Oktober 2026 zu mild, zu trocken, zu sonnig

Landesweit zu mild

Österreichweit fiel der Oktober deutlich milder als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 aus. Negative Abweichungen sucht man vergeblich, selbst in den relativ gesehen kühlen Bundesländern Kärnten und Steiermark betragen die Abweichungen +0,5 bis +1 Grad. Die größten Abweichungen von rund +2 bis +2,5 Grad wurden in den Nordalpen und im Donauraum verzeichnet. In Feldkirch landet der Oktober exemplarisch unter den Top 5 der wärmsten seit dortigem Messbeginn.

Spätsommerlicher Auftakt

Zu Beginn des Monats gab es auch noch die letzten Sommertage mit 25 Grad oder mehr in diesem Jahr. Bad Vöslau addierte etwa deren sechs zu seiner Bilanz, die nun unglaubliche 121 Sommertage und damit so viel wie sonst nirgends umfasst. Mit 27,8 Grad in Wieselburg wurde am Monatsersten auch die höchste Temperatur im heurigen Oktober aufgestellt. Linz schaffte mit 26,6 Grad am gleichen Tag gar einen neuen Monatsrekord, seit über 90 Jahren war es hier im Oktober nicht mehr so warm.

Höchste Temperaturen

  • 27,8 Grad Wieselburg (NÖ, 01.10.)
  • 27,7 Grad Haag (NÖ, 01.10.)
  • 27,6 Grad Waidhofen/Ybbs (NÖ, 01.10.)

Frost und sogar erster Schnee

Etwa ab der Monatshälfte kehrten die Temperaturen endgültig zu jahreszeitlich normalen Werten zurück. Somit gab es in vielen Landeshauptstädten erwartungsgemäß auch den ersten Nachtfrost, so zu Beispiel in Innsbruck, Graz oder in Teilen Wiens. 25 Mal unter 0 Grad gab es sogar im Oberen Mühlviertel, in Liebenau-Gugu wurde mit -8 Grad auch die tiefste Temperatur des Monats abseits der Bergstationen gemessen. In den letzten Tagen des Monats kämpfte sich auch der Schnee nach und nach bis in höhere Täler, zum Teil zuckerte es oberhalb von 800-1000 m erstmals in diesem Herbst an.

Tiefste Temperaturen

  • -8,0 Grad Liebenau-Gugu (OÖ, 23.10.)
  • -7,3 Grad Schwarzau im Freiwald (NÖ, 23.10.)
  • -5,5 Grad St. Michael/Lungau (S, 23.10.)

Im Osten und Südosten weiterhin extrem trocken

Über ganz Österreich gemittelt brachte der Oktober etwa 36 Prozent weniger Niederschlag als üblich, regional gab es naturgemäß aber große Unterschiede: Von Vorarlberg bis zum Innviertel und Flachgau waren die Mengen ungefähr ausgeglichen, in Bregenz gab es sogar ein dringend benötigtes Plus von knapp 20 Prozent. Im großen Rest des Landes fällt das Minus in der Bilanz aber mehr oder weniger groß aus. Besonders markant war das Defizit vom Weinviertel über den Alpenostrand und das Grazer Becken bis zum Murtal. In diesen Regionen fehlen oft 60 bis 80 Prozent an Regen in den Messgefäßen. In Retz, Wien-Unterlaa und in Wiener Neustadt landeten nicht einmal 10 l/m² im Messkübel.

Nasseste bewohnte Orte

  • 177 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 175 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 165 Liter pro Quadratmeter Schönenbach (V)

Trockenste bewohnte Orte

  • 9 Liter pro Quadratmeter Wiener Neustadt (NÖ)
  • 9 Liter pro Quadratmeter Wien-Unterlaa (W)
  • 9 Liter pro Quadratmeter Retz (NÖ)

Etwas mehr Sonne als üblich

Im Flächenmittel wurden im Oktober gut 15 Prozent mehr Sonnenstunden als üblich verzeichnet. Das größte Plus wurde im Wald- und Weinviertel, im Großraum Wien und im Nordburgenland gemessen, wo die Abweichungen oft bei +40 bis +50 Prozent lagen. Wiener Neustadt etwa meldet den drittsonnigsten Oktober seit Messbeginn. In den Staulagen der Nordalpen und dort besonders in Vorarlberg und im Außerfern sowie rund um das Salzkammergut fehlen auf der anderen Seite des Spektrums dagegen 10 bis 20 Prozent auf das Soll.

Sonnigste Orte

  • 205 Sonnenstunden Andau (B)
  • 197 Sonnenstunden Podersdorf (B)
  • 196 Sonnenstunden Bruckneudorf (NÖ)

Markante Herbststürme blieben aus, mit 94 km/h wurde in Bad Vöslau die höchste Böe des Monats abseits der exponierten Bergstationen verzeichnet.