Deutlich zu mild
Wenige dürfte überraschen, dass es bisher verbreitet viel zu mild/warm gewesen ist. Auffällig sind zum einen der Nordosten mit einer Abweichung von nur rund 1 Grad und zum anderen der Südwesten mit bemerkenswerten rund 4 Grad.

Schaut man sich dies etwas mehr im Detail an, so sieht man, dass es im Nordosten zwei ‚Kälteeinbrüche‘ gab, einmal ein längere in der zweiten Junidekade und eine zweite zum Monatswechsel Juni/Juli. Dazwischen sorgte eine längere Wärme- bzw. Hitzewelle für teils deutliche Abweichungen nach oben.
Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für Sachsen-Anhalt, wo am 27.6. der neue deutsche Allzeitrekord von 41,8 Grad verzeichnet worden ist. Hier liegt die Abweichung bei etwas mehr als 2 Grad. Insbesondere die kühle Wetterphase in der zweiten Junidekade verringert den Mittelwert.

Anders in Baden-Württemberg (generell für den gesamten Südwesten). Hier war es Anfang Juni noch unterdurchschnittlich, seit der Monatsmitte ist es aber nahezu durchwegs zu warm bzw. heiß. Daher ergeben sich die Abweichungen von 3 bis 4 Grad im Flächenmittel, stellenweise sogar noch etwas mehr. Besonders eindrücklich ist die lange Phase mit Abweichungen von mehr als 5 Grad von Mitte Juni bis knapp vor den Monatswechsel.

Regen – unterschiedlich verteilt
Der Sommer verläuft bisher überregional zu trocken. Besonders im Südwesten und Osten ist es gebietsweise viel zu trocken. Anders im Nordwesten, hier ist es bisher deutlich zu nass.

In der unten stehenden Grafik sieht man, dass nur Anfang Juni der Regen noch im Soll war, anschließend unter Einfluss des mächtigen und sich regenerierenden Hoch über Frankreich (‚Heatdome‘) brachten lokal Gewitter noch etwas Regen, die meiste Zeit war es heiß und trocken. Im Mittel ergibt sich somit ein Defizit von 60 bis 70 %.

Ganz anders sieht die Welt in Niedersachsen und großen Teilen von Schleswig-Holstein aus. Hier gab es im Flächenmittel mehr Regen, als im Mittel üblich. Insbesondere die kräftigen Gewitter zum Ende der Hitzewelle Ende Juni, sowie die unbeständige und kühlere Wetterphase in der zweiten Junidekade bringen die Summe oberhalb des Mittels. Man erkennt in der Grafik aber auch, dass seit dem Monatswechsel auch hier der Regen nachgelassen hat.

Aussichten
Die kommenden Tage werden weiterhin hochsommerlich warm bis heiß verlaufen, allerdings weiterhin mit nur wenig Schauern bzw. Gewittern. Am ehesten sind diese im Süden etwas verbreiteter am Dienstag und Mittwoch zu erwarten, doch die Mengen halten sich auch hier in Grenzen. Überregional sind nicht mal 10 L/m² zu erwarten bis zur Wochenmitte. Da die Luft zudem teils recht trocken ist und der Wind zumindest zeitweise mäßig weht, nimmt die Verdunstung weiter zu.

Wie auch schon den oben stehenden Grafiken zu den Temperaturen zu entnehmen ist, wird sich der Abschnitt mit überdurchschnittlichen Temperaturen weiter fort setzen, auch im Nordosten. Erst in der dritten Julidekade deutet sich ein durchschnittlich temperierter Witterungsabschnitt an.

Nachfolgend ist der Waldbrandgefahrenindex aufgeführt. Man erkennt, dass sich in den nächsten Tagen aufgrund der zunehmenden Trockenheit verbreitet eine hohe bzw. extreme Wald- und Flurbrandgefahr einstellen wird.


