarten. Ab Mittwoch ist nach derzeitigem Stand nahezu österreichweit mit dem Ende der Hitzewelle zu rechnen, wobei die Abkühlung von teils kräftigen Gewittern begleitet wird. Im Süden Österreichs könnte die Hitze vereinzelt bis Donnerstag anhalten. Die Prognose für den weiteren Verlauf ist naturgemäß noch mit Unsicherheiten behaftet.

So schützt du dich und deine Mitmenschen vor der Hitze

Bei Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke ist körperliche Schonung das oberste Gebot. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vor allem zwischen 11 und 17 Uhr gemieden werden. Wer körperliche Aktivitäten im Freien plant, verlegt diese am besten in die frühen Morgenstunden. Regelmäßiges Trinken ist essenziell – auch ohne spürbares Durstgefühl, das bei Hitze oft zu spät einsetzt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder sowie Personen mit Vorerkrankungen; sie sollten kühle Räume aufsuchen und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Das effektivste Mittel, die eigenen vier Wände kühl zu halten, ist eine Klimaanlage. Wer kurzfristig keine Anlage zur Verfügung hat, erzielt durch Abdunkeln der Fensterflächen tagsüber und gezieltes Querlüften in den kühlen Nacht- und Morgenstunden zumindest eine leichte Verbesserung.

Autos heizen sich auch im Schatten innerhalb weniger Minuten auf lebensbedrohliche Temperaturen auf, Kinder und Tiere dürfen unter keinen Umständen im abgestellten Fahrzeug zurückgelassen werden.

Titelbild: Peter Wölflingseder