Oktober ist Föhnzeit

Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Gebirgskette und Druckdifferenz sind Voraussetzung

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, das sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert.

Erscheinungsbilder

Die bekannteste Form ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. An dessen Vorderseite baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite setzt die Föhnströmung in Gang. Beim Aufsteigen an der Alpensüdseite kühlt die Luft ab, wobei es vielfach zur Kondensation und oft auch zur Niederschlagsbildung kommt. Auf der anderen Seite des Gebirgskamms rauscht die Luft sodann als turbulenter Fallwind talwärts, wobei sich diese, ihrer Feuchtigkeit mittlerweile entledigt, schneller erwärmen kann, als sie sich zuvor abgekühlt hat. So kommt es dass die Luft bei gleicher Höhenlage an der Alpennordseite deutlich wärmer als beispielsweise in Südtirol ist.

Speziell im Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftseen in den tieferen Tallagen. Dann kommt es bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden vor, dass sich der Föhn nicht mehr gegen die kalte Talluft durchsetzen kann und sich auf die Hochtäler beschränkt.

Gut zu sehen ist dieses winterliche Minimum auch im folgenden Bild, es zeigt die Häufigkeit für Südföhn in Innsbruck im Laufe eines Jahres: Die „föhnigste“ Jahreszeit ist demnach der Frühling, ein zweites Maximum gibt es im Oktober. Dazu passt das föhnige Wetter am Wochenende.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Des einen Freud, des anderen Leid

Im Gegensatz zur Luv-Seite, wo der Himmel meist bewölkt ist und zum Teil auch der nasse Wettercharakter dominiert, bewirkt Föhn als trockener Wind im Lee oft freundliche Wetterbedingungen. Dabei zeigt sich der Himmel häufig wolkenarm und somit kommen Sonnenhungrige auf ihre Rechnung. Allerdings kann der Föhn in Sachen Windstärke Probleme bereiten, und örtlich durchaus auch für Sturmschäden verantwortlich zeichnen. Überdies ist der Föhn bei manchen Menschen in Verruf geraten, denn er steht in Verdacht, den Organismus zu beeinflussen. Empfindliche Menschen leiden bei Föhn unter Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, innerer Unruhe und mitunter auch unter Kreislaufbeschwerden.

Südföhn am Wochenende

Bereits am Dienstag wehte der Südföhn in den Alpen, nach einer Pause ist es hier ab Samstag wieder soweit. Auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über Westeuropa nimmt die Südströmung an Stärke zu, speziell am Samstag und Sonntag sind daher in prädestinierten Tälern von Vorarlberg bis Oberösterreich stürmische Böen zu erwarten, auf den Bergen des Alpenhauptkamms weht der Föhn mitunter in Orkanstärke, wie die nachfolgende Prognose für den Patscherkofel bei Innsbruck zeigt:

Ausschnitt aus einem Vorhersagediagramm für den Patscherkofel @ UBIMET
Ausschnitt aus einem Vorhersagediagramm für den Patscherkofel @ UBIMET

 

Titelbild: Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Balearen: Medicane möglich

Möglicher Medicane bei Mallorca Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

Der Mittelmeerraum ist vor allem im Winterhalbjahr eine regelrechte Brutstätte von Tiefdruckgebieten. Dies ist einerseits der Lage des Mittelmeers zwischen den mittleren Breiten und den Subtropen zu verdanken, andererseits auch der zahlreichen, angrenzenden Gebirgsketten, die den Prozess der Tiefdruckentwicklung begünstigen. In der Regel entstehen Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer im Zuge von Kaltluftvorstößen, welche von Tiefs der mittleren Breiten eingeleitet werden. Diese Tiefdruckgebiete weisen im Gegensatz zu tropischen Tiefs einen kalten Kern auf und besitzen Warm- und Kaltfronten.

Medicanes

Unter bestimmten Bedingungen können sich auch im Mittelmeerraum subtropische oder gar tropische Tiefdrucksysteme entwickeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur in Ausnahmefällen erreichen, werden sie Medicanes (Mediterranean hurricane) genannt. Sie treten vor allem im Herbst auf und dann bevorzugt im Bereich der Balearen und über dem Ionischen Meer. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge von Kaltlufteinbrüchen im Mittelmeerraum und werden durch zurückbleibende Höhentiefs begünstigt. Ähnlich wie bei tropischen Tiefdruckgebieten stellt die Kondensation des Wasserdampfs in den Gewitterwolken die treibende Kraft dar (begünstigt durch die Temperaturunterschiede zwischen der Meeresoberfläche und der Luft).

Aktueller Fall

Am Wochenende weitet sich tiefer Luftdruck über Westeuropa weit nach Süden aus, ein Höhentief reicht am Sonntag bis nach Marokko. Zu Beginn der neuen Woche verlagert sich dieses etwas ostwärts und damit deutet die Mehrheit der zur Verfügung stehenden Wettermodelle die Bildung eines neuen Tiefs mit kräftigen Schauern und Gewittern im westlichen Mittelmeer an. Die Unsicherheiten sind noch groß, das Potential für die Entwicklung eines Medicanes mit schweren Sturmböen ist aber vorhanden. Nach aktuellem Stand wären vor allem die Balearischen Inseln wie Mallorca oder Ibiza betroffen.

Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF
Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF

 

Medicane ZORBAS traf 2018 Griechenland

Erst Ende September letzten Jahres wurde vor allem Griechenland von einem Medicane getroffen. Wir haben hier darüber berichtet.

 

Titelbild: Möglicher Medicane Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

460 mm in 9 Stunden: Unwetterartiger Regen bei Genua

@ https://www.facebook.com/rocco.citro.5

Seit Montagabend kommt es bei Genua bereits zu kräftigen Schauern und Gewittern, ausgelöst durch eingeflossene kältere Luft in höheren Luftschichten. Mit einer südlichen Strömung wird zudem feuchte Luft vom Meer her gegen die Berge im Hinterland von Genua geführt und dort gestaut, es regnet sich also beständig aus. Die Stadt Genua war bisher nur in den westlichen Bezirken betroffen, heftig hat es die Region um Mele knapp westlich der Stadt getroffen. Hier sind innerhalb von 9 Stunden bereits mehr als 460 l/m² an Regen gefallen, in einer Stunde waren es allein knapp 115 l/m².

Satellitenbild von Dienstagvormittag @UBIMET, EUMETSAT
Satellitenbild von Dienstagvormittag @UBIMET, EUMETSAT
Niederschlags-Messwerte der Station Mele @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/mappa_sensori.html
Niederschlags-Messwerte der Station Mele @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/mappa_sensori.html
Analyse des 12h-Niederschlags in der Region Genua @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/areali/last_12h.gif
Analyse des 12h-Niederschlags in der Region Genua @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/areali/last_12h.gif

In dieser Region kommen sintflutartige Regenfälle zwar immer wieder mal vor, die Werte sind dennoch beachtlich und führen natürlich auch hier zu Überflutungen:

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, halten die Ligurischen Alpen und der küstennahe Bereich um Genua die Rekorde in Italien bzgl. Niederschlag in weniger als 24 Stunden. Aktuell ist man von diesen aber weit entfernt:

Niederschlagsrekorde Italien @ ISPRA
Niederschlagsrekorde Italien @ ISPRA

 

Von sehr ergiebigem Regen ist nicht nur die Region um Genua betroffen, auch in Frankreich hat das Tief SEBASTIEN gestern und in der Nacht auf Dienstag bereits zahlreiche kräftige Gewitter gebracht. Im Zentralmassiv und in den Seealpen nördlich von Nizza und Monaco hat es an einigen Stationen über 100 l/m² geregnet. Zudem kam es hier wie auch schon im Westen und Norden des Landes gebietsweise zu teils schweren Sturmböen.

12h Niederschlagsmengen Frankreich bis Dienstag, 09 Uhr @ UBIMET, MeteoFrance
12h Niederschlagsmengen Frankreich bis Dienstag, 09 Uhr @ UBIMET, MeteoFrance

Mit dem nun entstehenden neuen Tief rückt auch die Alpensüdseite in den Fokus, denn gerade im Piemont und Tessin kündigen sich bis Mittwochvormittag ebenso beachtliche Niederschläge an:

Prognose des 24h-Niederschlags bis Mittwochmorgen @ UBIMET
Prognose des 24h-Niederschlags bis Mittwochmorgen @ UBIMET

 

Titelbild @ https://www.facebook.com/rocco.citro.5

Die Auswirkungen des Wetters auf den Kopf

Symbolbild Kopfschmerzen - Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Wetterschwankungen bringen Kopfschmerzen?

Viele Menschen meinen, dass sich das Wetter negativ auf Ihr Wohlbefinden auswirken kann. Das häufigste Symptom dieser so genannten Wetterfühligkeit ist der Kopfschmerz. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es schwierig, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Kopfwehattacken und dem Verlauf meteorologischer Parameter festzustellen, wenn man nicht zu sehr komplexen statistischen Verfahren greift. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen offenbaren aber sehr überzeugende Zusammenhänge, die man folgendermaßen zusammenfassen kann: Der menschliche Organismus kommt mit schnellen Schwankungen von Temperatur, Druck, Wind und Sonnenschein nur schlecht zurecht.

Rasche Veränderungen sind von Nachteil

Befreit man die Messungen der meteorologischen Parameter von den natürlichen, jahreszeitlich bedingten Schwingungen, zeigt sich klar, dass kurzfristige Wetteränderungen und Fluktuationen in hohem Zusammenhang zum Auftreten von Kopfweh bei wetterfühligen Menschen stehen. Dies kann beispielsweise bei massiven Kaltfronten, plötzlichen Erwärmungen und auch bei starkem, böigem Wind der Fall sein. Auf der anderen Seite steht die Erkenntnis, dass der Mensch für den langen Trend der Jahreszeiten und die länger andauernden kalten und heißen Großwetterlagen sehr gut gerüstet ist. Laut Untersuchungen haben im Alpenraum insbesondere zwei Wetterlagen sehr starke Auswirkungen auf Personen mit Neigung zu Migräne:

  1. Föhn: Ein klassischer Kopfwehbringer, da sich die Temperatur bei Föhn sehr schnell ändern kann und der Verlauf von Wind und Luftdruck dabei markante Schwankungen aufweist.
  2. Orkantiefs: Bei rasch ziehenden Sturmtiefs und vor allem bei Orkantiefs treten in der Regel rasche Änderungen von Druck, Temperatur und Wind auf.

Winterliche Hochdruckgebiete lassen uns hingegen aus der Kopfwehperspektive durchatmen und entspannen, denn sie bringen die Konstanz, auf die unser Körper positiv reagiert.

 

Titelbild: Symbolbild Kopfschmerzen – Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Wechselhafte Wetterwoche, ab Freitag Goldener Oktober

Lediglich in Teilen Osttirols und Kärntens blieb es am Samstag trocken, sonst war es ein launischer Herbsttag wie er im Buche steht. Von Vorarlberg bis Niederösterreich regnete es anhaltend und kräftig, Schauer und gar einzelne Gewitter zogen mit kräftigem Wind im Nordosten durch. 43 l/m² wurden in Summe in Kössen gemessen, 42 l/m² waren es in Warth am Arlberg, mit Sturmböen von bis zu 83 km/h wehte der Wind in Wien.

Niederschlagssumme Österreich vom 05.10.2019 @ UBIMET
Niederschlagssumme Österreich vom 05.10.2019 @ UBIMET

Schnee teils bis 1000 m

Zwar ist der Wind nun erstmal kein Thema mehr, mit der aufziehenden Warmfront des nächsten Tiefs ist ab Sonntagnachmittag im Westen jedoch wieder mit anhaltendem Regen zu rechnen. Am Montag regnet es am Vormittag noch von Vorarlberg bis ins Mostviertel verbreitet, Schnee fällt von Ost nach West bereits oberhalb von 1000 bis 1800 m. Sonst überwiegen zunächst ebenfalls die Wolken. Am Nachmittag klingt der Regen mit Ausnahme vom Salzkammergut weitgehend ab und abseits des Berglands scheint zumindest ab und zu noch die Sonne. Die Temperaturen kommen nicht über 7 bis 15 Grad hinaus.

Der Dienstag beginnt im Nordosten nach einer meist klaren Nacht ausgesprochen kalt. Häufig liegen die Tiefstwerte am Morgen zwischen 0 und +5 Grad, lokal kann es im östlichen Flachland erstmals in diesem Herbst leichten Frost geben. Der Tag selber verläuft hier häufig sonnig, aber auch von Tirol bis in die Obersteiermark scheint die Sonne zumindest zeitweise. In Vorarlberg und ganz im Norden zieht es ab Mittag wieder zu und am Abend kann es hier vereinzelt etwas regnen. Im Tagesverlauf kommt lebhafter, im Bergland nördlich des Alpenhauptkamms föhniger Südwind auf. Die Temperaturen steigen auf 13 bis 20 Grad.

Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/
Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/

Verbreitet Regen am Mittwoch

Am Mittwoch überwiegen die Wolken, nur im Südosten scheint anfangs noch die Sonne. Zunächst regnet es durch einen Tiefausläufer besonders an der Alpennordseite häufig, am Nachmittag gehen dann auch im Süden und Osten kräftige Regenschauer nieder. Am Abend frischt im Donauraum und im Nordosten lebhafter Westwind auf. Von Nordwest nach Südost werden 9 bis 20 Grad erreicht.

Am Donnerstag halten sich an der Alpennordseite einige Wolken und bringen ab und zu etwas Regen. Von Osttirol bis ins Burgenland scheint zumindest zeitweise die Sonne und es bleibt meist trocken. Es weht mäßiger, am Bodensee und im Donauraum auch lebhafter bis kräftiger Wind aus West bis Südwest. Die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 18 Grad.

@ https://stock.adobe.com
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Goldener Oktober in Sicht

Nachfolgend deuten die Wettermodelle auf eine beständige und ruhige Wetterphase hin. Auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über dem Ostatlantik wird mit einer südlichen Strömung zudem wieder milde Luft herangeführt. Nach aktuellem Stand sind am Wochenende wieder 20 bis 25 Grad zu erwarten, reichlich Sonnenschein begleitet uns schließlich bis in die folgende Woche.

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Wieder Taifungefahr für Formel 1 in Japan

Maximale Böen über 6 Stunden am Sonntagmittag Ortszeit @ ECMWF, UBIMET

Update 06.10.2019

Die großen Globalmodelle sind sich weiterhin überraschend einig, was bei tropischen Systemen mehrere Tage im Voraus selten vorkommt. Alle sehen den Taifun am kommenden Wochenende im Umfeld von Japan. Einen Einfluss auf die F1 wird er mit erhöhter Wahrscheinlichkeit haben, für Details ist es jedoch noch zu früh.

Inzwischen ist aus der tropischen Depression übrigens ein tropischer Sturm geworden, die zuständige Behörde hat ihn auf den Namen HAGIBIS getauft. Nachfolgend ein aktuelles Satellitenbild und die vom JTWC berechnete Zugbahn:

Satellitenbild des tropischen Sturms HAGIBIS von Sonntag @ JTWC
Satellitenbild des tropischen Sturms HAGIBIS von Sonntag @ JTWC
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc

 

Artikel vom 05.10.2019

20W – so der aktuelle Name einer tropischen Depression, welche sich gerade mitten auf dem offenen Pazifik formiert, weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Doch dieser weiße Wolkenbatzen am Satellitenbild hat es in sich. Das Joint Typhoon Warning Center rechnet mit einer rapiden Intensivierung innerhalb der nächsten Stunden und weist auf die Möglichkeit hin, dass sich daraus innerhalb von 5 Tagen ein Supertaifun entwickeln könnte. Dies entspricht der höchsten Hurrikankategorie 5.

Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc

 

Und in der Tat stützen dies die globalen Wettermodelle GFS und ECMWF, beide sind sich bzgl. der Entwicklung, der Zugbahn und des Timings relativ einig. Gerade bei noch nicht entstanden Stürmen ist dies selten. Demnach verlagert sich der zukünftige Taifun, dessen Name wohl bald folgen wird,  zunächst langsam nach Westen Richtung Guam, um dann Ende der Woche allmählich Richtung Japan nach Norden einzuschwenken.

Ensemble der möglichen Zugbahnen gemäß dem GFS-Modell @ tropicaltidbits.com
Ensemble der möglichen Zugbahnen gemäß dem GFS-Modell @ tropicaltidbits.com

Die Rahmenbedingungen wie Wassertemperaturen oder Strömungsbedingungen sind sehr gut und so soll sich dieser unscheinbare Wolkenbatzen rasch zu einem Taifun intensivieren. Entsprechend aktueller Prognosen sollte der Taifun im Laufe des Wochenendes die ersten südlichen Inseln Japans erreichen, das Sturmfeld würde für das Formel 1-Event noch keine Rolle spielen. Vorlaufende Regenbänder würden jedoch auch am Samstag und Sonntag schon die Hauptinsel treffen.

Noch einmal: Es ist nur ein erster Hinweis auf eine mögliche bedrohliche Entwicklung, sie kann sich noch ändern. Doch nicht erst seit dem Taifun ‚Phanfone‘ 2014 dürfte man im Umfeld der Formel 1 auf derartige Entwicklungen ein gutes Auge haben.

 

Titelbild: Maximale Böen über 6 Stunden am Sonntagmittag Ortszeit, Stand: 06.10.2019 @ ECMWF, UBIMET

Kräftige Gewitter in Griechenland

Bereits am Dienstag hatte sich ein Tief über Frankreich abgelöst und eine turbulente Wetterphase im Mittelmeerraum eingeleitet. Am Donnerstag erreichten die Gewitter auch Griechenland, die Hauptstadt Athen wurde von einem wahren Monster getroffen. Nachfolgende Bilder erinnern an den Film Independence Day:

Am Freitag kam das Tief schließlich weiter nach Osten voran, so wurden auch viele der Urlaubsinseln in der Ägäis getroffen. Nur die südlichen Inseln wie Santorini oder Kreta wurden verschont. Gerade auf Kreta wurde es dafür außergewöhnlich heiß, zumindest auf der Nordseite. Föhniger Südwind brachte das Thermometer nahe Chania bis auf 37,6 Grad.

Dieser Strand auf der Insel Kefalonia wurde durch Tonnen von Schlamm leider ziemlich in Mitleidenschaft gezogen:

Grundsätzlich ist der Herbst die Jahreszeit, zu welcher es im Mittelmeerraum am häufigsten zu Gewittern kommt. Hierzu wurde vor kurzem bereits ein ausführlicher Artikel geschrieben. Als Auszug daraus folgende Karte, welche den Monat mit dem höchsten Tornadopotential zeigt:

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat mit den meisten Tagen mit Tornados

 

Titelbild: Blitzverteilung am Donnerstag, den 04. Oktober 2019 @ nowcast, UBIMET

Tropischer Zyklon HIKAA trifft den Oman

Satellitenbild von Dienstag, 13 Uhr @ UBIMET

Kurz vor seinem so genannten Landfall hat sich HIKAA am Dienstagmorgen gar zu einem tropischen Zyklon der Stufe 2 verstärkt, doch über Land schwächt er sich bald rasch ab. Mit Böen bis zu 150 km/h trifft er aktuell, am frühen Dienstagabend Ortszeit, etwa 400 km südlich der Hauptstadt Muskat auf Land, durch den kräftigen Regen sind zumindest lokal Überflutungen zu befürchten.

Prognose der Windspitzen @ ECMWF, UBIMET
Prognose der Windspitzen @ ECMWF, UBIMET

Hier noch ein Bilder aus dem Oman:


Bereits am Mittwochmorgen wird HIKAA Saudi-Arabien erreichen, dann jedoch werden nur noch ein paar Wolken und Schauer übrig bleiben.

Prognose der weiteren Zugbahn @ Joint Typhoon Warning Centre
Prognose der weiteren Zugbahn @ Joint Typhoon Warning Centre

 

Titelbild: Satellitenbild von Dienstag, 13 Uhr @ UBIMET

So stärkt ihr das Immunsystem im Herbst

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Gute Vorbereitung

Nebel, kräftiger Regen, starker Wind – Wetter, das nicht gerade viele Menschen zum Sport im Freien anspornt. Jedoch ist schlechtes Wetter kein Grund im Haus zu bleiben und auf Sport an der frischen Luft zu verzichten. Ganz unvorbereitet solltet ihr aber auch nicht starten. Der wichtigste Punkt überhaupt ist, passende Kleidung zu tragen. Funktionswäsche leitet den Schweiß von der Haut weg und hält den Körper warm. Bei nassem Wetter ist ein guter Regenschutz für den Oberkörper unumgänglich. Aber auch wasserundurchlässige Laufschuhe sind ein absolutes Muss. Denn nasse und kalte Füße sind das Letzte, was ihr beim Sport braucht.

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Positiv gestimmt durch den Herbst

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Sport bei schlechtem Wetter positiv auf die Stimmung wirkt. Also anstatt über das Wetter zu schimpfen, solltet ihr mit gutem Beispiel vorangehen und euch an der frischen Luft bewegen. Denn nach dem Spazierengehen, Rad fahren oder Joggen fühlt ihr euch körperlich fitter und ihr seid besser gelaunt. Ein angenehmer Nebeneffekt der Bewegung an der frischen Luft: Das Immunsystem wird während der Bewegung gereizt. In weiterer Folge können die Immunzellen besser arbeiten und die Gefahr eine Verkühlung zu bekommen, nimmt ab.

 

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Die Tricks der Tiere

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Nahezu alle Tiere treffen Vorkehrungen für den Winter – und wenn es nur das dicke Winterfell ist, welches sie vor der Kälte schützen soll. In unseren Breiten haben Tiere verschiedene Tricks entwickelt, den Winter zu überleben: Fett und Fell zulegen, aktiv bleiben und der Kälte trotzen. Andere verschlafen die kalte Jahreszeit. Und dann gibt es auch noch die Winterstarre.

Trick 1: Körper isolieren

Viele Säugetiere, die bei uns heimisch sind, haben je nach Jahreszeit ein unterschiedlich dichtes Fell. Damit passen sie sich an die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter an. Mit dem Fellwechsel ändert sich bei einigen Tieren auch die Fellfarbe. Bekannt ist da vor allem der Alpenschneehase. Im Sommer ist er graubraun, etwa im November wird das Fell weiß und nur an den äußeren Spitzen der Ohren weist er weiterhin schwarze Haare auf.

Trick 2: Viel fressen und den Winter verschlafen

Schlafende Fledermäuse ©shutterstock.com/Ondrej Prosicky - https://www.shutterstock.com/image-photo/greater-mouseeared-bat-myotis-nature-cave-572332003
Fledermäuse halten einen ununterbrochenen Winterschlaf. ©shutterstock.com/Ondrej Prosicky

Wenn es schon im Winter nicht genug zu fressen gibt, hilft nur eines: Auf Vorrat futtern und sich gehörig Winterspeck zulegen. Zur Überbrückung der nahrungsarmen Monate halten Murmeltier, Igel oder auch Fledermäuse zusätzlich einen Winterschlaf. Dank der auf ein Minimum herabgesetzten Körperfunktionen können sie damit mehrere Monate ohne Futter auskommen. Einzelne Säugetiere wie etwa die Fledermaus halten einen ununterbrochenen Winterschlaf. Meist ist der Winterschlaf jedoch lang andauernd mit wenigen kurzen Unterbrechungen.

Trick 3: Vorräte anlegen

Eichhörnchen ©shutterstock.com/everst - https://www.shutterstock.com/image-photo/squirrel-red-fur-funny-pets-autumn-321521546
Eichhörnchen legen im Herbst Vorräte für den kalten, langen Winter an. ©shutterstock.com/everst

Schwerer hat es da schon das Eichhörnchen, das keinen Winterschlaf hält. Auch dieses trägt im Winter ein dichtes Fell mit langen Ohrpinseln. Eichhörnchen legen im Herbst Vorräte für den Winter an. Sie vergraben die Nahrung entweder im Boden, oft in der Nähe von Baumwurzeln, oder verstauen sie in Rindenspalten oder Astgabeln als Wintervorrat. Im Kobel lagern sie keine Vorräte. Zudem schränken die zierlichen Wipfelstürmer ihre Aktivitäten im Winter stark ein: Sie verschlafen den Großteil des Tages und sind nur über Mittag wenige Stunden aktiv.

Trick 4: Winter- oder Kältestarre

Die Winter- oder Kältestarre ist ein Zustand, in den wechselwarme Tiere verfallen, sobald die Temperaturen unter das tolerierte Minimum absinken. Die Kältestarre wird zwingend von fallenden Temperaturen eingeleitet und die Tiere fahren ihre Lebensvorgänge auf annähernd null zurück, um nicht den Kältetod zu sterben.

 

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Über 1000 Liter Regen in Texas

Zu Überflutungen kam es nahezu in der gesamten Metropolregion von Houston, die Niederschlagsmengen beliefen sich in Spitzenzeiten auf 75 bis 100 l/m² pro Stunde. Bisher wurden 4 Todesfälle gemeldet. Ein 19-jähriger Mann ertrank nach einem Stromschlag, als er versuchte, sein Pferd vor dem Hochwasser zu retten. Auch mehrere Lastkähne hatten sich von ihren Liegeplätzen gelöst, ein Schiff prallte gegen eine Brücke über den San Jacinto River. 13 Gemeinden in Texas wurden zum Katastrophengebiet erklärt.

Imelda ist der tropische Wirbelsturm mit dem siebtmeisten Niederschlag, der  der die Vereinigten Staaten jemals getroffen hat. Im Durchschnitt lag die Gesamtniederschlagsmenge zwischen 380 und 760 l/m², während die höchste gemeldete Menge 1009 l/m² in Beaumont (Texas) betrug. Der Donnerstag war zudem der nasseste Septembertag aller Zeiten und der fünftnasseste Tag überhaupt in Houston, an dem alleine 228 l/m² gemessen wurden.

 

Der Südosten von Texas ist für tropische Wettersysteme kein unbekanntes Land und aufgrund seiner tiefen Lage besonders überflutungsgefährdet. Trotzdem haben die Bewohner der Region einfach genug von den massiven Überschwemmungen, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind. Obwohl der Hurrikan Harvey noch immer als Maßstab für Überschwemmungen gilt, sind einige Gebiete durch Imelda stärker überflutet worden wie beispielsweise die Städte Vidor und Winnie (beide Texas). Was Harvey im Laufe von 4 bis 5 Tagen angerichtet hat, hat Imelda in diesen Orten in 4 bis 5 Stunden geschafft.

Warum es der Herbst bunt treibt

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Laubbäume betreiben in den warmen Jahreszeiten Photosynthese, bei der sie mit Hilfe von Sonnenlicht Wasser und Kohlendioxid in Traubenzucker und Sauerstoff umwandeln. Dies macht ihnen der grüne Farbstoff Chlorophyll möglich. Um diesen wertvollen Stoff im Winter nicht zu verlieren, beginnen die Pflanzen, sobald zu wenig Sonneneinstrahlung da ist um wirkungsvoll Photosynthese zu betreiben, den Blättern das Chlorophyll zu entziehen. Sie wandeln es dann in eine farblose Form um und lagern es in ihre Zellen ein.

Der intensiv grüne Farbstoff hat andere im Blatt vorhandene Farbstoffe überdeckt, die nun sichtbar werden. So färben sich beispielsweise Lärchen und Birken gelb bis goldgelb aufgrund von Karotin. Für die rote Farbe von Eiche und Ahorn ist Anthocyan verantwortlich. Durch Gerbstoffe kommt die braune Färbung von Buchen und Eichen zustande.

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Abfallprodukt Laub

Zum Eigenschutz werfen die Bäume ihre Blätter ab, sobald sie ihnen jegliches Chlorophyll entzogen haben. Einerseits könnte viel wertvolles Wasser an der großen Oberfläche der Blätter verdunsten, andererseits würde das Wasser in den Blattzellen sehr schnell gefrieren. Zudem besteht bei noch vorhandenen Blättern akute Schneebruchgefahr.

Oh Tannenbaum

Nadelbäume, abgesehen von der Lärche, haben eine ganz andere Überwinterungsstrategie. Ihre „Blätter“ bleiben das ganze Jahr über grün und fallen in der kalten Jahreszeit nicht ab. Dadurch, dass die Nadeln ganz schmal sind, verdunstet weniger Wasser an der kleineren Oberfläche. Zudem ist die äußere Zellschicht sehr dick und von Wachs überzogen. Darüber hinaus wirkt Zucker als „Frostschutzmittel“ um das Gefrieren des in den Nadeln enthaltenen Wassers zu verhindern.

 

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Bergwetter: Am Wochenende viel Sonnenschein und steigende Temperaturen

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Freitag, 20. September 2019

Der Freitag startet verbreitet sonnig, nur in manch inneralpinen Tälern und südlichen Becken vereinzelt mit Nebel. Am Alpenostrand bilden sich dann am Nachmittag ein paar Wolken und auch sonst ziehen ein paar Schleierwolken durch, der sonnige Eindruck überwiegt aber überall. Nach einem frischen, in exponierten Lagen lokal sogar frostigen Morgen werden in den Tälern im Westen bis zu 21 Grad erreicht, auf 2.000 m Höhe liegen die Temperaturen zwischen 2 Grad auf dem Schneeberg 13 Grad in den Ötztaler Alpen, auf 3.000 m Höhe werden 0 bis +5 Grad erreicht. Der Wind ist meist nur schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen unterwegs.

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Samstag, 21. September 2019

Am Samstag halten sich in den Tal- und Beckenlagen von Vorarlberg bis Kärnten ein paar Frühnebelfelder, diese lösen sich aber rasch auf und am Nachmittag dominiert im Großteil des Landes strahlender Sonnenschein. Lediglich im Bereich des Alpenhauptkammes bilden sich flache Quellwolken, häufiger treten diese noch in Südtirol auf. Hier werden teils nur 5 Sonnenstunden erreicht, sonst werden es aber verbreitet 9 bis 12 Sonnenstunden. Der Wind dreht auf südliche Richtungen und damit wird es wieder wärmer. Die Höchstwerte liegen in den Tälern von Ost nach West zwischen 17 und 24 Grad, in 2.000 m Höhe werden 7 bis 15 Grad erreicht, in 3.000 m Höhe 3 bis 8 Grad.

Bergwetter am Samstag, den 21.09.2019 @ UBIMET
Bergwetter am Samstag, den 21.09.2019 @ UBIMET

Sonntag, 22. September 2019

Der Sonntag beginnt westlich einer Linie Karwendel – Karnische Alpen bereits mit ersten Wolkenfeldern, diese breiten sich tagsüber weiter nach Osten bis zu den Voralpen Niederösterreichs aus. Die Sonne kommt jedoch nicht zu kurz, über weite Strecken bleibt der freundliche Eindruck noch immer erhalten. Erste Regentropfen sind zum Abend hin bereits in Südtirol möglich, sonst bleibt es noch meist trocken. Am Alpenostrand frischt lebhafter, lokal auch kräftiger Südost- bis Südwestwind auf und von den Hohen Tauern bis zum Mariazellerland wird es leicht föhnig. Die Temperaturen steigen auf 18 bis 26 Grad in den Tälern, in 2.000 m Höhe werden 11 bis 16 Grad erreicht, in 3.000 m Höhe 4 bis 8 Grad.

Bergwetter-Tipp:

Jetzt zum Ende des kalendarischen Sommers erreicht die Schneebedeckung auf den heimischen Gletschern ihr jährliches Minimum. Aus diesem Grund sind derzeit Hochtouren bis weit über 3.000 m fast ohne Schneekontakt möglich. Achten Sie auf den aperen Gletschern aber unbedingt auf freiliegende Spalten! Steigeisen, Pickel und Seil gehören daher zur Standardausstattung bei Touren auf dem ewigen Eis.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Wetterpatenschaften für 2020

Wetterkarte für Freitag, den 20.09.2019 @ www.wetterpate.de

Bereits seit mehr als 60 Jahren werden die in Mitteleuropa aktiven Hoch- und Tiefdruckgebiete mit Namen belegt, Grundüberlegung war eine leichtere Kommunikation zwischen den Meteorologen in Anlehnung an die dazumal schon gängige Praxis in den USA. Die breite Öffentlichkeit wurde im deutschsprachigen Raum aber erst 1990 durch die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE darauf aufmerksam. Seitdem ist  die Verwendung der Namen in den Medien quasi Standard. Seit 2002 können schließlich die Bürger im Rahmen der Aktion „Wetterpate“ Namen für die Druckgebiete wählen und sich so ein Hoch oder Tief selbst gönnen oder verschenken.

Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und wird das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de
Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de

 

Und die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute: Am Meteorologischen Institut der FU Berlin gibt es noch eine praxisnahe Ausbildung der angehenden Meteorologen. U.a. gibt es hier eine eigene Wetterstation, deren Daten und Beobachtungen in das weltweite Netz einfließen. Diese ist rund um die Uhr besetzt, also Augenbeobachtungen wie Wetterzustände, Wolkenarten und -höhen, Sichtweiten etc. werden von Studenten aufgenommen und international verschlüsselt. Gerade dies wird heutzutage immer seltener, denn die nationalen Wetterdienste ersetzen immer mehr Wetterbeobachter durch Instrumente, deren Qualität oftmals zu wünschen übrig lässt.

Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de
Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de

 

 

Markanter Wetterumschwung am Montag

Salzburg im Regen @ https://stock.adobe.com

Badewetter am Wochenende

Wer kann, sollte dieses Wochenende nutzen. Der Samstag hat verbreitet 10 bis 12 Sonnenstunden zu bieten, lokale Wärmegewitter entwickeln sich am Nachmittag nur vom Arlberg bis zur Koralpe, im Flachland bleibt es sowieso trocken. Mit 26 bis 32 Grad wird es überall warm, bestes Badewetter also.

Mondsee @ https://stock.adobe.com
Mondsee @ https://stock.adobe.com

Am Sonntag ändert sich zunächst nur wenig. Wieder gibt es viel Sonnenschein bei meist nur lockeren Quellwolken, diese wachsen inneralpin aber doch häufiger zu Schauern und Gewittern an als tags zuvor. Vor allem in Vorarlberg und Tirol werden sie zum Abend hin immer häufiger und gehen mitunter in kräftigen Regen über, hier macht sich bereits die angesprochene Kaltfront bemerkbar. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 33 Grad, heiß wird es im Norden und Osten.

Höchsttemperaturen am Sonntag @ UBIMET
Höchsttemperaturen am Sonntag @ UBIMET

Schnee bis auf 1500 m am Montag

Über Nacht kommt die Kaltfront weiter nach Osten voran. So geht es am Montag nach aktuellem Stand nur noch von Osttirol über das Grazer Becken bis ins östliche Flachland mit etwas Sonne in den Tag. Hier bilden sich jedoch rasch Gewitter, welche bis Mittag auch die letzten trockenen Zipfel erreichen. Sie können lokal unwetterartige Ausmaße annehmen und Hagel und Sturmböen bringen. Im Westen und Norden hingegen regnet es aus der Nacht heraus teils kräftig, von Vorarlberg bis nach Salzburg ist mit dem Einfließen deutlich kühlerer Luft sogar mit Schnee bis auf rund 1500 m Höhe herab zu rechnen. Hinzu kommt vor allem am Alpenostrand kräftig bis stürmisch auffrischender Nordwestwind.

Höchsttemperaturen am Montag @ UBIMET
Höchsttemperaturen am Montag @ UBIMET

Die Kaltfront wird ihrem Namen mehr als gerecht, mit ihr fließt deutlich kühlere Luft ein. Die Temperaturen kommen am Montag im Westen und Norden nicht mehr über 13 bis 18 Grad hinaus, vom Klagenfurter Becken bis ins Burgenland erreichen sie nochmals 19 bis 27 Grad. Und auch nachfolgend bleibt es nach aktuellem Stand leicht zu kühl. Am Dienstag muss man sich landesweit auf rund 20 Grad einstellen, der Rest der Woche dürfte Werte im unteren 20er-Bereich sehen. Die 30 Grad-Marke ist zumindest für einige Zeit mal außer Reichweite.

 

Titelbild: Salzburg im Regen @ https://stock.adobe.com

Sommerfinale 2019

Lugano im Sonnenuntergang @ https://stock.adobe.com

Hier nun der detaillierte Fahrplan für das nun anstehende grosse Sommerfinale! Aktuell hält sich vor allem in den zentralen und östlichen Landesteilen noch angefeuchtete und labil geschichtete Luft, in der Folge ist es hier noch wechselhaft mit ein paar Regengüssen und Gewittern. In der westlichen Landeshälfte dominiert dagegen bereits die Sonne. Im Laufe des Donnerstagnachmittags setzt sie sich auch im Osten wieder besser in Szene, ein sich ausdehnender Hochdruckausläufer sorgt bis zum Abend für eine sukzessive Wetterberuhigung.

Am Freitagmorgen halten sich im Flachland, entlang der Voralpen sowie in manchen Tälern noch ein paar Hochnebelschwaden; sonst ist es tagsüber recht sonnig mit nur harmlosen Quell- und Schleierwolken. Bei leichter Bise werden am Nachmittag 27 bis 28 Grad erreicht. Im Tessin wird die 30-Grad-Marke geknackt!

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Beautiful panorama of Swiss Alps near Melchsee Frutt @ https://stock.adobe.com

 

Auch der Samstag bringt viel Sonnenschein, am Nachmittag erwärmt sich die Luft auf 27 bis 29 Grad. Im Raum Basel sind sogar noch einmal knapp 30 Grad denkbar – das wohl letzte Mal in diesem Jahr! In den Alpen und im Süden bilden sich grössere Quellwolken, das Schauer- und Gewitterrisiko steigt in der zweiten Tageshälfte an.

Am Sonntagvormittag ist zunächst recht sonnig mit hohen Wolkenfeldern und Quellwolken, in den Alpen ist es zum Teil leicht föhnig. Am Nachmittag nimmt die Bewölkung zu, im Vorfeld einer sich aus Nordwesten nähernden Kaltfront beginnen sich erste Regengüsse und Gewitter auszubreiten. Im Laufe des Abends ist es dann wohl schon verbreitet nass. Zuvor werden noch um die 25 Grad erreicht.

In der Nacht zum Montag bringt die eigentliche Kaltfront weiteren Regen, auf ihrer Rückseite fliesst markant kühlere Luft zur Alpennordseite. Der Montag startet in der Nordwestschweiz bereits wieder mit Auflockerungen, sonst gibt es viele Wolken. Vor allem in der Zentral- und Ostschweiz regnet es verbreitet. Im Laufe des Tages lässt der Regen allmählich nach, steigender Luftdruck sorgt für eine nachhaltige Wetterberuhigung. Der Luftmassenwechsel ist deutlich spürbar, Höchsttemperaturen zwischen 15 und 19 Grad hinterlassen definitiv einen herbstlichen Eindruck. Die Nullgradgrenze sinkt von 3800 Metern am Sonntag auf nur noch 2500 bis 2600 Meter. Im Süden bekommt man davon weniger mit, hier bleibt es schwülwarm.

Im weiteren Wochenverlauf liegt die Schweiz an der Ostflanke eines Hochs im Bereich einer Bisenströmung. Abgesehen von Hochnebelfeldern hat im Norden die Sonne das Sagen, die Temperaturmaxima orientieren sich an der 20-Grad-Marke. Auch im Süden ist es sonnig, dies allerdings bei anhaltend spätsommerlichem Temperaturniveau.

 

Titelbild: Lugano im Sonnenuntergang @ https://stock.adobe.com

Bergwetter am Wochenende

Bild von der höchstgelegenen Webcam Österreichs am Großglockner @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/adlersruhe

Freitag, 30. August 2019

Am Freitag zeigt sich das Wetter von seiner unbeständigen Seite. Zunächst regnet es besonders vom Salzkammergut bis ins Mariazellerland zeitweise, sonst geht es mit einem Mix aus Sonne und Wolken in den Tag. Im Tagesverlauf breiten sich neuerlich Schauer und Gewitter aus, örtlich auch mit Starkregen und Hagel. In Vorarlberg und im Tiroler Oberland ist die Schauerneigung geringer und die Sonne scheint recht häufig. Der Wind weht in den Hochlagen nur mit mäßiger Intensität, vorwiegend aus Nordwest, dazu ist es für Ende August sehr warm. In 3.000 m Höhe werden 6 bis 9 Grad erreicht, in 2.000 m Höhe werden es 14 bis 16 Grad.

Webcam Kreuzeck @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/kreuzeck
Webcam Kreuzeck @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/kreuzeck

Samstag, 31. August 2019

Der Samstag startet mit vielen Wolken und Nebelfeldern in den Tälern, meist ist es aber trocken. Im Tagesverlauf kommt verbreitet die Sonne zum Vorschein, im Bergland steigt die Schauer- und Gewitterneigung jedoch ab Mittag wieder an. Gewitter zeichnen sich am ehesten rund um den Arlberg und das Außerfern sowie von Südtirol bis zu den Niederen Tauern ab. Der Wind dreht auf südliche Richtungen und gewinnt etwas an Stärke, an der östlichen Alpennordseite weht er leicht föhnig und sorgt hier für mehrheitlich stabile Bedingungen. Auf 3.000 m Höhe liegen die Temperaturen weiter bei 6 bis 9 Grad, auf 2.000 m Höhe steigen sie etwas an auf 16 bis 19 Grad.

Sonntag, 01. September 2019

Am Sonntag ändert sich nur wenig am Wettergeschehen. Nach Auflösung von lokalen morgendlichen Restwolken in tiefen und mittleren Lagen scheint wieder häufig die Sonne. Ab Mittag entstehen generell im Bergland Schauer und Gewitter – seltener sind sie nach Osten zu anzutreffen, häufiger im Westen. Mit einer aufziehenden Kaltfront wird es schließlich vor allem westlich von Innsbruck immer häufiger nass, teils gehen die Gewitter hier in Starkregen über. Der Wind weht in Hochlagen weiterhin mäßig bis frisch aus Südwest und ein vorerst letztes Mal wird es warm: Die Temperaturen steigen in 3.000 m Höhe auf maximal 5 bis 8 Grad bzw. in 2.000 m auf 14 bis 17 Grad.

Bergwetter-Tipp:

Mit der Kaltfront am Montag kommt nicht nur viel Regen und stürmischer Wind auf, auch die Temperatur fällt ordentlich ab und ganz im Westen ist sogar wieder Schnee bis unter 2.000 m Höhe zu erwarten. Diese Umstellung erscheint nachhaltig, auch die nachfolgenden Tage verlaufen unbeständig und deutlich kühler. Wer kann, sollte also das aktuelle Wochenende für Bergtouren nutzen.

 

Titelbild: Bild von der höchstgelegenen Webcam Österreichs am Großglockner @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/adlersruhe

Klimawandel bedroht alpine Flora

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Nicht nur die steigenden Temperaturen machen dabei den Pflanzen zu schaffen, auch immer trockenere Sommer gefährden die Alpenblumen, die nur in den Hochlagen weniger Berge vorkommen. Dass die Bergpflanzen Europas in höhere Lagen wandern, haben auch Wissenschafter der Uni Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nachgewiesen.

Pflanzen wandern nach oben

Mit steigender Höhe verringert sich das Jahresmittel der Lufttemperatur in den Alpen um etwa 0,5 Grad – pro hundert Höhenmeter. Um denselben Effekt in der Ebene zu erreichen, müsste man in etwa 100 Kilometer nach Norden wandern. Das wiederum bedeutet: Schon kleine Temperaturveränderungen haben große Auswirkungen auf die Überlebensfähigkeit einiger alpinen Pflanzen, da diese nicht mit der Erwärmung Schritt halten können.

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Roter Gletscher-Hahnenfuß bei Pontresina, Graubünden, Schweiz

Pionierpflanzen besonders bedroht

Eine durch den Klimawandel bedrohte Pflanzenart ist beispielsweise der Gletscher-Hahnenfuß. Er zählt zu den sogenannten Pionierpflanzen und besiedelt unter anderem auch Gletschermoränen. Die Pflanze gehört zu den kälteresistentesten Gewächsen überhaupt und kann sich nur im vegetationsarmen Hochgebirge halten, weil er anderswo von wüchsigeren Arten verdrängt werden würde.

 

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August verabschiedet sich hochsommerlich

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Der meteorologische Sommer 2019 neigt sich zwar langsam seinem Ende entgegen, bei einem Blick auf die Wetterkarten ist vom näher kommenden Herbst vorerst aber noch nicht allzu viel zu sehen. Hoch CORINA mit Zentrum über Polen sorgt nicht nur am Wochenende, sondern voraussichtlich auch im Großteil der kommenden Woche für hochsommerliche Werte teils über der 30-Grad-Marke.

Am Sonntag ein paar Gewitter

Schon am Samstag wird speziell im Westen des Landes stellenweise die 30-Grad-Marke erreicht, am Sonntag liegen dann die Höchstwerte vom Oberrhein bis zum Emsland sowie im Norddeutschen Tiefland vielerorts im hochsommerlichen Bereich. Am Samstag ist es dabei oft strahlend sonnig, lediglich in den Alpen muss man im Tagesverlauf mit Schauern und Gewitter rechnen. Am Sonntag zeichnen sich schließlich von den Alpen bis in den östlichen Mittelgebirgsraum am Nachmittag und Abend einige Schauer und Gewitter ab, die lokal kräftig ausfallen können. Da sich die Gewitter nur langsam verlagern werden, sind punktuell größere Regenmengen möglich.

Webcam Olympiapark München @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tum-olympiapark
Webcam Olympiapark München @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tum-olympiapark

Bis zu 34 Grad im Osten, steigende Waldbrandgefahr

Mit hochsommerlichen Temperaturen geht es dann auch im Großteil der letzten Augustwoche weiter, der Hitzeschwerpunkt verlagert sich allmählich in den Osten des Landes. Vor allem in Sachsen-Anhalt, in Berlin sowie in Brandenburg wird es von Dienstag bis Donnerstag noch einmal so richtig heiß mit bis zu 34 Grad. Lokale Schauer und Gewitter beschränken sich meist auf die Westhälfte Deutschlands, während es im Osten großteils trocken bleibt. Die Kombination aus Trockenheit und Hitze lässt die Waldbrandgefahr im dürregeplagten Brandenburg wieder signifikant ansteigen.

Mit einem Trend hin zu kühleren Temperaturen ist frühestens am Freitag in einer Woche zu rechnen, dann zieht sich das Hochdruckgebiet voraussichtlich nach Osteuropa zurück, womit der Weg für etwas kühlere Atlantikluft frei wird. Ganz abgesichert ist diese Abkühlung aber noch nicht, speziell im Osten könnten auch noch zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September weiter hochsommerliche Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke verzeichnet werden.

 

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Bauernregeln im August

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Bauernregeln genießen besonders bei der älteren ländlichen Bevölkerung noch reges Ansehen. Die Magie der sich besonders um Lostage rankenden Regeln scheint ähnlich der eines Horoskops zu sein. Dabei scheiden sich in der Bevölkerung die Geister. Während die einen daran glauben, ist es für die anderen bloß ein Firlefanz. Doch was liegt aus meteorologischer Sicht wirklich auf der Hand?

Monatsmitte

Zur Monatsmitte gibt es einige Bauernregeln, die auf den Wetterverlauf des Spätsommers hinweisen:
13. August: Wie das Wetter an Kassian, hält es noch viele Tage an.
15. August, Maria Himmelfahrt: Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.

Gerade nach einem wechselhaften Hochsommer stellt sich oft in der zweiten Augusthälfte stabiles Spätsommerwetter ein. Die Gewittergefahr ist aufgrund der kürzeren Tage bereits geringer und oft sorgt ein Hochdruckgebiet für sonnige Bedingungen.

Monatsende

Zum Monatsende hin deuten die Bauernregeln dann auf den kommenden Herbst hin:
24. August: Ist Lorenz und Bertl schön, wird der Herbst gar gut ausgehen.
28. August: An Augustin gehen die warmen Tage dahin.

Ist es um Bartholomäus (24. August) herum deutlich zu warm, so verläuft auch der Oktober und November in zwei von drei Fällen zu warm. Während über den September keine Aussage getroffen werden kann. Auch falls Bartholomäus zu kalt ausfällt, bringt er keine Erkenntnis über die zu erwartende Herbstwitterung. Dass Ende August die warmen Tage dahin gehen, ist dem sinkenden Sonnenstand zuzurechnen. So sind im September selbst im Flachland nur mehr selten Höchstwerte über 30 Grad zu registrieren.

 

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Kräftige Gewitter mit vielen Blitzen, Starkregen und heftigen Windböen

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Gestern Sonntag wurde nochmals verbreitet ein Hitzetag registriert, mit 33.7 Grad war es in Sion im Wallis am heissesten. Aber auch in Genf und Leibstadt konnten rund 33 Grad gemessen werden.

Maximale Temperaturen am Sonntag @ UBIMET
Maximale Temperaturen am Sonntag @ UBIMET

 

Am Abend und in der Nacht folgten mit einer sich nähernden Kaltfront heftige Gewitter, die zu Starkregen, Sturmböen und teilweise auch Hagel führten, zudem wurden viele Blitze registriert. Vom Chablais über das Berner Oberland und die Zentralschweiz bis zum Bodensee fielen entlang der Alpen verbreitet 15 bis über 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Am meisten Niederschlag gab es in den Fribourger Alpen mit 55 Liter Regen pro Quadratmeter in La Valsainte. In Verbindung mit einem kräftigen Gewitter wurde gestern Abend in Würenlingen eine Orkanböe von 125 km/h registriert. Aber auch in Vuisternens-devant-Romont sowie in Aigle konnten mit 114 km/h bzw. 104 km/h orkanartige Böen verzeichnet werden. Im Berner Oberland, im Glarnerland sowie in der Nordwestschweiz gab es örtlich Sturmböen. Neben dem vielen Regen und Wind gab es auch viele Blitze. Rund 7600 Stück wurden bisher seit gestern Nachmittag verzeichnet, im Kanton Zürich waren es knapp 1500 Blitze, im Kanton Thurgau rund 1250. Im Kanton St. Gallen blitzte es rund 850 Mal.

 

Niederschlagsmengen von Montag, Mitternacht bis 09:00 Uhr @ UBIMET
Niederschlagsmengen von Montag, Mitternacht bis 09:00 Uhr @ UBIMET

 

Nachdem es heute in den Morgenstunden noch weitere, teilweise gewittrige Niederschläge gibt, ist es tagsüber deutlich ruhiger mit längeren trockenen Abschnitten und möglichen kurzen Auflockerungen. Die Temperaturen erreichen 21 bis 24 Grad. Am Abend steigt das Schauer- und Gewitterrisiko jedoch wieder an. Morgen Dienstag erwartet uns ein trüber und regnerischer Tag mit teilweise gewittrig durchsetzten Niederschlägen bei kühlen 17 bis 19 Grad, vor allem im Nordtessin sowie in den nördlich und östlich angrenzenden Gebieten bis hin zum Bodensee sind grössere Regenmengen zu erwarten. Aber auch in der restlichen Schweiz dürften die Niederschläge vielerorts ergiebig ausfallen.

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Etliche Sturmschäden am Sonntag

In einem breiten Streifen vom Saarland bis nach Sachsen verstärkte sich der Südwestwind am Sonntag im Vorfeld der angesprochenen Kaltfront derart, dass gebietsweise stürmische Böen bis zu 70 km/h gemessen wurden. Dies ist generell für einen Augusttag schonmal nicht wenig, doch schlimm wurde es erst am Nachmittag und Abend mit Schauern und Gewittern, mit welchen der kräftige Höhenwind zum Boden herunter gemischt wurde. Insbesondere im südlichen Hessen schlugen die Gewitter zu, aber auch von der Schwäbischen Alb ausgehend über Mittelfranken bis zum Bayerischen Wald. Einzelne Gewitter wiesen Superzellen-Strukturen auf und brachten so genannte Downbursts, also kurze Wolkenbrüche mitsamt heftigen Sturmböen. Hagel war mitunter auch dabei, aber eher weniger das Problem.

 

Maximale Windböen am Sonntag @ UBIMET
Maximale Windböen am Sonntag @ UBIMET

151 km/h bei Nürnberg

Die absolut höchste Böe wurde in Kümmersbruck östlich von Nürnberg gemessen, 151 km/h wurden hier von der Wetterstation gemeldet – ein wahrlich beeindruckender Wert, der in gewisser Weise unrealistisch erscheinen mag, aber hinsichtlich der meteorologischen Rahmenbedingungen und der vielerorts dokumentierten Schäden durchaus als korrekt anzusehen ist. Die selbe Gewitterzelle hatte kurz vorher in Roth südwestlich von Nürnberg schon 117 km/h gebracht.

Besonders betroffen war hier auch die Bahn, auf der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung waren hier etliche Bäume auf die Gleise gefallen. Dies hatte natürlich Auswirkungen auf den Bahnverkehr im ganzen Land, selbst heute am Montag läuft vieles noch nicht wieder nach Plan.

 

Downbursts in der Rhein-Main-Region

Besonders schlimm hat es auch die Region südöstlich von Frankfurt/Main erwischt. Eine kräftige Gewitterzelle zog nur knapp südlich am Flughafen vorbei und brachte von Langen über Dietzenbach bis Rodgau Downbursts. Auch aus Offenbach werden enorme Schäden berichtet, womöglich hat es hier mit einer nachfolgenden Zelle kurzzeitig einen Tornado gegeben. Bestätigt ist dieser aber noch nicht.

 

Titelbild: Aufgetretener Sturmschaden im Raum Frankfurt/Main @ https://twitter.com/SrgMartin88

Sommerliches Sturmtief am Samstag

Windverhältnisse am Samstag @ NCEP, UBIMET

Nach aktuellem Stand nimmt der Südwestwind im ganzen Land am Samstagvormittag stetig an Stärke zu und weht mit Ausnahme des äußersten Südens zunehmend frisch bis kräftig, zwischen Aachen und Kiel stürmisch. In diesem Streifen sind im Verlauf des Samstags wiederholt Böen zwischen 60 und 70 km/h zu erwarten, direkt an den Küsten der Nordsee auch Sturmböen zwischen 80 und 90 km/h.

Prognostizierte Böen am Samstag @ UBIMET
Prognostizierte Böen am Samstag @ UBIMET

In Summe also nichts Schlimmes, dennoch handelt es sich hierbei um ein für dieses Jahreszeit ungewöhnlich stark ausgeprägtes Tief.

 

 

Nach den Gewittern ist vor den Gewittern

Lightning above the lake Lucerne. Storm in Switzerland. @ https://stock.adobe.com

In der vergangenen Nacht gab es vor allem ganz im Norden der Schweiz einige, teils kräftige Gewitter. Gegen den Morgen hin verlagerte sich das Ganze auch in die Kantone Solothurn, Aargau und bis weiter an den Bodensee. Auch im Berner Oberland sowie in der Zentralschweiz zogen einige Gewitterzellen durch. Damit einhergehend entluden sich tausende Blitze, am meisten davon im Kanton Zürich, gefolgt von den Kantonen Thurgau und St. Gallen, siehe Tabelle. In Kombination mit den Gewittern fielen örtlich auch grosse Niederschlagsmengen. So konnten seit gestern Abend beispielsweise in Oberneunforn (TG) 37 Millimeter Regen registriert werden. Lokal dürften aber auch deutlich grössere Summen zustande gekommen sein.

Anzahl der Blitze pro Kanton @ UBIMET
Anzahl der Blitze pro Kanton @ UBIMET

 

Im Laufe des Vormittags beruhigt sich die Situation etwas. Allerdings sind lokal weitere Schauer möglich, zum Teil auch begleitet von Blitz und Donner. Mit der Sonneneinstrahlung und der labilen Luftmasse beginnt es am Himmel aber bald wieder zu brodeln, und es entwickeln sich im Verlauf des Nachmittags und Abends erneut Schauer und teils heftige Gewitter. Dabei besteht das Potenzial für Starkregen, Sturmböen sowie lokal auch Hagel. Auch in der Nacht auf Morgen muss mit weiteren Gewittern gerechnet werden.

Der Mittwoch beginnt mit vielen Wolken, daran ändert sich auch tagsüber kaum etwas. Die Sonne hat einen schweren Stand, und es sind immer wieder gewittrig durchsetzte Schauer möglich. Die Temperaturen erreichen etwa 22 bis 23 Grad. Am Donnerstag beruhigt sich das Ganze: Nach Restwolken und in Richtung Osten örtlich letzten Tropfen erfolgt tagsüber ein Übergang zu recht sonnigem und sommerlich warmem Wetter.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Blitzspektakel in Guatemala

@ Alyssa Barrundia, Facebook

Der 3760 m hohe Volcan de Agua befindet sich nur wenige Kilometer westlich von Guatemala-Stadt und ist nicht aktiv. Als dort am Donnerstag Blitze zuckten, war also nicht etwa vulkanische Aktivität die Ursache, sondern es handelte sich um ein normales Gewitter genau über dem Berg. Die markante Bergspitze hat sicher schon etliche Blitzeinschläge erlebt, doch diesmal fungierte sie ausgesprochen häufig als Ausgangspunkt für aufwärts gerichtete und radial auseinander gehende Blitze. Die Folge sind beeindruckende Aufnahmen:

Blitzspektakel in Guatemala

 

Titelbild @ Alyssa Barrundia,  https://www.facebook.com/alyssa.beyer.71

Wieder Unwetter an der nördlichen Adria

Aufziehendes Gewitter bei Pula @ https://www.facebook.com/neverin.hr, Nataša Sundara

Nach etlichen Tagen ruhigen, sonnigen und heißen Wetters machte sich am 02.08. ein kleinräumiges Randtief von Frankreich kommend über die Alpen und Norditalien auf den Weg gen Osten. Die Bedingungen für die Bildung von kräftigen Gewittern waren ideal und so dauerte es nicht lange, bis ausgehend vom Gardasee und der Po-Ebene organisierte Gewitter entstanden. Venedig wurde dieses Mal verschont, einige andere Urlaubsdestinationen hingegen hart getroffen.

Satellitenbild mit Blitzen vom Abend des 02.08.2019 @ UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen vom Abend des 02.08.2019 @ UBIMET
Blitzdichte am 02.08.2019 @ UBIMET, nowcast
Blitzdichte am 02.08.2019 @ UBIMET, nowcast

Insbesondere Camper mit eigenem Gefährt und viel Ausrüstung haben die Gewitter, die meist auch von Sturmböen begleitet wurden, sicherlich Sorgen bereitet. Gerade die Westküste Istriens ist bei Camping-Urlaubern beliebt und rund um Vrsar hat es offensichtlich die schlimmsten Schäden gegeben. Nachfolgend haben wir euch Aufnahmen zusammengetragen, welche sowohl schlimme Schäden zeigen als auch, im meteorologischen Sinne, eine gewisse Schönheit der aufgezogenen Gewitter:

 

Titelbild: Aufziehendes Gewitter bei Pula @ https://www.facebook.com/neverin.hr, Nataša Sundara

Vielerorts zu niedriger Grundwasserspiegel

Höhle voller Grundwasser

Grundwasser und Grundwasserspiegel

Bei Grundwasser handelt es sich um unterirdisches Wasser, dessen Bewegung ausschließlich von der Schwerkraft sowie von auftretenden Reibungskräften abhängt. Gespeist wird es durch das Versickern von Niederschlägen oder auch teilweise durch Migration aus Seen und Flüssen. Die Oberfläche des Grundwassers, die die Ausgleichsfläche zwischen dem Wasser- und dem Atmosphärendruck darstellt, wird als Grundwasserspiegel bezeichnet. Liegt dieser aufgrund von starken Regenfällen, wasserundurchlässigen Gesteinsschichten oder orographischen Gegebenheiten oberhalb der Erdoberfläche, so tritt das Grundwasser an einer Quelle wieder zutage.

Momentan liegt der Grundwasserspiegel durch die anhaltende Trockenheit vielerorts auf einem Minimum. Hier ist als Beispiel Parndorf im Nordburgenland dargestellt:

Grundwasserspiegel Parndorf @ https://ehyd.gv.at
Grundwasserspiegel Parndorf @ https://ehyd.gv.at
Messstellen für den Grundwasserspiegel in Österreich @ https://ehyd.gv.at (orange = unter dem Durchschnitt, blau = darüber)
Messstellen für den Grundwasserspiegel in Österreich @ https://ehyd.gv.at (orange = unter dem Durchschnitt, blau = darüber)

Bedeutung für die Pflanzenwelt…

Die Höhe des Grundwasserspiegels spielt für die Vegetation eine wichtige Rolle. Sinkt der Grundwasserspiegel wie jetzt aufgrund anhaltender Trockenheit stark ab, so drohen selbst tiefwurzelnde Bäume zu vertrocknen. Steigt er durch kräftige Niederschläge oder Bebauungsmaßnahmen stark an, so verwässert das Wurzelwerk, was wiederum ein Absterben der Bäume zur Folge hat.

…und den Menschen

Doch auch für den Menschen ist die Kenntnis über den Grundwasserspiegel von großer Bedeutung und das nicht nur hinsichtlich der Wasserversorgung. Denn der vom Grundwasser ausgeübte Druck kann bei Hochwasser teils massive Schäden an Gebäuden verursachen und auch beim Tunnelbau führt ein erhöhter Grundwasserspiegel zu erheblichen Problemen.

Titelbild: pixabay.com

Blitzreport Juli: 421.767 Entladungen gab es am Himmel

Aufgenommener Blitz von unserer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

In diesem bezüglich Gewittern nur leicht unterdurchschnittlichen Juli registrierte das Blitzmesssystem von UBIMET über ganz Österreich verteilt exakt 421.767 Blitze. Damit gab es zwar mehr als doppelt so viele Blitzentladungen wie im Juli des Vorjahres, dieser stellte jedoch mit 173.440 Blitzen die geringste Zahl seit Beginn der modernen Erfassung im Jahr 2010. Der Juli bildet zusammen mit Juni und August üblicherweise die blitzreichste Zeit des Jahres. In den Sommermonaten sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter am besten. Die Sonne erreicht zu dieser Zeit ihren Höchststand, die Luft wird entsprechend aufgeheizt. In Kombination mit feuchter Luft und der Topografie Österreichs entwickeln sich dann zahlreiche Gewitter.

Blitzdichte auf Gemeindebasis im Juli 2019 @ UBIMET
Blitzdichte auf Gemeindebasis im Juli 2019 @ UBIMET

Spitzenreiter Steiermark, Salzburg blitzreichste Stadt Österreichs

Mit exakt 134.917 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit gut 65.000 und Tirol mit etwa 64.000 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es nur 613 Blitze.

Mit rund acht Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark hinsichtlich der Blitzdichte ebenso knapp vorne, gefolgt von Salzburg und Tirol mit rund fünf Blitzen pro Quadratkilometer. Auf Gemeindeebene hat St. Stefan im Rosental (St) die Nase vorne, hier wurden 43 Blitze pro Quadratkilometer registriert.

Die fünf blitzreichsten Bezirke finden sich allesamt in der Steiermark, angeführt vom Bezirk Südoststeiermark mit 17.718 Entladungen. Mit 20,4 Blitzen pro Quadratkilometer war relativ gesehen allerdings die Stadt Salzburg der Spitzenreiter, gefolgt vom Bezirk Südoststeiermark mit 17,5 Blitzen und Leibnitz mit 16,5 Blitzen pro Quadratkilometer.

Gewitterfreie Tage bildeten im Juli die Ausnahme, an insgesamt 26 von 31 Tagen wurde in Österreich zumindest eine Entladung registriert.

Anzahl der Gewittertage im Juli 2019 @ UBIMET
Anzahl der Gewittertage im Juli 2019 @ UBIMET

Stärkster Blitz in Vorarlberg

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurden in Vorarlberg gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 269.000 Ampere am Vormittag des 3. Juli in St. Gallenkirch im Bezirk Bludenz. In kürzester Zeit wurde dabei rund 17.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

 

Blitze nach Bundesland, Anzahl und Blitzdichte

  • Steiermark 134.917 – 8,23 Blitze/km²
  • Niederösterreich 64.800 – 3,38 Blitze/km²
  • Tirol 63.679 – 5,04 Blitze/km²
  • Oberösterreich 53.174 – 4,44 Blitze/km²
  • Kärnten 40.943 – 4,29 Blitze/km²
  • Salzburg 37335 – 5,22 Blitze/km²
  • Burgenland 15.030 – 3,79 Blitze/km²
  • Vorarlberg 11.276 – 4,32 Blitze/km²
  • Wien 613 – 1,48 Blitze/km²
  • Österreich Gesamt 421.767 – 5,03 Blitze/km²

Die fünf stärksten Blitze

  • 269.200 Ampere St. Gallenkirch (V)
  • 243.200 Ampere Stadl-Predlitz(ST)
  • 234.900 Ampere Westendorf (T)
  • 221.000 Ampere Dunkelsteinerwald (NÖ)
  • 218.300 Ampere Egg (V)

Jahr 2019 bisher blitzschwach

Im gesamten Jahr 2019 wurden in Österreich bisher 718.170 Blitze registriert. Dieser Wert liegt deutlich unter der durchschnittlichen Zahl von 973.000 Blitzen, gemessen seit 2010, stellt aber nicht mehr den niedrigsten Wert dar. Im Vergleich dazu wurden in den letzten drei Jahren 2016 bis 2018 zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als eine Million Blitze verzeichnet.

 

Titelbild: Aufgenommener Blitz von unserer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Beginn der Hitzewelle mit erstem Ausrufezeichen

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Heute Montag wurden vielerorts in der Schweiz 30 Grad und mehr gemessen. In der Zentral- und Ostschweiz wurde ein Hitzetag jedoch an den meisten Orten verpasst, dies teilweise nur sehr knapp. So gab es in Luzern und Cham 29.8 Grad, in Egolzwil LU 29.7 Grad und in Lachen SZ sowie in Mosen LU betrug die Höchsttemperatur heute 29.5 Grad. Im Rheintal konnten die 30 Grad nur in Chur erreicht werden.

Höchstwerte der Temperatur am Montag, den 22.07.2019 @ UBIMET, meteonews
Höchstwerte der Temperatur am Montag, den 22.07.2019 @ UBIMET, meteonews

Am heissesten wurde es im Wallis: In Sitten im Rhonetal konnten 34.7 Grad gemessen werden, gefolgt von Visp mit 33.1Grad und Genf mit 32.6 Grad. In Sitten ist dies somit bereits der 6. Hitzetag in Folge!

Morgen Dienstag, am Mittwoch sowie am Donnerstag dürften die Höchstwerte diejenigen von heute übertreffen. Spitzenwerte um 34 bis 36, lokal auch 37 oder gar 38 Grad sind im Bereich des Möglichen. Dies besonders im Raum Genf, imUnteraargau und am Jurasüdfuss, im Wallis im Rhonetal sowie in der Nordwestschweiz im Raum Basel. Die Werte könnten am Mittwoch und Donnerstag den Allzeitrekorden, aufgestellt zumeist in den Rekordsommern 1947, 1983, 2015 und zum Teil im Juni 2019 gefährlich nahe kommen.

 

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Hat der Mond Einfluss auf unser Wetter?

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Zugegeben, ohne Mond würde es auf der Erde ganz anders aussehen: Die Gezeiten entstehen durch die Wirkung der Gravitationskräfte des Mondes und der Sonne auf die Erde. Gegenüber der Sonne ist der Mond zwar ein Winzling, da jedoch die Distanz zwischen Erde und Mond viel geringer ist als zwischen Erde und Sonne, sind die gezeitenerzeugenden Kräfte des Mondes mehr als doppelt so stark wie die der Sonne.

Die Masse macht den Unterschied

Während der Mond also Auswirkungen auf die Weltmeere hat und sogar die Erdkruste um rund 30 cm anhebt, ist ein direkter Zusammenhang zwischen Mondphasen und Wettergeschehen auf der Erde absolut nicht gegeben. Zwar wirkt die Massenanziehung des Mondes auch auf die freie Atmosphäre, während jedoch der Meeresspiegel auf offener See um mehr als einen Meter schwankt, macht sich der Gezeitenunterschied in der deutlich masseärmeren Luft kaum bemerkbar.

Erklärung von Ebbe und Flut @ https://multimar-wattforum.de
Erklärung von Ebbe und Flut @ https://multimar-wattforum.de

Kaum messbare Luftdruckschwankung

Die Dichte der Luft ist um etwa 800 mal geringer als jene von Wasser, damit ist auch der Einfluss der Mondgravitation auf die Lufthülle der Erde etwa 800 mal schwächer als auf die Ozeane. Der Betrag der durch die atmosphärischen Gezeiten bewirkten Luftdruckschwankung ist somit auch geringer als derjenige, der an einem Sommertag allein vom Tagesgang (Aufheizung unter Tag und nächtliche Abkühlung der Luft) bewirkt wird.

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Indirekte Auswirkung

Auch wenn der Mond keinen direkten Einfluss auf das Wetter hat, kurzzeitig und indirekt ist er dann doch beteiligt. So verursacht der Mond Sonnenfinsternisse, in deren Kernschatten die Temperatur je nach Wolkendecke vorübergehend um ein paar Grad absinken kann.

Kein höheres Leben ohne Mond

Durch die Gezeitenkräfte des Mondes wird auch die Erde in ihrer Drehbewegung deutlich abgebremst. Ohne Mond würde ein Tag auf der Erde nur 6 bis 8 Stunden dauern. Durch diese schnellere Drehung käme es so zu schweren Stürmen mit Windgeschwindigkeiten von mehreren 100 km/h. Der Mond stabilisiert auch die Drehachse der Erde, die maßgeblich für die Jahreszeiten verantwortlich ist. Somit wäre ein höheres Leben auf der Erde ohne Mond wohl kaum möglich.

USA: Erster Hurrikan möglich

Offiziell beginnt die atlantische Hurrikansaison am 1. Juni. Bisher war es noch recht ruhig, doch so langsam kommt Bewegung ins Geschehen. Über den Bundesstaaten Alabama und Georgia im Südosten der Vereinigten Staaten hat sich in den letzten Tagen ein schwaches Tief gebildet, gemäß diverser Wettermodelle soll daraus Mitte der Woche ein Gewittercluster hervorgehen und sich nach Süden Richtung Golf von Mexiko verlagern.

 

Meeresoberflächentemperatur @ https://climatereanalyzer.org/
Meeresoberflächentemperatur @ https://climatereanalyzer.org/
Aktuelle Abweichung der Meeresoberflächentemperatur @ https://www.nhc.noaa.gov/
Aktuelle Abweichung der Meeresoberflächentemperatur @ https://www.nhc.noaa.gov/

Das Wasser dort hat die notwendige hohe Temperatur von 25 Grad und mehr, aktuell ist es gar 1 bis 2 Grad wärmer als zu dieser Jahreszeit üblich. Im Ganzen sind die Bedingungen günstig, entsprechend soll sich dieser Gewittercluster bis zum Ende der Woche weiter entwickeln zu einer tropischen Depression.

Was danach passiert, ist noch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Die Weiterentwicklung zu einem ersten Hurrikan ist durchaus möglich. Sehr wahrscheinlich kommt es im gesamten Küstenbereich zu starken Niederschlägen. Nach aktuellem Stand könnte das System als tropischer Sturm am Wochenende etwa auf Höhe von Louisiana mit der Hauptstadt New Orleans auf Land treffen und hier für enorme Regenmengen sorgen.

 

300 km: Superzelle hinterlässt Spur in 4 Ländern

Registrierte Blitze zwischen 11 und 23 Uhr am 08.07.2019, in grau markiert die Spur der genannten Superzelle @ UBIMET, nowcast

Wie an einer Schnur gezogen, bewegte sich eine einzelne Gewitterzelle über eine Strecke von 300 km hinweg vom nordöstlichsten Zipfel Italiens über Slowenien und Kroatien bis nach Bosnien. Es handelte sich um eine so genannte Superzelle (Erklärung hier, schematische Darstellung unten) – in einer Ausprägung und Beständigkeit, wie sie nur selten vorkommt. Sie hinterließ im sprichwörtlichen Seite eine Spur der Verwüstung, denn entlang der Zugbahn wurden aus allen betroffenen Ländern Schäden durch Hagelschlag, Überflutungen und schwere Sturmböen gemeldet. Nachfolgend Eindrücke dazu:

Schematische Seitenansicht einer Superzelle @ https://upload.wikimedia.org
Schematische Seitenansicht einer Superzelle @ https://upload.wikimedia.org

Wie man am Titelbild erahnen kann, hat es auch wieder andere Regionen rund um die nördliche Adria getroffen, u.a. einmal mehr Venedig:

 

Titelbild: Registrierte Blitze zwischen 11 und 23 Uhr am 08.07.2019, in grau markiert die Spur der genannten Superzelle @ UBIMET, nowcast

Klimatologie im Juli

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Gewittrig – niederschlagsreicher Monat

Die hohe Gewittertätigkeit ist dafür verantwortlich, dass der Juli einer der feuchtesten Monate im Alpenraum ist. Die Regenmengen fallen dabei häufig in Form von Schauern und Gewittern, die in kurzer Zeit auch markante Niederschlagsmengen bringen können. Es gibt aber auch Beispiele für sehr trockene Juli-Monate, zuletzt war dies in den Jahren 2013 und 2015 der Fall. Damals hat sich das Azorenhoch bis nach Mitteleuropa erstreckt und war für äußerst stabiles Wetter verantwortlich.

Viele Sonnenstunden

Die meisten Regionen Österreichs schaffen es in einem typischen Juli im Schnitt auf 200 bis 250 Stunden Sonnenschein. Diese Zahlen sind unter anderem auf die Tageslänge zurückzuführen, zudem etabliert sich vor allem in der zweiten Julihälfte oftmals eine beständige Hochdrucklage. Im Alpenraum liegt ab Mitte Juli die Häufigkeit von stabilen Schönwetterlagen bei etwa 30 bis 40 Prozent. Der Juli 2011 hat uns aber gezeigt, dass es auch anders geht. Dieser war geprägt durch eine unbeständige Westwetterlage, wo immer wieder atlantische Frontensysteme den Alpenraum trafen. In diesem Jahr lagen die Sonnenstunden 20 bis 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

 

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Wettersingularität Siebenschläferperiode

Die bekannte Siebenschläferperiode reicht in der Meteorologie von Ende Juni bis Anfang Juli. Etabliert sich während diesen Zeitraums eine stabile Hochdrucklage über Europa, stehen die Chancen gut, dass sie bis weit in den August hinein erhalten bleibt. Das Gleiche gilt allerdings auch umgekehrt, denn häufiger Tiefdruckeinfluss Anfang des Monats hält in vielen Fällen dann auch bis Ende Juli an.

Klimatologie im Juli

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Gewittrig – niederschlagsreicher Monat

Die hohe Gewittertätigkeit ist dafür verantwortlich, dass der Juli einer der feuchtesten Monate in Deutschland ist. Die Regenmengen fallen dabei häufig in Form von Schauern und Gewittern, die in kurzer Zeit auch markante Niederschlagsmengen bringen können. Wie im Juni besteht zudem auch im Juli bei Gewitterlagen manchmal erhöhte Unwettergefahr durch örtlichen Hagel oder schweren Sturm. Es gibt aber auch Beispiele für sehr trockene Juli-Monate, zuletzt war dies landesweit im Jahr 2013 sowie in der Südwesthälfte in 2015 der Fall. Damals hat sich das Azorenhoch bis nach Mitteleuropa erstreckt und war für äußerst stabiles Wetter verantwortlich.

Viele Sonnenstunden

Die meisten Regionen Deutschlands schaffen es in einem typischen Juli im Schnitt auf 200 bis 250 Stunden Sonnenschein. Diese Zahlen sind unter anderem auf die Tageslänge zurückzuführen, zudem etabliert sich vor allem in der zweiten Julihälfte oftmals eine beständige Hochdrucklage. Im Alpenraum liegt beispielsweise ab Mitte Juli die Häufigkeit von stabilen Schönwetterlagen bei etwa 30 bis 40 Prozent. Der Juli 2011 hat aber gezeigt, dass es auch anders geht. Dieser war geprägt durch eine unbeständige Westwetterlage, wo immer wieder atlantische Frontensysteme das Land überquerten. Damals lagen die Sonnenstunden somit 20 bis 40 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

 

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Wettersingularität Siebenschläferperiode

Die bekannte Siebenschläferperiode reicht in der Meteorologie von Ende Juni bis Anfang Juli. Etabliert sich während diesen Zeitraums eine stabile Hochdrucklage über Europa, stehen die Chancen gut, dass sie bis weit in den August hinein erhalten bleibt. Das Gleiche gilt allerdings auch umgekehrt, denn häufiger Tiefdruckeinfluss Anfang des Monats hält in vielen Fällen dann auch bis Ende Juli an.

Venedig & co.: Unwetter in den Urlaubsregionen

Aufnahme des Kreuzfahrtschiffes in Venedig @ Facebook / Davide Ravagnan

Zunächst ein kurzer Rückblick auf Österreich: Vor allem Kärnten hat es gestern erwischt, bereits am Vormittag hatte sich eine kräftige Hagelzelle bei Dellach im Drautal gebildet und ist über die Weißensee-Region bis Hermagor und weiter das Gailtal entlang gezogen. Nachfolgendes Video zeigt, welche Hagelmassen hier vom Himmel gekommen sind. Gewittert hat es vor allem auch von Vorarlberg bis nach Oberösterreich, zu Niederschlag kam es hingegen nahezu im ganzen Land. Die Natur freut sich.

Niederschlagssumme am Sonntag, den 07.07.2019 @ UBIMET
Niederschlagssumme am Sonntag, den 07.07.2019 @ UBIMET

Besonders günstig für die Entwicklung schwerer Gewitter waren die Bedingungen im nördlichen Italien. In Vercelli westlich von Mailand sorgten Hagelschlosse von 6-7 cm für massive Schäden, selbst Dachziegel wurden hier im großen Stile zerstört.

Auch Südtirol oder die Gardaseeregion wurde von Unwettern überquert, hier sorgten vor allem Sturmböen für Schäden:

In Venedig kam es zu einer brenzligen Situation, als ein Kreuzfahrtschiff seitlich von einem Downburst erfasst wurde und außer Kontrolle geriet. Erst im letzten Moment konnte eine Kollision mit dem ‚Festland‘ und anderen Booten vermieden werden.

Weiter ostwärts hat es auch Slowenien und Kroatien erwischt. Anhand des Bildes aus Ptuj sieht man, welch zerstörerische Wirkung eine Kombination aus Hagel und Sturm haben kann. Die Ernte ist hier verloren.

Titelbild: Aufnahme des Kreuzfahrtschiffes in Venedig @ Facebook / Davide Ravagnan

Sonne, Hitze und Gewitter am Züri Fäscht 2019

Freitag heiss und trocken

Zur Eröffnung des Züri Fäscht 2019 morgen Freitag um 17 Uhr herrschen bei praktisch wolkenlosen Verhältnissen und strahlendem Sonnenschein heisse 30 bis 32 Grad. Auch am Abend können die Festbesucher sich über angenehme Temperaturen freuen, so werden etwa um 22 Uhr noch 25 Grad erwartet, um Mitternacht sind es etwa 22 Grad. Erst spät nachts, etwa zwischen 2 und 6 Uhr morgens dürften sich die Temperaturen knapp unter 20 Grad bewegen. Somit herrschen also beispielsweise für das Feuerwerk um 22:30 Uhr ideale Bedingungen.

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Samstag zunehmendes Gewitterrisiko

Der Samstagvormittag startet dann so, wie der Freitag zu Ende ging – mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Bereits gegen 10 Uhr dürfte die Sommermarke von 25 Grad erreicht werden, um die Mittagszeit dürfte die Hitzemarke von 30 Grad fallen. Mit Höchstwerten von bis zu 32 Grad wird der Samstag somit voraussichtlich der heisseste Tag der diesjährigen Ausgabe des Züri Fäscht. Der etwas auffrischende Südwestwind dürfte die Hitze aber etwas angenehmer gestalten. Jetzt kommt aber das grosse ABER ins Spiel: Bereits am frühen Nachmittag steigt das Gewitterrisiko allmählich an, im Verlauf des Nachmittags und vor allem am Abend muss mit teils kräftigen Gewittern gerechnet werden. Diese können von Starkregen, hoher Blitzaktivität, heftigen Windböen oder gar Hagel begleitet sein. Im Gegensatz zum Feuerwerk am Freitagabend könnten die Feuerwerke am Samstag um 22:30 und am Sonntag früh um 01 Uhr also zusätzlich von himmlischem Feuerwerk begleitet werden.

Die Abkühlung durch die Gewitter am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag dürfte sich voraussichtlich aber in Grenzen halten, die Temperaturen sinken in der Nacht auf Sonntag nicht gross unter 20 Grad.

Sonntag unbeständig und deutlich kühler

Der Sonntag bringt dann einen Wechsel aus dichteren Wolken, wiederholten und zum Teil kräftigen und gewittrigen Regengüssen, aber auch trockenen Phasen mit sonnigen Abschnitten. Die Temperaturen befinden sich mit 20 bis 24 Grad in einem angenehmen Bereich.

Bergwetter am Wochenende

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Freitag, 05. Juli 2019

Am Freitag steht ein sommerlicher und überwiegend sonniger Tag bevor. Besonders im östlichen Bergland ziehen zwar zeitweise hochliegende Wolken durch, die Schauer- und Gewitterneigung bleibt aber überall gering und in Summe überwiegt überall der freundliche Eindruck. Der Wind weht mäßig bis lebhaft, vom Dachstein bis zum Schneeberg mitunter auch kräftig aus West bis Nordwest. Die Temperaturen erreichen in 3.000 m Höhe 6 bis 9 Grad, in 2.000 m Höhe liegen die Höchstwerte zwischen 12 Grad am Schneeberg und 17 Grad in Südtirol.

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Samstag, 06. Juli 2019

Am Samstag scheint von Beginn an häufig die Sonne. Im Laufe des Nachmittags bilden sich von Vorarlberg bis zur Weststeiermark allmählich ein paar Quellwolken, vorerst sind aber nur im südlichen Bergland einzelne, kräftige Hitzegewitter zu erwarten. In den Abendstunden wird es dann auch in den Nordalpen vermehrt gewittrig. Der Wind weht lebhaft, auf exponierten Gipfeln der westlichen Nordalpen auch kräftig mit teils stürmischen Böen aus West. Die Höchstwerte liegen in 3.000 m zwischen 8 und 11 Grad, in 2.000 m gibt es 15 bis 19 Grad.

 

Sonntag, 07. Juli 2019

Der Sonntag bringt viele Wolken und vor allem in den Nordalpen ziehen bereits in den Morgenstunden Schauer und teils kräftige Gewitter durch. Im Laufe des Vormittags breiten sich die Gewitter auch auf die Alpensüdseite aus. Der Wind weht besonders in den Nordalpen und in den Hochlagen des Alpenhauptkamms kräftig aus West bis Nordwest, in den Hochlagen zeichnen sich auch stürmische Böen ab. Die Temperaturen gehen etwas zurück und erreichen in 3.000 m 3 bis 7 Grad bzw. in 2.000 m von Nord nach Süd 10 bis 15 Grad.

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Europe couples relaxing and looking to Innsbruck city from Seegrube mountain in sunny day

Bergwetter-Tipp:

An sonnigen Sommertagen kann man sich die Temperatur am höchsten Punkt einer Bergtour leicht selber ausrechnen, so nimmt die Temperatur um 1 Grad pro 100 m Höhendifferenz ab. Dazu benötigt man also nur den prognostizierten Höchstwert im Tal und den Höhenunterschied bis zum höchsten Punkt der Tour. Beispielsweise liegt die Seegrube auf der Nordkette etwa 1.300 m oberhalb von Innsbruck, somit sind die Tageshöchstwerte hier etwa 13 Grad kühler als am Talboden. An diesem Samstag sind in Innsbruck bis zu 34 Grad zu erwarten, auf der Seegrube kann man sich also auf angenehme 21 Grad freuen.

Außergewöhnliche Juni-Hitze: 38, 39, 40 Grad?

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Bereits am gestrigen Dienstag war es ausgesprochen heiß, ein so genannter Tropentag mit mehr als 30 Grad wurde in nahezu ganz Deutschland verzeichnet. Selbst auf den Inseln von Nord- und Ostsee wurde es mit ablandigem Wind außergewöhnlich heiß, auf Norderney zeigte das Thermometer gar 33,5 Grad. Die höchsten Werte wurden im Westen und Südwesten erreicht, verbreitet gab es um oder leicht über 35 Grad. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Hitliste.

Die Nacht auf Mittwoch war entsprechend warm, vielerorts konnte sich die Luft nicht unter die 20 Grad-Marke abkühlen. Besonders schlecht dürften die Menschen im kleinen Ort Barsinghausen-Hohenbostel südwestlich von Hannover geschlafen haben, hier lag die Tiefsttemperatur bei fast unglaublichen 26,2 Grad! Das ist ein Wert, der eigentlich als Höchsttemperatur als Sommertag durchgeht.

Satellitenbild von 11 Uhr sowie eingezeichnet die Höchsttemperaturen für Mittwoch @ ECMWF, UBIMET
Satellitenbild von 11 Uhr sowie eingezeichnet die Höchsttemperaturen für Mittwoch @ ECMWF, UBIMET

Am heutigen Mittwoch erreicht die Hitze ihren vorläufigen Höhepunkt. Um 12:00 Uhr liegen die Werte bei strahlend sonnigen Bedingungen bereits zwischen 33 und 35 Grad im Osten. In Genthin wurden bereits 35,9 Grad erreicht, in Potsdam 35,8 Grad. Damit liegt die aktuelle Temperatur in Potsdam nur noch 0,8 Grad von der seit 1893 jemals im Juni gemessenen Höchsttemperatur entfernt. Vielerorts sind heute neue Stationsrekorde für den Juni zu erwarten.


Lediglich an der Nordsee hat es schon deutlich abgekühlt, hier haben sich zudem tiefe Wolken ausgebreitet. So liegt die Temperatur bspw. auf Norderney nur bei 17 Grad, was gegenüber den gestrigen Werten ein Rückgang um über 16 Grad bedeutet.

Temperaturverlauf Norderney @ UBIMET, DWD
Temperaturverlauf Norderney @ UBIMET, DWD

Beachtet bitte bei derartig hohen Temperaturen die allseits gebrachten Hinweise zur Reduktion von Hitzestress und gesundheitlichen Problemen. Insbesondere in Autos hitzt es sich massiv auf, lasst keine Tiere und Kleinkinder zurück.

Innentemperaturen im Auto nach einer gewissen Zeit @ UBIMET
Innentemperaturen im Auto nach einer gewissen Zeit @ UBIMET

Rekordhitze zur Wochenmitte

Wetterlage mit der Temperatur in 1500 m Höhe am Mittwoch @ UBIMET, NCEP

Nach dem zu kühlen Mai präsentiert sich der Juni bisher wieder deutlich zu warm, rund eine Woche vor Ende des Monats liegt die Abweichung der Temperatur bei rund +3,4 Grad. Und diese Zahl wird sich in den nächsten Tagen noch erhöhen, der Juni geht damit als einer der wärmsten wenn nicht gar als wärmster schlechthin in die Geschichtsbücher ein. Denn die nun anstehende Hitze hat es in sich.

Ein kräftiges Tief etabliert sich über dem Ostatlantik, vorderseitig wird auf direktem Wege Luft aus der Sahara angezapft. Das ist soweit nichts unübliches, doch die Luft ist wirklich außergewöhnlich warm und gelangt ohne Umwege direkt über den westlichen Mittelmeerraum und Frankreich zu uns. Wurden heute nur ganz im Westen des Landes zaghaft 30 Grad erreicht, so steigt das Thermometer morgen am Montag schon verbreitet auf diese Marke. Bis zu 34 Grad sind zu erwarten, an den Küsten bleibt es deutlich kühler.

Höchstwerte am Dienstag, 25.06. @ UBIMET
Höchstwerte am Dienstag, 25.06. @ UBIMET

Am Dienstag wird es zunehmend unangenehm, nahezu überall werden mehr als 30 Grad erreicht. Am heißesten wird es im Westen – vom Oberrheingraben bis ins Ruhrgebiet werden 34 bis 37 Grad erreicht, aber auch vom Thüringer Becken bis nach Berlin muss man sich auf 35 oder 36 Grad einstellen. Und all das bei strahlendem Sonnenschein, kühlende Schauer oder gar Gewitter sind nicht zu erwarten.

Höchstwerte am Mittwoch, 26.06. @ UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch, 26.06. @ UBIMET

Verbreitet über 36 Grad am Mittwoch

Der Mittwoch stellt den Höhepunkt der Hitze dar, unsere Temperaturkarten zeigen dann nur noch pinke Farbtöne. In einem Streifen vom Saarland bis nach Brandenburg zeichnen sich 36 bis 38 Grad ab, lokal sind auch 39 Grad möglich und auch die 40 Grad kann man nach aktuellem Stand nicht ausschließen. Nur im Nordwesten macht sich schon ‚kühlere‘ Luft bemerkbar. Die höchste jemals im Juni in Deutschland gemessene Temperatur beträgt 38,0 Grad und stammt aus Trier aus dem Jahre 1947. Dieser Rekord ist sicherlich in Gefahr. Nahezu sicher erscheint derweil, dass an vielen Wetterstationen dortige bisherige Höchstwerte überschritten werden.

Höchstwerte am Donnerstag, 27.06. @ UBIMET
Höchstwerte am Donnerstag, 27.06. @ UBIMET

Vorübergehende Abkühlung ab Donnerstag

Zum Donnerstag hin kommen die kühleren, jedoch normal temperierten Luftmassen weiter nach Süden voran. Bis inklusive Samstag zeichnen sich übliche Sommertemperaturen ab, mit Ausnahme des Südwestens, wo es heiß bleibt. Was danach passiert, ist naturgemäß noch mit Unsicherheiten behaftet. Doch schon jetzt deutet sich eine Rückkehr der enormen Hitze ab Sonntag an.

 

Ausgeprägte Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/flensburg

Leuchtende Nachtwolken (auch „NLC “ von engl. noctilucent clouds) sind weißlich bis bläulich leuchtende Wolken, welche sich deutlich vom fast dunklen Himmel am Ende der langen Dämmerung im Sommer abheben. Während sich alle anderen Wolken nur bis in 10 oder vereinzelt 15 km Höhe erstrecken, befinden sich Leuchtende Nachtwolken in einer Höhe von 80 bis 85 km. Die Sonne sinkt in Mitteleuropa im Sommer nur langsam und nicht allzuweit unter den Nordwesthorizont. Damit bescheint die Sonne auch lange nach Sonnenuntergang von schräg unten diese Wolken, wobei der Himmel gleichzeitig schon dunkel ist.

Etwa von Mitte Mai bis Mitte August lassen sich die Leuchtenden Nachtwolken beobachten, am häufigsten treten sie im Juni und Juli auf. Um sie zu sehen, braucht man einen möglichst freien Blick nach Norden bis Nordwesten, eine einigermaßen dunkle Umgebung und einen ansonsten weitgehend wolkenlosen Himmel. Sie lassen sich etwa ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang und ebenso vor Sonnenaufgang beobachten. Allerdings sind sie bei weitem nicht in jeder klaren Nacht zu sehen, da es in großen Höhen nur selten Wolken gibt. An klaren Sommerabenden lohnt es sich aber immer wieder einen Blick in Richtung Nordwesten zu werfen.

Entstehung

Leuchtende Nachtwolken bestehen, ähnlich wie Cirruswolken, aus Eiskristallen. Sie bilden sich am Oberrand der Mesosphäre, so nennt man die Atmosphärenschicht in 50 bis 80 km Höhe, diese befindet sich oberhalb der bekannteren Stratosphäre. Dort kann die Temperatur gelegentlich von den üblichen -85 Grad bis auf -140 Grad absinken, nur dann ist es für die Bildung von Leuchtenden Nachtwolken kalt genug. Die zur Bildung der Eiskristalle nötigen Staubpartikel stammen hauptsächlich aus den Resten verglühter Sternschnuppen.

Titelbild: Leuchtende Nachtwolken aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/flensburg

Bergwetter am Wochenende: Ausgesprochen warm, ab Samstag Gewitter

Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/

Freitag, 14. Juni 2019

Der Freitag zeigt sich von seiner hochsommerlichen Seite. Nach Auflösung lokaler Restwolken scheint oft die Sonne. Mit der Höhenströmung gelangt vermehrt Saharastaub zu den Alpen und besonders im Westen trüben dadurch einige mittelhohe Wolken die Sonne, nach Osten zu ist der Himmel meist wolkenlos. Die Gewittergefahr ist allgemein sehr gering. Die südliche Strömung verstärkt sich etwas, daher weht auf den Bergen zunehmend stürmischer Südwind und auch in den Tälern nördlich des Alpenhauptkamms greift der föhnige Südwind mit teils stürmischen Böen durch. Die Temperaturen erreichen in 3.000 m Höhe ausgesprochen warme 10 bis 12 Grad, in 2.000 m Höhe werden 20 bis 23 Grad erreicht.

Samstag, 15. Juni 2019

Auch am Samstag scheint wieder verbreitet von Beginn an die Sonne, nur lockere Wolken ziehen vorüber. Während die Hitzewelle im Osten ihren Höhepunkt erreicht und sich bildende Quellwolken hier auch harmlos bleiben sollten, wird es im westlichen Bergland unbeständiger. Bereits im Laufe des Vormittags türmen sich hier größere Wolkentürme auf und von Vorarlberg bis nach Salzburg muss man entlang der Nordalpen am Nachmittag auf Schauer und teils kräftige Gewitter gefasst sein. Später sind einzelne Wärmegewitter auch im Toten Gebirge und entlang der Hohen Tauern sowie in Südtirol möglich. Der Wind weht weiterhin kräftig aus Süd und dreht mit den Gewittern entlang der Nordalpen auf West bis Nordwest. Von West nach Ost werden in 3.000 m Höhe 7 bis 11 Grad erreicht, in 2.000 m Höhe 14 bis 22 Grad.

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Sonnenaufgang im Gebirge @ https://stock.adobe.com

Sonntag, 16. Juni 2019

Der Sonntag beginnt an der Alpennordseite bewölkt und bereits in der Früh gehen hier auch Schauer nieder, sonst startet der Tag noch recht sonnig. Ab den späten Vormittag breiten sich teils kräftige Regenschauer und Gewitter auf das südliche Bergland aus, vereinzelt sind sie auch im Flachland möglich. An der Alpennordseite überwiegen weiterhin die Wolken. Der Wind dreht überall auf Nord, weht aber nicht mehr so kräftig wie zuletzt. Mit ihm wird weniger warme Luft herangeführt, die Temperatur liegt auf 3.000 m Höhe zwischen 4 und 7 Grad, auf 2.000 m Höhe werden nur noch maximal 12 bis 16 Grad erreicht.

Bergwetter-Tipp:

Am Samstag erleben wir auf den Gipfeln der Ostalpen den frühesten Sonnenaufgang des Jahres. Auf dem Schneeberg zeigen sich um kurz vor 5 Uhr in der Früh die ersten Sonnenstrahlen, auf dem Piz Buin in Vorarlberg erst 25 Minuten später. Dafür scheint in den westlichen Gebirgsgruppen abends die Sonne um knapp eine halbe Stunde länger. Insgesamt stehen den Bergsportlern zumindest theoretisch rund 16 Stunden Tageslicht zur Verfügung. Aus astronomischer Sicht steht ausgedehnten Touren also nichts im Wege.

 

Titelbild: Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/

Möglicher Tornado in Bocholt, NRW

Schadensaufnahme @ WTINFO Tornado Research Project https://www.facebook.com/WTINFO

Es war kurz vor 23 Uhr, als in Bocholt am westlichen Horizont Blitze im Sekundentakt zuckten. Auf dem Weg nach Nordosten schwächten sich die Gewitter zwar tendenziell ab, vorlaufend entwickelten sich jedoch genau über der Stadt neue Schauer und ein Gewitter. Es war nicht sehr lange am Leben und brachte auch nur relativ wenige Blitze hervor, für kurze Zeit entwickelte es sich aber rasant und aufgrund der gegebenen nahezu optimalen Windbedingungen in verschiedenen Höhen konnte sich nach aktuellem Stand ein Tornado bilden.

Radarbild von 23:10 Uhr @ DWD, UBIMET
Radarbild von 23:10 Uhr @ DWD, UBIMET

In einer bewohnten Straße kam es zu einigen Schäden, wie die nachfolgenden Bilder belegen. Selbst ein Auto wurde aufs Dach gelegt. Eine detailierte Schadenanalyse wurde vor Ort bereits durchgeführt. Aufgrund dieser kann ein anderes meteorologisches Phänomen wie ein Downburst ausgeschlossen werden, ein Tornado der Stärke F2 erscheint am wahrscheinlichsten.


Auch heute Abend und in der Nacht auf Donnerstag wird es im äußersten Westen wieder turbulent zugehen. Über Südfrankreich entwickelt sich ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet und zieht in den Abend- und Nachtstunden über die Westhälfte Deutschlands hinweg nach Norden. Dabei zeichnen sich im äußersten Westen kräftige Gewitter samt Hagel und Sturmböen ab. Auch ein Tornado kann dabei nicht ausgeschlossen werden.

 

Titelbild: Schadensaufnahme @ WTINFO Tornado Research Project https://www.facebook.com/WTINFO

Ruhiges Sommerwetter zu Pfingsten

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Gewitter am Donnerstag, kühler am Samstag

Aktuell präsentiert sich das Wetter im Alpenraum zwar sommerlich temperiert, jedoch teils unbeständig. Das Zusammenspiel aus einem Höhentief über dem Balkan und einem zweiten Tief über Deutschland hat am Donnerstag besonders östlich von Salzburg teils kräftige Gewitter zur Folge. Am Freitag beruhigt sich das Wetter bereits wieder, der Luftdruck steigt an und nach Restwolken setzt sich überall die Sonne durch. Eine schwache Kaltfront bringt der Alpennordseite über Nacht wieder dichte Wolken, welche auch am Samstag nur langsam weichen. Entsprechend bleibt es hier tagsüber etwas kühler als zuletzt, im Süden und Osten setzt sich jedoch das sonnige und warme Wetter fort.

Pfingstfeiertage mit viel Sonne und meist trocken

Am Pfingstsonntag liegt ein Hochdruckgebiet genau über Mitteleuropa und mit einer südlichen Strömung wird wieder wärmere Luft herangeführt. Der Tag startet bereits mit viel Sonnenschein, nur in Kärnten und in der Obersteiermark halten sich zu Beginn noch teils dichte Wolken, aus denen aber nur vereinzelt ein paar Tropfen fallen. Später bilden sich im ganzen Land Quellwolken, damit stellt sich ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein. Dazu bleibt es weitgehend trocken, nur über den Bergen im Westen entstehen am Nachmittag vereinzelt Wärmegewitter. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Südost, dazu liegen die Höchstwerte recht einheitlich bei 25 bis 30 Grad.

Sonnenscheindauer Pfingstsonntag in Stunden @ UBIMET
Sonnenscheindauer Pfingstsonntag in Stunden @ UBIMET

Am Pfingstmontag ändert sich nicht viel am Wettergeschehen. Viel Sonnenschein steht am Programm, meist bleiben tagsüber entstehende Quellwolken harmlos. Nur über den Bergen von Vorarlberg bis in die Obersteiermark sowie im Mühl- und Waldviertel sind am Nachmittag und Abend vermehrt Schauer und Gewitter zu erwarten. Der Südostwind nimmt etwas an Stärke zu, mit ihm erwärmt sich die Luft auf 26 bis 32 Grad.

Höchsttemperaturen Pfingstmontag @ UBIMET
Höchsttemperaturen Pfingstmontag @ UBIMET

Nächste Woche bis zu 35 Grad

Und dieser Trend setzt sich sich auch nach Pfingsten fort. Gewitter beschränken sich vor allem aufs westliche Bergland, dazu wird es noch heißer. Die südliche Strömung hält an, damit werden in tiefen Lagen wiederholt Temperaturen um oder über 30 Grad erreicht. Entlang der Donau sowie im Osten des Landes deuten sich auch Höchstwerte bis 35 Grad an.

Wetterlage/Temperatur in 1500 m Höhe am Mittwoch @ UBIMET, ECMWF
Wetterlage/Temperatur in 1500 m Höhe am Mittwoch @ UBIMET, ECMWF

 

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Cumulus – Die Wolke

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Entstehung

Cumuluswolken entstehen meist bei freundlichem Wetter, wenn die Sonne die bodennahen Schichten erwärmen kann und somit Luftblasen aufsteigen, die bei Abkühlung kondensieren und dadurch sichtbar werden. Da das Höhenniveau, in dem die Bedingungen für Kondensation erreicht werden, nicht stark in der Fläche variiert, ist zum einen die Unterseite der einzelnen Cumuluswolken relativ glatt und zum anderen in einer vergleichbaren Höhe.

Bilden sich Cumuluswolken bereits am frühen Morgen, können sie als Indiz für spätere Gewitter angesehen werden.

Cumulus humilis @ https://stock.adobe.com
Cumulus humilis @ https://stock.adobe.com

Aufbau und Unterarten

Über der glatten und grauen Unterseite wölben sich schneeweiße „Blumenkohlköpfe“ auf, die eine meist bauschige Form aufweisen. Je nach Feuchtegehalt der Atmosphäre befindet sich der Beginn der Wolke in wenigen hundert Metern Höhe, während die Oberkante der Wolken bis zu zwei Kilometer hoch hinaufwächst (Ausnahme Cumulus congestus, siehe unten), sich dann aber immer noch im unteren Teil der Atmosphäre befindet. Aufgrund ihrer niedrigen Höhe sind Cumuli reine Wasserwolken, haben also keinen Eisanteil. Je nach Höhe der Wolke werden die Cumulus-Wolken in vier Unterarten aufgeteilt.

Cumulus mediocris @ https://stock.adobe.com
Cumulus mediocris @ https://stock.adobe.com

Cumulus fractus (lateinisch für zerbrochen): Durch starken Wind auseinandergerisse Haufenwolken, sichtbar als Wolkenfetzen.

Cumulus humilis: Sind die kleinsten Vertreter ihrer Gattung mit einer Höhe bis zu einem Kilometer. Werden auch als „Schönwetterwolken“ bezeichnet.

Cumulus mediocris: Mittelhohe Haufwolken bis zu einer Höhe von 1,2 Kilometer, werden auch noch als „Schönwetterwolken“ bezeichnet.

Cumulus congestus: Nach der Haufenwolke das nächste Stadium mit bis zu 6 km Höhe, sind meist höher als breit und stehen für starke Aufwinde, bringen Schauer und teils kräftige Windböen.

Cumulus congestus @ https://stock.adobe.com
Cumulus congestus @ https://stock.adobe.com

Hagelvergleich Bochum und Rumänien

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Während die Gewitter in Deutschland auf der Rückseite tiefen Luftdrucks in einer relativ energiearmen, dafür jedoch höhenkalten und gut gescherten Luft entstanden, befand sich Osteuropa noch auf der Vorderseite der Tiefs in einer südlichen Strömung. Hier wurde sehr energiereiche warme Luft nach Norden geführt, entsprechend konnten sich die entstandenen Gewitter höher auftürmen und zudem dank ebenso guter Windscherung größeren Hagel bilden. Nachfolgend eindrucksvolle Videos zum Bochumer Fall und zu einem Gewitter in Zalau im Nordwesten Rumäniens:

 

 


 

 

Mairegen bringt Segen – Warum?

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Jetzt steigt der Wasserbedarf

Im Winter verdunstet nur wenig Wasser, somit sind auch im zeitigen Frühjahr die Böden durch Wasser aus Regen und Schnee meist feucht. Mit steigendem Sonnenstand kann jedoch täglich immer mehr Wasser verdunsten, das dann durch ausreichende Niederschläge nachgeliefert werden muss. Zudem beginnen die Pflanzen zu wachsen und bilden Blätter, über die weiteres Wasser verdunstet. Daher ist nun für gutes Pflanzenwachstum häufiger Regen besonders wichtig. Das widerspricht zwar dem Bild vom Wonnemonat Mai mit Sonnenschein und bestem Outdoor-Wetter, aber neben Landwirten wissen besonders Gartenbesitzer um die Wichtigkeit des Regens.

Feuchtes Klima

In Mitteleuropa herrscht in den meisten Jahren gutes Wachstums-Wetter, denn im Laufe des Frühlings nehmen die Regenmengen im Mittel deutlich zu, um im Sommer ihr Maximum zu erreichen. Damit wird die mit dem Sonnenstand ansteigende Verdunstung ausgeglichen, als Folge davon haben wir dichte grüne Wälder und intensive und ertragreiche landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings kann es auch zu viel des Guten geben: Hin und wieder kommt es im Spätfrühling oder Frühsommer zu anhaltendem, starkem Regen und in weiterer Folge zu Hochwasser. Zuletzt war das Ende Mai / Anfang Juni 2013 der Fall.

Mai 2019: Deutlich zu kalt und zu nass

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War der Mai des Vorjahres noch der wärmste seit 150 Jahren, so zeigte sich der diesjährige Mai im Vergleich um ganze 5 Grad kälter. Letztlich fällt er um etwa 2,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel zu kalt aus. Beachtlich war die Abweichung vor allem in höheren Lagen, aber auch im Flachland war es im Schnitt um 2 Grad zu kalt. Vielerorts wurde kein einziges Mal die 25-Grad-Marke erreicht, so auch in 5 von 9 Landeshauptstädten. Zu einem so genannten Sommertag kam es beispielsweise in Innsbruck nur ein einziges Mal, normal wären hier 7 Sommertage im Mai. Mit einem Höchstwert von 27,0 Grad in Hermagor blieb die höchste in Österreich gemessene Temperatur zudem weit von der 30-Grad-Marke entfernt. Als Ursache für diese Bilanz kann die sich wiederholende Lage von Hoch- und Tiefdruckgebieten über Europa angesehen werden. Mehrmals baute sich hoher Luftdruck über dem Ostatlantik auf, weshalb sich Tiefs auf Mittel- und Osteuropa konzentrierten. Dazwischen hatte dies mehrmals Nordströmungen zur Folge, welche dem Alpenraum Kaltluft aus polaren Breiten brachten.

Niederschlagssumme Mai 2019 @ UBIMET
Niederschlagssumme Mai 2019 @ UBIMET

Teilweise doppelte Regenmenge

Nach den zuletzt häufig zu trockenen Monaten weist der Mai 2019 auch diesbezüglich eine gegensätzliche Entwicklung auf. Nahezu im ganzen Land fiel in Summe mehr Niederschlag als üblich. Entlang der Alpennordseite von Vorarlberg bis ins Nordburgenland regnete es im Schnitt 150 bis 200% der normalen Menge, bspw. fiel in Innsbruck, Salzburg und Wien etwa doppelt so viel Regen wie üblich. Besonders der Starkregen am 20. und 21.05.2019 sticht heraus, als am Bodensee und im Bregenzerwald um 200 l/m² innerhalb von zwei Tagen registriert wurden. Hier handelte es sich teilweise um das stärkste Regenereignis seit mindestens 20 Jahren. Dies hat auch zur Folge, dass Alberschwende mit aktuell 400 l/m² die Hitliste in Österreich anführt. Minimal zu trocken war es diesen Monat nur in einem Streifen von Oberkärnten bis zur Buckligen Welt. Aber auch hier fällt aktuell und in den verbleibenden Maitagen noch etwas Regen, die Regenmengen werden sich also landesweit noch etwas anpassen.

Tage mit Niederschlag > 1 l/m² @ UBIMET
Tage mit Niederschlag > 1 l/m² @ UBIMET

Das kühle und nasse Wetter im Mai schlägt sich auch bei den Schneemengen in den Bergen nieder. Am Hahnenkamm bei Reutte liegen aktuell noch immer 75 cm, so viel wie noch nie seit Messbeginn 1986 zu dieser Jahreszeit. Auch abseits der Nordstaulagen liegt noch deutlich mehr Schnee als üblich: Im Kühtai auf 2000 m beispielsweise noch immer 50 cm statt der 10 cm wie im langjährigen Mittel Ende Mai.

Weniger Sonne als üblich

Die logische Konsequenz aus zu kühler Luft und zu viel Niederschlag ist ein Sonnenscheindefizit. Und auch dieses weist der Mai 2019 auf, landesweit wurden bis heute gerade einmal 50 bis 70% der üblichen Sonnenscheindauer erreicht. Zwar zeigt sich die Sonne in den nächsten Tagen wieder häufiger, an der Bilanz wird dies aber nicht mehr viel ändern.

Maximale Windböen Mai 2019 @ UBIMET
Maximale Windböen Mai 2019 @ UBIMET
Blitzdichte Mai 2019 @ UBIMET
Blitzdichte Mai 2019 @ UBIMET

Extremwerte Mai 2019 (Bundesland, Tag des Auftretens); Stand 29.05., 10:00 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 27,0 Grad Hermagor (K, 24.)
  • 26,6 Grad Hartberg (ST, 26.)
  • 26,5 Grad Lienz (T, 24.)

Tiefste Temperaturen

  • -8,8 Grad Obergurgl (T, 7.)
  • -8,2 Grad Galtür (T, 7.)
  • -6,8 Grad St. Jakob /Defereggen (T, 7.)

Nasseste bewohnte Orte

  • 400 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 394 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 306 Liter pro Quadratmeter Bregenz (V)

Trockenste bewohnte Orte

  • 57 Liter pro Quadratmeter Hartberg (ST), Obervellach (K)
  • 59 Liter pro Quadratmeter Leoben (ST)
  • 60 Liter pro Quadratmeter Sekau (ST)

Absolut sonnigster bzw. trübster, bewohnter Ort

  • 167 Sonnenstunden, Mattsee (S)
  • 76 Sonnenstunden, St. Leonhard / Pitztal (T)

Relativ sonnigster bzw. trübster, bewohnter Ort

  • 74 % Millstatt (K)
  • 44 % Mönichkirchen (NÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 101 km/h Fischbach (ST, 12.)
  • 97 km/h St. Radegund (ST, 13.)
  • 94 km/h Kleinzicken (B, 13.), Friesach (K, 12.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 115 km/h Patscherkofel (T, 8.)
  • 115 km/h Rax (NÖ, 12.)
  • 97 km/h Feuerkogel (OÖ, 9.)

Neuerlich kräftiger Regen an Alpennordseite

Über 48 Stunden aufsummierte Regenmenge bis Mittwochvormittag @ UBIMET

Die milde und sonnige Witterung der vergangenen Tage war eine willkommene Abwechslung zum bislang verregneten und kühlen Mai. Doch damit ist es nun auch wieder vorbei. Durch eine Kombination aus einem Mittelmeer- und einem Skandinavientief deuten sich ab Montagmittag insbesondere in den zuletzt betroffenen Regionen an der Alpennordseite von Vorarlberg bis nach Oberösterreich wieder ergiebige Regenmengen an. Hier sind bis Mittwoch gebietsweise um 50 l/m², lokal auch bis zu 100 l/m² zu erwarten. Aber auch im Süden regnet es vorübergehend kräftig, vor allem von Dienstag auf Mittwoch.

Neue Woche, neuer Regen. Die Details:

Der Montag beginnt bereits in weiten Teilen des Landes mit Wolken, im Süden und Südosten regnet es in der Früh schon ein wenig. Nördlich der Alpen scheint zunächst noch die Sonne, aber auch hier trübt es sich bis zum Nachmittag ein. Im Tagesverlauf bilden sich nahezu überall Schauer, am Abend kommt auch im Norden Regen auf. Zunehmend kräftig fällt der Regen später von Vorarlberg bis Oberösterreich aus. Der Wind weht schwach aus südöstlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen von Süd nach Nord 15 bis 26 Grad.

Animation der Wetterlage
Wetterlage am Montag und Dienstag. Quelle: ECMWF

Der Dienstag startet im Westen stark bewölkt und hier regnet es nach wie vor, zeitweise auch kräftig. Östlich von Salzburg scheint zunächst noch vorübergehend die Sonne, bereits im Laufe des Vormittags bilden sich aber auch hier und im Süden verbreitet Schauer und Gewitter. Sie können besonders östlich einer Linie St. Pölten – Graz kräftig ausfallen. Im Donauraum frischt teils lebhafter Westwind auf und die Temperaturen erreichen maximal 11 bis 22 Grad, mit den tiefsten Werten im Dauerregen im Westen und den höchsten Werten vor Aufzug der Gewitter im äußersten Osten.

Am Mittwoch ist es von der Früh weg im ganzen Land dicht bewölkt und regnerisch, auch tagsüber zeigt sich kaum die Sonne. Kräftig fällt der Regen anfangs noch in den Nordalpen aus, Schnee fällt etwa bis auf 1500 m, aber auch in Osttirol und Kärnten regnet es aus der Nacht heraus zunächst ergiebig. Zum Nachmittag hin lässt die Intensität überall nach. Nördlich der Alpen weht weiterhin lebhafter West- bis Nordwestwind. Es bleibt deutlich kühler als zuletzt, die Höchstwerte liegen nur zwischen 9 Grad im Bregenzerwald und 16 Grad in der Südsteiermark.

Am Donnerstag bessert sich das Wetter wieder. Letzter Regen an der Alpennordseite klingt im Tagesverlauf ab, am Nachmittag sind hier nur noch einzelne Schauer zu erwarten. Sonst bleibt es trocken und die Wolken lockern von Westen her auf, die zweite Tageshälfte verläuft gebietsweise freundlich. Bei lebhaftem Nordwestwind wird es wieder wärmer, maximal werden 15 bis 23 Grad erreicht.

 

Titelbild: Über 48 Stunden aufsummierte Regenmenge bis Mittwochvormittag @ UBIMET

Starkregen: Über 200 l/m² in Vorarlberg

Seit Sonntagabend geht es von Vorarlberg bis nach Oberösterreich ausgesprochen nass zu. Handelte es sich anfangs nur um Schauer und Gewitter, so regnet es seit der Nacht auf Montag ohne Pausen durch, meist auch mit starker Intensität. Insbesondere das Ländle ist betroffen, hier wurden seitdem dreistellige Regenmengen gemessen. Entsprechend kam es stellenweise zu Überflutungen und Hangrutschungen.

Um 19:00 Uhr am Dienstagabend bilanziert Alberschwende in Summe bei 210 l/m², selbst in der Landeshauptstadt Bregenz sind es bis dato 195 l/m². Nachfolgend die aktuelle Hitliste der gemessenen Werte über 48 Stunden:

  • 210 l/m² Alberschwende, VA
  • 199 l/m² Sulzberg, VA
  • 195 l/m² Bregenz, VA
  • 153 l/m² Dornbirn, VA
  • 127 l/m² Schoppernau, VA

Aber auch in Tirol wurde die 100 l/m²-Marke stellenweise überschritten (bspw. 112 l/m² in Kössen und 110 l/m² in Tannheim), in Salzburg und Oberösterreich wurden mehrfach um 50 l/m² gemessen.

Aktuell am Dienstagabend liegen die stündlichen Regenmengen noch bei 2-3 l/m² in Vorarlberg und 1 l/m² weiter ostwärts. In dieser Stärke geht es noch bis Mittwochvormittag weiter, bevor sich von Westen hoher Luftdruck durchsetzt und der Regen abklingt. In Summe sind entlang der Alpennordseite über Nacht noch etwa 15-30 l/m² zu erwarten, in Staulagen Vorarlbergs stellenweise auch mehr.

Nachfolgend die analysierten Regenmengen für Montag und Dienstag (bis 18:30 Uhr):

Analysierte Regenmenge Montag @ UBIMET
Analysierte Regenmenge Montag @ UBIMET
Analysierte Regenmenge Dienstag @ UBIMET
Analysierte Regenmenge Dienstag @ UBIMET

 

Titelbild @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/lofer/

Wenn alpine Passstraßen von meterhohem Schnee befreit werden

https://www.facebook.com/grossglocknerstrasse

In den Alpen war der Winter 2018/19 ein sehr schneereicher. Selbst in den vergangenen Wochen haben Kaltluftvorstöße in Hochlagen wiederholt für Neuschnee gesorgt, so dass aktuell wirklich außergewöhnliche Schneemassen zu verzeichnen sind. Mitarbeitern der diversen Passstraßen macht das zu schaffen, müssen sie diese doch gerade sommerfit machen.

Seit Jänner liegt überdurschnittlich viel Schnee in den Nordalpen
Seit Jänner liegt überdurchschnittlich viel Schnee in den Nordalpen. © Land Tirol

Bis zu 10 Meter Schnee

Bis zu 10 m hoch türmt sich der Schnee auf. Durch den Wind im Gebirge wird der Schnee hier entsprechend verfrachtet und sammelt sich in Mulden und Rinnen an. So kommt es, dass sich die Rotationspflüge teilweise erst schichtweise nach unten kämpfen müssen um überhaupt die Straße zu erreichen, wie das nachfolgende Bild eindrucksvoll zeigt.


An der Großglockner Hochalpenstraße fand der Durchstich erst am 08. Mai statt, also rund zwei Wochen später als letztes Jahr. Heute wurde die Straße schließlich für den Verkehr frei gegeben.

Hochalpenstraße
Die Wallack-Rotations-Schneefräse im Einsatz. © Großglockner Hochalpenstraße

Ähnliche Bilder gibt es derzeit auch in der Schweiz und in Italien. Hier werden in diesen Wochen etwa der Gotthardpass und das Stilfser Joch vom Schnee befreit.

 

Titelbild © https://www.facebook.com/grossglocknerstrasse/

Die Eisheiligen kommen

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Kalte Gefährten

Den Ursprung der Eisheiligen nimmt man im Mittelalter an, als die gläubige, vorwiegend bäuerliche Bevölkerung von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen war. Die Ehrfurcht vor diesem Witterungsphänomen hat die Menschen dazu veranlasst, die Gedenktage Heiligen und Märtyrern zuzuordnen. Je nach Region sind das drei bis fünf Eisheilige:

Mamertus, Bischof von Vienne – 11. Mai (nur Norddeutschland)
Pankratius, frühchristlicher Märtyrer – 12. Mai
Servatius, Bischof von Tongeren – 13. Mai
Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer – 14. Mai
Sophia „Kalte Sophie“, frühchristliche Märtyrerin – 15. Mai

Die Statistik

Frost im Mai und somit auch zu den Eisheiligen ist in den tiefen Lagen generell recht selten . Deutlich häufiger sind späte Fröste allerdings in höher gelegenen Alpentälern. In diesen Regionen ist sogar Anfang Juni noch leichter Morgenfrost möglich. Die Eisheiligen sind aus meteorologischer Sicht eine sogenannte Singularität, ein Ereignis, welches wiederholt auftritt. In den vergangen 50 Jahren gab es vor allem zwischen dem 20. und dem 25. Mai immer wieder größere Kaltlufteinbrüche . Das ist vor allem bemerkenswert, da der Zeitraum der Eisheiligen ursprünglich aus der Zeit des Julianischen Kalenders stammt. Bei der gregorianischen Kalenderreform im 16. Jahrhundert blieben die Tage allerdings unverändert. Genau genommen sind somit die Eisheiligen in Wirklichkeit erst zwischen dem 19. und dem 23. Mai, also eine gute Woche später.

Die Klimaveränderung macht allerdings auch vor den Eisheiligen nicht Halt: Zuletzt sind sie oft ganz ausgeblieben. Häufig verhielt sich das Wetter sogar umgekehrt, wodurch sich bei manchen der Begriff „Schweißheiligen“ entwickelt hat, da zu dieser Zeit häufig die ersten Sommertage mit bis zu 30 Grad aufgetreten sind.

Temperatur in 1500 m Höhe am Sonntag, 12.05.2019 @ UBIMET, NCEP
Temperatur in 1500 m Höhe am Sonntag, 12.05.2019 @ UBIMET, NCEP

Und dieses Jahr?

Pünktlich zu Pankratius, dem ersten Tag der Eisheiligen und damit ausgerechnet zum Muttertag hat ein den samstäglichen Gewittern nachfolgender Kaltluftvorstoß schließlich das ganze Land erreicht. Mit Höchstwerten von nur noch 5 bis 15 Grad liegen die Temperaturen durchschnittlich um 10 Grad niedriger als zuvor. Dazu fällt aus dichten Wolken zeitweise Regen und der Wind weht kräftig bis stürmisch aus Nordwest. Schnee ist bereits oberhalb von etwa 1000 m wieder ein Thema.

Die Eisheiligen erstrecken sich bis zur Kalten Sophie am 15. Mai, den Mittwoch. Und nach aktuellem Stand bleibt das Wetter auch ziemlich genau bis dahin wechselhaft und für die Jahreszeit zu kühl. Beständiges Hochdruckwetter in Verbindung mit frühsommerlichen Temperaturen ist vorerst also nicht in Sicht.

 

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Erste Hitzewelle in Spanien und Portugal

Wetterlage zum Muttertag mit der Temperatur in 1500 m Höhe @ UBIMET, NCEP

Immer, wenn in Mitteleuropa ungewöhnlich warme oder kalte Luft weit aus südlichen bzw. nördlichen Breiten herangeführt wird, muss es irgendwo daneben eine ausgleichende Luftströmung geben, die entsprechend in die umgekehrte Richtung führt. Denn zum Einen ist die Natur immer bestrebt Gegensätze auszugleichen, zum Anderen drehen sich Druckgebilde und haben eben zwei verschieden temperierte Seiten.

Höchsttemperaturen Dienstag, 14.05.2019 @ UBIMET
Höchsttemperaturen Dienstag, 14.05.2019 @ UBIMET

Als Folge des Kaltluftvorstoßes am Sonntag baut sich über Westeuropa ein Hochdruckgebiet auf, sein Zentrum liegt etwa bis Mittwoch über den Britischen Inseln. Da sich die Luft beim Hoch im Gegenuhrzeigersinn dreht, wird an dessen Südflanke tropische Luft direkt aus der Sahara angezapft und bis Südspanien und Portugal geführt. Zwar kommt das in diesen Regionen auch im Mai immer wieder mal vor, doch hat es meist nur Temperaturen bis zu 30 Grad zur Folge. Dieses Mal ist die Luft ausgesprochen heiß und liegt über mehrere Tage hinweg beständig etwa 10 Grad über dem Mittel.

https://stock.adobe.com
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Werden am Sonntag bei uns im Schnitt gerade einmal etwa 10 Grad erreicht, so steigt das Thermometer in Sevilla auf 34 Grad, in Cordoba werden 36 Grad erwartet. Am Dienstag sind hier sogar 37 Grad möglich, gebietsweise wird es zwischen 32 und 35 Grad heiß. Erst ab Mittwoch geht die Hitze wieder auf normale Werte zurück.

 

Titelbild: Wetterlage zum Muttertag mit der Temperatur in 1500 m Höhe @ UBIMET, NCEP

Eisheilige stehen bevor

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Kalte Gefährten

Den Ursprung der Eisheiligen nimmt man im Mittelalter an, als die gläubige, vorwiegend bäuerliche Bevölkerung von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen war. Die Ehrfurcht vor diesem Witterungsphänomen hat die Menschen dazu veranlasst, die Gedenktage Heiligen und Märtyrern zuzuordnen. Je nach Region sind das drei bis fünf Eisheilige:

Mamertus, Bischof von Vienne – 11. Mai (nur Norddeutschland)
Pankratius, frühchristlicher Märtyrer – 12. Mai
Servatius, Bischof von Tongeren – 13. Mai
Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer – 14. Mai
Sophia „Kalte Sophie“, frühchristliche Märtyrerin – 15. Mai

Die Statistik

Frost im Mai und somit auch zu den Eisheiligen ist in den tiefen Lagen generell recht selten . Deutlich häufiger sind späte Fröste allerdings in höher gelegenen Alpentälern. In diesen Regionen ist sogar Anfang Juni noch leichter Morgenfrost möglich. Die Eisheiligen sind aus meteorologischer Sicht eine sogenannte Singularität, ein Ereignis, welches wiederholt auftritt. In den vergangen 50 Jahren gab es vor allem zwischen dem 20. und dem 25. Mai immer wieder größere Kaltlufteinbrüche . Das ist vor allem bemerkenswert, da der Zeitraum der Eisheiligen ursprünglich aus der Zeit des Julianischen Kalenders stammt. Bei der gregorianischen Kalenderreform im 16. Jahrhundert blieben die Tage allerdings unverändert. Genau genommen sind somit die Eisheiligen in Wirklichkeit erst zwischen dem 19. und dem 23. Mai, also eine gute Woche später.

Die Klimaveränderung macht allerdings auch vor den Eisheiligen nicht Halt: Zuletzt sind sie oft ganz ausgeblieben. Häufig verhielt sich das Wetter sogar umgekehrt, wodurch sich bei manchen der Begriff „Schweißheiligen“ entwickelt hat, da zu dieser Zeit häufig die ersten Sommertage mit bis zu 30 Grad aufgetreten sind.

Temperatur in 1500 m Höhe am Sonntag, 12.05.2019 @ UBIMET, NCEP
Temperatur in 1500 m Höhe am Sonntag, 12.05.2019 @ UBIMET, NCEP

Und dieses Jahr?

In diesem Jahr kündigt sich pünktlich zu Pankratius ein Kaltluftvorstoß an. Ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet zieht am Samstag quer über Deutschland hinweg, auf seiner Rückseite wird schließlich die über der Nordsee liegende Kaltluft angezapft und zu den Alpen geführt. Damit baut sich jedoch auch hoher Luftdruck über Nordwesteuropa auf, so dass sich das Wetter zum Muttertag zumindest recht freundlich gestaltet. Regen fällt nur direkt an den Alpen. Mit Höchstwerten zwischen 7 und 14 Grad liegen die Temperaturen nur ein paar Grad unter denen der Vortage, markant kälter wird es vor allem in den Mittelgebirgen. Nachts kühlt es jedoch wieder verbreitet auf niedrige Plusgrade ab, Frost ist nach jetzigem Stand nur vereinzelt zu erwarten.

 

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Eisheilige werden ihrem Namen gerecht

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Stellenweise kälteste Mainacht seit über 30 Jahren

Die vergangene Nacht fiel im Westen und Süden gebietsweise frostig aus. Bei aufklarendem Himmel und nur schwachem Wind konnte sich die Luft selbst in tiefen Lagen vielerorts unter den Gefrierpunkt abkühlen. Selbst in den Landeshauptstädten Innsbruck, Klagenfurt und Graz gab es leichten Frost – zuletzt war dies hier in einem Mai im Jahr 1985 der Fall. Vielerorts mussten Obstbäume geschützt werden.

Hitliste der Tiefstwerte bewohnter Orte (Nacht auf Dienstag, 07.05.2019):

-6,9 Grad Bichlbach (TI, 1073 m)

-6,8 Grad St. Jakob/Defereggen (TI, 1383 m)

-6,3 Grad St. Leonhard/Pitztal (TI, 1454 m)

-6,3 Grad Tannheim (Ti, 1101 m)

-4,5 Grad Flattnitz (KÄ, 1437 m)

-4,4 Grad Weitensfeld (KÄ, 704 m)

-4,2 Grad Ehrwald (TI, 982 m)

Bis zu 22 Grad ab Mittwoch

Der Tiefpunkt bei den Temperaturen ist nun erst einmal überstanden, die kommenden Tage verlaufen allesamt deutlich milder. Meist liegen die Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad, vor allem am Mittwoch und am Freitag scheint auch häufig die Sonne und bringt die Temperaturen mancherorts gar auf bis zu 22 Grad. Am Samstag deuten sich derartige Werte zum vorerst letzten Mal an. Im Westen zieht bereits am Vormittag Regen auf, im Süden und Osten wird die wärmere Luft am Nachmittag mit teils kräftigen Gewittern ausgetrieben.

Temperatur in 1500 m Höhe am Sonntag, 12.05.2019 @ UBIMET, NCEP
Temperatur in 1500 m Höhe am Sonntag, 12.05.2019 @ UBIMET, NCEP

Temperatursturz zum Muttertag

Pünktlich zu Pankratius, dem ersten Tag der Eisheiligen und damit ausgerechnet zum Muttertag hat die Kaltluft schließlich das ganze Land erreicht. Mit Höchstwerten von nur noch 6 bis 13 Grad liegen die Temperaturen durchschnittlich um 10 Grad niedriger als zuvor. Dazu fällt aus dichten Wolken zeitweise Regen und der Wind weht kräftig bis stürmisch aus Nordwest. Schnee ist bereits oberhalb von etwa 1000 m wieder ein Thema.

Die Eisheiligen erstrecken sich bis zur Kalten Sophie am 15. Mai, den Mittwoch. Und nach aktuellem Stand bleibt das Wetter auch ziemlich genau bis dahin wechselhaft und für die Jahreszeit zu kühl. Beständiges Hochdruckwetter in Verbindung mit frühsommerlichen Temperaturen ist vorerst also nicht in Sicht.

Frost in der Nacht auf Dienstag

Blümchenfrost @ https://stock.adobe.com

Die schneebringenden Tiefs vom Wochenende sind Geschichte, von Westen her weitet sich ein Zwischenhoch immer weiter zu uns aus. Damit lockern die Wolken im Laufe der Nacht auf und besonders von Vorarlberg bis in die südliche Steiermark sowie vom Mühlviertel bis ins östliche Flachland zeigen sich nach Mitternacht die Sterne.

Temperaturen Dienstagmorgen @ UBIMET
Temperaturen Dienstagmorgen @ UBIMET

Dort, wo sich der Wind abschwächt und vl. sogar noch Schnee liegt, kann es ordentlich auskühlen. Im Westen und Südwesten werden in den frühen Morgenstunden verbreitet Tiefstwerte um den Gefrierpunkt erwartet, in den meisten Seitentälern gibt es leichten Frost. Auf bis zu -6 Grad kann die Temperatur bspw. im Defereggental in Osttirol sinken. Während es nach Osten zu nur in höheren Lagen für nahe 0 Grad reicht, bspw. in den Fischbacher Alpen und der Buckligen Welt, ist auch im Mühl- und Waldviertel stellenweise leichter Frost möglich.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Tornados: Von Bützow bis Texas

Aufnahme des Tornados von Bützow vom 05.05.2015 @ https://www.youtube.com/user/TheSwordfish77

Der Tornado von Bützow war ein verhältnismäßig kräftiger Tornado, er wurde nachträglich aufgrund der Zerstörungen als Stärke F3 klassifiziert. Insgesamt 16 Häuser wurden derart stark beschädigt, dass sie nachfolgend unbewohnbar waren. Ein Auto wurde um 70 m verfrachtet. Schäden reichten über eine Länge von rund 13 km und betrugen in Summe rund 40 Millionen Euro. nachfolgend ein paar Aufnahmen:

 

 

 

Im mittleren Westen der USA ist die Tornadosaison hingegen gerade in vollem Gange. Von Texas bis Nebraska kam es gestern im Zuge eines Kaltluftvorstoßes gebietsweise zu Unwettern. Häufig sehen entstehende Wolkentürme hier auch sehr fotogen und im meteorologischen Sinne beeindruckend aus, einen besonders hübschen rotierenden Aufwindbereich einer Superzelle hat der Stormchaser Mike Olbinski vor die Linse bekommen:

 

Storm reports @ https://www.spc.noaa.gov/
Storm reports @ https://www.spc.noaa.gov/

 

 

Titelbild: Aufnahme des Tornados von Bützow vom 05.05.2015 @ https://www.youtube.com/user/TheSwordfish77

Unwetter: Vor allem Italien betroffen

Tramontana Gardasee @ https://www.facebook.com/ReteMeteoAmatori

Durch den südwärts gerichteten Kaltluftvorstoß über Europa wurde am Samstag über Italien die Bildung eines kräftigen Tiefs ausgelöst. Es intensivierte sich am Sonntag rasch und verlagerte sich zur Adria. Im Nordwesten des Landes kam dadurch starker Nordwind auf, der in einigen Regionen Sturmstärke erreichte. Durch lokale föhnige Effekte verstärkt, wehte der so genannte Tramontana in Ligurien und am Gardasee mit Böen um 100 km/h. Besonders am letztgenannten Gardasee hatte dies hohen Wellengang und Schäden an den Ufern bzw. in Häfen zur Folge:

Enorme Schneemassen und lokale Überschwemmungen

Durch das Tief über Italien fielen die Niederschläge in den Apenninen und an der Alpensüdseite noch kräftiger als hierzulande aus. In tiefen Lagen handelte es sich meist um Regen, südwestlich von Bologna wurden bis zu 95 l/m² gemessen, hier kam es zu lokalen Überschwemmungen. In höheren Lagen fiel entsprechend Schnee, oberhalb von grob 1000 m wurden in Südtirol und Ligurien bis zu 70 cm Neuschnee verzeichnet. Selbst in der Toskana fielen in den Hochlagen wahre Schneemassen.

Hagelunwetter an der Adria

Während in den höheren Regionen durch den Schnee alles weiß gefärbt wurde, sorgte andernorts in Italien enormer Hagelschlag für weiße Straßen, bspw. in Ancona an der Adriaküste:

Orkanböen in Südfrankreich

Kaltluftvorstöße in den Mittelmeerraum haben für gewöhnlich auch einen Mistral in Frankreich zur Folge. Luft strömt nach Süden und wird im Rhonetal zwischen dem Zentralmassiv und den Alpen kanalisiert und damit beschleunigt. Die Region ist diesen Wind an sich gewohnt, doch so kräftig wie am Sonntag war er schon länger nicht mehr. Lokal wurden bis zu 155 km/h gemessen:

 


 

 

Titelbild: Tramontana Gardasee @ https://www.facebook.com/ReteMeteoAmatori

Abwechslungsreiche Wetterwoche

Webcam Pass Thurn @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/passthurn

Dienstag kühler mit etwas Regen

Die ersten so genannten Sommertage liegen hinter uns – mit jeweils 25,5 Grad wurden am Ostersonntag die bis dato höchsten Temperaturen des Jahres in Bludenz, Vorarlberg und an der Uni in Innsbruck gemessen. Am ersten Arbeitstag nach Ostern ist davon vorübergehend nichts mehr zu spüren. Besonders im Süden wird es mit gerade mal 9 bis 14 Grad rund 10 Grad kühler als zuletzt, dazu fällt aus dichten Wolken immer wieder schauerartiger Regen. Auch im Osten kommen im Tagesverlauf mit kräftigem Südostwind Schauer auf, von Vorarlberg bis Oberösterreich sorgt Südföhn hingegen für trockene Bedingungen. Strahlend blau ist der Himmel aber auch hier nicht mehr, denn neben kompakten Wolkenfeldern sorgt Saharastaub für einen milchigen Eindruck. Immerhin werden hier noch bis zu 22 Grad erreicht.

Niederschlagsprognose für Dienstag @ UBIMET
Niederschlagsprognose für Dienstag @ UBIMET

Wetterbesserung ab Mittwoch

Am Mittwoch und Donnerstag sind Schauer nur noch in Osttirol und Kärnten ein Thema, sonst überwiegt wieder der Sonnenschein, wenngleich etwas getrübt durch den angesprochenen Saharastaub in höheren Luftschichten. Dazu bleibt es windig aus Südost. In den Alpen weht weiterhin Südföhn, welcher mit stürmischen Böen in prädestinierte Täler durchgreift. Die Temperaturen steigen wieder deutlich an und erreichen bis zu 26 bzw. 27 Grad, mit den höchsten Werten an der Alpennordseite und im Osten.

Prognose der Höchsttemperaturen am Donnerstag @ UBIMET
Prognose der Höchsttemperaturen am Donnerstag @ UBIMET

Kaltfront am Freitag

Der Freitag hat viel Abwechslung zu bieten. Vor allem im Norden und Osten verläuft der Tag noch lange Zeit freundlich und warm. In Vorarlberg kommt hingegen bereits in der Früh eine markante Kaltfront mit teils kräftigem Regen auf. Sie verlagert sich tagsüber nach Osten, mit ihr bricht der Föhn zusammen. Zum Abend hin erreichen nach aktuellem Stand Schauer und teils kräftige Gewitter mit stürmisch auffrischendem Westwind den Südosten und Osten. Der Temperaturunterschied wird beachtlich: In Vorarlberg werden teils nur noch 7 Grad erreicht, an der March sind hingegen noch einmal bis zu 28 Grad möglich.

Lyriden – meist gute Sichtbedingungen

Der Meteorstrom ist schon viele Jahrhunderte bekannt und entstammt einem Kometen. Die Meteore verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre und ziehen dabei einen langen Schweif hinter sich her – Sternschnuppen werden am Himmel sichtbar.

Prognostizierte Bewölkungsverhältnisse in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag @ DWD, UBIMET
Prognostizierte Bewölkungsverhältnisse in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag @ DWD, UBIMET

Grundsätzlich zeichnen sich für die angesprochene Nacht gute bis sehr gute Beobachtungsbedingungen ab. Nur im Süden und Südosten Österreichs kommen bereits am Montagabend zahlreiche tiefe und mittelhohe Wolken auf, sie gehören zu einem, über dem westlichen Mittelmeer aufziehenden Tief und kündigen für den Dienstag Regen an. Entlang des Alpenhauptkamms und bis ins Burgenland muss man entweder früh in der Nacht Ausschau halten oder Glück haben Wolkenlücken zu erwischen.

Für alle Regionen nördlich des Alpenhauptkamms schaut es jedoch gut aus. Verbreitet zeigen sich nach aktuellem Stand die Sterne, so vom Rheintal bis Wien auf österreichischer Seite sowie generell in ganz Deutschland. Nur hohe Schleierwolken können hier und da dicht genug sein, um die Sicht auf die Sternschnuppen zu beeinträchtigen.

 

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Ein Gruß aus der Sahara

Prognostizierte Staubkonzentration in der Luft am Montag @ http://forecast.uoa.gr/dustindx.php

Die verursachende Wetterlage ist selten, aber nicht unbekannt und tritt vornehmlich zwischen November und Mai auf. Immer, wenn Kaltluft über Westeuropa weit nach Süden vorstößt, können sich beispielsweise über Marokko und Algerien kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Diese bringen neben ersehntem Regen auch viel Wind in die Wüste, der die Sandpartikel kilometerhoch aufwirbeln kann. An der Vorderseite solcher Tiefs findet man zumeist starken Südwind, der neben warmer Luft auch den Sandtransport in den Alpenraum bewerkstelligt.

Beispielhafte Wetterlage - Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe © NOAA, UBIMET
Beispielhafte Wetterlage – Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe © NOAA, UBIMET

Genau diese Konstellation ist nun wieder gegeben. Bei uns im Alpenraum hat dies in der neuen Woche Südföhn und frühsommerliche Temperaturen von bis zu 27 Grad zur Folge, jedoch entwickelt sich das Wetter dadurch auch häufig weniger sonnig als prognostiziert. Denn die Körnchen in der Luft wirken als Kondensationskeime. Verglichen mit ähnlichen Situationen ohne Staub können bei viel Sand in hohen Luftschichten ausgedehnte und dichte Eiswolkenfelder entstehen.

Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET

Sandige Sonnenuntergänge

Der Sand in der Luft verändert auch die Lichtfarbe. Sonnenuntergänge werden blass und auch das Himmelsblau nimmt weißliche Züge an, was an der starken Streuung des Lichtes an den Staubpartikeln liegt. Auch die Entstehung von Schauern und Gewittern kann theoretisch begünstigt werden, da Staubteilchen im Vergleich zu reiner Luft nachts stark Wärmestrahlung abgeben, damit die hohen Luftschichten kühlen, wodurch die ganze Luftschichtung instabiler werden und Gewitter auslösen kann.

 

Letzteres ist zwar im aktuellen Fall eher weniger zu erwarten, jedoch kommt es am Dienstag im Süden und Osten gebietsweise zu Regen. Wenn mit diesem der Wüstenstaub ausgewaschen wird und den Boden erreicht, kann man bei besonders markanten Lagen auch so genannten Blutregen beobachten. Durch die enthaltenen Staubpartikel hinterlässt der Regen mitunter rötliche Spuren, Autofahrer dürften schon öfters diese Erfahrung gemacht haben. Für den Menschen ist der Wüstenstaub übrigens harmlos und die Böden bekommen bei solchen Situationen wertvollen Nachschub an Mineraldünger.

 

Die Autowaschanlagen in Wien werden in den nächsten Tagen ein gutes Geschäft machen… #Saharastaub pic.twitter.com/Kv04EWIblG

 

Titelbild: Prognostizierte Staubkonzentration in der Luft am Montag @ http://forecast.uoa.gr/dustindx.php

Erste Wald- und Böschungsbrände

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Grund hierfür war die überhitze Bremse und damit verbundener Funkenschlag eines Güterzugs, der zwischen Meiningen und Wernshausen unterwegs war. An 10 verschiedenen Stellen konnte dadurch Feuer ausbrechen, die Feuerwehr war mit 28 Einsatzfahrzeugen und knapp 100 Feuerwehrleuten im Einsatz. Auch in nahen Suhl im Thüringer Wald brannte eine Wiese, zudem kam es in den letzten Tagen bei Tiefenbach und Weibersbrunn in Bayern sowie in der Nähe des Berliner Wannsees zu kleineren Bränden.

 

 

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Sonnigstes Osterfest seit vielen Jahren

Sonniges Ostern 2019 @ https://stock.adobe.com

Das Hoch „Katharina“ ist uns aktuell ein treuer Begleiter. Es liegt mit seinem Zentrum beständig über Skandinavien und versorgt weite Teile Europas mit ruhigem Frühlingswetter. Von Karfreitag bis Ostermontag dominiert überall der Sonnenschein und dazu bleibt es selbst im Bergland weitgehend trocken. Mit den Temperaturen geht es weiter bergauf. Bei der Suche der Schoko-Ostereier am Ostersonntag sollte man sich gar beeilen, damit sie an sonnigen Stellen nicht schmelzen.

Die einzelnen Tage im Detail:

Der Karfreitag beginnt verbreitet sonnig, im Norden und Osten ist der Himmel oft sogar wolkenlos. Im Westen ziehen im Tagesverlauf ein paar harmlose Wolkenfelder durch, in Summe dominiert aber auch hier der Sonnenschein. Der Wind weht mäßig, im westlichen Donauraum auch lebhaft aus Ost und die Höchstwerte liegen zwischen 17 und 23 Grad.

Am Samstag scheint verbreitet die Sonne, vor allem in der Osthälfte ist der Himmel über weite Strecken wolkenlos. Im Laufe des Nachmittags bilden sich im westlichen und südlichen Bergland ein paar lockere Quellwolken und in Vorarlberg sind vereinzelte gewittrige Schauer nicht ganz ausgeschlossen. Der Wind weht schwach bis mäßig aus östlicher Richtung und die Temperaturen erreichen 17 bis 24 Grad.

Der Ostersonntag bringt von Beginn an viel Sonnenschein, im Tagesverlauf zeigen sich lediglich harmlose Schleierwolken am Himmel und am Alpenhauptkamm bilden sich einzelne Quellwolken. Der Wind weht meist schwach bis mäßig aus südlicher Richtung und die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 24 Grad.

 

Höchstwerte Ostersonntag @ UBIMET
Höchstwerte Ostersonntag @ UBIMET

Auch am Ostermontag ändert sich nicht viel am Wettergeschehen. Von Vorarlberg bis nach Oberösterreich scheint wieder von früh bis spät die Sonne, dagegen machen sich im Süden allmählich mehr Wolken bemerkbar und auch im Nordosten kann die Sonne im Tagesverlauf mal von aufziehenden Wolken verdeckt werden. Die Höchstwerte liegen zwischen 16 Grad in der Steiermark und 25 Grad in Vorarlberg und Tirol. Erstmals in diesem Jahr ist damit ein so genannter Sommertag möglich.

 

Titelbild: @ https://stock.adobe.com

Trockenheit: Waldbrandgefahr steigt

Halbzeit: 5-10% des üblichen April-Niederschlags im Osten

Es ist Halbzeit im April und man kann eine erste Bilanz ziehen: Die Temperaturen entsprachen bisher der Jahreszeit und auch die Sonnenscheinbilanz ist ausgeglichen, beim Thema Niederschlag fällt jedoch ein großes Defizit auf. In der gesamten Westhälfte sind bisher im Schnitt etwa 30% des Monatssolls gefallen, das ist noch als ’normal‘ zu werten. Besorgniserregend ist die Entwicklung jedoch in der Osthälfte von Schleswig-Holstein bis nach Bayern. 5-10% sind es hier lediglich, lokal hat es in diesem Monat noch garkeinen Niederschlag gegeben.

Bisherige Niederschlagssumme und der prozentuale Anteil am Monatssoll @ http://www.bernd-hussing.de/klima.htm
Bisherige Niederschlagssumme und der prozentuale Anteil am Monatssoll @ http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Weiter kaum Regen in Sicht

Zwar war der Winter mit Ausnahme des Februars generell feuchter als üblich, davor waren im bundesweiten Schnitt jedoch bereits 10 Monate in Folge zu trocken ausgefallen. Und dies macht sich natürlich auch über einen feuchten Winter hinaus bemerkbar. Die Böden sind jetzt bereits trocken und die Waldbrandgefahr nimmt zu. In den nächsten Tagen wird im Nordosten bereits die zweithöchste Gefahrenstufe 4 von 5 erreicht, denn ergiebiger oder zumindest flächendeckender Regen ist bis auf Weiteres in Teilen Deutschlands nicht zu erwarten.

Waldbrandgefahrenindex @ https://www.dwd.de
Waldbrandgefahrenindex @ https://www.dwd.de

 

Die nachfolgende Grafik zeigt den errechneten aufsummierten Niederschlag eines Wettermodells von heute bis zum Ende des Vorhersagezeitraums in 10 Tagen. Dort, wo es jetzt schon so trocken ist, wird auch vorerst weiter kaum Regen fallen:

Aufsummierte Niederschlagsmenge bis 25.04.2019 @ ECMWF, UBIMET
Aufsummierte Niederschlagsmenge über 10 Tage bis 25.04.2019 @ ECMWF, UBIMET

 

Tietelbild: Satellitenbild von Mitteleuropa vom 15.04.2019, 14:00 Uhr @ EUMETSAT, UBIMET

Brennende Weinberge

Luftaufnahme @ Le Bien Republic / Météo Express

Kühlt sich die Luft nachts über einen zu langen Zeitraum auf zu deutliche  Minusgrade ab, so können frische Triebe bei Weinpflanzen, Marillen & co. absterben bzw. kann die Bildung der Früchte nachfolgend beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund verfolgen Obstbauern zu dieser Jahreszeit insbesondere die Temperaturvorhersagen ganz genau und planen bei Bedarf entsprechende Maßnahmen, um ihre Pflanzen zu schützen.

Bei der Frostschutzberegnung werden die Pflanzen mit feinen Wassertröpfchen besprüht, welche gefrieren und eine Eisschicht um die sensiblen Bereiche legen. Beim Prozess des Gefrierens wird Wärme freigesetzt, wodurch die Temperatur innerhalb der Eishülle nicht unter den Gefrierpunkt absinkt. Die nachfolgenden Bilder lassen einen Erfolg dieser Methode nicht unbedingt erahnen:


Ähnlich beeindruckende Aufnahmen gibt es dieser Tage aus Frankreich. Hier und auch anderswo versuchen die Landwirte mittels Aufstellen von Fackeln oder Töpfen mit Brennpaste die Temperatur über dem Gefrierpunkt zu halten. Im Sinne einer damit verbundenen Luftverschmutzung mag diese Methode fragwürdig sein, es ergeben sich jedoch äußerst stimmungsvolle Bilder:

Titelbild: Le Bien Republic / Météo Express

 

 

Stellenweise Frostgefahr

Aktuelles Webcambild aus der Wachau @ https://www.wachauermarille.at/wachauer-marille/webcam

3 Gründe für kühle Nächte

Bei eingeflossenen arktischen Luftmassen kommt es nicht selten vor, dass die tiefsten Temperaturen im Flachland erst am Ende der Periode erreicht werden, wenn sich das Wetter durch steigenden Luftdruck eigentlich schon wieder bessert. So auch diesmal. Denn durch den Abzug bzw. der Auflösung der Wolken kann es nun nachts stärker auskühlen als mit einer schützenden Wolkendecke. Zudem schwächt sich der Wind ab, es gibt weniger Austausch und besonders bodennah kann sich die Luft dadurch stärker abkühlen. Ein dritter Faktor ist die in der Luft enthaltene Feuchte, sie nimmt nun ab.

Leichter Frost in den Morgenstunden

Das heißt: Obwohl sich die Temperaturen nun tagsüber mit dem Sonnenschein wieder im deutlich zweistelligen Bereich um 15 Grad bewegen, kühlt es nachts ohne Wolken und und mit nur schwachem Wind auf Werte um den Gefrierpunkt ab. So kalt wie vor wenigen Tagen noch gedacht, wird es nun zwar nicht, dennoch muss in der Nacht auf Dienstag auch im Flachland stellenweise mit Frost gerechnet werden. Vor allem im Wein- und Mostviertel, im Süd- und Mittelburgenland sowie weiten Teilen der südlichen Steiermark, aber auch dem Mürztal sinken die Temperaturen auf 0 oder -1 Grad ab. Sonst sollte es bei leicht positiven Werten um +1 oder +2 Grad bleiben, jedoch kann es aufgrund des schwachen Windes lokal zu größeren Unterschieden kommen und insbesondere direkt am Boden noch stärker auskühlen.

Tiefsttemperaturen nur für kurze Zeit

In der Nacht auf Mittwoch ergibt sich ein ähnliches Bild, jedoch sollten die Tiefstwerte um 1 bis 2 Grad über denen der Vornacht liegen und Frost daher noch weniger Regionen betreffen. Zudem ist zu bedenken, dass die Tiefstwerte nach einer beständigen Abkühlung über Nacht erst am Morgen kurz vor Sonnenaufgang und damit nur für kurze Zeit erreicht werden. Mit der Sonne erwärmt sich die Luft schließlich rasch.

Dennoch: Gartenbesitzer sollten frostempfindliche Pflanzen sicherheitshalber nochmals in Sicherheit bringen oder durch Vlies und ähnliches schützen. Auch die heimischen Obstbauern müssen mancherorts nochmals Schutzmaßnahmen wie etwa die Frostberegnung ergreifen. Ab der Nacht auf Donnerstag ist nirgendwo mehr mit Frost zu rechnen.

 

Titelbild: Aktuelles Webcambild aus der Wachau @ https://www.wachauermarille.at/wachauer-marille/webcam

Späte Schneemassen in der Schweiz

In den Nordalpen gibt es teils über 10 cm Neuschnee

Die Kaltfront des bei den Britischen Inseln gelegenen Tiefs PHILIPP hat am Donnerstag den Südwesten Deutschlands, die Schweiz und den äußersten Westen Österreichs erreicht. Der Kaltluftvorstoß ins westliche Mittelmeer hatte die Bildung eines Italientiefs zur Folge und im Zusammenspiel mit diesem konnte sich eine sogenannte Gegenstromwetterlage einstellen: kalte Luft aus Nordwesteuropa in tiefen Schichten wurde von feuchter Luft aus dem Mittelmeerraum überströmt. Teils kräftige Niederschläge waren die Folge und bei eben hohen Niederschlagsraten konnte die Schneefallgrenze stellenweise  bis in tiefe Lagen absinken. Zwischen 10 und 20 cm Neuschnee fielen in den Hochlagen des Schwarzwaldes, aber selbst im Rheintal und am Bodensee ging der Regen zeitweise in nassen Schnee über.

Analyse der Gesamtschneehöhe am Abend des 04.04.2019 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am Abend des 04.04.2019 @ UBIMET

 

Beeindruckend war auch der Luftmassenunterschied über Deutschland. Während die Temperaturen im Südwesten im unteren einstelligen Bereich lagen, wurden im gesamten Osten von der Ostsee bis zum Berchtesgadener Land Höchstwerte um 20 Grad gemessen:

Höchsttemperaturen am Donnerstag, den 04.04.2019 @ UBIMET
Höchsttemperaturen am Donnerstag, den 04.04.2019 @ UBIMET

1 Meter in der Schweiz

Besonders ergiebig hat es am Donnerstag in der Schweiz geschneit, so gab es vom nördlichen Tessin über den Gotthardpass bis ins Berner Oberland große Neuschneemengen von bis zu 1 Meter in 24 Stunden:

    • 99 cm Guttannen BE
    • 68 cm Andermatt UR
    • 63 cm Buffalora GR

Stellenweise gab es auch neue Neuschnee-Rekorde für den Monat April, wie etwa in Engelberg mit 50 cm Neuschnee. Wenn man das gesamte Ereignis betrachtet, gab es teils sogar mehr als einen Meter Neuschnee wie etwa in Andermat mit 111 cm.

Viel Schnee auch im Norden Italiens

Auch in den typischen Staulagen der Lombardei und Südtirols hat es ergiebig geschneit. Im hintersten Ultental gab es etwa 135 cm Neuschnee. Die Lawinengefahr ist am Alpenhauptkamm sowie südlich davon verbreitet auf die zweithöchste Stufe 4 angestiegen.

Titelbild: © https://www.facebook.com/BHTruckk

Wechselhafter April

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Definition von wechselhaft – reine Erfindung?

Zwischen den tiefsten und höchsten Temperaturen, die in diesem Monat möglich sind liegen über 50 Grad Spanne und somit eine ganze Bandbreite an Wettererscheinungen. Eiskalte Tage mit Schneefall sind genauso möglich wie Sommertage (Temperaturmaximum >25 Grad) mit passender sommerlicher Konvektion (=Wärmegewitter). Morgenfrost kann den Blüten ebenso Schaden zufügen, andererseits verleihen Sonne, Wärme und Trockenheit dem April nicht selten das Prädikat „sommerlich“.

Warum diese Unterschiede?

Die Luftmassen auf der Nordhalbkugel sind im Frühling im Umbruch. Luftmassen subtropischen Ursprungs drängen von Süden heran, gleichzeitig sind noch Ausbrüche arktischer Kaltluft möglich. Große Temperaturgegensätze möchte wiederum der Wind ausgleichen und somit verdrängt oft eine Luftmasse die andere binnen kurzer Zeit. Durch die schon relativ hoch stehende Sonne wird die Erwärmung weiter beschleunigt, das fördert aber auch die Entstehung von Schauern aller Art (Regen, Graupel, Schnee, Hagel) und verstärkt den wechselhaften Charakter.

Neuer Kälterückfall

Photo credit: dlr_ on VisualHunt.com / CC BY-NC-ND

Der Süden des Landes profitiert auch am Samstag noch vom Hochdruckeinfluss, von früh bis spät scheint die Sonne. Tiefe Wolken einer ersten Kaltfront liegen dagegen quer über Deutschland von der Eifel bis zur Uckermark, sie bringen aber kaum Niederschlag. An der Nordsee werden nur noch 9 Grad erreicht, mit Sonnenschein werden es aber im Rest des Landes wieder verbreitet 13 bis 20 Grad.

Am Sonntag liegt die Kaltfront etwas weiter südlich und bringt in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis Tschechien einige Wolken, sonst scheint wieder häufig die Sonne. Meist werden noch 8 bis 12 Grad gemessen, im Süden bis zu 19 Grad.

Anzahl der Sonnenstunden am Sonntag @ UBIMET
Anzahl der Sonnenstunden am Sonntag @ UBIMET

Eine zweite, wesentlich aktivere Kaltfront erreicht den Norden in der Nacht auf Montag. Sie verlagert sich Montagnachmittag zu den Alpen, mit und hinter ihr kommt es zu zahlreichen Regen- und Graupelschauern, auch Blitz und Donner sind möglich. In den Mittelgebirgen schneit es bis etwa 600 m. Dazu frischt kräftiger, in der Nordhälfte auch wieder stürmischer Nordwestwind auf. Hier sind im Tagesverlauf uns besonders in Verbindung mit Schauern Sturmböen möglich. Die Temperaturen gehen deutlich zurück – nur am Oberrhein werden noch einmal leicht zweistellige Werte erreicht, sonst liegen die Höchsttemperaturen zwischen 5 und 9 Grad.

Tiefstwerte der Temperatur am Dienstagmorgen @ UBIMET
Tiefstwerte der Temperatur am Dienstagmorgen @ UBIMET

Am Dienstag ist es zwar schon wieder weitgehend trocken, doch bei weiterhin frischem Wind ziehen viele Wolken durch und die Temperaturen kommen nicht über 2 bis 9 Grad hinaus. In den Hochlagen der Mittelgebirge herrscht Dauerfrost. In den Nächten kühlt es sich nahezu überall auf Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt ab, stellenweise auch darunter. Kälteempfindliche Pflanzen sollten also noch nicht raus gestellt werden.

 

 

Photo credit: dlr_ on VisualHunt.com /  CC BY-NC-ND

 

 

Die Zugvögel kommen zurück

Storch @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Welche Vögel kommen zuerst zurück?

Im Frühling verlassen die Zugvögel sukzessive ihre Winterquartiere im Süden Europas und in Afrika und machen sich auf die Reise zurück nach Mittel- und Nordeuropa. Einer der frühesten Rückkehrer ist dabei für gewöhnlich der Kiebitz. Er verlässt oft schon im Februar die Iberische Halbinsel und macht sich auf den Weg nach Norden. Im März folgen dann beispielsweise die Singdrossel und der Weißstorch. Im April werden Jahr für Jahr Kuckuck und Mauersegler hierzulande wieder heimisch. Im Sommerhalbjahr profitieren die Zugvögel in Mittel- und Nordeuropa neben dem großen Nahrungsangebot auch von der langen Taghelligkeit. Diese wird ausgiebig für die Futtersuche genutzt, wodurch das Aufziehen der Jungvögel erleichtert wird.

Ursachen des Vogelzugs

Die wichtigste Ursache für die jährliche Reise der Vögel ist das bereits erwähnte jahreszeitlich verschiedene Nahrungsmittelangebot in Europa. Dies gilt sowohl für Insekten- als auch für Pflanzenfresser. Beide finden zwischen Oktober und März in den mittleren und hohen Breiten kaum mehr Nahrung vor. Der Grund hierfür liegt wiederum in den klimatischen Gegebenheiten vor Ort. Zusätzlich verspürt jeder Zugvogel einen „inneren Drang“ sein Winterquartier aufzusuchen. Sowohl die Flugrichtung als auch die Flugdauer sind genetischen Ursprungs und angeboren.


Guter Orientierungssinn

Zugvögel besitzen einen inneren Kompass und orientieren sich auf vielfältige Art und Weise. Zum einen nutzen sie das Erdmagnetfeld und wissen somit immer, in welche Himmelsrichtung sie fliegen müssen. Zum anderen bildet der nächtliche Sternenhimmel (besonders kleinere Vögel bevorzugen es, nachts zu fliegen) einen guten Anhaltspunkt für den Schwarm. Zu guter Letzt nutzen Zugvögel markante Punkte auf der Erdoberfläche als Orientierungshilfe. Dieser ausgeprägte Orientierungssinn macht Reisen von mehreren tausend Kilometern möglich.

Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de
Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de

Vogelflug in Zeiten des Klimawandels

Die Erderwärmung wirkt sich auch auf das Verhalten der Zugvögel aus. So gibt es einige Arten (Star, Kiebitz, Hausrotschwanz…), die angesichts immer milderer Winter hierzulande überwintern. Wieder andere Zugvögel verlängern im Herbst den Aufenthalt in Mitteleuropa und kehren immer früher im Jahr zurück. Studien gehen davon aus, dass das Zugsystem Europa-Afrika (mit derzeit fünf Milliarden Vögeln) beispielsweise noch im laufenden Jahrhundert verschwinden könnte.

 

Live-Karte von mit Sendern ausgestatteten Störchen:

https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/

 

Zahlreiche Storchen-Webcams:

http://www.storchenelke.de/storchen_webcams.htm

 

Titelbild @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Kräftiger Regen am Freitag

@ https://pixabay.com/users/diego_torres-1118992/

Nach einem bereits unbeständigen und windigen Mittwoch und dem Durchzug eines Tiefausläufers über Nacht mit vorübergehend wieder sinkender Schneefallgrenze gehen am Donnerstag an der gesamten Alpennordseite von Beginn an Regen-, oberhalb von 600 bis 800 m Schneeschauer nieder. Am Nachmittag gehen diese durch eine Warmfront eines nächsten aufziehenden Tiefs von Deutschland her in länger anhaltenden und teils kräftigen Regen über, die Schneefallgrenze steigt dann auf über 1000 m an. Dazu weht nördlich der Alpen erneut kräftiger bis stürmischer West- bis Südwestwind. Maximal werden Temperaturen zwischen 3 Grad am Arlberg und 13 Grad im freundlicheren Südosten erreicht.

Prognose der 24-stündigen Niederschlagsmenge bis Freitagabend @ UBIMET, DWD
Prognose der 24-stündigen Niederschlagsmenge bis Freitagabend @ UBIMET, DWD

Kräftiger und anhaltender Regen im Westen

Am Freitag bleibt der Süden wetterbegünstigt und mit Föhn steigen die Temperaturen hier bereits bis auf 16 Grad an. Von Vorarlberg bis in die Obersteiermark hält hingegen der kräftige Dauerregen bei einstelligen Temperaturen an. Zwar schneit es am Morgen durch vorübergehend kühlere Luft wieder auf 900 bis 700 m, tagsüber setzt sich aber auch in der Höhe deutlich mildere Luft durch und bringt die Schneefallgrenze auf 1000 bis 1400 m. Bis zum Abend zeichnen sich in Summe gebietsweise um 50 l/m² an Regen ab, in Staulagen sind über 36 Stunden auch bis zu 100 l/m² möglich. Im Bergland ist entsprechend mit großem Neuschneezuwachs zu rechnen.

Prognose der Höchsttemperaturen am Sonntag, den 17.03.2019 @ UBIMET
Prognose der Höchsttemperaturen am Sonntag, den 17.03.2019 @ UBIMET

Deutliche Wetterbesserung

Der Samstag hat schließlich eine deutliche Wetterbesserung zu bieten. Die Strömung dreht auf Süd, damit wird deutlich mildere Luft herangeführt, zudem wird es nördlich des Alpenhauptkamms leicht föhnig. Die Restwolken lockern auch im Norden und Osten bald auf, am Nachmittag scheint überall die Sonne. Maximal werden bereits 12 bis 20 Grad erreicht.

Dieser Trend setzt sich am Sonntag fort. Nach aktuellem Modellstand scheint bei föhnigem Südwind im ganzen Land von früh bis spät die Sonne. Die Temperaturen steigen auf 14 bis 22 Grad, wobei die 20 Grad-Marke in nahezu jedem Bundesland zumindest erreicht werden sollte.

 

Titelbild: @ https://pixabay.com/users/diego_torres-1118992/

Fußball: Schnee verhindert sicheres Tor

Szene des Spiels Hannover-Leverkusen @ https://www.youtube.com/watch?v=v1ESIbkTaD8#action=share

Sturmtief ‚Eberhard‘ ist am Sonntag vom Ärmelkanal kommend quer über Deutschland nach Polen gezogen und hat in der Mitte und im Süden des Landes verbreitet für schwere und teils orkanartige Sturmböen gesorgt. Doch der Wind war am Abend in Hannover zur Bundesligapartie des Vorletzten weniger ein Thema, denn das Tief war genau mit seinem Zentrum über den Spielort hinweg gezogen und lag am Abend bereits über Brandenburg. Auf dessen Rückseite konnte jedoch deutlich kältere Luft polaren Ursprungs einfließen und so ging der Regen in der HDI Arena in sehr nassen, aber starken Schneefall über. In der 33. Minute des Spiels kam es beim Stand von 0:2 schließlich zu einer Szene, woraufhin sich viele im Stadion und vor dem TV die Augen reiben mussten:

 

 

Titelbild: Szene des Spiels Hannover-Leverkusen @ https://www.youtube.com/watch?v=v1ESIbkTaD8#action=share

Bundesliga: Schnee verhindert sicheres Tor

Szene des Spiels Hannover-Leverkusen @ https://www.youtube.com/watch?v=v1ESIbkTaD8#action=share

Sturmtief ‚Eberhard‘ ist am Sonntag vom Ärmelkanal kommend quer über Deutschland nach Polen gezogen und hat in der Mitte und im Süden des Landes verbreitet für schwere und teils orkanartige Sturmböen gesorgt. Doch der Wind war am Abend in Hannover zur Bundesligapartie des Vorletzten weniger ein Thema, denn das Tief war genau mit seinem Zentrum über den Spielort hinweg gezogen und lag am Abend bereits über Brandenburg. Auf dessen Rückseite konnte jedoch deutlich kältere Luft polaren Ursprungs einfließen und so ging der Regen in der HDI Arena in sehr nassen, aber starken Schneefall über. In der 33. Minute des Spiels kam es beim Stand von 0:2 schließlich zu einer Szene, woraufhin sich viele im Stadion und vor dem TV die Augen reiben mussten:

 

 

Titelbild: Szene des Spiels Hannover-Leverkusen @ https://www.youtube.com/watch?v=v1ESIbkTaD8#action=share

Der Sturm geht, der Schnee kommt

VERA-Analyse der maximalen Böen über 24 Stunden bis Montagmorgen @ UBIMET

Das Titelbild zeigt die analysierten maximalen Böen über 24 Stunden bis heute Montag, 07 Uhr. Neben den eingangs erwähnten Bundesländern und dem Bergland waren auch Vorarlberg, Tirol und Teile der Obersteiermark verstärkt betroffen. Die stärkste Böe im Flachland wurde am Stift Melk mit 126 km/h gemessen, das entspricht Windstärke 12 – Orkan. Darüber hinaus gab es viele Wetterstationen mit schweren oder orkanartigen Sturmböen um 100 km/h:

108 km/h Kollerschlag, OÖ
108 km/h Enns, OÖ
108 km/h Wolfsegg, OÖ
104 km/h Reichersberg, OÖ
104 km/h Seibersdorf, NÖ
101 km/h Waizenkirchen, OÖ
101 km/h Wien-Unterlaa, W
100 km/h Wien-Botanischer Garten, W
97 km/h Linz-Flughafen, OÖ
97 km/h Wien-Innere Stadt, W
97 km/h Salzburg-Flughafen, S

Aktuell weht der West- bis Nordwestwind noch teils stürmisch, er lässt aber am Nachmittag etwas nach. Dieser Trend setzt sich am Dienstagvormittag fort, nachfolgend schwächt sich der Wind vorübergehend deutlich ab und dreht am Dienstagabend kurz auf Süd. Bereits ab Mittwoch ist aber mit dem nächsten Tief wieder mit einer Zunahme des Westwindes zu rechnen. Stürmische Böen sind nachfolgend wieder möglich, ein neuerliches markantes Sturmtief zeichnet sich aktuell aber eher nicht ab.

Webcambild aus Wolfurt, VA von Montagvormittag @ http://wolfurtfuerwolfurt.at/httpdocs/cam/cam.jpg
Webcambild aus Wolfurt, VA von Montagvormittag @ http://wolfurtfuerwolfurt.at/httpdocs/cam/cam.jpg

Rückseitig des nach Russland abgezogenen Sturmtiefs ist nun auch wieder kältere Luft eingeflossen und die Schneefallgrenze liegt bereits zwischen tiefen Lagen im Westen bei stärkeren Schauern und rund 700 m im Osten. Selbst im Rheintal ist es kurz weiß geworden, wie das Webcambild von Wolfurt zeigt. Die Sequenz der Bilder von Dornbirn hingegen zeigt eindrucksvoll die aufziehende Schauer- und Gewitterlinie:

Aufziehende Schauer- und Gewitterlinie in Dornbirn gegen 10 Uhr (Montag) @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn
Aufziehende Schauer- und Gewitterlinie in Dornbirn gegen 10 Uhr (Montag) @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn

In der Nacht auf Dienstag hält die Zufuhr polarer Luftmassen an, so dass die Temperatur inneralpin bis zum Dienstagmorgen häufig in den leichten Frostbereich sinken wird. Entsprechend fällt bis in die Täler Schnee. Der Schwerpunkt liegt von den Kitzbüheler Alpen bis zum Mariazellerland, anfangs schneit es auch noch am Arlberg und im Tiroler Oberland. Morgen Vormittag fällt letzter Schnee im Nordstau etwa vom Salzkammergut bis zur Eisenwurzen. In Summe zeichnen sich in mittleren und höheren Lagen 20 bis 30 cm ab, über Nacht fallen in den Tälern zwischen 5 und 10 cm Neuschnee, lokal mehr. Details sind der nachfolgenden Karte zu entnehmen, welche die 12-stündige Neuschneehöhe von Mo, 22 Uhr bis Di, 10 Uhr zeigt:

Prognostizierter Neuschnee über 12 Stunden bis Dienstagvormittag @ UBIMET
Prognostizierter Neuschnee über 12 Stunden bis Dienstagvormittag @ UBIMET

 

Titelbild: VERA-Analyse der maximalen Böen über 24 Stunden bis Montagmorgen @ UBIMET

Stürmische Zeiten

Druck- und Frontenkarte für Samstag, den 09.03.2019 @ UBIMET

Tief CORNELIUS zieht gerade über die nördliche Ostsee ab. Von Sylt bis zum Erzgebirge kommt es zu letzten Sturmböen, doch der Wind lässt nun auch hier allmählich nach. Über Nacht schwächt er sich landesweit deutlich ab, doch mit Aufzug des nächsten Tiefs DRAGI wird es bereits morgen am Samstag wieder interessant.

Bereits in den frühen Morgenstunden legt der Südwestwind in der Westhälfte wieder deutlich an Stärke zu. Mit einem durchziehenden Tiefausläufer wird es auch nach Osten zu rasch windig. Den Höhepunkt erreicht der Südwest- bis Westwind über Mittag und am Nachmittag, dann sind grob gesagt von den Mittelgebirgen nordwärts verbreitet stürmische Böen über 60 km/h zu erwarten, stellenweise sind auch bis zu 80 oder 90 km/h möglich. Auch an die 100 km/h sind nicht auszuschließen, etwa in einem Streifen von Schleswig-Holstein bis ins nördliche Brandenburg.

Prognose der im Tagesverlauf zu erwartenden Windböen am Samstag, den 09.03.2019 @ UBIMET
Prognose der im Tagesverlauf zu erwartenden Windböen am Samstag, den 09.03.2019 @ UBIMET

Am Abend lässt der Wind überall wieder deutlich nach, nur an der Ostsee bleibt es noch bis in die Nacht hinein stürmisch. Lange hält die ruhige Phase aber nicht an, bereits am Sonntag zieht das nächste Tief auf. Die genaue Zugbahn ist aber noch mit Unsicherheiten behaftet. Dann deuten sich in manchen Regionen auch größere Regenmengen an, allen voran nach jetzigem Stand im Schwarzwald, im Allgäu und im Bayerischen Wald.

Prognose der gegen Mittag zu erwartenden Windböen am Samstag, den 09.03.2019 nach dem ICON-Modell @ DWD, UBIMET
Prognose der gegen Mittag zu erwartenden Windböen am Samstag, den 09.03.2019 nach dem ICON-Modell @ DWD, UBIMET

 

Titelbild: Druck- und Frontenkarte für Samstag, den 09.03.2019 @ UBIMET

Bergwetter am Wochenende

Freitag, 08. März 2019

Der Freitag beginnt verbreitet bewölkt und im zentralen Bergland von den Tauern bis zum Hochschwab fällt zeitweise Regen bzw. oberhalb von etwa 1300 m Schnee. Im Tagesverlauf gehen auch in den westlichen Nordalpen ein paar Schauer nieder, zwischendurch lockern die Wolken aber etwas auf und besonders von der Silvretta bis zum Karwendel sowie in den Südalpen kommt die Sonne zum Vorschein. Der Wind weht lebhaft aus West die Temperaturen erreichen in 3.000 m Höhe -8 bis -6 Grad. In 2.000 m steigen die Temperaturen auf -1 bis +1 Grad.

Prognose des Bergwetters am Samstag @ UBIMET
Prognose des Bergwetters am Samstag @ UBIMET

Samstag, 09. März 2019

Am Samstag ziehen im Bereich der Nordalpen von Beginn an einige Wolken durch, besonders in den Südalpen sowie von Murtal bis zum Wechsel kommt hingegen zeitweise die Sonne zum Vorschein. Im Tagesverlauf verdichten sich die Wolken von Vorarlberg bis zum Salzkammergut und gegen Abend setzt hier Regen ein. Der Wind lebt im Tagesverlauf neuerlich lebhaft bis kräftig aus West auf. In 3.000 m steigen die Temperaturen auf etwa -6 Grad. In 2.000 m liegen die Höchstwerte zwischen -2 Grad auf dem Schneeberg und und +2 Grad in den Dolomiten.

Sonntag, 10. März 2019

Der Sonntag verläuft an der Alpennordseite trüb und verbreitet fällt Regen, mitunter auch schauerartig verstärkt. Die Schneefallgrenze sinkt von Norden her langsam von 1.400 gegen 1.000 m ab. Vom Ortler über die Dolomiten bis zur Koralpe ziehen zwar ebenfalls einige Wolken durch, hier bleibt es aber meist trocken und zeitweise zeigt sich die Sonne. Der Wind weht lebhaft bis kräftig aus West bis Nordwest, dazu steigen die Temperaturen in 3.000 m auf -6 bis -4 Grad, in 2.000 m werden von Nord nach Süd -2 bis +3 Grad erreicht.

 

Bergwetter-Tipp:

Obwohl es seit längerer Zeit keinen nennenswerten Neuschnee gab, liegt in den Nordalpen weiterhin sehr viel Schnee. Die Lawinengefahr liegt derzeit verbreitet bei Stufe 2 und in den östlichen Nordalpen vom Dachstein bis zum Hochschwab sowie im Rätikon bei Stufe 3. In der kommenden Woche besteht weiterhin eine erhöhte Gefahr von Gleitschneelawinen, welche mitunter sehr groß ausfallen können. Diese Lawinen können zu jeder Tageszeit ohne Zusatzbelastung abgehen, besonders in Hängen mit Gleitschneerissen bzw. Schneemäulern gilt es also vorsichtig zu sein.

Frühlingsbeginn in Europa

Blütenaustrieb @ https://pixabay.com/users/jill111-334088/

Bei vielen Menschen steigert der Frühling das Wohlbefinden bis hin zu leichter Euphorie. So werden mit der zunehmenden Lichtintensität im menschlichen Körper vermehrt Dopamin und Serotonin ausgeschüttet, welche zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Im Winter befinden wir uns zwar oft im künstlichen Licht, dieses wirkt aber aufgrund seiner anderen spektralen Zusammensetzung kaum auf den Organismus.

Der Begriff der Frühjahrsmüdigkeit geht übrigens auf das Hormon Melatonin zurück. Aufgrund des meist trüben und lichtarmen Winters wird dieses Hormon in der kalten Jahreszeit vermehrt ausgeschüttet und trägt so zur anfänglichen Müdigkeit bei.

Wo zieht der Frühling als erstes ein?

Der Eintritt des Frühlings wird definiert durch den Zeitpunkt des Sprossenaustriebs verschiedener Pflanzen.

Zu diesen zählen:
Moorbirke
Süßkirsche
Eberesche
Alpenjohannisbeere

Der Frühling arbeitet sich von Südwesteuropa nach Nordost- und Nordeuropa voran. Dabei setzt der Sprossenaustrieb um das Mittelmeer und die französische Atlantikküste bereits vor dem 26. März ein und wandert ungefähr pro Tag 44 km weiter in Richtung Norden und 200 km in Richtung Osten. Der Blütenaustrieb ist natürlich auch abhängig von der Höhe, so gilt hier die Faustregel, dass pro 100 m Höhenunterschied sich der Frühlingsbeginn um etwa 3 Tage verzögert.

In weiten Teilen Mitteleuropas beginnt der Frühling zwischen dem 15. und dem 25. April, in Richtung Skandinavien und Nordosteuropa erst danach, hier bremsen insbesondere die kalte Nord- und Ostsee den Frühlingsbeginn. Nördlich des Polarkreises beginnen die Bäume erst im Juni zu blühen. Im Nordosten unseres Kontinents werden die zeitlichen Unterschiede durch teils sehr heiße Sommermonate wieder ausgeglichen.

 

Titelbild: @ https://pixabay.com/users/jill111-334088/

Erste Moor- und Buschbrände durch Trockenheit

Löschflugzeug im Anflug, San Sebastian, Spanien

In der vergangenen Woche erwärmte sich die Luft im Süden von Frankreich und angrenzenden Teilen Spaniens bereits auf sommerliche Werte. Bis zu 28 Grad zeigte das Thermometer bei Perpignan mit leichtem Föhn von den Pyrenäen her, aber auch am Atlantik von Bilbao bis nach Bordeaux wurden 25 Grad und mehr erreicht. Auf den Skipisten der Pyrenäen zeigte das Thermometer zwischen 10 und 20 Grad, da wurde es manchem Skihaserl bereits im Februar zu warm.

Temperaturen Mittwochnachmittag, 27.02.2019 im Umfeld der Pyrenäen @ UBIMET, Aemet, MeteoFrance
Temperaturen Mittwochnachmittag, 27.02.2019 im Umfeld der Pyrenäen @ UBIMET, Aemet, MeteoFrance

Aufgrund der Trockenheit kam es bereits zu Bränden von Italien bis hinauf nach England. Das nachfolgende Video stammt aus San Sebastian im Norden Spaniens und zeigt ein Löschflugzeug, welches zum Befüllen mit Wasser den strandnahen Bereich mit einer ruhigen Wasseroberfläche aufsucht. Hier gehört schon einiges an fliegerischem Können dazu.

 

 

 

Rosenmontag: Tief BENNET bringt Sturmböen

Am Sonntag sorgt Sturmtief „Alexander“ mit Kern nahe Schottland nördlich der Linie Eifel-Lausitz bereits für unbeständiges und windiges Wetter. Die Narren müssen sich also immer wieder auf Regenschauer einstellen, dazu weht kräftiger Südwestwind. In den höheren Lagen der Mittelgebirge kommt es bereits zu ersten Sturmböen. Weiter im Süden bleibt es hingegen trocken und im Tagesverlauf setzt sich immer öfter die Sonne durch. Auf alle Fälle ist es mit 10 bis 15 Grad überall mild.

Stürmischer Rosenmontag

Am Rosenmontag zieht Tief „Bennet“ von Großbritannien über die Nordsee ostwärts, dessen Kaltfront überquert im Tagesverlauf Deutschland und sorgt verbreitet für stürmische Verhältnisse. Das Hauptsturmfeld erfasst bereits in der Früh und am Vormittag den Westen und Norden des Landes. Dabei treten verbreitet Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h auf. Im Münsterland, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind auch schwere Sturmböen um die 100 km/h zu erwarten. Am Nachmittag verlagert sich das Sturmfeld mehr in den Osten und Süden von Deutschland. Allerdings gibt es auch hinter der Kaltfront in Verbindung mit Schauern und Gewittern weitere Sturmböen und schwere Sturmböen. Der eine oder andere Karnevalsumzug wird den stürmischen Verhältnissen wohl zum Opfer fallen.

Prognose der Spitzenböen am Montagvormittag, 04.03.2019 @ UBIMET, NCEP, Stand 02.03.2019
Prognose der Spitzenböen am Montagvormittag, 04.03.2019 @ UBIMET, NCEP, Stand 02.03.2019

Der Karneval geht unbeständig zu Ende

Auch am Faschingsdienstag setzt sich das schaueranfällige Wetter fort. Zwar ist Sturm „Bennet“ nach Skandinavien abgezogen, Deutschland verbleibt aber in einer straffen Westströmung. Über den Tag verteilt ziehen immer wieder Schauer durch, am Nachmittag sind auch einzelne Gewitter und Graupelschauer möglich. Dazu weht nach wie vor kräftiger bis steifer Westwind, Böen um die 60 km/h sind verbreitet zu erwarten. Die Temperaturen gehen vorübergehend auch ein wenig zurück und erreichen nur mehr 6 bis 11 Grad.

 

Titelbild: Möge es auch diesmal Schutzengel geben @ https://pixabay.com/users/michaelgaida-652234/

Stürmischer Rosenmontag erwartet

Prognose der Spitzenböen am Montagmittag, 04.03.2019 @ UBIMET, Stand 01.03.2019

Noch ist die Prognose mit gewissen Unsicherheiten behaftet, doch sehr windig wird es zu den Rosenmontagsumzügen nach so ziemlich jedem Modell. Es deutet jedoch immer mehr auf eine brisante Randtiefentwicklung hin, welche sich im Tagesverlauf von der Bretagne kommend bis zur Ostsee verlagern und mit ihrem Sturmfeld weite Teile Deutschlands beeinflussen wird. Vor allem die Mitte und der Nordwesten wären dann nach aktuellem Stand betroffen, verbreitet sind Sturmböen von 70 bis 90 km/h zu befürchten. Insbesondere in Verbindung mit der markanten Kaltfront und eingelagerten Gewittern können am Nachmittag lokal auch Böen über 100 km/h auftreten.

Prognose der Spitzenböen am Montag, den 04.03.2019 @ UBIMET, Stand 01.03.2019
Prognose der Spitzenböen am Montag, den 04.03.2019 @ UBIMET, Stand 01.03.2019

Bereits Rosenmontag 2016 war betroffen

Nicht nur Besucher der Rosenmontagsumzüge sollten daher die Wetterprognosen im Auge behalten, auch Veranstalter sollten das Für und Wider mit Bedacht abwägen und bei Bedarf Vorkehrungen treffen. Das ganze Szenario erinnert an den Rosenmontag 2016, der bereits am 08. Februar war. Auch damals zog ein Sturm auf und einige Umzüge wurden vorsichtshalber abgesagt.

Nächster Sturm am Donnerstag?

Windig bleibt es auch über den Montag hinaus. Es ist zwar noch weit hin, doch bereits am Donnerstag deuten manche Wettermodelle bereits ein weiteres Sturmtief für die Nordhälfte an.

 

Schwere Unwetter in Urlaubsregionen

Das Hoch über Osteuropa und das Tief im MIttelmeer sorgen für Bora

Es geht turbulent zu in den Urlaubsdestinationen des östlichen Mittelmeers. Die Bora an der kroatischen Küste wütete vor allem am Samstag und brachte hier verbreitet Böen jenseits der 130 km/h. An der Wetterstation in Makarska  wurden gar extreme 191 km/h gemessen, in Split waren es 176 km/h. Ansich ist man an die Bora hier gewöhnt. Dass es sich um ein stärkeres Ereignis handelte, erkennt man daran, dass diesmal doch einige Schäden aufgetreten sind.

Währenddessen schneite es in Griechenland bis auf Meeresniveau, in der Ägäis kam es in Verbindung mit dem stürmischen Wind, dem Meltemi, zu blizzardähnlichen Bedingungen. Am Sonntagmorgen verlagerte sich der Schwerpunkt der Unwetter über Malta nach Libyen. Selbst hier fiel in Lagen oberhalb von rund 400 m beachtlicher Neuschnee.

 


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Schnee in Griechenland und Libyen

Kaltluftvorstoß über Südosteuropa - Temperatur in 850 hPa am Sonntagmorgen @ UBIMET, NOAA

Es geht weiter turbulent zu in den Urlaubsdestinationen des östlichen Mittelmeers. Während die Bora an der kroatischen Küste am Sonntagmorgen weiter nachließ, verlagerte sich der Schwerpunkt der Unwetter von Griechenland nach Malta und Libyen. Selbst hier fiel in Lagen oberhalb von rund 400 m beachtlicher Neuschnee. In Griechenland schneite es hingegen bis auf Meeresniveau, in der Ägäis kam es in Verbindung mit dem stürmischen Wind, dem Meltemi, zu blizzardähnlichen Bedingungen:

 



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Vorfrühlingshafte Woche mit wieder steigenden Temperaturen

Schneeflöckchen @ https://pixabay.com/en/users/hans-2/

Die Wochentage im Detail

Am Montag lockern die Restwolken vom Mühlviertel bis nach Unterkärnten sowie ostwärts davon im Tagesverlauf auf und hier stellt sich zum Nachmittag hin ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken ein. Im Westen dominiert hingegen von der Früh weg meist strahlender Sonnenschein und auch tagsüber machen sich hier nur wenige Wolken bemerkbar. Der Wind dreht auf Nordwest, damit steigen die Temperaturen gegenüber dem Vortag verbreitet um 5 bis 10 Grad an. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 15 Grad, mit den höchsten Werten im Westen.

Am Dienstag ändert sich am Wettergeschehen nur wenig. Nach Westen zu überwiegt wieder der Sonnenschein, in der Osthälfte machen sich nach einem sonnigen Tagesbeginn hingegen vermehrt kompakte Wolkenfelder bemerkbar und auch in Osttirol und Kärnten halten sich von Beginn an einige mittelhohe Wolken. Dazu weht mäßiger, im Osten und Südosten mitunter auch lebhafter Nordwestwind und maximal werden 8 bis 17 Grad erreicht. Am mildesten wird es im südlichen Wiener sowie im Grazer Becken.

Der Mittwoch hat im Großteil des Landes von früh bis spät sonniges Hochdruckwetter zu bieten. Nur entlang der östlichen Nordalpen ist es anfangs noch stärker bewölkt und stellenweise kann sich in den Tal- und Beckenlagen auch Frühnebel halten. Im Verlauf des Vormittags setzt sich aber auch hier strahlender Sonnenschein durch. Im nördlichen Flachland weht mäßiger Westwind, sonst spielt der Wind keine Rolle. Die Temperaturen legen weiter zu und erreichen vorfrühlingshafte 10 bis 18 Grad.

Prognose der Höchsttemperaturen für Donnerstag, den 28.02.2019 @ UBIMET
Prognose der Höchsttemperaturen für Donnerstag, den 28.02.2019 @ UBIMET

Am Donnerstag scheint neuerlich von Beginn an im ganzen Land die Sonne. Im Westen nimmt die Bewölkung im Tagesverlauf aber zu und am Abend setzt in Vorarlberg und im Innviertel leichter Regen ein. Tagsüber frischt der Westwind lebhaft auf und damit wird es noch einmal milder. Die Höchstwerte liegen zwischen 12 und 19 Grad, stellenweise wird im Südosten auch die 20 Grad-Marke erreicht.

Der Freitag verläuft schließlich deutlich wechselhafter und kühler. Von Vorarlberg bis nach Niederösterreich fällt aus dichten Wolken zeitweise Regen, oberhalb von rund 1000 m Schnee. Im Süden und Osten kann sich zumindest ab und zu die Sonne zeigen, Schauer sind nach aktuellem Stand aber auch hier zu erwarten. Dazu weht teils kräftiger Westwind und mit Höchstwerten zwischen 2 Grad im Westen und 12 Grad im Osten ist es wieder deutlich kühler.

 

Titelbild: Schneeglöckchen @ https://pixabay.com/en/users/hans-2/

Sonnenbrand trotz Kälte?

Sonniges Skivergnügen @ Ruth and Dave on Visual hunt / CC BY

Schutzschicht ist dünner

Ein entscheidender Faktor ist die Höhe. Die Erdatmosphäre schützt uns vor der energiereichen ultravioletten Strahlung. Verringert man die Schutzdicke der Atmosphäre, indem man sich in größere Höhen, z. B. auf Berge begibt, erhöht sich die Intensität der UV-Strahlung. Als Faustregel gilt: Die gesamte UV-Belastung steigt pro 1000 Höhenmeter um 15%.

Schneeflächen als Multiplikator

Ein weiterer Grund ist das große Reflexionsvermögen von Schnee, Albedo genannt. Reflektieren Grasflächen beispielsweise nur etwa 20% der Strahlung, steigt der Wert bei frischem Schnee auf 80 bis 90%. Bei altem und damit meist dunklerem Schnee sinkt der Wert zwar etwas, ist aber gegenüber schneelosen Flächen immer noch deutlich erhöht. Auf die Haut wirkt also nicht nur die Strahlung von „oben“ sondern auch noch die vom Boden her ein.

Niedriger Sonnenstand kann in die Irre führen

Als Ergebnis ist trotz des im Winter deutlich niedrigeren Sonnenstandes vor allem bei Wintersportaktivitäten dennoch ein ausreichender Sonnenschutz erforderlich, insbesondere wenn es etwa in die Alpen geht. Ist dies für die Augen meist die Skibrille, empfiehlt sich für die Haut eine Sonnencreme, die zusätzlich noch einen Kälteschutz liefert.

 

Titelbild: Sonniges Skivergnügen @ Ruth and Dave on Visual hunt / CC BY

Vor 20 Jahren: Die Lawinenkatastrophe von Galtür

Lawinenunglück Galtür @ https://www.servus.com

Wie auch im Januar diesen Jahres gab es Anfang 1999 eine recht festgefahrene Großwetterlage, welche für wiederkehrende ergiebige Schneefälle in den Alpen sorgte. Ein kräftiges Hoch lag über dem Ostatlantik und Tiefdruckgebiete wurden auf dessen Nordseite herum nach Skandinavien geführt. Insbesondere von Ende Januar 1999 weg stauten sich so immer wieder von Nordwesten her feuchte und kalte Luftmassen an den Alpen und hier speziell in der Arlbergregion. Über einen Monat hinweg schneite es ohne große Unterbrechungen, wobei es drei markante Staulagen gab. In Summe fielen in dieser Zeit im Raum Galtür bis zum 23.02. etwa 4 Meter Neuschnee, was durchaus vergleichbar ist mit den Schneemassen des heurigen Winters in den Bayerischen Alpen.

Großräumige Wetterlage am 17.02.1999, repräsentativ für die Wochen vor dem Lawinenunglück @ http://www.wetterzentrale.de
Großräumige Wetterlage am 17.02.1999, repräsentativ für die Wochen vor dem Lawinenunglück @ http://www.wetterzentrale.de

Die entscheidende Lawine ging damals vom Grieskopf ab, der direkt nordwestlich an Galtür anschließend etwas mehr als 2700 m hoch aufragt. Auf der von Galtür abgewandten Seite (im Bild als Luv-Seite markiert) erstreckt sich ein nur leicht abfallendes Hochplateau, hier konnte der beständige Nordwestwind große Mengen an Schnee aufnehmen und am Kamm des Grieskopfes auf der windabgewandten Seite (Lee-Seite) ablagern. Enorme Mengen an Triebschnee konnten sich hier mit der Zeit sammeln.

Schematische Darstellung der Bedingungen, die zum Lawinenunglück von Galtür geführt haben @ UBIMET, Google
Schematische Darstellung der Bedingungen, die zum Lawinenunglück von Galtür geführt haben @ UBIMET, Google

Dies ist eigentlich recht ungewöhnlich, da sich bei vergleichbarer Schneeakkumulation Lawinen meist rasch spontan lösen und damit keine solch enorme Größe erreichen können wie 1999. Doch in diesem Fall war die Schneedecke sehr stabil aufgebaut. Nach jeder der angesprochenen Staulagen konnte sich der Schnee durch Temperaturschwankungen setzen, es gab keine ausgeprägten Schwachschichten. Lange Zeit wurde der Kollaps der Triebschneeablagerungen hinausgezögert, am 23. Februar 1999 gab die Verbindung zum Altschnee schließlich nach.

 

Titelbild: Lawinenunglück Galtür @ https://www.servus.com

Vor 20 Jahren: Die Lawinenkatastrophe von Galtür

Lawinenunglück Galtür @ https://www.servus.com

Wie auch im aktuellen Winter gab es Anfang 1999 eine recht festgefahrene Großwetterlage, welche für wiederkehrende ergiebige Schneefälle in den Alpen sorgte. Ein kräftiges Hoch lag über dem Ostatlantik und Tiefdruckgebiete wurden auf dessen Nordseite herum nach Skandinavien geführt. Insbesondere von Ende Jänner weg stauten sich so immer wieder von Nordwesten her feuchte und kalte Luftmassen an den Alpen und hier speziell in der Arlbergregion. Über einen Monat hinweg schneite es ohne große Unterbrechungen, wobei es drei markante Staulagen gab. In Summe fielen in dieser Zeit im Raum Galtür bis zum 23.02. etwa 4 Meter Neuschnee, was durchaus vergleichbar ist mit den Schneemassen des heurigen Winters an der Alpennordseite.

Großräumige Wetterlage am 17.02.1999, repräsentativ für die Wochen vor dem Lawinenunglück @ http://www.wetterzentrale.de
Großräumige Wetterlage am 17.02.1999, repräsentativ für die Wochen vor dem Lawinenunglück @ http://www.wetterzentrale.de

Die entscheidende Lawine ging damals vom Grieskopf ab, der direkt nordwestlich an Galtür anschließend etwas mehr als 2700 m hoch aufragt. Auf der von Galtür abgewandten Seite (im Bild als Luv-Seite markiert) erstreckt sich ein nur leicht abfallendes Hochplateau, hier konnte der beständige Nordwestwind große Mengen an Schnee aufnehmen und am Kamm des Grieskopfes auf der windabgewandten Seite (Lee-Seite) ablagern. Enorme Mengen an Triebschnee konnten sich hier mit der Zeit sammeln.

Schematische Darstellung der Bedingungen, die zum Lawinenunglück von Galtür geführt haben @ UBIMET, Google
Schematische Darstellung der Bedingungen, die zum Lawinenunglück von Galtür geführt haben @ UBIMET, Google

Dies ist eigentlich recht ungewöhnlich, da sich bei vergleichbarer Schneeakkumulation Lawinen meist rasch spontan lösen und damit keine solch enorme Größe erreichen können wie 1999. Doch in diesem Fall war die Schneedecke sehr stabil aufgebaut. Nach jeder der angesprochenen Staulagen konnte sich der Schnee durch Temperaturschwankungen setzen, es gab keine ausgeprägten Schwachschichten. Lange Zeit wurde der Kollaps der Triebschneeablagerungen hinausgezögert, am 23. Februar 1999 gab die Verbindung zum Altschnee schließlich nach.

 

Titelbild: Lawinenunglück Galtür @ https://www.servus.com

Kurzes Schneevergnügen

Winterliche Straße @ https://pixabay.com/de/users/jerzygorecki-2233926/
Gemessene Temperaturen Donnerstagmittag @ UBIMET, DWD
Gemessene Temperaturen Donnerstagmittag @ UBIMET, DWD

Zwar liegen in einigen Regionen Deutschlands zumindest Schneereste, doch eine nennenswerte Schneedecke von 5 cm und mehr findet man nur südlich der Donau und in den Mittelgebirgen. Am morgigen Freitag stellt sich die Wetterlage um. Von Island kommend verlagert sich ein Tief bis vor die Küste Norwegens und die zugehörige, kräftig ausgeprägte Warmfront durchbricht die über Mitteleuropa vorherrschende Hochdruckbrücke. Dies hat zwar die Verdrängung der frostigen Luft zur Folge, vorübergehend schneit es mit der Front aber nahezu überall für kurze Zeit.

Wetterlage Freitag @ UBIMET
Wetterlage Freitag @ UBIMET
Analysierte Schneehöhe Donnerstag @ UBIMET
Analysierte Schneehöhe Donnerstag @ UBIMET

Gegen Freitagmittag sind im Emsland die ersten Schneeflocken zu erwarten, bis zum Abend fällt Schnee bereits auf einer Linie von Lübeck bis zum Sauerland, bis Mitternacht erreicht die Front das Erzgebirge und den Schwarzwald. Anfangs handelt es sich bis in tiefe Lagen um Schnee, mit der Zeit wird es aber milder und die Schneefallgrenze steigt vor allem im Westen rasch an. Am längsten hält sich die kalte Luft von Vorpommern entlang der Oder bis ins Erzgebirgsvorland sowie in höheren Lagen der östlichen Mittelgebirge. Hier sind bis Samstagvormittag auch die höchsten Neuschneemengen von etwa 10 cm zu erwarten, sonst reicht es aber doch immerhin für 2 bis 4 cm. Bis auf die westlichsten Teile Deutschlands wird es nahezu überall mal kurz weiß.

Neuschneeprognose über 24 Stunden von Freitagmittag bis Samstagmittag @ UBIMET
Neuschneeprognose über 24 Stunden von Freitagmittag bis Samstagmittag @ UBIMET

Im Übergangsbereich von Schnee zu Regen ist regional auch gefrierender Regen möglich. Auch wenn Autothermometer oder dergleichen dann bereits Werte über den Gefrierpunkt anzeigen, kann der Boden durch den tagelangen Dauerfrost noch deutlich kälter bzw. gefroren sein. Es ist also Vorsicht geboten.

 

Titelbild: Winterliche Straße @ https://pixabay.com/de/users/jerzygorecki-2233926/

Bergwetter am Wochenende

Webcam Bad Kleinkirchheim @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/brunnach-sued/

Freitag, 25. Jänner 2019

Am Freitag überwiegen an der Alpennordseite zunächst die Wolken und vom Bregenzerwald bis zum Mariazellerland fallen zeitweise ein paar Schneeflocken. Tagsüber lockert es im äußersten Westen etwas auf, überwiegend trüb bleibt es dagegen vom Tiroler Unterland ostwärts. Wetterbegünstigt ist wieder der Süden, in Süd- und Osttirol sowie in Kärnten zeichnen sich einige Sonnenstunden ab. Hier weht zudem leicht föhniger Nordwind, sonst weht der Wind vor allem am Alpenostrand kräftig bis stürmisch aus Nordwest. Die Temperaturen bleiben noch tiefwinterlich: Auf 3.000 m werden nur -16 Grad erreicht, auf 2.000 m rund -12 Grad.

Samstag, 26. Jänner 2019

Der Samstag beginnt in den Nordalpen von Vorarlberg bis nach Oberösterreich bereits dicht bewölkt und mit Schneefall. Tagsüber breitet sich der Schneefall rasch bis zur Rax-Schneeberg-Region aus und greift trotz freundlicherer Phasen vorübergehend auch auf die Regionen südlich des Alpenhauptkamms über. Dabei steigt die Schneefallgrenze generell von tiefen Lagen gegen 500 bis 900 m an. Vor allem von den Kitzbüheler Alpen bis zur Eisenwurzen regnet und schneit es anhaltend und kräftig, im Salzkammergut sind in mittleren und höheren Lagen bis zu 50 cm Neuschnee zu erwarten. Der Wind weht in den Hochlagen stürmisch aus Nordwest, auf exponierten Gipfeln sind mitunter schwere Sturmböen zu erwarten! Dazu wird es in allen Höhen milder: Auf 3.000 m erreichen die Temperaturen am Nachmittag -8 Grad, auf 2.000 m werden dann rund -2 Grad erreicht.

Bergwetterübersicht für Samstag @ UBIMET
Bergwetterübersicht für Samstag @ UBIMET

Sonntag, 27. Jänner 2019

Am Sonntag beruhigt sich das Wetter wieder. Vom Feuerkogel bis zum Hochwechsel sind die Wolken am Morgen noch dicht und auch letzte Schneeflocken fallen hier. Sonst bleibt es weitgehend trocken und zumindest zeitweise zeigt sich auch überall die Sonne. Am Nachmittag werden die Wolkenfelder wieder zahlreicher und zum Abend hin setzt am Arlberg und im Außerfern wieder etwas Niederschlag ein, unterhalb von etwa 900 m fällt Regen. Der Wind lässt rasch wieder nach und dreht auf Südwest, dazu bleiben die Temperaturen auf ähnlichem Niveau. In 3.000 m Höhe liegen sie um -8 Grad, in 2.000 m Höhe um -1 Grad.

Bergwetter-Tipp:

Webcams sind heutzutage für die Planung von Ausflügen und Touren unerlässlich. Sie liefern in Echtzeit Bilder vom Berg und geben damit Auskunft über die aktuellen Verhältnisse wie Hochnebelobergrenzen oder Sichtweiten bei Schneefall. Nahezu jedes Skigebiet verfügt inzwischen über eine große Anzahl an Kameras, welche live auf bei uns eingesehen werden können.

 

Titelbild: Webcam Bad Kleinkirchheim @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/brunnach-sued/

Das Wetter zu den Hahnenkamm-Rennen

Webcam Kitzbühel @ https://www.kitz.net

Update 24.01.2019:

In den vergangenen zwei Tagen hat sich die Modelllage vor allem bzgl. des Timings geändert. Während der Freitag noch als nahezu unverändert zur ursprünglichen Prognose gesehen werden kann, schaut der Samstag inzwischen deutlich winterlicher aus. Nach heutigem Stand bleiben die Wolken dicht und über den ganzen Tag verteilt muss in Kitzbühel mit Schneefall gerechnet werden, der zunehmend kräftig und nass ausfällt. Auch für die Abfahrt deuten sich damit nun Probleme an. Am Sonntag zieht der Schnee in den Morgenstunden ab und die Wolken lockern vorübergehend auf. Neuer Niederschlag kommt erst am Abend auf.

 

Stand 22.01.2019:

Die Bilder der Schneemassen in den Nordalpen sind noch sehr präsent, auch in Kitzbühel hatten die Verantwortlichen alle Hände voll zu tun, um die Stadt und die Pisten für das Highlight des Jahres vorzubereiten. Etwa 90 cm hoch liegt der Schnee im Tal, etwa 2 Meter werden am Berg gemessen. Ein Tief entwickelt sich nun über Italien und bringt zum Ende der Woche nochmal ein paar Schneeflocken, bevor sich am Samstag ein Zwischenhoch durchsetzt. Bereits am Sonntag macht sich nach aktuellem Stand jedoch schon das nächste Tief bemerkbar.

Webcam Kitzbühel @ https://www.kitz.net
Webcam Kitzbühel @ https://www.kitz.net

Die Aussichten im Detail:

Am Freitag halten sich recht kompakte Wolken, sie bringen vor allem am Morgen ein wenig Schneefall. Auch zum Start des Super-G um 11:30 Uhr sind noch ein paar Flocken möglich. Auflockerungen darf man eher nicht erwarten, im Bereich des Starts auf rund 1300 m Höhe können die Wolken die Sicht auch etwas einschränken. Der Wind spielt keine Rolle, dazu bleibt es kalt. Nach Morgentemperaturen von rund -8 Grad werden tagsüber maximal -3 Grad im Ort erwartet.

Der Samstag beginnt mit Restwolken, sie lockern aber im Laufe des Vormittags auf. Damit scheint zum Start der Abfahrt um 11:30 Uhr zeitweise die Sonne, am ehesten halten sich Wolkenbänke wieder auf etwa 1200 m Höhe. Am Nachmittag kommen nach aktuellem Stand wieder mehr Wolken auf, es bleibt aber trocken. -9 Grad werden in der Früh gemessen, auch tagsüber bleibt es mit maximal -1 Grad beim Dauerfrost.

Am Sonntag zu den beiden Slalomläufen kann die Sonne höchstens früh am Morgen noch durch die Wolken schimmern, meist bleibt es dicht bewölkt. Dazu kommt rasch leichter Schneefall auf, der ein oder andere Zentimeter Neuschnee ist im Tagesverlauf zu erwarten. Bei weiterhin nur schwachem Wind steigen die Temperaturen von -6 auf -1 Grad.

 

Titelbild: Webcam Kitzbühel @ https://www.kitz.net

Schnee im äußersten Westen und in Frankreich

Webcam Goch @ http://www.goch.de
Webcam Kleve @ http://www.maxxa.de/pix/webcam.jpg
Webcam Kleve @ http://www.maxxa.de/pix/webcam.jpg

Die Temperaturen liegen aktuell am Dienstagnachmittag verbreitet im Frostbereich oder sinken bald wieder in diesen. Damit dürfte der Schnee, welcher nun von Westen her aufzieht, überall liegenbleiben. Die Front wird jedoch immer langsamer bzw. stationär, denn das Hoch BRIGIDA über Osteuropa blockiert den Weg. Der Schneefall hält also auch in der Nacht an, wird dabei aber immer schwächer. Viel Schneeakkumulation darf man sich zwar nicht erwarten, aber zwischen 3 und 5 cm dürften auch abseits von Eifel und Hunsrück in den tiefen Lagen zusammenkommen.

Radar und Tempereraturen am Boden, Stand 15:00 Uhr @ UBIMET, DWD
Radar und Tempereraturen am Boden, Stand 15:00 Uhr @ UBIMET, DWD

 

Im Norden Frankreichs hat es heute schon winterliche Bedingungen gegeben, häufig war das in diesem Winter noch nicht der Fall. Nachfolgend ein paar Eindrücke:


 

Titelbild: Webcam Goch @ http://www.goch.de

Windiges Wien – eine Winterstatistik

Wien-Donauplatte @ Photo on VisualHunt

Die Erklärung für die windigen Wochen in Wien findet sich in der festgefahrenen Großwetterlage: Über den Britischen Inseln und dem östlichen Atlantik liegt ein kräftiges Hochdruckgebiet. Dieses lenkt alle Tiefs im Uhrzeigersinn um seinen Kern herum. Kommt nun also ein Tief vom Atlantik und möchte mit milder und feuchter Luft nach Mitteleuropa ziehen, wird es vom Hoch daran gehindert. Das Tief muss also den „Umweg“ an der Nordflanke des Hochs nehmen und zieht dann von Skandinavien nach Polen und Weißrussland. In den Nordalpen hatte dies die andauernden Schneefälle zur Folge. In Wien hingegen hat dies zur Konsequenz, dass seitdem mit jedem dieser Tiefs der West- bis Nordwestwind stürmisch auffrischte.

Das ganz große Sturmereignis war zwar bisher nicht dabei, Böen über 100 km/h zum Beispiel wurden in diesen Winter in Wien noch nicht erreicht (zuletzt im Oktober 2018). Markant in jedem Fall ist die Anzahl der stürmischen Tage in der Bundeshauptstadt. Hier ein kleiner Vergleich des Jänners bislang mit den Jännermonaten der vergangenen Jahre:

Monat
Tage mit stürmischen Böen
(> 62 km/h)
max. Windböe
Jänner 2019 (01. bis 15.) 11 94 km/h
Jänner 2018 8 86 km/h
Jänner 2017 6 104 km/h (Orkan Axel)
Jänner 2016 5 94 km/h
Jänner 2015 9 97 km/h
Jänner 2014 1 65 km/h
Jänner 2013 5 94 km/h
Jänner 2012 10 83 km/h
Jänner 2011 4 72 km/h
Jänner 2010 2 76 km/h
Jänner 2009 1 83 km/h
Jänner 2008 7 104 km/h (Orkan Paula)
Jänner 2007 18 122 km/h (Orkan Kyrill)

 

Wir erleben also definitiv den windigsten Jänner seit 12 Jahren, doch selbst die 18 Tage mit stürmischen Böen anno 2007 könnten theoretisch heuer noch übertroffen werden. Es ist ja erst bei Jännerhalbzeit. Was auch auffällt: Die Schwankungsbreite, ob ein Jänner nun besonders stürmisch ist oder doch eher ruhig, ist in den betrachteten 12 Jahren sehr hoch.

Wie viele Tage mit Sturm und Wind konnten in den letzten drei bis vier Monaten verzeichnet werden? Wie stark war die heftigste Sturmböe? Im Vergleich zu den Vorjahren: Wie viele stürmische Tage gab es im Vergleichszeitraum? Betrachten wir nun die vergangenen 3 Monate:

Monate
Tage mit stürmischen Böen
(> 62 km/h)
max. Windböe
NOV/DEZ/JÄN 2018/2019 (bis 15.01.19) 19 94 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2017/2018 25 94 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2016/2017 14 112 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2015/2016 14 104 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2014/2015 18 101 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2013/2014 14 86 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2012/2013 9 94 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2011/2012 17 90 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2010/2011 11 86 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2009/2010 9 79 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2008/2009 13 115 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2007/2008 16 104 km/h
NOV/DEZ/JÄN 2006/2007 25
122 km/h

 

Über diesen etwas längeren Zeitraum relativiert sich alles ein wenig, ganz einfach weil diesen Winter bis Mitte Dezember nur wenige stürmische Tage dabei waren. Aber auch hier gilt: der Jänner hat ja noch zwei Wochen, in denen die Bilanz von bislang 19 stürmischen Tagen noch aufgefettet werden kann.

Betrachtet man  eine etwas größere Skala, Frage „Wird es in Wien immer windiger über die vergangenen Jahrzehnte?“ – Im Folgenden sieht man einen Vergleich der Klimamittelwerte gültig für die Station Wien-Hohe Warte:

Klimaperiode Tage pro Jahr mit kräftigem Wind (mittlere Windgeschwindigkeiten > 39 km/h) Tage pro Jahr mit stürmischem Wind (mittlere Windgeschwindigkeiten > 62 km/h)
1961-2000 34 3
1981-2010 43 7

 

Der Trend in Wien scheint also langsam in die Richtung „windiger“ zu gehen. Aber natürlich wird es auch in Zukunft neben stürmischen Wintermonaten sehr ruhige geben – wenn zum Beispiel ein kräftiges Hochdruckgebiet mit kalten Luftmassen vorherrschend sein sollte.

 

Titelbild: Wien-Donau-City @ Photo on VisualHunt

Schnee im Süden und mögliche Kältewelle

Webcam Feldkopf @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkopf/

Langsam beruhigt sich die Lage in den Nordalpen. Das nun freundliche Wetter macht es möglich weiter Schnee zu räumen und Dächer von der Last zu befreien. Zudem sind aufgrund der wenigen Wolken und guten Sicht auch viele Erkundungsflüge und kontrollierte Lawinensprengungen möglich. Viele Straßen werden wieder freigegeben.


Zwar ist in den betroffenen Gebieten demnächst wieder mit etwas Schnee zu rechnen, die Mengen bleiben aber im Vergleich zu den letzten Tagen gering und sollten an der Situation nichts ändern: Von Vorarlberg bis nach Oberösterreich kommt am Donnerstagnachmittag eine Kaltfront auf, mit welcher etwas Niederschlag einsetzt. Die Schneefallgrenze liegt zunächst bei 800 bis 1000 m, in der Nacht auf Freitag sinkt sie bis in die meisten Täler. Dann sind im Bereich des Arlbergs und von den Zillertaler Alpen bis zum Salzkammergut um 10 cm Neuschnee zu erwarten.

Prognose des Neuschnees über 24h bis Freitagmittag @ UBIMET
Prognose des Neuschnees über 24h bis Freitagmittag @ UBIMET

Für die Alpensüdseite zeichnet sich hingegen ein Tief über dem Golf von Genua verantwortlich. In Osttirol und Kärnten staut sich ab Donnerstag von Süden her feuchte Luft und im Verlauf des Nachmittags beginnt es zu regnen, oberhalb von 800 bis 900 m zu schneien. Am Abend sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 700 m, in der Nacht auf Freitag schließlich bis in die Täler und Becken, dann ist vor allem in den Karawanken und den Karnischen Alpen auch mal kräftiger Schneefall möglich.  Bis Freitagvormittag sind in erhöhten Tallagen bis zu 20 cm Neuschnee wahrscheinlich, im Klagenfurter Becken werden es nach aktuellem Stand zwischen 5 und 10 cm.

Tiefsttemperaturen Mittwochmorgen @ UBIMET, ECMWF
Tiefsttemperaturen Mittwochmorgen @ UBIMET, ECMWF

Das Wochenende verläuft kälter und phasenweise bewölkt, aber weitgehend trocken. Für die kommende Woche deutet sich überwiegend ruhiges Winterwetter an, aller Voraussicht nach steigen die Temperaturen nur mehr im Flachland tagsüber noch knapp über den Gefrierpunkt. Nachts ist generell mit mäßigem, inneralpin teils strengem Frost zu rechnen. Ob und inwieweit es zu einer markanten Kältewelle kommt, bleibt noch abzuwarten. Es gibt aber durchaus Modelllösungen, welche ab Dienstag Dauerfrost und verbreitet zweistellige Tiefstwerte zeigen.

 

Titelbild: Webcam Feldkopf @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkopf/

Warum frieren Gewässer immer von oben zu?

Zugefrorener See @ b_hanakam on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Diese Umkehrung der Temperaturverteilung beruht auf der Dichteanomalie des Wassers. Üblicherweise nimmt die Dichte von Stoffen mit abnehmender Temperatur zu, weshalb sich beispielsweise die kühlste Luft bei einer ruhigen Hochdrucklage im Winter immer am Boden eines Tals ansammelt. Es gibt jedoch ein paar Stoffe, darunter Wasser, die ein gegenteiliges, anomales Verhalten zeigen. So rücken die Moleküle des Wassers bei einer Temperatur von 4 Grad besonders nah zusammen und erreichen die maximale Dichte. Bei Temperaturen unter 4 Grad nimmt die Dichte des Wassers wieder etwas ab.

Die 4-Grad-Marke

Durch die Dichteanomalie des Wassers kühlt ein stehender See im Laufe des Herbstes gänzlich auf 4 Grad ab, bevor sich das Wasser an der Oberfläche weiter in Richtung Gefrierpunkt abkühlen kann. Im Winter kommt es somit immer an der Oberfläche eines Gewässers zur Eisbildung, während am Seeboden eine 4 Grad „warme“ Schicht erhalten bleibt. Diese Eigenschaft des Wassers ist überlebenswichtig für die dortige Tier- und Pflanzenwelt.

Webcam Weisensee @ https://weissensee4.it-wms.com/
Webcam Weisensee @ https://weissensee4.it-wms.com/

Bisher nur wenige zugefrorene Seen, etwa in Kärnten

Bisher war es in diesem Winter noch nicht kalt genug für zugefrorene Seen, lediglich im Süden Österreichs hat es durch die frostigen Nächte für einzelne Seen gereicht. So ist etwa der vor allem bei Holländern beliebte Weissensee in Kärnten bereits seit dem 26. Dezember frei gegeben.

Die Freigabe einer Eisfläche erfolgt meist durch lokale Vereine. In der Regel wird aber nicht ein ganzer See freigegeben, sondern immer nur bestimmte, gekennzeichnete Bereiche. Wer sich auf das glatte Parkett bewegt, sollte sich der damit verbundenen Gefahren aber bewusst sein! In der Regel soll das Eis 15 bis 20 cm dick sein, um es gefahrlos betreten zu können.

Webcam Hörzendorfersee @ https://evw1.it-wms.com/current1.jpg
Webcam Hörzendorfersee @ https://evw1.it-wms.com/current1.jpg

Titelbild: Zugefrorener See @ b_hanakam on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Schneearmer Süden darf hoffen

Webcam Weisensee @ https://weissensee4.it-wms.com/

Seit dem Jahreswechsel ist die Wetterlage festgefahren: Hoher Luftdruck über dem Atlantik oder Westeuropa zwingt Tiefdruckgebiete immer wieder auf einer Bahn über Skandinavien nach Osteuropa, dazwischen dominiert mal mehr, mal weniger eine Nordwestströmung. Die Alpen liegen quer zur Strömungsrichtung im Weg und die kalten, feuchten Luftmassen stauen sich an der Nordseite. Im Lee des Alpenhauptkamms hatte dies bisher viel Sonnenschein, kaum Niederschlag und deutlich zu hohe Temperaturen durch den Föhn zur Folge.

Webcam Birnbaum @ http://www.alpenhof-wolayersee.at/webcam/alpenhof-wolayersee.jpg
Webcam Birnbaum @ http://www.alpenhof-wolayersee.at/webcam/alpenhof-wolayersee.jpg

Bei bis zu +5 Grad liegt die Abweichung der bisherigen Jänner-Temperatur zum langjährigen Mittel etwa im Drautal, im Schnitt sind es sonst +2 bis +3 Grad. Dies liegt aber hauptsächlich an den Tageswerten, denn die Nächte sind durch die meist auch fehlende Bewölkung fast durchweg frostig kalt verlaufen. Dies hat in den Skigebieten immerhin den durchgängigen Betrieb von Schneekanonen ermöglicht, aber auch viele Gewässer zufrieren lassen, so dass einige für das Eislaufen freigegeben sind.

Analyse der Gesamtschneehöhe vom Morgen des 14.01.2019 (Montag) @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe vom Morgen des 14.01.2019 (Montag) @ UBIMET

Die gemessenen Schneehöhen in Osttirol und Kärnten sind meist nicht der Rede wert. Nur direkt am Alpenhauptkamm hat es in den letzten Tagen wiederholt geschneit, so dass bspw. selbst in der Venediger-Gruppe in Osttirol inzwischen Lawinenwarnstufe 5 gilt. Auf der Villacher Alpe werden gerade mal 23 cm gemessen – der absolute Schneedeckenrekord stammt hier aus dem Jahr 1951 mit 7,3 m. Dies zeigt, was theoretisch auch hier möglich ist. Doch stattdessen hat es im Klagenfurter Becken oder im Raum Deutschlandsberg seit etwas 2 Wochen garkeinen Niederschlag mehr gegeben.

Webcam Hörzendorfersee @ https://evw1.it-wms.com/current1.jpg
Webcam Hörzendorfersee @ https://evw1.it-wms.com/current1.jpg

 

Doch ein wenig Hoffnung darf man sich machen: Am Mittwoch entwickelt sich über dem Golf von Genua ein Tief, welches sich am Donnerstag und Freitag über Italien hinweg zum Balkan verlagert. Noch sind sich die Wettermodelle bezüglich der genauen Zugbahn und der Auswirkungen auf das österreichische Wetter nicht einig, aber es bestehen zumindest Chancen für etwas Schnee im Süden in Verbindung mit der Passage des Tiefs. Insbesondere von Freitag auf Samstag werden vom Europäischen Wettermodell auch markante Schneemengen gerechnet, doch dies bedarf weiterer Beobachtung.

Prognose Neuschnee von Freitag auf Samstag, Stand: Montag @ UBIMET, ECMWF
Prognose Neuschnee von Freitag auf Samstag, Stand: Montag @ UBIMET, ECMWF

 

Titelbild: Webcam Weisensee @ https://weissensee4.it-wms.com/

 

Anhaltend starker Schneefall

Schneemassen in Filzmoos @ https://www.facebook.com/tmphotographyhochfilzen

Update 18:15 Uhr:

Der Tag neigt sich dem Ende zu und auch wir beenden unseren Live-Ticker für heute. Auch im Wienerwald schneit es inzwischen recht kräftig, in Rekawinkel auf knapp 400 m sind seit Mittag schon 12 cm Neuschnee zusammen gekommen. Die beiden nachfolgenden Webcams stammen jedoch aus dem Westen des Landes:

Webcam Bödele @ https://berghoffetz.webcam-livestream.at/
Webcam Bödele @ https://berghoffetz.webcam-livestream.at/
Webcam Tschagguns @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tschagguns/
Webcam Tschagguns @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tschagguns/

Update 17:10 Uhr:

Gosau im Bezirk Gmunden ist der nächste Ort, der nun nicht mehr erreichbar ist. Aufgrund der Lawinengefahr wurden sämtliche Zufahrtstraßen gespeert. In Niederösterreich wurde das Hochkar zum Katastrophengebiet erklärt und die Skigebiete Lackenhof und Gemeindealpe geschlossen.

Update 15:45 Uhr:

Inzwischen führt Schröcken, VA mit 175 cm die Hitliste der bewohnten Orte bei der Schneehöhe an. Der Schneefall ist jedoch nicht mehr ganz so stark wie noch am Vormittag, von Vorarlberg bis nach Niederösterreich liegen die stündlichen Niederschlagsmengen aktuell zwischen 1 und 2 l/qm. In den Niederungen entlang des Rheins und der Donau gehen die Temperaturen wie erwartet leicht zurück und der Regen demnächst nahezu überall in Schnee über.

Webcam Ennserhütte @ https://ennstalcam.kt-net.at/cameh.jpg
Webcam Ennserhütte @ https://ennstalcam.kt-net.at/cameh.jpg
Webcam Mariazell @ https://www.mariazell.at/webcam/
Webcam Mariazell @ https://www.mariazell.at/webcam/

Für Wien heißt das: Der später meist leichte, in den westlichen Bezirken mitunter auch mäßige Schneefall hält bis morgen Vormittag an. Die Temperaturen sinken am Abend auf etwa 0 Grad, damit kann es über Nacht in der ganzen Stadt anzuckern. Etwa 2 bis 4 cm sind in den westlichsten Bezirken möglich, im Wienerwald hingegen können bis morgen Vormittag um 10 cm zusammenkommen. Morgen schneit es vor allem am Vormittag noch zeitweise leicht, der Nachmittag bringt längere trockene Abschnitte.

Update 14:45 Uhr:

Übrigens sind wir trotz der aktuellen Schneemassen von Rekorden noch weit entfernt. Die höchste jemals in bewohntem Gebiet gemessene Schneehöhe war mit 3,3 m in Langen am Arlberg im Jahre 1968. Momentan liegen dort 1,3 m. Und auch Jännerrekorde wie bspw. 185 cm in Saalbach (aktuell 106 cm) oder 150 cm in Windischgarsten (aktuell 78 cm) sind derzeit noch nicht in Gefahr.

Update 14:15 Uhr:

Auch die ÖBB haben mit den Schneemassen zu kämpfen, aber sie bemühen sich so viele Strecken wie möglich am Laufen zu halten. Dabei werden auch mächtige Schneepflüge eingesetzt, welche die Schneemassen zur Seite befördern. Einer Gams ging das zu schnell, sie wurde verschüttet. Doch die Arbeiter haben sich ein Herz genommen und das Tief wieder befreit. Seht selbst:

Update 13:45 Uhr:

Leider klingelt das Telefon heute ununterbrochen, so dass die Updates gerade etwas unregelmäßiger erfolgen.

Bis zum Ende des aktuellen Schneefallereignisses kommen in den Nordstauregionen noch etwa 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee zusammen, am Freitag und Samstag rechnen wir mit einer Wetterberuhigung. Vorübergehend wird dann es am Wochenende auch milder, jedoch kündigen sich für mittlere und höhere Lagen der Alpennordseite ab Sonntag neuerlich große Schneemengen an.

Prognose der Neuschneehöhe bis Freitagmorgen @ UBIMET
Prognose der Neuschneehöhe bis Freitagmorgen @ UBIMET

Update 12:00 Uhr:

Schröcken, Warth am Arlberg, Lech und Zürs sind inzwischen nicht mehr erreichbar. Hier schneit es momentan so kräftig, dass selbst auf der Webcam kaum mehr was zu erkennen ist:

Webcam Schröcken @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/schroecken/
Webcam Schröcken @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/schroecken/

Update 11:45 Uhr:

Es schneit und schneit und schneit. Filzmoos in Tirol führt die Liste noch an, Schröcken in Vorarlberg hat aber kräftig aufgeholt:

  • 161 cm Hochfilzen (TI, 962 m)
  • 160 cm Schröcken (VA, 1244 m)
  • 156 cm Spital/Pyhrn – Bosrucktunnel (OÖ, 718 m)
Analysierte Gesamtschneehöhen Mittwochmorgen @ UBIMET
Analysierte Gesamtschneehöhen Mittwochmorgen @ UBIMET

Währenddessen müssen wir lesen, dass der Schnee ein weiteres Todesopfer gefordert hat. Auf der Mariazeller Bürgeralpe kam ein Schulskilehrer ums Leben, als er über den Pistenrand kopfüber in einen steil abfallenden Bereich gestürzt war. Dort soll die Schneedecke etwa 5 Meter betragen haben, entsprechend dürfte der Mann erstickt sein. Dies verdeutlicht: Nicht nur Lawinen sind gefährlich, auch beim Skifahren auf gesicherten Pisten ist aktuell höchste Vorsicht geboten!

Update 11:15 Uhr:

Auch der Schneedruck wird in den nächsten Tagen immer mehr zum Thema. Zwar liegen vielerorts jetzt schon meterhohe Schneemassen auf den Dächern, teilweise stark verfrachtet, doch der Schnee ist meist noch pulvrig und daher nicht so schwer. In den nächsten Tagen wir es jedoch etwas milder und am Wochenende steigt die Schneefallgrenze vorübergehend bis an die 1000 m an, damit fällt in manchen Tälern auch zeitweise Regen. Der Schnee auf den Dächern nimmt den Regen wie einen Schwamm auf und die Schneebelastung steigt ab Sonntag wohl markant an.

Gefahr durch Schneelasten ab Sonntag @ UBIMET
Gefahr durch Schneelasten ab Sonntag @ UBIMET

Auf alle Fälle ist es ratsam, die großen Schneemassen vor allem von Flachdächern und Vordächern frühzeitig abzuschaufeln, damit der Schneedruck in den kommenden Tagen und Wochen nicht zu hoch wird. Mancherorts werden auch schon Vorsichtsmaßnahmen getroffen, wie etwa im bayerischen Bad Wörishofen, wo eine Eissporthalle bereits gespeert wurde.

Update 10:45 Uhr

Südlich des Alpenhauptkamms ist Schnee wie bekannt Mangelware, in weiten Teilen Osttirols, Kärntens und der Steiermark ist es grün statt weiß. Dafür lagen die Temperaturen hier in den letzten Nächten häufig im mäßigen Frostbereich, viele Wasserflächen konnten zufrieren. Inzwischen sind bereits einige Seen zum Eislaufen freigegeben, bspw. der Aichwaldsee und der Hörzendorfersee. Der Weissensse ist hingegen schon seit Weihnachten frei. Informationen gibt es u.a. hier: https://www.evw.at/eisbahnen/

Webcam Dellach im Drautal @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/dellach/
Webcam Dellach im Drautal @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/dellach/
Webcam Weissensee @ http://www.eislaufen-weissensee.at
Webcam Weissensee @ http://www.eislaufen-weissensee.at

Update 09:45 Uhr

Momentan schneit es vor allem vom Montafon über das Außerfern und das Salzkammergut bis zum Mariazellerland kräftig, die Stundenraten liegen hier zwischen 2 und 3 l/qm. Dies entspricht bei den gegebenen Temperaturen einem Neuschneezuwachs von bis zu 5 cm pro Stunde. Webcambilder dazu:

Webcam Seefeld @ https://seefeld-dorfplatz.panomax.com/
Webcam Seefeld @ https://seefeld-dorfplatz.panomax.com/
Webcam Kufstein @ http://webcam.kufnet.at
Webcam Kufstein @ http://webcam.kufnet.at
Webcam Puchenstuben @ http://puchenstuben.it-wms.com/big_current1.jpg
Webcam Puchenstuben @ http://puchenstuben.it-wms.com/big_current1.jpg

Update 09:00 Uhr

Über Nacht hat es vom Bregenzerwald bis zum Schneeberg ohne nennenswerte Unterbrechungen geschneit, die höchsten Mengen sind am Arlberg gefallen. Schröcken meldet bei -4 Grad eine Niederschlagsmenge von 26 l/qm in 12 Stunden und eine beachtliche Schneehöhe von 156 cm. Dies sind 26 cm mehr als am Dienstagabend, was zeigt: Der Schnee setzt sich natürlich auch mit der Zeit.

Zur Lawinengefahr: Am gestrigen Abend haben bereits die Lawinenwarndienste der Steiermark und Niederösterreichs die Warnstufe auf 5 von 5 erhöht, ab dem heutigen Nachmittag gilt dies auch für die Region vom Loferer Land bis zum Salzkammergut. Weitere Infos gibt es bei den zuständigen Lawinenwarndiensten siehe auch hier: http://www.lawinen.at/

Lawinenwarnstufen Mittwoch, Stand 09:00 Uhr @ http://www.lawinen.at/
Lawinenwarnstufen Mittwoch, Stand 09:00 Uhr @ http://www.lawinen.at/

 

Titelbild: Schneemassen in Filzmoos @ https://www.facebook.com/tmphotographyhochfilzen

Bergwetter: Viel Neuschnee, dazu stürmisch

Webcambild Schröcken @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/schroecken

Freitag, 04. Jänner 2019

Am Freitag schneit es von Beginn an zwischen den Allgäuer Alpen und dem Hochkönig leicht, sonst ist es zunächst noch vielerorts trocken. Besonders südlich des Hauptkamms, also vom Ortler bis zum Schöckl, kann sich zeitweise die Sonne zeigen. Im Laufe des Tages beginnt es an der Alpennordseite flächendeckend und teils kräftig zu schneien. Der Wind weht im Hochgebirge verbreitet stürmisch aus nördlichen Richtungen. Die Höchstwerte liegen in 3.000 m Höhe bei eisigen -15 Grad, doch auch in 2.000 m Höhe werden nicht mehr als -12 Grad am Hochschwab und -10 Grad am Arlberg erreicht.

Samstag, 05. Jänner 2019

Am Samstag fällt vom Bregenzerwald bis zum Wienerwald länger anhaltend Schnee. Dabei intensiviert sich der Schneefall im Laufe des Nachmittags sogar noch, sodass dann in den gesamten Nordalpen mit tief winterlichen Verhältnissen gerechnet werden muss. In abgeschwächter Form greift der Schneefall auch auf die nördlichen Regionen von Süd- und Osttirol sowie von Kärnten über. Ganz im Süden bleibt es dagegen meist trocken und die Wolken weisen ein paar Lücken auf. Stürmischer Nordwestwind mit Böen bis zu 100 km/h runden den umgemütlichen Tag im Gebirge ab. Der Frost schwächt sich vorübergehend etwas ab, so steigen die Temperaturen in 3.000 m bis auf -10 Grad, auf 2.000 m Höhe pendeln die Werte um -6 Grad.

Sonntag, 06. Jänner 2019

Der Sonntag beginnt nördlich des Hauptkamms verbreitet mit intensivem Schneefall, der in abgeschwächter Form auch südwärts übergreift. Im Laufe des Tages wird der Schneefall sowohl von Westen als auch von Osten schwächer, somit konzentriert sich der stärkste Schneefall am Nachmittag auf die Regionen vom Karwendel bis zum Dachstein. Etwas Sonnenschein gibt es wieder in den südlichen Teilen Süd- und Osttirols sowie Kärntens. Es bleibt stürmisch, im Hochgebirge sorgen Böen zwischen 80 und 110 km/h für einen Blizzard. Von Osten her kühlt es schon wieder ab, somit steigen die Temperaturen in 3.000 m Höhe auf nur noch -13 Grad am Dachstein und -10 Grad auf der Schesaplana. In 2.000 m frieren die Wintersportler bei -10 Grad am Schneeberg und -5 Grad auf der Idalpe in Ischgl.

Bergwetter-Tipp:

Die Kombination aus Sturm und ergiebigem Schneefall sorgt am Wochenende für eine angespannte Lawinensituation, oberhalb der Waldgrenze gibt es massive Triebschneeansammlungen. So muss man speziell vom Arlberg bis zum Hochschwab mit Lawinenwarnstufe 4 von 5 rechnen, selbst die höchste Warnstufe könnte ausgerufen werden. Bei einer solch großen Lawinengefahr bedarf es gar keiner Zusatzbelastung wie einen Skifahrer mehr, um Schneebretter auszulösen. Auch mittelgroße bis große spontane Lawinen sind möglich. Folglich sollte man unbedingt auf den gesicherten Pisten bleiben!

 

Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/schroecken

26.12.1999: Orkantief Lothar – ein Rückblick

Bodendruckkarte vom 26.12.1999, 01 Uhr @ http://www.wetter-express.de/lothar.htm

1999 – eine Zeit, in welcher die Meteorologie im Vergleich zu heute noch deutlich weniger fortschrittlich war. Wetterprognosen waren weniger präzise und kurzfristige Entwicklungen wurden schlechter erfasst. Zudem war das Warnmanagement mit dem von heute nicht vergleichbar. Und so kam es, dass sich in der Nacht auf den 2. Weihnachtsfeiertag über der Biskaya, eingebettet in eine kräftige westliche Strömung an der Südflanke eines umfangreichen Tiefdruckkomplexes über dem Nordatlantik ein Randtief bildete. Unscheinbar muss es zunächst gewirkt haben, doch die Intensivierung in den nächsten Stunden war gewaltig. Damalige Wettermodelle müssen Probleme mit der Einordnung dieser Entwicklung gehabt haben, denn absehbar war diese lange Zeit nicht.

Warnungen sehr kurzfristig

Im Laufe des Vormittags verlagerte sich das Tief über den Norden Frankreichs hinweg nach Luxemburg und allmählich wurde auch in Deutschland klar, was da aufkommt. Erste Nachrichten von Todesopfern in Paris kamen über die Radiosender und Wetterberichte wurden angepasst, Sturmwarnungen ausgegeben. Doch das war kaum mehr rechtzeitig. Mit großer Geschwindigkeit rauschte Lothar über die Mitte Deutschlands hinweg und erreichte bereits am Nachmittag die Oder. Kurz, aber sehr heftig – nach 6 Stunden war alles vorbei.

Spitzenböen durch Orkan Lothar am 26.12.1999 @ UBIMET, DWD
Spitzenböen durch Orkan Lothar am 26.12.1999 @ UBIMET, DWD

Böen bis zu 272 km/h auf den Bergen

Die meisten Menschen wurden komplett überrascht, nichts hatte in den Wetterberichten auf einen derartigen Orkan hingewiesen. Neben dem Norden Frankreichs waren vor allem die Schweiz und die Südhälfte Deutschlands betroffen. Auf dem knapp 700 m hohen Berg Hohentwiel bei Singen wurden nahezu unglaubliche 272 km/h gemessen, auf dem Wendelstein waren es 259 km/h. Auf dem Feldberg war der letzte Wert 212 km/h, bevor die Wetterstation den Geist aufgab. Doch auch im Flachland wurden verbreitet deutliche Orkanböen registriert: Im Schweizer Brienz waren es außergewöhnliche 181 km/h, in Deutschland stammt der höchste Wert mit 151 km/h aus Karlsruhe. Hier zog das Tiefzentrum nur knapp vorbei, der Luftdruck fiel an der Station innerhalb von 10 Stunden um beeindruckende 30 hPa.

Über 100 Todesopfer zu beklagen

Ganze Wälder wurden gekappt, vor allem der Schwarzwald lag im Bereich des stärksten Orkanfeldes. Mit geschätzten 6 Mrd. US-$ gilt Lothar als einer der weltweit teuersten Versicherungsfälle. Zudem waren 110 Todesopfer zu beklagen – sicherlich auch aufgrund unzureichender Warnungen. Die meisten Menschen starben in Frankreich, wo am Tag darauf noch ein zweites Orkantief durchzog. In Baden-Württemberg wurden allein durch Lothar 13 Menschen getötet.

 

Titelbild: Bodendruckkarte vom 26.12.1999, 01 Uhr @ http://www.wetter-express.de/lothar.htm

 

Richtig lüften im Winter

Winterfenster @ https://pixabay.com/de/users/jill111-334088/

Stoß- statt Dauerlüften

Wer ständig die Fenster gekippt hat und gleichzeitig heizt, wirft das Geld buchstäblich zum Fenster hinaus. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen Räume und Wände aus. Statt Dauerlüften wird Stoßlüften empfohlen. Am Besten ihr öffnet morgens, nach der Arbeit und abends alle Fenster in der Wohnung für einige Minuten, um ordentlich durchzulüften. Wer tagsüber daheim ist, der sollte versuchen vier- oder fünfmal am Tag zu lüften. Falls die Fenster gegenüber liegen ist das ideal und beide können gleichzeitig geöffnet werden. Falls nicht, könnt ihr Türen öffnen um einen kurzen Durchzug zu schaffen.

Schimmelbildung vermeiden

Wer im Winter nicht lüftet, der riskiert Schimmelbildung. Die feuchte Raumluft bleibt in den Zimmern stehen und an den Wänden bildet sich Schimmel. Vor allem im Badezimmer und in der Küche ist Lüften essenziell, da hier besonders viel Feuchtigkeit entsteht. Auch hier sind einige Minuten Stoßlüften ausreichend.

Heizkörper @ https://pixabay.com/de/users/ri-138286/
Heizkörper @ https://pixabay.com/de/users/ri-138286/

Heizkörper @ https://pixabay.com/de/users/ri-138286/

Heizung ausschalten

Während ihr stoßlüftet, schaltet bitte die Heizung aus. Da die Heizung versucht gegen die plötzliche Kälte anzukämpfen, wird sehr viel Energie verschwendet.

Gesund wohnen

Im Winter strapaziert und reizt die trockene Heizungsluft die Schleimhäute. Ihr seid somit anfälliger auf Erkältungskrankheiten. Wer im Winter jedoch richtig lüftet, sorgt dafür, dass trockene, abgestandene Luft gegen frische Luft im Zimmer ausgetauscht wird. Gegen die trockene Heizungsluft im Winter helfen Grünpflanzen oder Raumbefeuchter, denn sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit.

 

Titelbild: @ https://pixabay.com/de/users/jill111-334088/

Erhebliche Lawinengefahr

Beispielbild eines Schneebretts @ https://pixabay.com/de/users/hans-2/

Verbreitet hat es an der Alpennordseite oberhalb von rund 2000 m in den letzten Tagen kräftig geschneit, lokal gab es bis zu einem Meter Neuschnee. Dazu wehte ein kräftiger Wind. Dies hatte mächtige Triebschneeansammlungen zur Folge, welche sich nur langsam mit der Altschneedecke verbinden. Durch die fehlende Verbindung zwischen beiden Schichten können sich Schneebretter aktuell schon bei geringer Zusatzbelastung lösen, etwa durch Wintersportler. Entsprechend warnen die Lawinenwarnstellen der Bundesländer derzeitig mehrheitlich mit der Stufe 3 von 5 (erheblich) für Gebiete oberhalb der Waldgrenze, in der Obersteiermark gar mit Stufe 4 (groß).

 

Lawinenlagebericht Vorarlberg vom 25.12.2018 @ https://warnung.vorarlberg.at
Lawinenlagebericht Vorarlberg vom 25.12.2018 @ https://warnung.vorarlberg.at

 

Unterhalb der Waldgrenze geht die Gefahr eher von Gleitschneelawinen aus und ist mit Stufe 2 (mäßig) auch nicht ganz so hoch. Generell wird erwartet, dass sich die Schneedecke in den nächsten Tagen festigt und die Lawinengefahr bereits ab dem Stefanitag etwas nachlässt.  Von Wintersport abseits gesicherter Pisten wird abgeraten.

 

 

Titelbild: @ https://pixabay.com/de/users/hans-2/

Warum kommt das Wetter meist aus Westen?

Photo credit: Joachim S. Müller on Foter.com / CC BY-NC-SA

Durch die Position der Erde zur Sonne werden die Gebiete um den Äquator ständig erwärmt. Die warme Luft steigt hier auf, am Boden entsteht die sogenannte äquatoriale Tiefdruckrinne. An den Polen fehlt hingegen diese Energiezufuhr, somit sinkt die Luft hier ab und es entsteht ein Hochdruckgebiet. Da der Wind am Boden vom Hoch zum Tief weht, müsste auf der Nordhalbkugel somit eigentlich immer Nordwind wehen. In größeren Höhen ist das Bild dagegen umgekehrt, hier müsste die am Äquator erwärmte Luft immer polwärts wehen. Dies ist allerdings nicht der Fall, weil die Erdrotation die Winde von ihrem Weg ablenkt. Die dafür verantwortliche Corioliskraft lenkt auf der Nordhalbkugel jeglichen bewegten Körper in Strömungsrichtung gesehen nach rechts ab.

Erddrehung und Polarjet

Durch die Corioliskraft werden die Südwinde in größeren Höhen bereits 3000 Kilometer nördlich des Äquators also auf westliche Richtung umgelenkt. Die mittlerweile erkaltete Luft sinkt dabei ab, weshalb sich dort der subtropische Hochdruckgürtel befindet. Da der Wind in Bodennähe um ein Hoch auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn weht, gibt es an dessen Nordflanke Westwind. Im Gegensatz dazu bekommen die nördlichen, vom Pol stammenden Winde durch die Corioliskraft vermehrt eine östliche Komponente. Etwa beim 60. Breitengrad treffen sie schließlich auf die milden Luftströmungen an der Nordflanke des subtropischen Hochdruckgürtels und es entsteht die subpolare Tiefdruckrinne. Diese wird durch den Polarjet überlagert, der die Hochs und Tiefs der mittleren Breiten im Mittel von West nach Ost führt.

 

Titelbild: Joachim S. Müller on Foter.com / CC BY-NC-SA

Neuschneemassen am Balkan

Schneemassen in Busovaca, Bosnien-Herzegovina @ Ivan Ćosić via https://www.facebook.com/severeweatherEU

 

Schneehöhen am 18.12.2018 @ http://www.meteoromania.ro
Schneehöhen am 18.12.2018 @ http://www.meteoromania.ro

 

Titelbild: Schneemassen in Busovaca, Bosnien-Herzegovina @ Ivan Ćosić via https://www.facebook.com/severeweatherEU

Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie

Weihnachtliche Stimmung bei Schnee, 2017 in Kaprun @ Steffen Dietz

Update 18. Dezember: Ausgeprägtes Weihnachtstauwetter

Derzeit sind die Voraussetzungen für ein weißes Weihnachtsfest so gut wie selten, liegt doch in weiten Teilen des Landes Schnee bzw. kommt am Donnerstag nahezu überall der ein oder andere Zentimeter noch neu dazu. Doch dabei wird es nicht lange bleiben, genau zum 4. Adventswochenende kommt die Westwindzirkulation in Gang und bringt auch zu Weihnachten milde Luft und zeitweiligen Regen. Selbst die Rückkehr polarer Kaltluft am Stefanitag erscheint nach heutigem Modellstand weniger wahrscheinlich, wenngleich aber weiterhin möglich.

Wetterlage zu Heiligabend, Temperatur in 1500 m Höhe @ UBIMET
Wetterlage zu Heiligabend, Temperatur in 1500 m Höhe @ UBIMET

Bereits am Wochenende steigen die Temperaturen in den Niederungen verbreitet auf deutlich positive Werte und entlang der Alpennordseite fällt immer wieder Regen, die Schneefallgrenze steigt auf 1300 bis 1500 m an. Am Montag, dem Heiligen Abend, ändert sich daran nicht viel. Es deuten sich zeitweise Wolken und etwas Regen an, wetterbegünstigt bleibt die Alpensüdseite. Dazu muss man sich auf Temperaturen deutlich oberhalb des Gefrierpunkts einstellen, in einigen Regionen wie im westlichen Donauraum sind gar über 10 Grad wahrscheinlich. Entsprechend diesen Aussichten dürfte letzter Schnee in den Niederungen bereits am Wochenende getaut sein, für alle Landeshauptstädte sieht es bezüglich weißer Weihnachten äußerst schlecht aus. Da die aktuelle Schneesituation in den Bergen derzeit gut ist, sollte sich die Schneedecke hier, wenn auch nass und tauend, aber bis Weihnachten halten – im Westen etwa oberhalb von 1000 m, im Osten etwa oberhalb von 800 m. Darunter wird es nach derzeitigem Stand auch inneralpin wenig winterlich bleiben.

Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten 2018

  • bei 0 %: Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz und St. Pölten, Wien, Eisenstadt, Klagenfurt und Graz
  • bei 5 %:  X
  • bei rund 10 %:  X
  • bei rund 20 %:  X

Statistik zu Weihnachten

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %.

Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET
Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET

Wahrscheinlichkeit nimmt ab

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert. Vor allem in den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen: In Wien und Eisenstadt war es letztmals vor sechs Jahren weiß. In Innsbruck wurde im Jahr 2017 zwar eine Schneedecke von 2 cm Schnee gemeldet, tatsächlich handelte es sich dabei aber nur um die letzten Reste einer Altschneedecke am Stadtrand. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in Sankt Pölten, wo zuletzt 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Viel Schnee im Jahr 1969

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in Sankt Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Übersicht zu aufgetretenen Weihnachten mit Schnee seit 1981 @ UBIMET
Übersicht zu aufgetretenen Weihnachten mit Schnee seit 1981 @ UBIMET

Schwere Unwetter in Australien

Screenshot eines Videos vom Downburst in Sydney @ https://www.facebook.com/cyclone.of.rhodes

Es sind Szenen, wie man sie auch bei uns im Sommer in ähnlicher Weise erleben kann. Schon häufiger haben wir über so genannte Micro- oder Downbursts berichtet, zum Beispiel hier. Sie treten oft wie aus dem Nichts auf, wenn die Aufwinde innerhalb eines Schauers oder Gewitters nicht mehr reichen die Wassermassen zurückzuhalten und sich ein ‚Sack‘ den Weg zum Boden bahnt. Ist in der Wolke eine trockene Schicht eingelagert, kann sich dieses Paket an Regen durch Verdunstung weiter beschleunigen. Durch den stark beschleunigten Abwind und das Auseinanderlaufen am Boden sind die starken Winde üblicherweise das größte Problem bei diesem Phänomen, weniger der kräftige Regen. Das gestern aufgenommene Videos verdeutlicht dies gut, es empfiehlt sich den Sound anzuschalten:

Wie erwähnt kam es in weiten Teilen von Queensland zudem zu massiven Regenfällen, stellenweise stehen hier nun die Felder unter Wasser:

 

Titelbild: Screenshot eines Videos vom Downburst in Sydney @ https://www.facebook.com/cyclone.of.rhodes

Weihnachtswetter: Trend geht zu grünem Fest

Photo credit: PeterThoeny on Foter.com / CC BY-NC-SA

Derzeit sind die Voraussetzungen für ein weißes Weihnachtsfest so gut wie selten, immerhin liegt in weiten Teilen des Landes Schnee und Richtung Donnerstag ist auch nochmal der ein oder andere Zentimeter Neuschnee möglich. Doch auf das berühmt-berüchtigte Weihnachtstauwetter ist wohl auch in diesem Jahr Verlass: Die Wettermodelle einigen sich immer mehr auf eine markante Milderung zum Wochenende hin. Nach aktuellem Kenntnisstand etabliert sich tiefer Luftdruck von den Britischen Inseln bis zum Baltikum, damit wird ab Freitag in mehreren Schüben mildere Luft aus Südwesten herangeführt.

Analysierte Schneehöhe am Morgen des 17.12.2018 @ UBIMET
Analysierte Schneehöhe am Morgen des 17.12.2018 @ UBIMET

Weiße Weihnachten nur im Bergland

Bereits am Wochenende steigen die Temperaturen in den Niederungen verbreitet auf deutlich positive Werte und entlang der Alpennordseite fällt immer wieder Regen, die Schneefallgrenze steigt auf 1300 bis 1500 m an. Am Montag, dem Heiligen Abend, ändert sich daran voraussichtlich nicht viel. Es deuten sich viele Wolken und etwas Regen an, leicht wetterbegünstigt bleibt die Alpensüdseite. Dazu muss man sich auf Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts einstellen, in einigen Regionen wie im westlichen Donauraum sind gar bis zu 10 Grad nicht ausgeschlossen. Entsprechend diesen Aussichten dürfte letzter Schnee in den Niederungen rechtzeitig zum Heiligen Abend getaut sein, zumindest für alle Landeshauptstädte sieht es bezüglich weißer Weihnachten schlecht aus. Da die aktuelle Schneesituation in den Bergen derzeit gut ist, sollte sich die Schneedecke hier aber bis Weihnachten halten – im Westen etwa oberhalb von 1000 m, im Osten etwa oberhalb von 700 m. Darunter wird es nach derzeitigem Stand auch hier wenig winterlich bleiben.

Prognose der Höchsttemperaturen am Heiligabend @ECMWF, UBIMET
Prognose der Höchsttemperaturen am Heiligabend @ECMWF, UBIMET

Schneeschauer am Stefanitag möglich

Mit dem über Osteuropa abziehenden Tief deuten die Wettermodelle nachfolgend jedoch auch wieder eine Rückkehr der Kaltluft an. Nach einem noch milden Christtag sind zum Stefanitag wieder sinkende Temperaturen möglich, an der Alpennordseite und etwa im Mühl- und Waldviertel deuten sich zudem Schneeschauer an.

 

Titelbild: Photo credit: PeterThoeny on Foter.com / CC BY-NC-SA

 

Ausblick: Etwas Schnee nun auch im Süden und Osten?

Webcambild Königsberg @ http://www.koenigsberg.at

Auf die vor allem im Westen gefallenen Schneemassen von bis zu einem Meter sind wir bereits im gestrigen Artikel eingegangen, über Nacht wurde auch die östliche Alpennordseite noch mit etlichen Zentimetern versorgt. So meldet Lunz am See auf rund 600 m Höhe in den Niederösterreichischen Voralpen heute Morgen eine Schneehöhe von 49 cm, aber auch sonst liegen hier nun verbreitet zwischen 25 und 40 cm auf ähnlicher Höhe. Selbst Weitra im Waldviertel meldet mit 19 cm Ski & Rodel gut.

VERA-Analyse der Schneehöhe am Mittwochmorgen @ UBIMET
VERA-Analyse der Schneehöhe am Mittwochmorgen @ UBIMET

 

Während der aktuelle Schneefall im Laufe des Mittwochs abklingt und sich am Donnerstag landesweit ruhiges Wetter einstellt, deutet sich ab Freitag das nächste Schneefallgebiet an. Verschiedene Wettermodelle waren sich lange Zeit uneinig, gleichen sich nun aber doch immer mehr an. Demnach kommt am Freitag von Osttirol bis ins Südburgenland leichter Schneefall auf, der in der Nacht auch den Osten erreicht und hier im Laufe des Samstags abklingt. Da bis dahin auch überall um 2 bis 5 Grad kühlere Luft eingesickert ist, dürfte der Schnee gebietsweise selbst im Flachland liegenbleiben. Unklar ist nur noch, wieviel Zentimeter der weißen Pracht zu erwarten sind.

Prognose der 24h-Neuschneemenge bis Samstagvormittag @ UBIMET
Prognose der 24h-Neuschneemenge bis Samstagvormittag @ UBIMET

Und hier kommt der kleine Dämpfer: Viel wird es wohl nicht. Der kräftigste Schneefall zieht nach derzeitigem Stand über Ungarn nach Osten ab. Während eines der großen Wettermodelle zuletzt an die 20 cm selbst für Wien berechnet hat und das andere so ziemlich garnichts davon wissen wollte, haben sie sich inzwischen auf ‚um 5 cm, lokal auch bis zu 10 cm‘ etwa östlich einer Linie Karnische Alpen – Waldviertel geeinigt. Dieses Szenario erscheint uns derweil auch am realistischsten, wir werden die Entwicklung natürlich im Auge behalten.

 

Titelbild: Webcam Königsberg @ http://www.koenigsberg.at

Die Geminiden: Sternschnuppen in der Vorweihnachtszeit

Webcambild von der Turracher Höhe, wo am 29.11.2018 ein Meteorit aufgenommen werden konnte @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost

Immer wieder kommt es im Jahresverlauf zu einer Häufung von Sternschnuppen durch Meteorströme, doch gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit haben sie einen besonderen Charme. Immerhin soll ein Wunsch dabei in Erfüllung gehen und davon dürfte es vor Weihnachten wohl so einige geben.

 

Bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde

Bis Montag, den 17.12. sind die Geminiden am Himmel zu beobachten, die Nächte von Donnerstag auf Freitag und von Freitag auf Samstag stellen dabei den Höhepunkt dar. Bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde sind laut Astro-Experten möglich und dies vor allem am östlichen Horizont im Sternbild Zwillinge, welches auf lateinisch ‚gemini‘ heißt und folglich dem Meteorstrom seinen Namen gegeben hat. Die beste Beobachtungszeit ist jeweils um Mitternacht gegeben, wenn der Mond als stärkster Störfaktor untergegangen ist. Daher schauen wir im Folgenden auf die Bewölkungsverhältnisse zu etwa dieser Zeit.

 

Wettermodelle zeigen viele tiefe Wolken

In den nachfolgenden Karten erkennt man in blau, braun und grün die prognostizierten Wolken in verschiedenen Höhen. Grundsätzlich kann man sagen: Je weniger Einfärbung, desto weniger Wolken und ergo desto höher die Wahrscheinlichkeit für die Sichtung von Sternschnuppen.

 

Bewölkung etwa zu Mitternacht von Donnerstag auf Freitag @ UBIMET
Bewölkung etwa zu Mitternacht von Donnerstag auf Freitag @ UBIMET

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag schaut es in Österreich vor allem im Westen von Vorarlberg bis nach Salzburg sowie in Teilen Oberösterreichs gut aus. Überall sonst halten sich tiefe Wolken, vor allem an der Alpensüdseite. Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Schweiz, mit den besten Bedingungen im Mittelland und der Zentralschweiz. In Deutschland wird es wohl auch viele tiefe, hochnebelartige Wolken geben, die die Sicht auf dem Himmel versperren. Einen klaren Himmel darf man hier am ehesten im Südwesten erwarten, von der Eifel bis zur Rhön und nach Süden bis zum Rheingraben und zum Schwarzwald.

 

Bewölkung etwa zu Mitternacht von Freitag auf Samstag @ UBIMET
Bewölkung etwa zu Mitternacht von Freitag auf Samstag @ UBIMET

In der Nacht von Freitag auf Samstag nimmt der Luftdruck meist zu, die Wolken lockern etwas großflächiger auf. Zusätzlich zum Südwesten von Deutschland ergeben sich auch in der Mitte und teilweise im Norddeutschen Tiefland größere Wolkenlücken. In der Schweiz sind abgesehen von lokalen Nebel- und Hochnebelfelder generell gute Bedingungen zu erwarten. In Österreich ändert sich hingegen nicht viel: Der Westen dürfte wolkenfrei bleiben, östlich einer Linie Salzburg-Lienz aber bringt ein vorbei streifendes Tief komapkte Wolken und etwas Schnee.

 

 

Titelbild: Webcambild von der Turracher Höhe, wo am 29.11.2018 ein Meteorit aufgenommen werden konnte @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost

Stürmische Zeiten stehen an

Blätter im Wind @ https://pixabay.com/en/users/_Alicja_-5975425/

Hochdruckgebiete haben in den letzten Monaten das Wetter bestimmt, doch inzwischen befinden wir uns in einer Phase reger Tiefdruckaktivität. Vom Atlantik verlagert sich ein Tief nach dem anderen nach Europa und auch bis Sonntag wird sich daran nichts ändern. Im Gegenteil:  In den kommenden Tagen fallen die Tiefs von Schottland bis zur Ostsee relativ kräftig aus, so dass sich der Druckunterschied zum hohen Luftdruck über Südosteuropa verschärft.

Wetterlage am Freitagmittag, 07.12.2018 @ UBIMET
Wetterlage am Freitagmittag, 07.12.2018 @ UBIMET

Am Freitag liegt das heute noch wetterbestimmende Tief bereits über der Ostsee und schwächt sich dort ab. Über Schottland zieht jedoch bereits das nächste auf und damit nimmt der Südwestwind im Tagesverlauf immer mehr an Stärke zu. Am Nachmittag greift die ausgeprägte Kaltfront auf den Westen über und überquert das Land in den Abendstunden. Insbesondere von der Eifel bis zum Bayerischen Wald sind dann stürmische Böen, lokal auch Sturmböen zu erwarten. Auf den Bergen von Schwarzwald und Schwäbischer Alb sind gar Böen um oder über 100 km/h möglich.

Prognostizierte maximale Böen am Freitag, 07.12.2018 @ UBIMET
Prognostizierte maximale Böen am Freitag, 07.12.2018 @ UBIMET

Der Samstag bleibt generell windig. Das Tiefzentrum liegt dann über dem Süden Skandinaviens, von England kommend nähert sich im Tagesverlauf jedoch ein kleinräumiges Randtief mit seiner Warmfront. Der Südwest- bis Westwind weht im ganzen Land frisch bis kräftig und nimmt zum Abend hin besonders im Westen noch zu. Gebietsweise sind Sturmböen zwischen 70 und 80 km/h zu erwarten.

Prognostizierte maximale Böen am Samstag, 08.12.2018 @ UBIMET
Prognostizierte maximale Böen am Samstag, 08.12.2018 @ UBIMET

Am Sonntag weitet das Hoch über Südwesteuropa schließlich seinen Einfluss nach Norden aus, während sich der tiefe Luftdruck über Skandinavien konzentriert. Damit dreht die Strömung auf Nordwest und die Zufuhr kälterer Luft setzt ein. Es bleibt stürmisch, am Vormittag vor allem in der Südhälfte, zum Abend hin verstärkt sich der Wind hingegen eher im Norden. Mit Ausnahme des äußersten Nordostens sind nahezu überall stürmische Böen zu erwarten, in exponierten Lagen der Mittelgebirge sind abermals über 100 km/h möglich.

Prognostizierte maximale Böen am Sonntag, 09.12.2018 @ UBIMET
Prognostizierte maximale Böen am Sonntag, 09.12.2018 @ UBIMET

 

Titelbild: @ https://pixabay.com/en/users/_Alicja_-5975425/

Donnerstagmorgen Glätte durch gefrierenden Regen

Durch gefrierenden Regen betroffene Regionen am Donnerstag, den 06.12.2018 @ UBIMET

Ausgehend von einem Tief über der Nordsee verlagert sich in der Nacht auf Donnerstag eine Warmfront bis nach Österreich. Die Luft ist in der Höhe warm genug, so dass meist Regen fällt. Nur südlich des Alpenhauptkamms können anfangs auch Schneeflocken dabei sein. Während es im Westen des Landes auch bodennah bei Plusgraden bleibt, kann sich die Luft im Norden, Süden und Osten vorher noch deutlich abkühlen. Anfangs zeigen sich hier noch die Sterne, zudem ist die Luft trocken, folglich gibt es bis zum frühen Morgen verbreitet leichten Frost.

Prognostizierte Temperaturen am Donnerstag um 07:00 Uhr @ UBIMET
Prognostizierte Temperaturen am Donnerstag um 07:00 Uhr @ UBIMET

Besonders Waldviertel betroffen

Am wahrscheinlichsten erscheint gefrierender Regen vom Mühl- und Waldviertel südwärts bis ins Grazer Becken, lokal kann sich die bodennahe Kaltluft hier bis Mittag halten. Im Waldviertel deuten einige Wettermodelle gefährliche Glätte gar bis zum Abend an. Weniger gewiss ist die Entwicklung bzgl. gefrierenden Regens im Zentralraum Oberösterreichs oder ganz im Osten inkl. Wiens, nach derzeitigem Stand sollte es mit Einsetzen des Regens schon zu mild sein.

Aktuelle Vorwarnungen, Stand Mittwoch, 16:30 Uhr @ www.uwz.at
Aktuelle Vorwarnungen, Stand Mittwoch, 16:30 Uhr @ www.uwz.at

Halber Meter Schnee im Bergland?

Am Freitag wird es schließlich generell milder, der nächste Gruß vom Winter ist jedoch nicht weit. Ein kräftige Kaltfront überquert den Alpenraum in der Nacht auf Samstag und mit ihr sinkt die Schneefallgrenze wieder gegen 1000 m oder etwas tiefer. Nachfolgend dreht die Strömung auf Nordwest, so dass sich in den folgenden Tagen immer wieder feuchte Luftmassen an der Alpennordseite stauen und hier etwa ab Mittelgebirgslagen für etliche Zentimeter Neuschnee sorgen. Im Bergland deutet sich lokal auch mehr als ein Meter an. Ab Montag wird es noch kälter, dann ist im Norden auch in tiefen Lagen wieder winterliches Wetter zu erwarten.

 

Titelbild: Durch gefrierenden Regen betroffene Regionen am Donnerstag, den 06.12.2018 @ UBIMET

Wetter und Klima – Der Unterschied

Klimawandel @ https://pixabay.com/en/users/Tumisu-148124/

Beim täglichen Smalltalk über das Wetter werden vielfach Begriffe wie Regen, Sonnenschein, Wind, Hitze oder Kälte verwendet. Tatsächlich beschreibt das Wetter den aktuellen Zustand der Atmosphäre innerhalb einer Zeitspanne von Stunden bis zu mehreren Tagen. Dabei wird meist Bezug auf einen bestimmten Standort oder auch eine Region genommen. Tief- und Hochdruckgebiete bestimmen den Wetterablauf und sorgen für kurzfristige Veränderungen.

 

Abweichung der Temperatur am 22.11.2018 zeigt im Nordosten der USA deutlich zu niedrige Werte, während der Rest der nördlichen Halbkugel zu hohe Werte aufweist @ https://climatereanalyzer.org
Abweichung der Temperatur am 22.11.2018 zeigt im Nordosten der USA deutlich zu niedrige Werte, während der Rest der nördlichen Halbkugel zu hohe Werte aufweist @ https://climatereanalyzer.org

Die Beschreibung des Klimas bezieht sich im Gegensatz dazu auf deutlich längere Zeiträume von Jahrzehnten bis hin zu ganzen Zeitaltern. Laut Weltorganisation für Meteorologie (WMO) muss die Beobachtungszeit lange genug sein, um eine statistische Auswertung bezüglich Abweichung vom Mittelwert (Schwankungsbereich), Extremwerte und periodische Schwingungen (Sonnenfleckenzyklus, Eiszeiten usw.) ausmachen zu können. Um diese international zu vergleichen, werden sogenannte Klimanormalperioden, meist 30 Jahre (z.B. 1961 bis 1990), festgelegt.

Twitter-Post des amerikanischen Präsidenten und Reaktion einer verblüfften Jugendlichen
Twitter-Post des amerikanischen Präsidenten und Reaktion einer verblüfften Jugendlichen

 

Sowohl das Wetter als auch das Klima fallen in den Arbeitsbereich eines Meteorologen, jedoch werden diese unterschiedlich berechnet bzw. analysiert. Für die tägliche Wettervorhersage kommen sogenannte numerische Wettermodelle zum Einsatz, die sich durch eine hohe räumliche (ca. 4 bis 15 km) und zeitliche Auflösung (einzelne Stunden) auszeichnen. Je nach Wetterlage sind damit genaue Vorhersagen von 5 bis 10 Tagen möglich. Im Gegensatz dazu ist die räumliche Auflösung von Klimamodellen deutlich geringer und bewegt sich im Bereich von 100 km oder mehr. Deren Aufgabe ist es, deutlich länger in die Zukunft zu blicken (Monate bis Jahre).

 


Titelbild: @ https://pixabay.com/en/users/Tumisu-148124/

Winterliches Wetter zur Wochenmitte

Wetterlage am Montagabend, 26.11.2018 mit heranströmender Kaltluft rückseitig des Tiefs über Ungarn @ UBIMET, NCEP

Der Wetterablauf ist den Meteorologen kein unbekannter, die Krux liegt jedoch wie so oft im Detail: Ein Tief über Oberitalien schaufelt zunächst reichlich feuchte Luft in den Südosten und Osten Österreichs, hier ist mit anhaltendem und teils auch kräftigem Regen zu rechnen. Am Montag zieht das Tief über Ungarn ab, an seiner Rückseite dreht die Strömung auf nordöstliche Richtungen und zapft Kaltluft aus Russland an. Diese erreicht das Land schrittweise, damit gehen letzte Niederschläge immer mehr in Schnee über. Die Schneefallgrenze liegt zunächst von Nord nach Süd zwischen 600 und 1200 m und sinkt bis zum Abend nördlich der Alpen bis auf etwa 300 m. Vor allem im Mühl- und Waldviertel deuten sich dann einige Zentimeter Neuschnee an.

Prognostizierte 24-stündige Neuschneehöhe am Dienstagmorgen, den 27.11.2018 @ UBIMET
Prognostizierte 24-stündige Neuschneehöhe am Dienstagmorgen, den 27.11.2018 @ UBIMET

 

Am Dienstag schneit es generell entlang der Alpennordseite ein wenig, länger anhaltend im östlichen Nordalpenbereich. Die Schneefallgrenze liegt zwischen tiefen Lagen im Osten und 600 m im Westen, es kann also auch im Flachland streckenweise weiß werden. Am Mittwoch stellt sich im Norden schon stellenweise Dauerfrost ein. Tagsüber lockern die Wolken häufig auf, damit deutet sich eine klirrend kalte Nacht an. Dort, wo Schnee liegt, können die Temperaturen im Nordosten zum Donnerstag hin bis auf -10 Grad sinken.

 

Prognostizierte Tiefsttemperatur für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, den 29.11.2018 @ UBIMET
Prognostizierte Tiefsttemperatur für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, den 29.11.2018 @ UBIMET
Prognostizierte Höchsttemperatur für Donnerstag, den 29.11.2018 @ UBIMET
Prognostizierte Höchsttemperatur für Donnerstag, den 29.11.2018 @ UBIMET

 

Titelbild: Wetterlage am Montagabend, 26.11.2018 mit heranströmender Kaltluft rückseitig des Tiefs über Ungarn @ UBIMET, NCEP

Update zu erstem Schneefall im Flachland

Modellprognose der 6h-Neuschneemenge von Dienstag 04:00 bis 10:00 Uhr @ UBIMET

Der Sonntag verläuft abseits lokaler Nebelfelder besonders an der Alpennordseite überwiegend sonnig, etwas hartnäckiger halten sich teils hochnebelartige Wolken hingegen von Unterkärnten bis zum Südburgenland. Am späten Nachmittag ziehen im Nordosten vermehrt Wolken auf und am Abend fallen im Wald- und Weinviertel, in der Nacht schließlich entlang der Alpennordseite sowie im östlichen und südlichen Bergland ein paar Schneeflocken. Auch im Flachland von Linz über St. Pölten und Wien bis nach Eisenstadt können Nachteulen vermutlich die ersten Flocken des Winters erhaschen.

Es wird winterlich in Österreich
An der Südflanke des Hochs gerate kalte Luftmassen ins Land

 

Der Montag bringt viele Wolken und im Tagesverlauf schneit es vor allem im Bereich der Ostalpen sowie im Mühl- und Waldviertel zeitweise mit leichter Intensität, aber auch im Südosten deutet sich am Vormittag vorübergehend etwas Schneefall an. Generell kann sich ab mittleren Höhenlagen vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden, etwas Matsch erscheint auch im Grazer Becken im Bereich des Möglichen. Generell sind einzelne Schneeschauer nirgends ausgeschlossen, am ehesten trocken bleibt es im Westen.

Dienstagmorgen im Süden frühwinterlich

Am Dienstag bleiben die Wolken im Süden und Osten dicht und nach derzeitigem Stand setzt von Osttirol bis ins Südburgenland bereits in den frühen Morgenstunden Schneefall ein, welcher zum Berufsverkehr bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch stellenweise etwas kräftiger ausfallen kann. Bis etwa Mittag deutet sich im Süden anhaltender Schneefall bei dann leicht positiven Temperaturen an, zum Nachmittag hin verlagert sich der Schwerpunkt des Niederschlags in die Osthälfte. Mit dem Einfließen milderer Luft sollte die Schneefallgrenze hier aber auf etwa 400 bis 500 m ansteigen.

In Verbindung mit dem morgendlichen Schneefall deuten sich im gesamten Süden des Landes frühwinterliche Bedingungen mit ein paar Zentimetern Nassschnee an, von den Karnischen Alpen und Karawanken über die Kor- und Packalpe, das Steirische Randgebirge bis hin zur Semmering-Wechsel-Region erscheinen tagsüber auch markante Mengen um 10 cm immer realistischer. Vom Semmering nordwärts bis zum Waldviertel deuten sich Mengen um 5 cm oberhalb von rund 400 m an, im östlichen Flachland ist basierend auf den aktuellen Modellprognosen eher nur vorübergehend mit etwas Matsch zu rechnen.

In der Nacht auf Mittwoch und am Mittwoch selber ist im Osten weiterhin Niederschlag möglich, Schnee sollte dann aber nur oberhalb von 500 bis 700 m fallen. Einige Wettermodelle deuten auch eine raschere Milderung an.

 

Titelbild: Modellprognose der 6h-Neuschneemenge von Dienstag 04:00 bis 10:00 Uhr @ UBIMET

Bergwetter am Wochenende

Webcambild Virgen @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/virgen-west/

Freitag, 16. November 2018

Am Freitag halten sich in manchen Tälern zunächst wieder Nebelfelder, sie lösen sich aber bald auf. Somit scheint tagsüber in weiten Teilen der Alpen die Sonne. Etwas zäher sind die hochnebelartigen Wolken nur von Osttirol bis zum Alpenostrand, aber auch hier kann sich die Sonne zeitweise durchsetzen. Auf den Bergen weht mäßiger bis lebhafter Südost- bis Ostwind. Die Temperaturen erreichen von Ost nach West in 3.000 m Höhe -6 bis 0 Grad, in 2.000 m Höhe ist der Unterschied zwischen Ost und West mit -4 bis +4 Grad noch größer.

 

Samstag, 17. November 2018

Der Samstag beginnt in einigen Tälern und Becken erneut mit Nebel- oder Hochnebelfeldern, diese halten sich aber nur für kurze Zeit. In den Bergen scheint von früh bis spät die Sonne, nicht selten gar von einem wolkenlosen Himmel. Nur von den Ötztaler Alpen bis zur Rax-Schneeberg-Region ziehen am Nachmittag auch mal lockere Wolkenfelder durch. Der Wind weht auf den Bergen weiterhin teils lebhaft, dazu liegen die Temperaturen nun auch im Westen deutlich niedriger. In 3.000 m Höhe werden von Ost nach West -8 bis -6 Grad gemessen, in 2.000 m Höhe werden maximal -5 bis 0 Grad erreicht.

 

Sonntag, 18. November 2018

Am Sonntag ändert sich zunächst nur wenig am Wettergeschehen, mit der üblichen Verteilung von Nebel und Sonne geht es in den Tag. Im Laufe des Nachmittags ziehen von Nordosten her jedoch immer mehr Wolkenfelder auf, am späten Abend bringen sie nach derzeitigem Stand am Alpenostrand die ersten Schneeflocken. Bei lebhaftem Ostwind herrscht im Bergland nahezu überall Dauerfrost. In 3.000 m Höhe werden -9 bis -6 Grad erreicht, in 2.000 m Höhe sind es -5 bis 0 Grad, nach wie vor mit den höchsten Werten im Westen.

Zwar lockt der Sonnenschein nochmal in die Berge, gegenüber den letzten Wochenenden ist es diesmal aber deutlich kühler. Entsprechend sollte man auf ausreichend warme Kleidung in mehreren Schichten achten. Durch die niedrigeren Temperaturen ist nun auch überall der Betrieb von Schneekanonen möglich, die Pistenbedingungen sollten an diesem Wochenende aber nur auf den Gletschern ausreichend gut sein.

 

Titelbild: Webcam Virgen @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/virgen-west/

Erster Gruß vom Winter

Angezuckertes Feld

Sonntagmorgen verbreitet Frost

Zur Hälfte ist der Monat November bereits wieder Geschichte und bisher hat sich das Muster mit einer milden, südlichen Strömung fortgesetzt. Rund 5 Grad beträgt aktuell die positive Abweichung der Temperatur zum monatlichen Mittelwert, doch dies wird sich nun ändern. Kältere Luft hat den Alpenraum bereits erreicht, beispielsweise wurden in Wien am Donnerstagmorgen nach langer Zeit mal wieder Temperaturen von deutlich unter 5 Grad gemessen. Und dieser Trend setzt sich fort: Am Samstag muss man im Nordosten Österreichs mit Morgenfrost rechnen, am Sonntagmorgen schließlich im ganzen Land. Bis dahin bleibt es noch trocken, auch an der Verteilung von Sonne, Wolken und Nebel ändert sich vorerst nur wenig.

Kaltluftzufuhr aus Nordosten am Montag, den 19.11.2018 @ NCEP, UBIMET
Kaltluftzufuhr aus Nordosten am Montag, den 19.11.2018 @ NCEP, UBIMET

Erste Schneeflocken ab Sonntagabend

Bereits im Laufe des Sonntags kommen aus Nordosten allmählich kompakte Wolkenfelder auf und zum Abend hin sind im Mühl- und Waldviertel sowie im Weinviertel bei leicht positiven Temperaturen die ersten Schneeflocken möglich. Am späten Abend und über Nacht breiten sich die Schauer bis ins östliche Bergland aus, dann bestehen auch in Wien Chancen die ersten Flocken zu Gesicht zu bekommen. An der Alpennordseite kann es bereits weiß werden. Der Montag beginnt nach derzeitigem Stand im Mühl- und Waldviertel sowie von der Eisenwurzen bis zum Wechsel teils frühwinterlich mit dem einen oder anderen Zentimeter Schnee, tagsüber ist auch weiter nach Süden und Westen mit vorübergehendem leichten Schneefall zu rechnen. Mit Höchstwerten zwischen -1 und +5 Grad ist erstmals in einigen Regionen leichter Dauerfrost möglich.

 

20 cm Neuschnee in Kärnten am Dienstag?

Unklar ist noch die weitere Wetterentwicklung. Für den Dienstag gibt es bei den Wettermodellen größere Unterschiede hinsichtlich der Zugbahn eines neuen Italientiefs. Wahrscheinlich erscheint derzeit ein Szenario, nach welchem dem Süden und Südosten Österreichs ein markantes Schneefall-Ereignis bevorsteht. In Osttirol und Kärnten, aber auch in Teilen der Steiermark deutet sich anhaltender und teils kräftiger, wenngleich nasser Schneefall bis in die Niederungen an. Eine Nassschneedecke ist hier im Bereich des Möglichen, besonders in mittleren Höhenlagen wie etwa am Packsattel sind auch markante Mengen nicht ausgeschlossen. Aber auch im Osten nimmt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall in der Nacht auf Mittwoch zu.

 

Photo credit: crazyhorse_mk on VisualHunt.com /  CC BY-NC-SA

 

Die bekanntesten Adventmärkte im DACH-Raum

Tief verschneiter Chrisamelmart Suhl @ https://www.thueringen.info

Die Vorweihnachtszeit ohne Adventmärkte wäre nur halb so schön. Das Warten auf Weihnachten verkürzt sich und Punsch, Ofenkartoffel und Waffeln versüßen die nun doch zunehmend kalte Jahreszeit zusätzlich. Wer da nicht in Stimmung kommt, hat die bekanntesten Adventmärkte wohl noch nicht besucht. Hier ein kleiner Überblick.

Wien – Österreich

Der Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz öffnet seine Tore vom 16. November bis 26. Dezember und lässt die Adventzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Er ist der berühmteste Christkindlmarkt in Wien und lockt jährlich Millionen Besucher aus aller Welt an. Seine Wurzeln gehen bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Jedoch erst 1975 ist er an seinen jetzigen Standort gezogen. Das Burgtheater und das Wiener Rathaus verleihen dem Christkindlmarkt eine einzigartige Kulisse und seine ausgefallenen Dekorationen sind ein besonderes Highlight.

Weihnachtsmarkt Wien @ zlakfoto on VisualHunt.com / CC BY-SA
Weihnachtsmarkt Wien @ zlakfoto on VisualHunt.com / CC BY-SA

Regensburg – Deutschland

Einer der bekanntesten Adventmärkte in Deutschland ist der Christkindlmarkt in Regensburg. Eine unabhängige Jury wählte ihn zu einem der zehn schönsten Adventmärkte im deutschsprachigen Raum. Er wurde bereits 1791 erwähnt und ist ein traditioneller bayerischer Weihnachtsmarkt. Vom 26. November bis 23. Dezember sind seine Türen geöffnet und viele Künstler wie Glasbläser, Töpfer, Schnitzer und Kerzenzieher bieten ihre kunsthandwerklichen Waren an. Natürlich dürfen auch die kulinarischen Genüsse, wie der Heidelbeerglühwein oder die Original Regensburger Bratwürste nicht fehlen.

Weihnachtsmarkt Regensburg @ https://www.regensburg.de
Weihnachtsmarkt Regensburg @ https://www.regensburg.de

Basel – Schweiz

Zur Adventzeit verwandelt sich Basels Altstadt in ein weihnachtliches Wintermärchen. Hier residiert der älteste “Christkindlimärt” der Schweiz. Kilometerlange Lichterketten, dekorierte Häuser und große geschmückte Christbäume verzaubern das Stadtbild. Vom 22. November bis 23. Dezember gibt es die Möglichkeit den schönsten und größten Weihnachtsmarkt der Schweiz zu besuchen. Kunsthandwerker bieten ihre Waren an und kulinarische Spezialitäten wie die Basler Läckerli (eine Art Lebkuchen) lassen den Gaumen aufblühen.

Weihnachtsmarkt Basel @ https://www.basel.com
Weihnachtsmarkt Basel @ https://www.basel.com

 

Titelbild: Tief verschneiter Chrisamelmart Suhl @ https://www.thueringen.info

USA: Gefährlicher Glatteisregen

Eispanzer auf Auto @ Amjad Afridi, Severe Weather Europe

Auch in Zeiten des Klimawandels müssen sich Gegensätze irgendwie ausgleichen. Ist es in Europa lange Zeit zu warm, liegen die Temperaturen auf ähnlicher Breite westlich oder östlich des Kontinents eher tiefer als üblich. Das liegt an den Wellen, die sich um die Nordhemisphäre verlagern und abwechselnd südliche und nördliche Luftströmungen bringen. Aktuell hat dies in der gesamten Osthälfte der USA und Kanadas negative Temperaturabweichungen zur Folge. In US-Staaten wie Missouri, Iowa oder Wisconsin lagen die Temperaturen am Mittwochmorgen sogar im zweistelligen Frostbereich.

Momentane Temperaturabweichung auf Teilen der Nordhemisphäre @ https://climatereanalyzer.org/
Momentane Temperaturabweichung auf Teilen der Nordhemisphäre @ https://climatereanalyzer.org/

Tief bringt aufgleitende Warmluft

Nun macht sich von Süden her ein Tief auf den Weg nach Nordosten und erreicht bis Freitag den Atlantik. Es führt in höheren Schichten wärmere Luft mit sich, welche auf die lagernde Kaltluft aufgleitet und etwa von Chicago bis New York gefrierenden Regen bringt. Lokal werden massive Eisablagerungen erwartet, welche umstürzende Bäume und Stromleitungen und natürlich sehr gefährliche Straßenbedingungen zur Folge haben dürften. Lokal werden Eisablagerungen von bis zu 2 cm Höhe erwartet. Hier und da dürfte sich dann ein Bild wie auf dem Titelfoto ergeben, welches vor kurzem in Russland aufgenommen wurde.

 

Glatteisregen in den USA: betroffene Regionen @ UBIMET
Glatteisregen in den USA: betroffene Regionen @ UBIMET

Titelbild: Eispanzer auf Auto @ Amjad Afridi, Severe Weather Europe

Anhaltende Trockenheit

Zu trocken ist es nun schon den 10. Monat in Folge, letztmalig ist im Januar deutschlandweit mehr Niederschlag gefallen als üblich. Die Thematik ist hinlänglich bekannt. Und doch ist es erschreckend die Zahlen für den bisherigen November zu sehen, der ja auch schon wieder zur Hälfte um ist. Zwischen 1 und 3 % des normalen Monatsniederschlages sind bspw. in Bayern bisher zusammenkommen – fast nichts. Zufriedenstellend sieht die Bilanz mit 50-60 % nur im Saarland und in Rheinland-Pfalz aus, überall sonst sind es Stand 14.11. etwa 20 %. Und das, nebenbei erwähnt, wieder bei deutlich zu hohen Temperaturen – im Mittel ist der Monat im ganzen Land bisher etwa 5 Grad zu warm.

Tagesniederschlag am Dienstag, den 13.11.2018 @ UBIMET
Tagesniederschlag am Dienstag, den 13.11.2018 @ UBIMET

 

Schiffe stranden

Die Auswirkungen auf die Pegelstände der Flüsse sind klar, bereits vor Wochen und Monaten haben wir über Rekorde berichtet. Leider hat sich bisher nichts getan. Und so kommt die Binnenschifffahrt nun immer mehr zum Erliegen, mancherorts können keine Schiffe mehr fahren. Dies wirkt sich besonders auf die Spritpreise aus, sie steigen vielerorts trotz generell sinkender Ölpreise. Denn der Transport muss über den Landweg erfolgen, die Ladung eines Binnenschiffes verteilt sich aber auf rund 80 LKW’s. Und auch Unfälle nehmen zu – erst am gestrigen Dienstag ist in Köln ein Dieseltanker auf Grund gelaufen. Er konnte jedoch ohne Schaden wieder frei geschleppt werden.

 

Aussichten: Erster Schnee möglich, aber weiter zu trocken

Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht. Anhaltenden, flächigen Regen bräuchte es mal, doch dieser ist nicht in Sicht. Allein bis Ende der nächsten Woche ist lediglich im Norden und Osten des Landes mit ein paar Litern Niederschlag zu rechnen, auch in Form von Schnee, doch nach Süden und Westen zu bleibt es häufig komplett trocken.

Aufsummierter Niederschlag von Mittwoch, 14.11.2018 bis Freitag, 23.11.2018 @UBIMET, NCEP
Aufsummierter Niederschlag von Mittwoch, 14.11.2018 bis Freitag, 23.11.2018 @UBIMET, NCEP

 

Titelbild: Binnenschiff @ Lutz Blohm on Visualhunt.com / CC BY-SA

Gesund und fit durch den Herbst

Spaziergang im herbstlichen Wald - Photo credit: jd.echenard on Visualhunt.com / CC BY-ND

Gerade in der Übergangsjahreszeit machen es einem die häufigen Wetterwechsel schwer, zur richtigen Garderobe zu greifen. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erschweren die Wahl der richtigen Kleidung noch weiter. Wer sich also nicht nach dem Zwiebelschalenprinzip kleidet, damit er tagsüber ein paar Schichten ablegen kann, bekommt zunehmend ein Problem. Die Sonne hat nämlich noch genug Kraft und ihr kommt leicht ins Schwitzen. Wer allerdings zu viele Kleidungsstücke ablegt, wird rasch vom kühlen Wind überrascht und die Erkältungsgefahr steigt.

Nasskalte Witterung besonders gefährlich

Die Gefahr den Körper zu unterkühlen und damit das Immunsystem zu schwächen, ist besonders bei nass-kalter, windiger Witterung hoch.

  • Bei tiefen Temperaturen neigt der Körper dazu auszukühlen.
  • Wird Kleidung oder die Haut nass, verdunstet das Wasser. Dabei entzieht es der Haut Wärme und kühlt diese zusätzlich.

Ansteckungsgefahr

Gerade in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann die Virenlast sehr hoch werden. Besonders viele Viren lauern auf Türgriffen oder Liftknöpfen. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Erkältungen bis hin zu grippalen Infekten oder gar der Grippe. Um dem vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Kälte: Kühlt der Körper aus, ist er empfindlicher gegenüber Viren. Bitte also immer genug anziehen!
  • Schlafmangel: Schlafen sie weniger als sieben Stunden pro Nacht, ist ihr Risiko zu erkranken um das Dreifache erhöht.
  • Stress: Stress greift die Abwehrkräfte an. Das Einlegen von Pausen hilft, auch so manches gelassener hinzunehmen.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Freizeit an der Natur schwächt uns. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten wir an der frischen Luft verbringen und/oder joggen oder schwimmen.
  • Falsche Ernährung: Nicht nur das falsche Essen, auch zu wenig Essen schwächt unsere Abwehrkräfte. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, empfehlen sich einige Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Aber auch Vollkornprodukte, Eiweiß und gesunde Fette sollen täglich auf dem Speiseplan stehen.
Obst stärkt das Immunsystem @ Photo credit: Günter Hentschel on Visualhunt / CC BY-ND
Obst stärkt das Immunsystem @ Photo credit: Günter Hentschel on Visualhunt / CC BY-ND

Stärkung des Immunsystems

Kurz zusammengefasst sollte man auf Folgendes achten:

  • Vitaminreiche Nahrung
  • Sport (einmal pro Tag außer Atem kommen wirkt Wunder)
  • Frischluft (Spaziergänge im Wald helfen)
  • Psychisches Wohlbefinden (kein Stress!)
  • Ausreichend Schlaf (mindestens sieben Stunden)
  • Menschenansammlungen meiden (Infektionsgefahr!)
  • Bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf Sport verzichten

 

Titelbild: Spaziergang im herbstlichen Wald – Photo credit: jd.echenard on Visualhunt.com / CC BY-ND

Föhnwolken – Beeindruckende Aufnahmen aus Vorarlberg

Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Föhnwolken nehmen häufig die Form von Linsen oder Mandeln an, sind langgestreckt und klar von ihrer Umgebung abgegrenzt. Daher werden sie bspw. auch als Föhnfische bezeichnet, machmal sehen sie wie Ufo’s aus. Sie entstehen, wenn Gebirge überströmt werden und die Luft entsprechend gehoben wird. Auf der windabgewandten Seite entstehen Leewellen, welche mitunter ortsfest sind. Die Luft strömt also hindurch, durch aufsteigende Bewegungen an festen Punkten kondensiert die enthaltene Feuchte und Wolken erscheinen beständig an der gleichen Stelle.

 

Am Dienstagabend wurden in Vorarlberg einige schöne Aufnahmen gemacht, als die untergehende Sonne derartige Föhnwolken beschienen hat:

 


Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze
Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze

Titelbild: Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Heute vor 4 Jahren …

Winterimpression von der Höttinger Alm @ https://www.facebook.com/H%C3%B6ttinger-Alm-208620002506080

Am 24.10.2014 präsentierte sich die Nordkette oberhalb von Innsbruck tief verschneit bei strahlend blauem Himmel. Über Nacht hatte es auf etwa 1500 m Höhe auf der Höttinger Alm etwa einen halben Meter Neuschnee gegeben. Die nachfolgenden Bilder sprechen für sich und lassen Winterliebhabern das Wasser im Mund zusammen laufen:

 

Titelbild: Winterimpression von der Höttinger Alm @ https://www.facebook.com/H%C3%B6ttinger-Alm-208620002506080

Föhn bringt südlich der Alpen Rekordtemperaturen

Von der Nordsee bis zum Erzgebirge sowie nordöstlich dieser Linie hat es gestern verbreitet stürmische Böen gegeben, an den Küsten hat es auch für schwere Sturmböen über 90 km/h gereicht. Die nachfolgende Grafik zeigt eine entsprechende Analyse:Maximale Windböen am Dienstag, den 23.10.2018 @ UBIMET

Maximale Windböen am Dienstag, den 23.10.2018 @ UBIMET

 

Das Tief ist inzwischen zwar weiter gezogen und bei uns hat der Wind auch schon wieder deutlich nachgelassen, an seiner Rückseite hat sich dafür über den Alpen ein großer Druckgradient aufgebaut. Die Folge: kräftiger Nordföhn. Dieser weht heute südlich des Alpenhauptkamms und sorgt dort nicht nur für sonniges Wetter, sondern auch für ungewohnt hohe Temperaturen. Während es in Kärnten in Österreich ’nur‘ für 22 Grad reicht, wurden in Bozen in Südtirol schon 27 Grad gemessen – ein neuer Rekord . Und gerade zu ‚heiß‘ geworden ist es im Tessin in der Schweiz mit über 30,0 Grad!

 

Am Wochenende anhaltender Starkregen im Süden

Aufsummierte Regenmenge bis Montagabend nach dem ECMWF-Modell @ UBIMET, ECMWF

Doch zunächst ein kurzer Rückblick: Der Sturm hat Österreich in der Nacht auf Mittwoch und am Mittwochmorgen mit voller Wucht erwischt. Von Salzburg ostwärts wurden verbreitet Sturmböen über 70 km/h gemessen, in Wien und dem Wiener Becken gab es sogar orkanartige Sturmböen über 100 km/h. Die Feuerwehren mussten hier zu über 250 Einsätzen ausrücken. Kräftig wehte in der Früh auch der Föhn von Oberkärnten bis ins Joglland mit Böen zwischen 60 und 90 km/h. In Lienz wachten die Menschen dadurch bei außergewöhnlich warmen 20 Grad auf, während es beispielsweise in Klagenfurt nur 4 Grad hatte. Nachfolgend die gemessenen höchsten Windspitzen, ohne Bergstationen, Stand 12:00 Uhr:

  • 113 km/h Bad Vöslau, NÖ
  • 108 km/h St. Georgen ob Judenburg, ST + Mariazell, ST
  • 101 km/h Wien-Unterlaa + Wien-Hohe Warte
  • 94 km/h Wien-Innere Stadt + Podersdorf, BL + Reichenau/Rax, NÖ

 

Elli Romi hat uns ein Bild aus dem Süden des Landes geschickt, wo man mit Blick nach Nordwesten wunderbar die Föhnmauer und den über den Alpenhauptkamm übergreifenden Regen erkennen kann. Sogar mit Regenbogen im wolkenfreien Bereich.

Auf dem Satellitenbild darunter sieht man diesen sonnigen Bereich südlich des Hauptkamms genau so eindrucksvoll, hier weht teils stürmischer Föhn. Von Vorarlberg bis nach Niederösterreich regnet es hingegen kräftig, die eingezeichnete Kaltfront hat in Wien-Mariabrunn ganze 28 l/m² in etwas mehr als einer Stunde gebracht.

Blick von Süden auf die Föhnmauer @ Elli Romi
Blick von Süden auf die Föhnmauer @ Elli Romi
Aktuelles Satellitenbild von Montagmittag @ UBIMET
Aktuelles Satellitenbild von Montagmittag @ UBIMET

Donnerstag Wetterbesserung, Nationalfeiertag ruhig

Das Tief SIGLINDE zieht am Donnerstag ab und mit steigendem Luftdruck beruhigt sich das Wetter. Letzter Regen fällt am Vormittag an der Alpennordseite, der Wind weht anfangs noch kräftig aus West und lässt am Nachmittag spürbar nach. Am Freitag, dem Nationalfeiertag, scheint schließlich recht häufig die Sonne, nachdem sich Nebel- und Hochnebelfelder aufgelöst haben. Die Höchstwerte liegen mit 13 bis 20 Grad im angenehmen Bereich.

Turbulentes Wochenende

Turbulent wird das Wetter wieder am Wochenende. Durch einen Vorstoß kalter Luft über Westeuropa bildet sich am Samstag über Oberitalien ein Tief aus, durch welches die Strömung über der Osthälfte Österreichs auf Süd dreht. Bis in die neue Woche hinein deutet sich damit besonders in Osttirol und Kärnten anhaltender und mitunter sehr ergiebiger Regen an. Einzelne Wettermodelle rechnen mit enormen Regenmengen, nach aktuellem Stand sind insbesondere in den Karnischen Alpen und den Karawanken, aber auch in Teilen Oberkärntens in Summe über 200 l/m² möglich.

Große Gegensätze

Gleichzeitig strömt von Vorarlberg bis nach Salzburg kältere Luft ein. Am Samstag regnet es auch hier teilweise kräftig, bis zum Abend sinkt die Schneefallgrenze aber markant auf 1100 bis 800 m ab. In einigen Tälern dürfte es damit vorübergehend weiß werden. Im Gegensatz dazu strömt auf der Vorderseite des Tiefs warme Luft in die Osthälfte Österreichs. Dies macht sich insbesondere am Montag mit Südföhn bemerkbar, dann sind von der Südsteiermark bis ins Waldviertel sogar 20 Grad möglich.

Stürmischer Dienstag erwartet

Wetterlage am Mittwoch, den 23.10.2018 @ UBIMET, GFS

Der Montag zeigt sich im Süden noch ruhig, nördlich der Donau zieht im Laufe des Tages bereits eine erste Kaltfront durch. Sie bringt neben dichten Wolken auch schauerartigen Regen.

Der Dienstag steht schließlich ganz im Zeichen eines zum Baltikum ziehenden Sturmtiefs. Regen kommt an den Küsten bereits in der Früh auf, am Abend erreicht er die Alpen. Weitgehend trocken bleibt es nur im äußersten Westen. Durch den sich verstärkenden Druckunterschied zum Hoch bei den Britischen Inseln nimmt der Wind im Tagesverlauf generell zu und dreht von Südwest auf Nordwest. Insbesondere im Norden und Osten sind dann stürmische Böen oder gar Sturmböen von über 70 km/h zu erwarten, vor allem am Abend mit der Kaltfront.

Maximale Böen am Dienstag @ UBIMET (orange entspricht stürmischen Böen, rot entspricht Sturmböen)
Maximale Böen am Dienstag @ UBIMET (orange entspricht stürmischen Böen, rot entspricht Sturmböen)

 

Am Mittwoch weht der Wind noch stürmisch, lässt aber mit der Zeit etwas nach. Regen erreicht dann auch den Südwesten, am Alpenrand deuten sich ergiebige Mengen an. Östlich der Elbe lockert es hingegen auf, nachts sinken die Temperaturen hier verbreitet in den einstelligen Bereich.

Wochenende ungewiss

Am Donnerstag beruhigt sich das Wetter unter Zwischenhocheinfluss vorübergehend und auch am Freitag ist nach aktuellem Stand vor allem in der Südhälfte mit viel Sonnenschein zu rechnen. Doch noch ungewiss erscheint die Wetterentwicklung zum kommenden Wochenende, sie hängt entscheidend von der Lage eines Tiefdruckgebietes über Mitteleuropa ab. Von kräftigem Regen im Süden mit Föhn an der Alpennordseite bis hin zu reichlich Schnee in Mittelgebirgslagen ist nach aktuellem Stand alles möglich.

Stürmischer Mittwoch erwartet

Wetterlage am Mittwoch, den 23.10.2018 @ UBIMET, GFS

Nach dem Durchzug eines Höhentiefs am Sonntag präsentiert sich der Montag noch einmal ruhig. Morgendliche Restwolken und Nebelfelder lösen sich auf und mit Ausnahme des Südostens stellt sich verbreitet freundliches Wetter ein. Der Dienstag beginnt gebietsweise bewölkt und in den Nordstaulagen aus der Nacht heraus auch noch nass. Im Süden scheint dagegen schon zeitweise die Sonne, diese setzt sich später vorübergehend überall durch. Bereits am Nachmittag ist jedoch wieder mit ausgedehnten Wolkenfeldern zu rechnen, im Norden setzt zudem Regen ein. Der Westwind weht vor allem im Donauraum und im Osten zunehmend lebhaft bis kräftig.

Maximale Böen am Mittwochmorgen @ UBIMET
Maximale Böen am Mittwochmorgen @ UBIMET

Am Mittwoch kräftiger Regen und stürmischer Wind

Der Mittwoch verläuft im Großteil des Landes stürmisch und nass. Kräftig fällt der Regen vom Kaiserwinkl bis ins Mostviertel aus, nach aktuellem Stand sind hier gebietsweise bis zu 50 l/m² möglich. Lediglich im Süden kommt gelegentlich die Sonne zum Vorschein, am Nachmittag auch im östlichen Flachland. Schnee fällt tagsüber oberhalb von 1600 bis 2000 m, abends sinkt die Schneefallgrenze im Nordosten gegen 1300 m. Der Wind weht besonders entlang der Donau und im Osten stürmisch, im Süden föhnig aus Nordwest, stellenweise sind Sturmböen zu erwarten.

Wochenende ungewiss

Am Donnerstag beruhigt sich das Wetter unter Zwischenhocheinfluss vorübergehend und auch am Freitag ist nach aktuellem Stand mit viel Sonnenschein zu rechnen. Doch noch ungewiss erscheint die Wetterentwicklung zum kommenden Wochenende, sie hängt entscheidend von der Lage eines Tiefdruckgebietes über Mitteleuropa ab. Von kräftigem Regen im Süden mit Föhn an der Alpennordseite bis hin zu reichlich Schnee in erhöhten Tallagen ist nach aktuellem Stand alles möglich.

Überschwemmungen und Sturm in Großbritannien

Ein vom Winde verwehter Wasserfall @ https://www.youtube.com/watch?v=EEnKJqVEP3M

Über etwa 2 Tage lag eine Luftmassengrenze strömungsparallel über den Britischen Inseln, von Südwest nach Nordost zogen wiederholt Regengebiete vor allem über Wales hinweg. An mehreren Wetterstationen wurden Regenmengen von über 100 l/m² in dieser Zeit gemessen. Viele Flüsse traten über die Ufer.

 

Aber auch der Wind war bemerkenswert. An nahezu allen Stationen entlang der walisischen und englischen Küste wurden Sturmböen über 100 km/h gemessen. Das nachfolgende Video eines vom Winde verblasenen Wasserfalls stammt hingegen aus Schottland:

 

Titelbild: Ein vom Winde verwehter Wasserfall @ https://www.youtube.com/watch?v=EEnKJqVEP3M

Die Auswirkungen des Wetters auf den Kopf

Symbolbild Kopfschmerzen - Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Wetterschwankungen bringen Kopfschmerzen?

Viele Menschen meinen, dass sich das Wetter negativ auf Ihr Wohlbefinden auswirken kann. Das häufigste Symptom dieser so genannten Wetterfühligkeit ist der Kopfschmerz. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es schwierig, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Kopfwehattacken und dem Verlauf meteorologischer Parameter festzustellen, wenn man nicht zu sehr komplexen statistischen Verfahren greift. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen offenbaren aber sehr überzeugende Zusammenhänge, die man folgendermaßen zusammenfassen kann: Der menschliche Organismus kommt mit schnellen Schwankungen von Temperatur, Druck, Wind und Sonnenschein nur schlecht zurecht.

Rasche Veränderungen sind von Nachteil

Befreit man die Messungen der meteorologischen Parameter von den natürlichen, jahreszeitlich bedingten Schwingungen, zeigt sich klar, dass kurzfristige Wetteränderungen und Fluktuationen in hohem Zusammenhang zum Auftreten von Kopfweh bei wetterfühligen Menschen stehen. Dies kann beispielsweise bei massiven Kaltfronten, plötzlichen Erwärmungen und auch bei starkem, böigem Wind der Fall sein. Auf der anderen Seite steht die Erkenntnis, dass der Mensch für den langen Trend der Jahreszeiten und die länger andauernden kalten und heißen Großwetterlagen sehr gut gerüstet ist. Laut Untersuchungen haben im Alpenraum insbesondere zwei Wetterlagen sehr starke Auswirkungen auf Personen mit Neigung zu Migräne:

  1. Föhn: Ein klassischer Kopfwehbringer, da sich die Temperatur bei Föhn sehr schnell ändern kann und der Verlauf von Wind und Luftdruck dabei markante Schwankungen aufweist.
  2. Orkantiefs: Bei rasch ziehenden Sturmtiefs und vor allem bei Orkantiefs treten in der Regel rasche Änderungen von Druck, Temperatur und Wind auf.

Winterliche Hochdruckgebiete lassen uns hingegen aus der Kopfwehperspektive durchatmen und entspannen, denn sie bringen die Konstanz, auf die unser Körper positiv reagiert.

 

Titelbild: Symbolbild Kopfschmerzen – Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

176 km/h durch Ex-Hurrikan LESLIE

Photo credit: LeonardoDaQuirm on VisualHunt / CC BY-SA

176 km/h – das soll laut lokalen Medienberichten bezugnehmend auf den staatlichen Wetterdienst Portugals die höchste gemessene Böe in der Küstenstadt Figuiera da Foz, etwa 150 km nördlich von Lissabon, gewesen sein. Ein Wert, den wir momentan noch nicht bestätigen können, der aber durchaus realistisch erscheint. Denn das Zentrum des zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr als Hurrikan geführten Tiefs traf genau in diesem Bereich auf Land, hier war der Wind am stärksten. Im nachfolgenden Radarloop erkennt man noch scheinbar Reste eines Auges, vielmehr ergibt sich dieses Bild aber durch das starke Einfließen trockener Luft aus hohen Atmosphärenschichten an der Rückseite des Tiefs. Diese so genannte ‚dry intrusion‘ ist häufig ein Indiz für die stärksten Windböen.

 

Tausende Haushalte ohne Strom

Da der Sturm über Nacht auftrat, nur kurz anhielt und hauptsächlich einen eher schmalen Streifen betraf, liegen noch wenig Informationen über die Auswirkungen vor. Ein Bild aus Coimbra im Landesinneren zeigt eine ziemlich verwüstete Straße. An der dortigen Wetterstation wurden maximal 122 km/h gemessen. Tausende Haushalte waren ohne Strom.

Lissabon wurde verschont

Die Hauptstadt Lissabon ist hingegen mit einem blauen Auge davon gekommen, hier wurden lediglich Böen bis zu 75 km/h gemessen und über Schäden ist nichts bekannt. Der Kern des Tiefs war geringfügig nördlicher gezogen als zunächst angenommen.

Der nächste Ex-Hurrikan folgt zugleich

Nach Ex-LESLIE folgt am Montag mit Ex-MICHAEL bereits der nächste ehemalige Hurrikan und so wird die Iberische Halbinsel gleich von zwei derartigen Wettersystemen in die Mangel genommen. Das Tief ist zwar nicht mehr besonders stark ausgeprägt und wird hauptsächlich kräftigen Regen bringen, dennoch ergibt sich eine höchst seltene Lage:

Frontenkarte für Montag, den 15.10.2018 mit den beiden Ex-Hurrikans MICHAEL und LESLIE bei der Iberischen Halbinsel @ UBIMET
Frontenkarte für Montag, den 15.10.2018 mit den beiden Ex-Hurrikans MICHAEL und LESLIE bei der Iberischen Halbinsel @ UBIMET

 

Titelbild: Symbolbild

Photo credit: LeonardoDaQuirm on VisualHunt /  CC BY-SA

 

Starkregen im Alpenvorland und sinkende Schneefallgrenze

Webcambild vom Eibsee nahe Garmisch-Partenkirchen @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/eibsee-nord/

Aktuell zu Montagmittag regnet es vom Bodensee bis zum Inn kräftig, vor allem südwestlich von München sind gebietsweise schon über 30 l/m² gefallen. Am Bodensee kommt zudem auch der berüchtigte ‚Lake-Effekt‘ in Gang, dieser wirkt sich aber hauptsächlich auf Vorarlberger Seite aus. Entsprechende Starkregenwarnungen sind aktiv.

Gefallener Niederschlag über 12 Stunden bis Montagmittag, 12:00 Uhr (01.10.2018) @ UBIMET
Gefallener Niederschlag über 12 Stunden bis Montagmittag, 12:00 Uhr (01.10.2018) @ UBIMET

Mit dem Einfließen kälterer Luft sinkt nun aber auch die Schneefallgrenze. In den Alpen liegt sie schon bei unter 2000 m. Erste Webcams zeigen je nach Höhenlage angezuckerte Landschaften, ab und zu aber auch schon einige Zentimeter Neuschnee.

Webcambild von der Zugspitze von Montag, 11:00 Uhr @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze
Webcambild von der Zugspitze von Montag, 11:00 Uhr @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze

Bis zu 20 cm Neuschnee auf den Bergen

Der Niederschlag hält noch bis Dienstagvormittag an, wenngleich er nach Mitternacht schon deutlich an Intensität nachlässt. Bis dahin sinkt die Schneefallgrenze auf 1000 m oder knapp darunter, es kann also auch in einzelnen erhöhten Orten weiß werden. Auf den Bergen erhöht sich die Neuschneedecke auf bis zu 20 cm:

Prognostizierter Neuschnee über 24 Stunden bis Dienstagmorgen @ UBIMET
Prognostizierter Neuschnee über 24 Stunden bis Dienstagmorgen @ UBIMET

 

Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/eibsee-nord/

Schneefall im Bergland

Webcambild von der Schwarzen Schneid von Montagmittag, @ https://panocam.skiline.cc/schwarzeschneid

Aktuell zu Montagmittag regnet es von Vorarlberg bis nach Oberösterreich kräftig, vor allem ganz im Westen sind gebietsweise schon über 20 l/m² gefallen. Am Bodensee kommt zudem auch der berüchtigte ‚Lake-Effekt‘ in Gang, so hat die Wetterstation in Dornbirn um 12:00 Uhr eine stündliche Regenmenge von 12,5 l/m² gemessen. Entsprechende Starkregenwarnungen sind aktiv.

Gefallener Niederschlag über 12 Stunden bis Montagmittag, 12:00 Uhr (01.10.2018) @ UBIMET
Gefallener Niederschlag über 12 Stunden bis Montagmittag, 12:00 Uhr (01.10.2018) @ UBIMET

Mit dem Einfließen kälterer Luft sinkt nun aber auch die Schneefallgrenze. Am Arlberg und im Außerfern liegt sie schon bei unter 2000 m, Richtung Alpenhauptkamm noch ein paar hundert Meter höher. Erste Webcams zeigen je nach Höhenlage angezuckerte Landschaften, ab und zu aber auch schon einige Zentimeter Neuschnee.

Webcambild von der Zugspitze von Montag, 11:00 Uhr @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze
Webcambild von der Zugspitze von Montag, 11:00 Uhr @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze
Webcambild vom Arlberghospiz von Montag, 11:47 Uhr @ https://www.arlberg1800resort.at
Webcambild vom Arlberghospiz von Montag, 11:47 Uhr @ https://www.arlberg1800resort.at

In Sölden beginnt in gut vier Wochen die Skiweltcup-Saison. Der Neuschnee mag nur vorübergehender Natur sein, doch die Temperaturen bleiben auf einem Niveau, was fortan zumindest phasenweise die Produktion von Kunstschnee ermöglicht. Das Titelbild zeigt die momentane Situation auf etwa 3000 m Höhe oberhalb von Sölden.

Bis zu 30 cm Neuschnee auf den Bergen

Der Niederschlag hält noch bis Dienstagvormittag an, wenngleich er nach Mitternacht schon deutlich an Intensität nachlässt. Bis dahin sinkt die Schneefallgrenze auf 1000 m oder knapp darunter, es kann also auch in erhöhten Tallagen weiß werden. Auf den Bergen erhöht sich die Neuschneedecke auf bis zu 30 cm:

Prognostizierter Neuschnee über 24 Stunden bis Dienstagmorgen @ UBIMET
Prognostizierter Neuschnee über 24 Stunden bis Dienstagmorgen @ UBIMET

 

Titelbild: https://panocam.skiline.cc/schwarzeschneid

Herbststurm FABIENNE – Aktuelle Infos dazu

Die Kaltfront von FABIENNE am Sonntagabend © UBIMET

Derzeit liegt das Tief noch über den Benelux-Staaten, der Kerndruck ist noch wenig spektakulär. Der weitere Weg des Tiefs FABIENNE führt es einmal quer über die Mitte Deutschlands hinweg nach Polen.

Fabienne zieht über Mitteleuropa hinweg.
Fabienne zieht über Mitteleuropa hinweg.

Zwar nimmt der Wind aktuell am späten Sonntagvormittag im Südwesten des Landes schon zu, eine richtige Verstärkung des Tiefs setzt nun aber erst ein. Innerhalb weniger Stunden nimmt der Luftdruck im Zentrum um etwa 10 hPa ab, damit verstärkt sich der Druckgradient zum nachfolgenden Hochdruckgebiet über dem Atlantik. Mit dem Anzapfen von Kaltluft auf der Rückseite des Tiefzentrums bildet sich eine markante Kaltfront aus, welche sich am Nachmittag und Abend etwa von Rheinland-Pfalz und Hessen aus den Weg nach Südosten bahnt.

Sturmwarnungen, Stand: Sonntag, 23.09.2018, 12:00 Uhr @ Deutsches Unwetterradar www.uwr.de
Sturmwarnungen, Stand: Sonntag, 23.09.2018, 12:00 Uhr @ Deutsches Unwetterradar www.uwr.de

An der Kaltfront bilden sich schließlich vermehrt auch Gewitter, mit welchen fortan die stärksten Windböen zu erwarten sind. In der gesamten Südhälfte Deutschlands, also etwa südlich einer Linie Trier – Frankfurt/Main – Chemnitz, muss man dann verbreitet mit Sturmböen von 70 bis 90 km/h rechnen. Stellenweise sind auch schwere oder orkanartige Sturmböen um 100 km/h zu erwarten, lokal sind sogar Orkanböen um 120 km/h auch im Flachland möglich. Lokalmodelle deuten dies vor allem für Franken und das Alpenvorland an.

Betroffen ist damit aller Voraussicht nach auch das Oktoberfest in München, wo die Kaltfront am Abend etwa gegen 20:00 Uhr für den stärksten Sturm sorgen dürfte. Generell gilt: Die Bäume sind aktuell noch belaubt und bieten eine große Angriffsfläche, Auswirkungen sind damit verheerender als bspw. im aufOktober oder November bei ähnlichen Böen. Mit verbreiteten Sturmschäden ist zu rechnen, große Vorsicht ist geboten!

Regenwarnungen, Stand: Sonntag, 23.09.2018, 12:00 Uhr @ Deutsches Unwetterradar www.uwr.de
Regenwarnungen, Stand: Sonntag, 23.09.2018, 12:00 Uhr @ Deutsches Unwetterradar www.uwr.de

Neben dem Sturm ist auch Starkregen ein Thema. Im Bereich des Tiefzentrums und knapp nördlich davon wird es am Nachmittag und Abend für einige Stunden kräftig schütten. Etwa in einem Streifen von Rheinland-Pfalz und dem südlichen NRW bis nach Sachsen sind zwischen 30 und 50 l/m² zu erwarten. Lokal kann dies Probleme zur Folge haben, doch aufgrund der trockenen letzten Monate sind die Pegelstände der betroffenen Flüsse und Bäche aktuell niedrig.

Montag langsam Beruhigung

Nach Abzug der Kaltfront ist das Schlimmste überstanden. Am Montag selber liegt Deutschland auf der Rückseite des Tiefs in einer kräftigen Nordwestströmung. Im Norden und Osten sind dann vor allem in Verbindung mit gewittrigen Schauern stürmische Böen bis etwa 70 km/h zu erwarten, im Westen und Süden beruhigt sich das Wetter hingegen weiter.

 

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Quelle Titelbild: UBIMET/NCEP

DTM in Spielberg: Turbulentes Wetter erwartet

DTM Spielberg, Blick ins Fahrerlager @ Steffen Dietz, UBIMET

Ein Rekorde brechender Sommer neigt sich langsam, aber doch dem Ende zu. Ein letztes Mal darf man am Freitag landesweit spätsommerliches und für die Jahreszeit deutlich zu warmes Wetter genießen. Auch in Spielberg scheint nach Auflösung lokaler Nebelfelder lange Zeit die Sonne, erst am späten Nachmittag und damit zum ersten Freien Training kommen allmählich Wolkenfelder auf. Es bleibt jedoch trocken und die Höchsttemperatur liegt bei etwa 26 Grad.

DTM Spielberg, Blick in die Pitlane @ Steffen Dietz, UBIMET
DTM Spielberg, Blick in die Pitlane @ Steffen Dietz, UBIMET

Nasser Samstagvormittag

Eine markante Kaltfront erreicht die Obersteiermark in der Nacht auf Samstag, Schauerartiger Regen setzt ein und die Luft kühlt sich bis auf etwa 8 Grad ab. Entsprechend grau und nass geht es in den Tag – während des zweiten Freien Trainings und dem ersten Qualifying ist mit womöglich anhaltendem, teils auch kräftigem Regen bei sehr frischen 10 bis 12 Grad zu rechnen. Über die Mittagszeit zieht der Regen nach Süden ab. Ob es zum Start des ersten Rennens um 13:30 Uhr noch regnet, kann wohl erst kurzfristig gesagt werden. Nass sollte es aber mit großer Wahrscheinlichkeit noch sein.

Am Nachmittag trocknet es schließlich ab und die Wolken lockern zögerlich auf. Zwar kann die Temperatur dann noch etwas steigen, mehr als 15 oder 16 Grad sind aber nicht drin.

DTM Spielberg, Blick ins Fahrerlager @ Steffen Dietz, UBIMET
DTM Spielberg, Blick ins Fahrerlager @ Steffen Dietz, UBIMET

Trockenes Rennen am Sonntag

Der Sonntag zeigt sich von einer besseren Seite. In der Früh halten sich im Oberen Murtal noch gebietsweise Nebel oder tief hängende Wolken, auch das dritte Freie Training kann davon beeinträchtigt werden, doch im Laufe des späten Vormittags kann sich dann doch die Sonne durchsetzen. Für das zweite Rennen, wiederum ab 13:30 Uhr, stehen die Chancen für Sonnenschein ganz gut, mit Ausnahme der Morgenstunden sollte es den Tag über auch trocken bleiben.

Doch warm anziehen muss man sich weiterhin. Zwar steigt die Temperatur tagsüber wieder auf bis zu 20 Grad, doch gerade in den ersten Stunden des Tages ist es nach einem Tiefstwert von lediglich 6 oder 7 Grad sehr frisch.

 

Die nassesten Orte der Erde

Exemplarisches Beispielbild, tropischer Regenwald @ alschim on VisualHunt

Wo die nassesten Regionen der Erde liegen, lässt sich relativ einfach sagen. Generell sind die Tropen rund um den Äquator mit ihren warmen und extrem feuchten Luftmassen die mit Abstand regenreichsten Gebiete. Dies ist übrigens auch der Grund, warum dort der immergrüne Regenwald heimisch ist. Hier zur Illustration eine Karte mit den mittleren Jahresniederschlägen:

Karte mit dem mittleren Jahresniederschlag @ https://www.climate-charts.com
Karte mit dem mittleren Jahresniederschlag @ https://www.climate-charts.com

 

Das Band mit den größten Jahresniederschlägen erstreckt sich in Südamerika von Kolumbien über das Amazonasgebiet Brasiliens bis zum Atlantik. In Afrika sticht vor allem der Kongo und Äquatorial-Guinea heraus, in Südostasien werden die größten Jahresniederschläge im Inselstaat Indonesien gemessen. Doch auch an den Westküsten Europas und Nordamerikas sowie in Neuseeland kommen im Laufe eines Jahres ganz ordentliche Regen- und hier auch Schneemengen von bis zu 10.000 mm zusammen.

Nass, nasser, Mawsynram

Den offiziellen Weltrekord für den größten Jahresniederschlag hält aber die Ortschaft Mawsynram im indischen Bundestaat Meghalaya. Dort sorgt der Monsun Jahr für Jahr im Sommer für schier unglaubliche Regenmengen. Feuchte Luft aus dem Golf von Bengalen strömt nordwärts, wird an den Khasi-Bergen (einem Ausläufer des Himalaya) gehoben und regnet sich aus. Hier regnet es durchschnittlich 11,87 m pro Jahr, also 11.870 Millimeter.

 

Zum Vergleich: der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt in Berlin 570 mm, in Wien 550 mm und in Zürich 1.000 mm. Allerdings sind die Messungen in Indien nicht frei von Fehlern, weshalb auch andere Orte in der Welt Anspruch auf den Titel „Nassester Ort der Erde“ erheben.

Mount Waialeale – der nasse Berg

Die Vulkaninseln von Hawaii ragen weit aus dem Pazifik heraus, an ihren steilen Hängen stauen sich feuchte Luftmassen, die der Nordost-Passat zu den Inseln lenkt. Über einen Zeitraum von 32 Jahren wurden am Mount Waialeale auf Kauai durchschnittlich 11.684 mm Regen pro Jahr gemessen. Aufgrund der fehlerhaften Regenmessung in Indien sind die Hawaiianer der Überzeugung, sie würden den nassesten Ort der Welt beherbergen.

Kolumbien mischt auch mit

Im Städtchen Lloro im Weststau der kolumbianischen Anden wurden durchschnittlich 13.300 mm Regen pro Jahr … geschätzt! Deshalb läuft dieser Wert außer Konkurrenz. Einheimische Meteorologen sind dennoch der Meinung, in Lloro fällt so viel Regen pro Jahr wie sonst nirgends auf der Welt.

 

Hongkong: Schlimme Verwüstungen durch Taifun

Zugbahn des Taifuns @ Hong Kong Obversatory, https://www.hko.gov.hk

7,5 Millionen Einwohner leben allein in der Stadt Hongkong, aufgrund der geringen bebaubauren Landfläche zählt die Region nach Monaco zu der am dichtest besiedelten der Welt. Megastädte wie Shenzhen und Guanzhou oder auch die Casino-Stadt Macau schließen sich an, so dass die ganze Metropolregion auf über 40 Millionen Menschen, die vom Taifun betroffene Provinz Guangdong sogar auf 110 Millionen kommt.

Böen bis zu 246 km/h

Verbreitet wurden Windböen zwischen 130 und 180 km/h gemessen, auf einem 580 m hohen Berg innerhalb des Stadtgebiets wurden sogar 246 km/h aufgezeichnet. Dazu sind schon mehr als 200 l/m² Regen in wenigen Stunden gefallen. Laut erster Einschätzungen dürfte es sich in der Region um den stärksten Taifun seit etwa 30 Jahren handeln. Es kursieren bereits Videos, welche einen umstürzenden Baukran, weggeblasene Lagerhallen und zahllos geborstene Fensterscheiben zeigen.

Baldige Wetterberuhigung

MANGKHUT hatte als Supertaifun bereits die nördlichen Philippinen überquert und dort nach aktuellem Stand 25 Todesopfer gefordert. Hongkong wird er nun bald hinter sich lassen, er verlagert sich rasch weiter nach Nordwesten. Über dem Chinesischen Festland löst er sich bis Montagmittag lokaler Zeit schließlich auf.

 

Nachfolgend haben wir einige Tweets zusammengestellt, der Artikel wird im Laufe des Tages kontinuierlich erweitert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Titelbild: Copyright @ Hong Kong Observatory, https://www.hko.gov.hk

Aktuell: Hongkong wird durch Taifun verwüstet

Ein an einem 22-stöckigen Neubau befindlicher Baukran wird umgeweht und stürzt ab @ Hong Kong Free Press, https://twitter.com/HongKongFP

7,5 Millionen Einwohner leben allein in der Stadt Hongkong, aufgrund der geringen bebaubauren Landfläche zählt die Region nach Monaco zu der am dichtest besiedelten der Welt. Megastädte wie Shenzhen und Guanzhou oder auch die Casino-Stadt Macau schließen sich an, so dass die ganze Metropolregion auf über 40 Millionen Menschen kommt. Und genau dort fegt gerade Taifun MANGKHUT durch, verbreitet werden aktuell Windböen zwischen 130 und 180 km/h gemessen, mehr als 200 l/m² Regen sind in wenigen Stunden schon gefallen.

Nachfolgend haben wir einige Tweets zusammengestellt, der Artikel wird im Laufe des Tages kontinuierlich erweitert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Titelbild: Copyright @ Hong Kong Free Press, https://twitter.com/HongKongFP

Nun Hongkong im Fokus – Taifun MANGKHUT naht

Taifun MANGKHUT im Satellitenbil, gelegen zwischen den Philippinen und Südchina @ JMA, UBIMET

Schauen wir zuerst auf FLORENCE, welche inzwischen zu einem tropischen Sturm herabgestuft wurde. Vor allem die Sturmflut in Verbindung mit großen Regenmengen hat an der US-Ostküste für Probleme gesorgt. Viele Regionen wurden meterhoch überflutet, knapp 1 Million Haushalte waren ohne Strom, auch ein Atomkraftwerk wurde vorsichtshalber vom Netz genommen.

In der Nacht auf Samstag hat hingegen der deutlich stärker ausgeprägte Supertaifun MANGKHUT Luzon, also den nördlichsten Teil der Philippinen, überquert und massive Verwüstungen angerichtet. Im Satellitenloop erkennt man eindrucksvoll, wie symmetrisch das Auge und damit wie gut organisiert der Taifun noch direkt vor dem Landgang war. Direkt an der Küste dürfte es für Windböen um 300 km/h gereicht haben, jedoch gibt es in dieser hügeligen und dünn besiedelten Region keine Wetterstationen. Weiter im Landesinneren wurden an verschiedenen Punkten Böen von über 200 km/h gemessen. Man sieht auch, wie das Terrain durch die Reibung zu einer Abschwächung des gesamten Systems und einer Auflösung des Auges geführt hat.

Die Auswirkungen waren jedoch verheerend:

Inzwischen liegt der Taifun wieder über dem offenen Meer und verstärkt sich erneut, auch das Auge bildet sich neu aus. Er zieht weiter nach Nordwesten über das Südchinesische Meer und erreicht am Sonntagvormittag MESZ die Region zwischen der Halbinsel Hainan und der Metropolregion Hongkong. Viele Millionen Menschen werden hier betroffen sein, mit Macau, Shenzhen oder Guanzhou liegen hier einige Großstädte. Die Schäden können hier noch weitaus höher ausfallen, es hängt von der endgültigen Zugbahn ab.

Prognostizierte Zugbahn des Taifuns Mangkhut @ JTWC
Prognostizierte Zugbahn des Taifuns Mangkhut @ JTWC

 

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Taifun MANGKHUT mit Kurs auf Hongkong

Taifun MANGKHUT im Satellitenbil, gelegen zwischen den Philippinen und Südchina @ JMA, UBIMET

Blicken wir zuerst nach Westen auf FLORENCE, welche inzwischen zu einem tropischen Sturm herabgestuft wurde. Vor allem die Sturmflut in Verbindung mit großen Regenmengen aufgrund einer nur langsamen Verlagerung hat hier für Probleme gesorgt. Weite Bereiche wurden meterhoch überflutet, knapp 1 Million Haushalte waren ohne Strom, auch ein Atomkraftwerk wurde vorsichtshalber vom Netz genommen, 5 Menschen starben.

Währenddessen hat der wesentlich stärker ausgeprägte Supertaifun MANGKHUT in der Nacht auf Samstag Luzon, den nördlichsten Teil der Philippinen, überquert und hier massive Verwüstungen angerichtet. Im nachfolgenden Satellitenloop erkennt man eindrucksvoll, wie symmetrisch und wunderbar ausgeprägt das Auge noch direkt vor dem Landgang war. Direkt an der Küste dürfte es für Windböen um 300 km/h gereicht haben, jedoch gibt es in dieser bergigen und kaum besiedelten Region keine Wetterstationen. Weiter im Landesinneren wurden an verschiedenen Punkten über 200 km/h gemessen. Man sieht auch, wie das bergige Terrain zu einer Abschwächung des gesamten Systems und einer Auflösung des Auges geführt hat.

Die Auswirkungen waren jedoch verheerend. Zwar lässt der Wind aktuell wieder deutlich nach, der starke Regen hält aber noch an.

Und inzwischen verstärkt sich der Taifun wieder, auch das Auge bildet sich neu aus. Er zieht weiter nach Nordwesten über das Südchinesische Meer und erreicht am Sonntagvormittag unserer Zeit die Region zwischen der Halbinsel Hainan und der Metropolregion Hongkong. Viele Millionen Menschen werden hier betroffen sein, die Schäden können hier noch weitaus höher ausfallen.

Prognostizierte Zugbahn des Taifuns Mangkhut @ JTWC
Prognostizierte Zugbahn des Taifuns Mangkhut @ JTWC

 

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Ex-Hurrikan HELENE erreicht am Montag Irland

Infrarot-Satellitenbild von Samstag, 08:00 Uhr mit Ex-HELENE bei den Azoren @EUMETSAT, UBIMET

Gebildet hat sich Hurrikan HELENE bereits am 09. September südlich der Kapverdischen Inseln, seitdem war sie über dem offenen Atlantik unterwegs und hat sich inzwischen zu einem tropischen Sturm abgeschwächt. Nach der Passage der westlichen Azoren nimmt sie nun Kurs auf Europa und wandelt sich weiter in ein außertropisches Tief um. Laut übereinstimmender Modellberechnungen erreicht Ex-HELENE am Montagabend Irland als kräftiges Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h.

Weitere Zugbahn von Ex-HELENE und Wahrscheinlichkeit für Sturmböen @ NOAA
Weitere Zugbahn von Ex-HELENE und Wahrscheinlichkeit für Sturmböen @ NOAA

Eine solche Zugbahn ist selten, kommt aber doch immer wieder mal vor. Erst im Oktober des vergangenen Jahres hat es einen ähnlichen Fall gegeben, als Ex-Hurrikan OPHELIA ebenso Irland überquert hat.

6-stündige Windböen nach dem amerikanischen GFS-Modell am Montagabend @ NOAA, UBIMET
6-stündige Windböen nach dem amerikanischen GFS-Modell am Montagabend @ NOAA, UBIMET

Wieder 30 Grad möglich, lokal auch mehr

In Mitteleuropa muss man sich jedenfalls keine Sorgen machen, ein kräftiges Hochdruckgebiet bringt hier wieder freundliches Wetter. Bis weit in die kommende Woche hinein präsentiert sich das Wetter DACH-Raum von seiner sonnigen und oft auch trockenen Seite. Morgendliche Nebelfelder lösen sich meist auf, am Nachmittag bilden sich nur über den Alpen ein paar Schauer und Gewitter. Dazu bleibt es deutlich zu warm für die Jahreszeit. Und dies wiederum ist auch auf Ex-HELENE zurückzuführen, denn durch die starke südwestliche Strömung auf ihrer Vorderseite wird die Zufuhr subtropischer Luft erst richtig angekurbelt. Wieder gelangt diese Woche die 30 Grad-Marke in Reichweite, in Deutschland werden lokal auch 32 oder gar 33 Grad erreicht. Eine Wetterumstellung hin zu unbeständigerem und kühlerem Wetter zeichnet sich momentan ab Freitag ab.

Temperaturen in 850 hPa/1500 m nach dem amerikanischen GFS-Modell am Montagabend @ NOAA, UBIMET
Temperaturen in 850 hPa/1500 m nach dem amerikanischen GFS-Modell am Montagabend @ NOAA, UBIMET

Wetterpatenschaften für 2019

Aktuelle Wetterkarte mit Namen der Hoch-und Tiefdruckgebiete, 14.09.2018 @ www.wetterpate.de

Bereits seit mehr als 60 Jahren werden die in Mitteleuropa aktiven Hoch- und Tiefdruckgebiete mit Namen belegt, Grundüberlegung war eine leichtere Kommunikation zwischen den Meteorologen in Anlehnung an die dazumal schon gängige Praxis in den USA. Die breite Öffentlichkeit wurde im deutschsprachigen Raum aber erst 1990 durch die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE darauf aufmerksam. Seitdem ist  die Verwendung der Namen in den Medien quasi Standard. Seit 2002 können schließlich die Bürger im Rahmen der Aktion „Wetterpate“ Namen für die Druckgebiete wählen und sich so ein Hoch oder Tief selbst gönnen oder verschenken.

Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und wird das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de
Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de

 

Und die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute: Am Meteorologischen Institut der FU Berlin gibt es noch eine recht praxisnahe Ausbildung der angehenden Meteorologen. U.a. gibt es hier eine eigene Wetterstation, deren Daten und Beobachtungen in das weltweite Netz einfließen. Diese ist rund um die Uhr besetzt, also Augenbeobachtungen wie Wetterzustände, Wolkenarten und -höhen, Sichtweiten etc. werden von Studenten aufgenommen und international verschlüsselt. Gerade dies wird heutzutage immer seltener, denn die nationalen Wetterdienste ersetzen immer mehr Wetterbeobachter durch Instrumente, deren Qualität oftmals zu wünschen übrig lässt.

Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de
Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de

 

 

Rom, Barcelona & co. – Unwetter im Süden

Beispielhaftes Bild eines Gewitters © https://pixabay.com/en/users/jplenio-7645255/

Von Spanien und Frankreich bis Italien und Kroatien, auch Touristen-Hotspots waren betroffen wie bspw. Rom oder Barcelona. Ein paar Bilder und Videos der vergangenen Tage haben wir euch hier zusammen gestellt:

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Titelbild: Beispielhaftes Bild eines Gewitters © https://pixabay.com/en/users/jplenio-7645255/

Unwetter im westlichen Mittelmeerraum

Beispielhaftes Bild eines Gewitters © https://pixabay.com/en/users/FelixMittermeier-4397258/

Getroffen hat es viele Urlaubsdestinationen wie Mallorca, Barcelona oder Rom. Nachfolgend haben wir euch ein paar Aufnahmen und Videos der letzten Tage zusammen getragen:

 

Beispielhaftes Bild eines Gewitters © https://pixabay.com/en/users/jplenio-7645255/

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Titelbild: Beispielhaftes Bild eines Gewitters © https://pixabay.com/en/users/FelixMittermeier-4397258/

Webcams und ihr Nutzen in der Meteorologie

Und dabei ist die Qualität vieler Kameras heute besser denn je zuvor. Unscharfe Aufnahmen und pixelige, schiefe Bilder stellen inzwischen die Ausnahme dar, viel hat sich in den letzten Jahren getan. Zwei Arten von Webcams seien an dieser Stelle beispielhaft erwähnt:

Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb der Rudolfshütte am 19.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/rudolfshuette
Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb der Rudolfshütte am 19.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/rudolfshuette

foto-webcam.eu – Der Name deutet es schon an, hier werden Spiegelreflexkameras von Canon & co. derartig umgerüstet und angepasst, dass sie eigenständig in festgelegten Abständen Bilder schießen und automatisch übermitteln, selbst in abgelegensten Gegenden ohne Strom und festes Internet. Sie werden in eigens dafür gefertigte Stahlgehäuse gegeben und kommen auch mit hochalpinem Klima gut zurecht.

Innenansicht: Umgerüstete Spiegelreflexkamera © https://www.foto-webcam.eu
Innenansicht: Umgerüstete Spiegelreflexkamera © https://www.foto-webcam.eu
Außenansicht: Stahlgehäuse mit Solarpanelen und Hardware © https://www.foto-webcam.eu
Außenansicht: Stahlgehäuse mit Solarpanelen und Hardware © https://www.foto-webcam.eu

Die Bilder weisen eine zuvor nicht dagewesene Qualität auf und durch automatische längere Belichtung ist selbst nachts alles zu sehen, von Sternen über Wolken bis hin zu Schneehöhen etc. Und hier kommt der Nutzen für uns Meteorologen ins Spiel. Denn viele tagsüber bemannte Wetterstationen melden nachts keine Wetterzustände und Satellitenbilder zeigen weniger an. Mit Hilfe der Kameras, die inzwischen sehr zahlreich im Alpenraum vorhanden sind, lassen sich aktuelle Zustände z.B. wie Nebel zu jeder Tageszeit wunderbar erkennen.

Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb von Lienz am 16.02.2014 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz
Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb von Lienz am 16.02.2014 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz
Aufnahme der Foto-Webcam am Traunstein am 14.03.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/traunstein
Aufnahme der Foto-Webcam am Traunstein am 14.03.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/traunstein
Aufnahme der Foto-Webcam von Feldkirch am 14.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch
Aufnahme der Foto-Webcam von Feldkirch am 14.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch

Auch auf dem Dach des Ares-Towers in Wien, in welchem sich die Büros von wetter.tv befinden, gibt es seit einigen Jahren eine derartige Webcam mit Blick auf die Wiener Innenstadt:

Aufnahme der UBIMET-Foto-Webcam am Dach des Ares-Towers vom 12.07.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien
Aufnahme der UBIMET-Foto-Webcam am Dach des Ares-Towers vom 12.07.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Seit einiger Zeit sind derartige Webcams bspw. auch an Gletschern installiert, so dass sich mittels Loops Veränderungen feststellen lassen. Im Falle der Pasterze am Großglockner ist der Schwund klar zu erkennen:


panomax.com – Auch hier ist der Name Programm, denn diese Kamera eines öst. Anbieters dreht sich einmal um ihre Achse und erstellt so 360°-Panoramaaufnahmen. Dies ist für Meteorologen so wertvoll, weil man nicht auf eine bestimmte Himmelsrichtung beschränkt ist und den aktuellen Ist-Zustand rundum überprüfen kann. Ein Nachteil hat das System jedoch: nachts sind keine brauchbaren Bilder möglich.

Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) am 19.08.2018 © https://innsbruck-airport.panomax.com/
Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) am 19.08.2018 © https://innsbruck-airport.panomax.com/
Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) in Kitzbühel am 19.08.2018 © https://austria-trend.panomax.com/kitzbuehel
Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) in Kitzbühel am 19.08.2018 © https://austria-trend.panomax.com/kitzbuehel

Niedrigwasser auf Rekordkurs

So wie am Edersee in Hessen sieht es an vielen Stauseen und Flüssen aus

Allen voran die Elbe ist betroffen. Bilder von fast ausgetrockneten Flussbetten machen die Runde, hier und da werden durch das fehlende Wasser Dinge aus längst vergangenen Zeiten frei gelegt. Auch Bomben aus dem zweiten Weltkrieg gehören dazu, weswegen zuletzt bspw. in Magdeburg 5000 Menschen evakuiert werden mussten.


Im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt es einen Pegel, an welchem am Freitag ein Wasserstand von nur noch 69 Zentimetern gemessen wurde. Das waren noch 2 Zentimeter mehr als 1947, als der bisher niedrigste Wert gemessen wurde. Und die Aufzeichnungen begannen dort immerhin schon 1892. In Magdeburg wurde der Tiefststand von 1934 mit 48 Zentimetern sogar eingestellt.

Auch auf manch Stausee hat die Trockenheit Auswirkungen, als Beispiel sei hier auf den Edersee in Hessen verwiesen. Früher gab es hier Siedlungen, welche für den Bau des Stausees aufgegeben wurden. Nun werden die Reste davon wieder sichtbar:

Copyright Titelbild @ pixabay.com, Dagobert1980

Bis zu 25 Grad – aktuelle Wassertemperaturen

Eine Frau genießt den Sommer

Bis zu 33 Grad werden im Süden des Landes nun jeden Tag erreicht,  aber auch in der Mitte ist es heiß, nur im Nordwesten und an den Küsten bewegen sich die Temperaturen auf einem sommerlich gemäßigten Niveau.  Was liegt also näher, als die Zeit am Wasser zu verbringen?

Erfrischung liefern die Seen zum Teil nicht mehr, sind einige doch deutlich zu warm. Zumindest kühlt es, wenn man das Wasser verlässt und leichter Wind die Verdunstung ankurbelt. Nachfolgend die aktuellen Wassertemperaturen ausgewählter Badeseen und Küsten:

Niedersachsen
Steinhuder Meer 24 Grad
Irenensee 23 Grad
Arnumer See 20 Grad
Norderney, Nordsee 20 Grad
Odertalsperre 21 Grad

 

NRW
Kaarster See 22 Grad
Dürener See 23 Grad
Fühlinger Badesee 23 Grad
Sorpetalsperre 22 Grad
Wolfsee / Duisburg 21 Grad
Seebad Haltern am See 21 Grad
Zülpicher Badesee 23 Grad
Stemmersee 21 Grad

 

Rheinland-Pfalz / Saarland
Krombachtalsperre 22 Grad
Waldsee Rieden 22 Grad
Grosse Blies 24 Grad
Laachersee 22 Grad
Baggersee Diez 21 Grad
Bostalsee 24 Grad

 

Hessen
Meinhardsee 24 Grad
Edersee 24 Grad
Badesee Niedernhausen 24 Grad
Twistesee 22 Grad
Nidda-Stausee 24 Grad

 

Hamburg
Stadtparksee 23 Grad
Boberger See 22 Grad
Öjendorfer See 23 Grad

 

Schleswig-Holstein
Eutiner See 20 Grad
Plöner See 23 Grad
Ratzeburger See 24 Grad
Sylt / Nordsee 20 Grad
Fehmarn / Ostsee 20 Grad

 

Mecklenburg-Vorpommern
Schweriner See 18 Grad
Müritz 19 Grad
Krakower See 19 Grad
Mirower See 20 Grad
Rügen / Ostsee 22 Grad
Usedom / Ostsee 24 Grad

 

Brandenburg
Helenesee 21 Grad
Senftenberger See 22 Grad
Scharmützelsee 23 Grad
Ruppiner See 21 Grad
Templiner See 21 Grad

 

Berlin
Weißensee 24 Grad
Tegeler See 23 Grad
Wannsee 24 Grad
Müggelsee 23 Grad
Orankesee 23 Grad

 

Sachsen-Anhalt
Neustädter See 22 Grad
Arendsee 23 Grad
Talsperre Kelbra 23 Grad
Strandbad Adria 24 Grad

 

Sachsen
Cospudener See 20 Grad
Bärwalder See 25 Grad
Koberbachtalsperre 20 Grad
Stausee Oberrabenstein 23 Grad
Olbersdorfer See 19 Grad

 

Thüringen
Stausee Hohenfelden 21 Grad
Stausee Albersdorf 21 Grad

 

Baden-Württemberg
Ilmensee 22 Grad
Badesee Freudenberg 22 Grad
Schluchsee 20 Grad
Silbersee 25 Grad
Hirschfeldseen 26 Grad
Titisee 22 Grad

 

Bayern
Forggensee 21 Grad
Bodensee / Lindau 23 Grad
Altmühlsee 22 Grad
Chiemsee 22 Grad
Staffelsee 23 Grad

 

 

Aktuelle Wassertemperaturen: Bis zu 27 Grad!

Kanufahrendes Pärchen am Faaker See

Bis zu 34 Grad werden im Norden und Osten des Landes nun jeden Tag erreicht, über die neue Hitzewelle haben wir bereits vor wenigen Tagen berichtet. Was liegt also näher, als die Zeit am Wasser zu verbringen? Selbst im Westen des Landes ist es sommerlich warm, wenngleich hier in den Nachmittags- und Abendstunden auch ein paar Wärmegewitter zu erwarten sind.

Erfrischung liefern die Seen zum Teil nicht mehr, sind einige doch deutlich zu warm. Zumindest kühlt es, wenn man das Wasser verlässt und leichter Wind die Verdunstung ankurbelt. Nachfolgend die aktuellen Wassertemperaturen ausgewählter Seen:

Vorarlberg
Bodensee 24 Grad
Seewaldsee 22 Grad
Naturbad Frastanz 25 Grad

 

Tirol
Piburgersee 23 Grad
Baggersee Innsbruck 26 Grad
Schwarzsee 24 Grad
Achensee 20 Grad

 

Salzburg
Zeller See 22 Grad
Waldbad Lungötz 20 Grad
Hintersee 24 Grad

 

Kärnten
Pressegger See 25 Grad
Millstätter See 27 Grad
Kleinsee 24 Grad
Wörthersee 25 Grad
Faaker See 24 Grad
Afritzer See 24 Grad
Flatschacher See 27 Grad

 

Steiermark
Ödensee 24 Grad
Toplitzsee 25 Grad
Stubenbergsee 27 Grad
Grundlsee 25 Grad

 

Oberösterreich
Mondsee 25 Grad
Traunsee 23 Grad
Wolfgangsee 23 Grad
Pichlinger See 26 Grad
Langbathsee 23 Grad

 

Niederösterreich
Lunzer See 22 Grad
Aubad Tulln 26 Grad
Erlaufsee 23 Grad

 

Wien
Alte Donau 25 Grad
Neue Donau 24 Grad

 

Burgenland
Sonnensee Ritzing 24 Grad
Badesee Rauchwart 25 Grad
Neusiedler See 23 Grad
Badesee Kobersdorf 26 Grad

 

Photo credit: Region-Villach on Visual hunt / CC BY-SA

Trockenheit 2018 – Zahlen und Fakten

Anhaltenden Trockenheit in weiten Teilen des Landes

In Linz beispielsweise gab es 2018 um 20 Tage mit ergiebigem Niederschlag weniger als im Vergleichszeitraum des letzten durchschnittlichen Jahres 2016. Dementsprechend verlängert hat sich auch die Länge der trockenen Perioden zwischen den Regenfällen. Vergingen an der Alpennordseite 2016 noch 4 bis 7 Tage zwischen ergiebigen Niederschlagsereignissen von 5 mm oder mehr, so waren es 2018 in der selben Region schon 10 bis 18 Tage.

Noch extremer ist die Situation im Nordosten Deutschlands: Gab es hier in den vergleichsweise ausgeglichenen Jahren 2016 und 2017 im Schnitt etwa alle 7 bis 12 Tage ergiebigere Niederschläge von 5 Litern pro Quadratmeter und 24 Stunden, so sind dort 2018 bislang bis zu 40 Tage ohne ergiebigen Regen vergangen.

Diese langen trockenen Phasen bei gleichzeitig hohen Temperaturen setzen dem Ackerbau und der Forstwirtschaft am stärksten zu. Ist die Temperatur hoch, der Boden ausgetrocknet und die Sonnenstrahlung sehr intensiv, können Pflanzen die durch Verdunstung verlorene Wassermenge nicht mehr aus dem Boden ziehen, der Welkepunkt wird unterschritten und die Pflanze verkümmert.

Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET

Hitzestress bei Menschen

Auch für Menschen sind die Herausforderungen aus den anhaltend hohen Temperaturen nicht zu unterschätzen, weiß Dr. Peter Lauda, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Notarzt in Wien: “Die extreme Hitzewelle mit ihren anhaltend hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht stellt auch aus medizinischer Sicht ein Problem dar in Form von sogenannten Hitzeschäden, also Sonnenstich, Hitzekollaps und -erschöpfung bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzeschlag. Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen betreffen insbesondere den Wasser- und Elektrolythaushalt und führen somit zu Symptomen vonseiten des Herzkreislauf- sowie Zentralnervensystems. Besonders gefährdet sind Kinder sowie ältere, geschwächte und kranke Menschen.“

Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET

Die Gründe für die Extreme

Meteorologisch gesehen ist das spezielle am bisherigen Verlauf des Frühjahres und Sommers das Fehlen der sonst häufigen atlantischen Kaltfronten. Das sind die üblichen Regenbringer in einem normalen mitteleuropäischen Sommer. Für gewöhnlich ist alle 3 bis 6 Tage mit dem Durchzug einer solchen Front zu rechnen. 2018 beschränkten sich die Frontpassagen auf wenige an einer Hand abzählbare Fälle. Der Großteil der Niederschläge fiel aus lokalen, dafür umso heftigeren Gewittern.

Noch eine Woche Hitze

Nach dem derzeitigen Stand der Vorhersage dürfte erst am Freitag nächster Woche eine markante Kaltfront aus Nordwesten der Hitze ein vorläufiges Ende setzen.

 

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Dürre im Frühjahr und Sommer 2018 – Zahlen und Fakten

Viel zu wenig Wasser gibt es momentan in den Flüssen in Deutschland

In Hannover beispielsweise wurden 2018 um 20 Tage mit ergiebigem Niederschlag weniger als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres 2017 registriert, häufig kann man die Tage mit mehr als 5 mm an zwei Händen abzählen. Dementsprechend verlängert hat sich auch die Länge der trockenen Perioden zwischen den Regenfällen. Insbesondere im Nordosten des Landes ist die Situation extrem: Gab es hier in den vergleichsweise ausgeglichenen Jahren 2016 und 2017 im Schnitt etwa alle 7 bis 12 Tage ergiebigere Niederschläge von 5 Litern pro Quadratmeter und 24 Stunden, so sind dort 2018 bislang bis zu 40 Tage ohne ergiebigen Regen vergangen. Besonders betroffen sind:

  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen
  • Sachsen
  • Brandenburg

Diese langen trockenen Phasen bei gleichzeitig hohen Temperaturen setzen dem Ackerbau und der Forstwirtschaft am stärksten zu. Ist die Temperatur hoch, der Boden ausgetrocknet und die Sonnenstrahlung sehr intensiv, können Pflanzen die durch Verdunstung verlorene Wassermenge nicht mehr aus dem Boden ziehen, der Welkepunkt wird unterschritten und die Pflanze verkümmert.

Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET

Hitzestress bei Menschen

Auch für Menschen sind die Herausforderungen aus den anhaltend hohen Temperaturen nicht zu unterschätzen, weiß Dr. Peter Lauda, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Notarzt in Wien: “Die extreme Hitzewelle mit ihren anhaltend hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht stellt auch aus medizinischer Sicht ein Problem dar in Form von sogenannten Hitzeschäden, also Sonnenstich, Hitzekollaps und -erschöpfung bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzeschlag. Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen betreffen insbesondere den Wasser- und Elektrolythaushalt und führen somit zu Symptomen vonseiten des Herzkreislauf- sowie Zentralnervensystems. Besonders gefährdet sind Kinder sowie ältere, geschwächte und kranke Menschen.“

Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET

Die Gründe für die Extreme

Meteorologisch gesehen ist das spezielle am bisherigen Verlauf des Frühjahres und Sommers das Fehlen der sonst häufigen atlantischen Kaltfronten. Das sind die üblichen Regenbringer in einem normalen mitteleuropäischen Sommer. Für gewöhnlich ist alle 3 bis 6 Tage mit dem Durchzug einer solchen Front zu rechnen. 2018 beschränkten sich die markanten Frontpassagen auf wenige, an einer Hand abzählbare Fälle. Der Großteil der Niederschläge fiel aus lokalen, dafür umso heftigeren Gewittern.

Noch eine Woche Hitze

Nach dem derzeitigen Stand der Vorhersage dürfte erst am Freitag der neuen Woche eine ausgeprägte Kaltfront der Hitze in der Mitte und im Süden ein vorläufiges Ende setzen und gebietsweise Regen bringen.

 

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Photo credit: david_drei on Visual hunt / CC BY-NC-SA

Atlantik: Ruhige Hurrikan-Saison

 

Zusammenfassung der bisherigen Aktivität von Hurrikanen oder trop. Stürmen auf dem Atlantik, NHC
Zusammenfassung der bisherigen Aktivität von Hurrikanen oder trop. Stürmen auf dem Atlantik, NHC

 

Doch seit eben Mitte Juli hat sich nicht mehr viel getan, mit ‚Debby‘ kam es nur noch zu einem mit Namen bedachtem Sturm, welcher jedoch seine Runden über dem nördlichen Atlantik drehte und sich letzte Woche dort auflöste. Die ursprünglich prognostizierte ’normale Hurrikan-Aktivität‘ für dieses Jahr ist bis dato nicht eingetreten. Der sich allmählich aufbauende El Nino spielt hierbei offenbar eine wesentliche Rolle, wir haben bereits darüber berichtet. Die nachfolgende Grafik zeigt, wie sich die Abweichung der Meeresoberflächentemperatur westlich von Ecuador und Kolumbien dem für El Nino wichtigen Schwellwert von +1 Grad nähert. Außerdem sind die Wassertemperaturen in der eigentlichen Brutregion für Hurrikans vor der Westküste Afrikas derzeit niedriger als im langjährigen Schnitt.

Prognose El Nino, NOAA
Prognose El Nino, NOAA

 

Ende August und Anfang September ist normalerweise der Höhepunkt der Hurrikansaison. Zwar wird die momentane ruhige Phase nicht ewig andauern, doch zu übernormal hoher Aktivität wird es wohl nicht mehr kommen. Die Prognosen des amerikanischen Hurrikan-Zentrums wurden inzwischen entsprechend angepasst:

Prognose der restlichen Hurrikansaion 2018, NHC
Prognose der restlichen Hurrikansaion 2018, NHC

Firenado: Wenn der Wind mit dem Feuer spielt

Firenado bei Leicestershire, https://news.sky.com/

 

Doch so selten ist dieses Phänomen garnicht, bei genauerer Recherche lassen sich einige Beispiele allein aus den letzten Tagen finden:

Und einen ganz besonderen Fall zeigt das nachfolgende Video aus Kalifornien. Hier bewegt sich ein Firenado vom Land auf Wasser hinaus und wandelt sich damit in eine Wasserhose um! Ob dies geholfen hat das Feuer zu bändigen, ist offen.

Doch wie entsteht dieses interessante Phänomen?

Brennt es flächendeckend, entsteht eine enorme Hitze und damit viel heiße Luft, welche aufsteigt. Wo Luft aufsteigt, wird frische Luft aus der Umgebung nachgezogen. Ähnlich dem Kamin-Prinzip gibt es eine Rückkopplung, denn Frischluft wiederum facht das Feuer nur noch weiter an und hält den Sog aufrecht. Nun kommt wie bei einem Tornado noch die Corioliskraft ins Spiel und der gesamte Feuersturm kann zu rotieren beginnen.

 

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Rückblick: Teils enorme Wassermassen

Regenmengen der vergangenen 24 Stunden bis 11.08.2018, 06:00 Uhr

Zur Abwechslung ging es am Samstag mal frisch in den Tag, überall lagen die Temperaturen unter der 20 Grad-Marke:

  • 14 Grad – Bregenz
  • 13 Grad – Innsbruck
  • 13 Grad – Salzburg
  • 15 Grad – Linz
  • 19 Grad – Klagenfurt
  • 17 Grad – Graz
  • 17 Grad – Eisenstadt
  • 15 Grad – St. Pölten
  • 17 Grad – Wien

In Wien wurden gar die niedrigsten Temperaturen seit 29 Tagen gemessen, endlich konnte wieder gut durchgelüftet werden. Dazu hat es hier seit dem Vorabend immer wieder etwas geregnet, nicht nur die Pflanzen dürften sich darüber gefreut haben. Regen fiel mit der Kaltfront aber nahezu im ganzen Land, wie die Niederschlagsanalyse über 24 Stunden im Titelbild zeigt. 97% der Wetterstationen haben Regen gemessen, vor allem im Westen und Norden handelte es sich auch eher um gleichmäßigen Regen. Kräftig und teilweise unwetterartig fiel der Regen hingegen einmal mehr im Südosten aus, hier lagerte am Freitag vor der Kaltfront noch energiereiche Luft und entsprechend gingen hier Schauer und Gewitter nieder.

 

82 l/m² kamen in Summe in Fischbach in der Steiermark zusammen, allein 45 l/m² davon entfielen auf ein kräftiges Gewitter am Nachmittag. Auch Flattnitz in Kärnten mit 58 l/m² und Neumarkt in der Steiermark mit 54 l/m² habten einiges an Regen abbekommen. Am stärksten hat es aber wohl Voitsberg westlich von Graz erwischt, wie das Video bestätigt. Auch zu kräftigem Hagelschlag kam es hier.

Knapp 20.000 Blitze registriert

Nachfolgend dazu noch zwei Grafiken mit Blitzstatistiken. Man erkennt: hauptsächlich die Steiermark war betroffen, knapp 14.000 Blitze schlugen hier ein, aber auch Teile von Kärnten und generell das Burgenland.

Blitzdichte über 24h vom 10.08.2018, 00:00 Uhr bis 11.08.2018, 00:00 Uhr
Blitzdichte über 24h vom 10.08.2018, 00:00 Uhr bis 11.08.2018, 00:00 Uhr
Blitzdichte auf Gemeindebasis über 24h vom 10.08.2018, 00:00 Uhr bis 11.08.2018, 00:00 Uhr

 

Heute am Samstag herrscht deutlich ruhigeres Wetter vor. Nur in den südlichen Landesteilen sind am Nachmittag und Abend einzelne Wärmegewitter möglich, entsprechend gelten Vorwarnungen. Ähnlich präsentiert sich der Sonntag, bevor am Montag mit einer neuen Kaltfront generell wieder mehr Gewitter in der Westhälfte zu erwarten sind.

Gewitter-Vorwarnungen für den 11.08.2018, Stand 09:30 Uhr, uwz.at
Gewitter-Vorwarnungen für den 11.08.2018, Stand 09:30 Uhr, uwz.at

 

Kampf der Luftmassen

Sonnenschein un Gewitter © Claus Rebler on Visual hunt / CC BY-SA

Die Luftmassengrenze liegt am Dienstag quer über Österreich und erstreckt sich etwa vom Loferer Land bis zur südlichen Steiermark. Am Mittwoch verlagert sie sich etwas weiter nach Nordosten und verläuft dann etwa von Linz bis Graz. Westlich und südlich davon ist es unbeständig und trotz zeitweise freundlicher Bedingungen sind im Tagesverlauf vermehrt Schauer und teils kräftige Gewitter zu erwarten. Mitunter verlagern sie sich langsam und können damit lokal große Regenmengen bringen, auch Hagelschlag ist nicht ausgeschlossen. Deutlich ruhiger präsentiert sich das Wetter weiterhin in der gesamten Osthälfte, bei viel Sonnenschein bleibt es trocken.

 

Hitze und Gewitter am Donnerstag

Am Donnerstag kommt die schwülwarme Luft weiter nach Nordosten voran. Nach Auflösung etwaiger Restwolken im Bergland scheint zunächst verbreitet die Sonne. In der feuchten Luft entstehen im Berg- und Hügelland jedoch bereits am Vormittag wieder erste Quellwolken und die Gewitterneigung steigt an. Am Nachmittag breiten sich dann ausgehend vom Bergland teils kräftige Schauer und Gewitter auf weite Landesteile aus, lokal zeichnet sich Unwettergefahr ab. Nur im äußersten Osten bleibt es noch überwiegend trocken, mit bis zu 33 Grad wird es hier zudem ausgesprochen heiß.

Kühler am Freitag, ruhiges Wochenende

Am Freitag zeigt sich zunächst vor allem im Süden und Osten zeitweise die Sonne, an der Alpennordseite überwiegen dagegen bereits die Wolken und gelegentlich regnet es hier schauerartig verstärkt. Im Tagesverlauf bilden sich dann vermehrt Schauer und Gewitter, welche besonders im Südosten mitunter auch noch einmal kräftig ausfallen können. Vor allem im Westen des Landes ist es vorübergehend kühler mit teils nur noch 18 Grad, im Osten bleibt es dagegen sommerlich warm mit bis zu 29 Grad.

Am Wochenende ist die gewitteranfällige Luft schließlich wieder ausgeräumt, von Norden strömt trockene Luft ein, die Temperaturen bleiben aber generell auf einem sommerlichen Niveau. Und dieser Trend setzt sich nach aktuellem Stand auch in der neuen Woche fort.

 

Photo credit: Claus Rebler on Visual hunt /  CC BY-SA

Mittelmeer aktuell bis zu 5 Grad zu warm

Abweichung der aktuellen Wassertemperatur vom langjährigen Mittel © Andrej Flis, https://www.facebook.com/severeweatherEU

Eine aktuelle Auswertung zeigt: Die Oberflächenwassertemperaturen sind momentan nahezu im gesamten Mittelmeer höher als zu dieser Jahreszeit üblich, in Teilen der Adria ist das Wasser sogar um die 5 Grad wärmer! Lediglich der westlichste Zipfel bzw. angrenzende Teile des Atlantiks weisen derzeit eine normale oder leicht zu niedrige Temperatur auf. Dies ist nicht verwunderlich, gab es im Laufe des Frühsommers 2018 doch gerade hier häufigen Tiefdruckeinfluss, während über dem mittleren und östlichen Mittelmeer entsprechend häufiger Hochdruckeinfluss und eine südliche und damit warme Luftströmung vorherrschend war.

Welche Auswirkungen hat dies?

Zum Einen hat solch eine Entwicklung natürlich Einfluss auf Flora und Fauna. Manche Fische sterben, andere aus tropischen Regionen kommen nach. So wurden bspw. kürzlich vor Mallorca giftige Quallen mit 30 m langen Tentakeln gesichtet, die es sonst dort nicht gab. Denn die aktuellen Anomalien sind nicht nur eine Momentaufnahme, häufig und über lange Zeiträume wurden in der jüngeren Vergangenheit zu hohe Wassertemperaturen gemessen.

Zum Anderen hat wärmeres Wasser eine höhere Energie und mehr davon kann über Verdunstung in die Atmosphäre übergehen. Entsprechend steht dieser im Mittel mehr Energie zur Verfügung, was sich in Schauern oder Gewittern äußern kann. Selten, aber doch: Medicane, Hurrikan-ähnliche kleinräumige Tiefdruckgebiete sind möglich und werden durch höhere Wassertemperaturen zumindest nicht in ihrer Entwicklung gehemmt.

Ob das Wetter der letzten Tage im östlichen Mittelmeerraum von aktuell zu warmem Wasser beeinflusst wurde, sei dahin gestellt. Ein alterndes Höhentief hat nämlich einige kräftige Schauer und Gewitter ausgelöst:

 

 

 

 

Titelbild: Abweichung der aktuellen Wassertemperatur vom langjährigen Mittel © Andrej Flis, https://www.facebook.com/severeweatherEU

Nach Millstatt: Microbursts erklärt

Aufnahme eines Microbursts bei Phoenix, Arizona © https://www.youtube.com/watch?v=jI8d92SWMKw

 

Reduziert auf das Eigentliche war es ein normales Gewitter. Erwärmte Luft konnte über den nahen Bergen südlich des Millstätter Sees aufsteigen, es bildeten sich mächtige Quellwolken und in weitere Folge ein für die Jahreszeit typisches Wärmegewitter mit nur geringer Verlagerungsgeschwindigkeit.  Besonders erscheinen jedoch die Wassermassen, die wie in Form von Paketen aus der Wolkendecke fallen. Im Zeitraffer wird der relativ kleine, aber dichte Niederschlagsbereich deutlich, mit einer markanten Grenze hin zum niederschlagsfreien Bereich. Beim Aufprall auf den Boden strömt der Regen zudem in alle Richtungen auseinander, es kommt zu kräftigen Böen. Die Rede ist hierbei von einem so genannten Downburst, bzw. aufgrund der räumlichen Ausdehnung: von einem Microburst.

Erklärung eines Microbursts und dem damit Outflow © https://de.wikipedia.org
Erklärung eines Microbursts und dem damit verbundenen Outflow © https://de.wikipedia.org

Starke Winde zerstörerisch

Durch den stark beschleunigten Abwind und das Auseinanderlaufen am Boden sind die starken Winde üblicherweise das größte Problem bei diesem Phänomen, weniger der kräftige Regen. Das nachfolgende Video aus Minsk verdeutlicht dies:

Wenn ein Sack Wasser zu Boden fällt

Häufig kommt ein Down- oder Microburst wie aus dem Nichts, wenn die Aufwinde innerhalb eines Schauers oder Gewitters nicht mehr reichen die Wassermassen zurückzuhalten und sich ein ‚Sack‘ den Weg zum Boden bahnt. Ist in der Wolke eine trockene Schicht eingelagert, kann sich dieses Paket an Regen durch Verdunstung weiter beschleunigen.

The pilot I use for my aerial images (Spiker Helicopters) caught these shots of a downburst over #Pittsburgh today…talk about incredible! oburst Phoenix, Arizona, pic.twitter.com/TOpVgR7imo

Microbursts erklärt

Titelbild: Microburst Phoenix, Arizona, https://www.youtube.com/watch?v=jI8d92SWMKw

El Niño wahrscheinlich

Pixabay contributor inspirexpressmiami

El Niño ist gegenüber La Niña die positive bzw. warme Phase der ‚El Niño-Southern Oscillation‘ (ENSO). Diese Oszillation beschreibt die Änderung der Oberflächen-Wassertemperaturen im Pazifik, welche große Auswirkungen auf das weltweite Wettergeschehen hat. Die zur Prognose herangezogenen verschiedenen Modelle sind sich zuletzt einiger geworden, demnach entwickelt sich nach der anhaltenden ENSO-neutralen Phase nun allmählich ein El Niño. Die nachfolgenden Graphen zeigen die Entwicklung, ab einem Schwellwert von +1 spricht man von einem El Niño-Status. Man erkennt, wie ausgeprägter der Fall zum Jahreswechsel hin wird.

Prognose der Abweichung der Wassertemperatur des Pazifiks und damit eines El Niño-Ereignisses
Prognose der Abweichung der Wassertemperatur des Pazifiks und damit eines El Niño-Ereignisses

 

Wetterlexikon: El Niño

Die stärksten Auswirkungen hat ein El Niño-Ereignis während der Wintermonate auf der Nordhalbkugel. Doch auch schon in der jetzigen warmen Jahreszeit und selbst bei einem noch schwach ausgeprägten El Niño ändern sich manche Wettermuster, wenngleich hauptsächlich auf der Südhalbkugel. Die Folgen sind auf der nachstehenden Grafik zusammengefasst. Das warme, trockene Muster in der Karibik korreliert mit einer verminderten Hurrikan-Aktivität auf dem Atlantik. Denn die El Niño-Phase ist typischerweise mit stärkeren Höhenwinden über dem Atlantik verbunden, die dazu führen, dass sich entwickelnde Zyklonen in Ihrer Entwicklung gehemmt werden.  

 

Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August
Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August

 

Meteorologen in den USA haben auf die aktuelle El Niño-Prognose reagiert und ihre Vorhersage der Hurrikan-Saison angepasst. War im April noch von einer überdurchschnittlichen Hurrikan-Saison 2018 die Rede, so geht man nun eher von einer durchschnittlichen Saison aus. Die Bewohner der gefährdeten Küstenbereiche sollten sich aber nicht zu früh freuen, gab es in den letzten Jahren die stärksten Hurrikans wie Andrew oder Hugo doch in ansonsten durch El Niño eher ruhigeren Hurrikan-Jahren.

Update: In Europa sind die Auswirkungen äußerst gering und nach wie vor Gegenstand der Forschung. Am ehesten wirkt sich ein markantes El Nino-Ereignis auf die Druckverteilung bei uns aus. Im Bereich von Island findet man dann häufiger als sonst ein blockierendes Hochdruckgebiet, weswegen öfters Kaltluft aus nördlichen Breiten nach Mitteleuropa geführt wird.

(Titelbild: Pixabay, inspirexpressmiami)

Große Trockenheit im Nordosten

Knochentrockener Boden © https://pixabay.com/en/users/daeron-634912/

0,5 l/m² Regen sind in der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt seit Anfang Mai und damit seit grob 6 Wochen gefallen. Praktisch nichts. Und so wie hier, sieht es in weiten Teilen des Nordostens aus. Zwar gab es in den letzten Wochen durchaus auch Schauer und Gewitter, doch traten diese immer sehr lokal und vereinzelt auf. Flächendeckender Landregen ist schon zu lange her, dazu waren die letzten Monate auch deutlich zu warm.

 

Und somit gibt es nicht nur Millionenschäden in der Landwirtschaft, auch die Gefahr von Wald- und Flurbränden ist entsprechend hoch, teils gilt die höchste Gefahrenstufe.

Waldbrandgefahrenindex für den 16.06.2018 © DWD
Waldbrandgefahrenindex für den 16.06.2018 © DWD

 

Wetterlage festgefahren

Ursache für diese extreme Trockenheit ist die relativ konstante Großwetterlage. So war tiefer Luftdruck zuletzt häufig auf den Südwesten Europas konzentriert, gewitteranfällige Luft schaffte es meist nur in den Süden und Westen Deutschlands, während sich hoher Luftdruck häufig über Nordeuropa hielt.

 

Hagelspur aus der Luft

Hagelspur © Jane Carpenter at Leading Edge Flight Training / https://www.facebook.com/Reppenhagen9wx

Knapp nördlich von Wellington, Colorado hat ein starkes Gewitter am Montagabend riesige Mengen an Hagel gebracht, stellenweise lag er bis zu 60 cm hoch. Am nächsten Morgen war noch jede Menge davon vorhanden und bei dann wolkenlosem Himmel konnte ein Pilot die nachfolgenden Aufnahmen machen. Selbst am Mittwoch, Tag 2 nach dem Unwetter, war der Hagel noch nicht komplett geschmolzen.

 

Man erkennt schön, wie eng begrenzt der Hagel gefallen ist, die Spur war nur wenige hundert Meter breit und ein paar Kilometer lang. Das verdeutlicht, wie schwer solch ein Ereignis zu prognostizieren ist.

Da wir schon thematisch in den USA sind: Im mittleren Westen ist gerade Hochsaison für schwere Gewitter und Tornados. Alljährlich zieht es auch Stormchaser und Wetterbegeisterte aus Europa dorthin, um die Gewalten der Natur zu erleben und sich an der Schönheit empor schießender Gewittertürme und deren Strukturen zu erfreuen. Ein paar Aufnahmen mit rotierenden Aufwindbereichen, Tornados usw. sind nachfolgend zu sehen:

 

 

Gerade sind die dortigen Bedingungen für fotogene Gewitter günstig, in der nachfolgenden Grafik erkennt man die Gebiete mit der größten Wahrscheinlichkeit für teils schwere Gewitter am Samstag:

Regionen mit der größten Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter am Samstag © UBIMET
Regionen mit der größten Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter am Samstag © UBIMET

 

Copyright Titelbild: Jane Carpenter at Leading Edge Flight Training / https://www.facebook.com/Reppenhagen9wx

Das Pfingstwetter im Detail

© https://pixabay.com/en/users/strecosa-124319/

Der Pfingstsonntag startet in der Südhälfte mit einigen Wolken und etwa von der Pfalz bis nach Mittelfranken und bis zur Schwäbischen Alb fällt aus der Nacht heraus ein wenig Regen. Im Tagesverlauf verlagert sich diese Zone weiter nach Westen, am Nachmittag sind dann vom südlichen NRW bis zu den Alpen und somit in der Südwesthälfte des Landes Schauer und auch einzelne Gewitter zu erwarten. Im großen Rest bleibt es trocken und insbesondere von den Mittelgebirgen nordwärts scheint auch verbreitet die Sonne. Bei schwachem bis mäßigem Ostwind liegen die Höchstwerte meist oberhalb der 20 Grad-Marke.

 

Am Pfingstmontag scheint schließlich häufig von der Früh weg die Sonne, nur hier und da ziehen ein paar Restwolken durch. Am Nachmittag bleibt es beim freundlichen Wetter, wenngleich sich ein paar Wolkenfelder am Himmel bemerkbar machen. Ein gewisses Risiko für vereinzelte Schauer oder Wärmegewitter gibt es wieder im Südwesten, meist bleibt es aber auch hier trocken. Der Wind weht weiter aus Ost und legt in der Nordhälfte etwas an Stärke zu, dafür wird es überall sommerlich warm: Man darf sich auf Werte zwischen 19 Grad an der Ostsee-Küste und 27 Grad in der Kölner Bucht freuen.

 

 

Copyright Titelbild: https://pixabay.com/en/users/strecosa-124319/

Das Pfingstwetter im Detail

© https://pixabay.com/en/users/Schwoaze-4023294/

Der Pfingstsonntag startet in der gesamten Westhälfte mit lokalen Nebelfeldern und Restwolken, mitunter fallen auch letzte Tropfen vom Himmel. Im weiteren Tagesverlauf werden die sonnigen Abschnitte mehr, allerdings bleibt es im Bergland sowie im Süden wechselhaft. Vor allem am Nachmittag sind hier Schauer und einzelne Gewitter zu erwarten. Nördlich der Donau sowie im östlichen Flachland bleibt es bei teils lebhaftem Ostwind überwiegend sonnig und trocken. Die Temperaturen entsprechen der Jahreszeit und steigen auf 15 bis 25 Grad.

 

Am Pfingstmontag halten sich südlich des Hauptkamms einige Wolken und ab und zu tröpfelt es hier etwas. Im Rest des Landes scheint häufig die Sonne, allerdings entstehen tagsüber besonders im westlichen Bergland einzelne Schauer und Gewitter. Der Wind weht im östlichen Flachland teils kräftig aus Ost und in prädestinierten Lagen im Westen des Landes bricht mäßiger Südföhn durch. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 16 und 26 Grad.

 

Copyright Titelbild: https://pixabay.com/en/users/Schwoaze-4023294/

Vulkan Kilauea auf Hawaii: Bilder und Videos

© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

Bereits etwa 40 Privathäuser wurden auf der Hauptinsel Big Island zerstört, dazu gibt es einige Schäden an der Infrastruktur. Wie bei Schildvulkanen typisch, dringt Lava nicht zwangsläufig nur aus einem Krater aus, sondern es können generell Risse an der Oberfläche entstehen. Das hat zu einigen spektakulären Bildern geführt, denn manche Risse haben sich mitten durch besiedeltes Gebiet gezogen. Wir haben ausgewählte beeindruckende Aufnahmen des United States Geological Survey (USGS) zusammen getragen, gefolgt von speziellen Tweets.

© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
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Wer interessiert ist, kann auch immer einen Live-Blick via Webcams auf den Vulkan werfen: https://www.esrl.noaa.gov/gmd/obop/mlo/livecam/livecam.html

Zudem sei auf die atemberaubenden Bilder von Bruce Omori verwiesen: https://500px.com/bruceomori

 

Copyright Titelbild: https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

Hoch SVEN und die Hochzeit des Jahres

Schloss Windsor © https://pixabay.com/en/users/diego_torres-1118992/

In England regnet es ja gerne mal, auch anhaltend und auch zu dieser Jahreszeit. Doch aktuell hält sich ein stabiles Hochdruckgebiet von der Biskaya bis nach Skandinavien. Es hört auf den Namen SVEN und sein Zentrum liegt am Samstag ziemlich genau über England.

Damit präsentiert sich das Wetter von seiner besten Seite – die Sonne scheint von früh bis spät, meist sogar von einem wolkenlosen Himmel. Regen kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Dazu wird es angenehm warm mit maximal 20 Grad, und durch den nur schwachen Nordostwind dürften auch sämtliche Hüte der Royals sicher sitzen.

 

Detaillierte Wetterprognose für London

 

Copyright Titelbild: Schloss Windsor © https://pixabay.com/en/users/diego_torres-1118992/

223 km/h – Tornado hat Wetterstation überquert

Luftbildaufnahmen von umgestürzten Bäumen © Marco Bayer

(Copyright Titelbild: Marco Bayer, https://www.facebook.com/marco.bayer.12)

Eine private Agrarwetterstation bei Boisheim im Kreis Viersen wurde tatsächlich von dem Tornado überquert – ein für die Wissenschaft glücklicher Zufall, hilft die Messung doch bei der Einordnung der Stärke des Wirbelsturms. 223 km/h wurde als maximale Böe um 17:37 Uhr gemessen, was zeitlich sehr gut passt. Noch keine andere Wetterstation im Flachland Deutschlands hat je so starken Wind gemessen, entsprechend dürfte es sich um einen Rekord handeln. Jedoch eher um einen inoffiziellen, da die Station nicht der Norm der World Meteorological Organization entspricht.

So oder so, mit 223 km/h entspricht der Tornado der Stärke 2 auf der sechsteiligen Fujita-Skala. Und dies deckt sich mit den beobachteten Schäden wie etwa zahlreichen abgedeckten Häusern oder entwurzelten Bäumen, auch die Experten der Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland kommen bei ihrer Analyse auf einen F2-Tornado. Im Übrigen wurden die Nutzer und Kunden von uwr.de rechtzeitig und mit der höchsten Warnstufe vor dem aufziehenden Unwetter gewarnt:

 

Etwa 30 bis 60 Tornados treten jedes Jahr in Deutschland auf und die meisten entsprechen der Stärke F0 bis F2, sind also mit Windgeschwindigkeiten von rund 70 bis 250 km/h verbunden. Der aktuelle Tornado hat auf den ersten Blick womöglich mächtiger und stärker gewirkt als viele andere, die bisher dokumentiert wurden. Dies liegt hauptsächlich an der großen Menge an Sand und Staub, die aufgewirbelt und mitgeführt wurde.

 

Tornados traten in unseren Breiten schon immer auf, von daher kann man nicht von einem neuzeitlichen Phänomen sprechen. Die Wahrnehmung hat sich jedoch verändert, heutzutage hat jeder ein Handy griffbereit und kann aufgenommene Videos mit zwei Klicks in den Social Media-Kanälen verbreiten. Nachfolgend haben wir weitere beeindruckende Videos und Fotos zusammengetragen:

 

Am Dienstag, dem 16.05. und tags zuvor wurden übrigens noch weitere Funnels und ein Tornado dokumentiert. Zweimal in Tschechien, einmal bei Bad Langensalza in Thüringen und auch in Baden-Württemberg:


 

Copyright Titelbild: Marco Bayer, https://www.facebook.com/marco.bayer.12

Fichtenpollen färben Attersee gelb

Durch Fichtenpollen gefärbter Attersee © Jürgen Elmer, Severe Weather Europe

Beeindruckend waren die Aufnahmen der vergangenen Woche nicht nur für Allergiker – im Berg- und Hügelland kam es zu einem wahren ‚Fichtenpollensturm‘. Doch die Angst vor Heuschnupfen war dann doch meist unbegründet, denn lediglich bei rund 5 % der Allergiker wirken sich auch diese Pollen aus, generell ist die Struktur der Fichtenpollen zu groß.

Webcambild Dornbirn © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn
Webcambild Dornbirn © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn

Nun kommt der ‚Spuk‘ langsam zu einem Ende und die ausgetriebenen Pollen sammeln sich bspw. im Wasser an. An mehreren Seen kann man dies nun beobachten, teilweise führt dies zu einer gelblichen Färbung, wie die Bilder vom Attersee von Jürgen Elmer (auch Titelbild) eindrucksvoll beweisen:

 

 

Unwettergefahr im Westen

Gefahrenzonen am Sonntag, 29.04.2018 © UBIMET

Tief QUITTA sorgt heute in weiten Teilen Westeuropas für turbulente Verhältnisse. Es verlagert sich einmal quer von Süd nach Nord über Frankreich hinweg und intensiviert sich dabei. Deutschland liegt an seiner Vorderseite, entsprechend wird von Süden her energiereiche und zunehmend feuchte Luft herangeführt. Zwar gibt es aktuell am Vormittag von Rheinland-Pfalz bis nach Niedersachsen bereits einige Regenschauer, diese ziehen aber bald nach Norden ab und die Wolken lockern auf. Dann scheint hier für einige Stunden die Sonne und die Luft erwärmt sich auf Werte zwischen 20 und 25, im Südwesten auch auf bis zu 28 Grad.

Organisierte Gewitter mit Unwetter-Potential

Mit dem sich nähernden Tiefzentrum bilden sich am späten Nachmittag über Frankreich und Belgien schließlich die ersten Gewitter und erreichen am frühen Abend auf ihrem Weg nach Nord/Nordost auch Deutschland. Aufgrund der vielfach passenden Strömungsbedingungen ist von gut organisierten Gewittern auszugehen, welche das Potential für unwetterartige Entwicklungen haben. Besonders im Anfangsstadium geht die Hauptgefahr im Saarland sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und NRW von großem Hagel aus, lokal ist auch die Bildung eines Tornados an einer so genannten Superzelle nicht ausgeschlossen.

Aktuelle Situation am Sonntag, 10:00 Uhr © EUMETSAT, UBIMET
Aktuelle Situation am Sonntag, 10:00 Uhr © EUMETSAT, UBIMET

Böen über 100 km/h möglich

Je weiter der Abend voranschreitet, desto mehr sollten sich einzelne Zellen zu größeren Gewittergebieten zusammenschließen, welche dann besonders in NRW und dem südlichen Niedersachsen gebietsweise für Sturmböen, lokal auch für schwere Sturm- und orkanartige Böen über 100 km/h sorgen können. In der Nacht auf Montag simulieren einige Wettermodelle schließlich einen Gewittercluster auf seinem Weg bis Hamburg und Schleswig-Holstein, dann geht die Hauptgefahr eher von anhaltendem gewittrigen Starkregen aus. Ob es soweit kommt, bleibt jedoch vorerst abzuwarten.

 

Sieht man mal vom Westen ab, so steht Deutschland ein eigentlich recht sonniger und warmer Tag bevor – mit einer weiteren Ausnahme: Auch im Thüringer Wald und dem westlichen Erzgebirge bilden sich am Nachmittag einzelne Hitzegewitter und bewegen sich von dort ins Thüringer Becken und ins Vogtland. Da die Winde in verschiedenen Höhen auch hier geeignet sind für die Entwicklung kräftiger Gewitter, muss man den Himmel im Auge behalten.

 

Überflutungen in der Wüste

© https://pixabay.com/de/users/Glavo-6474130/

Besonders am Donnerstag gab es in Israel, Syrien und dem Libanon kräftige Gewitter mit starkem Regen, der zu lokalen Überflutungen führte, u.a. auch in Jerusalem, Tel Aviv oder Damaskus. Im Süden Israels wurden bei einer Springflut in einem ansonsten trockenen Flussbett 10 junge Menschen getötet, als sie trotz eindrücklicher Warnungen von einer 3 Meter hohen Welle überrascht wurden. Wie schnell dies gehen kann, zeigen folgende Videos:

 

 


Auch im an sich schon schwer getroffenen Syrien sorgten die Wassermassen für Zerstörungen und spülten gar ganze Fahrzeuge weg:

 

 

Das verantwortliche Tief sorgte aber auch weiter südlich für Turbulenzen. Hagelunwetter wurden aus Saudi-Arabien berichtet, aus Kuwait hingegen kamen beeindruckende Aufnahmen eines Sandsturms.

 

 

F1 Baku: Stürmisches Rennen erwartet

Blick auf das Fahrerlager in Baku © Steffen Dietz, UBIMET

Khazri und Gilavar – so nennt man die beiden typischen Windsysteme im Bereich des Kaspischen Meeres und speziell in Baku. Während der Gilavar aus Süden weht und milde Luft heranführt,  ist der Khazri gefürchtet und nicht gern gesehen, denn er weht häufig in Sturmstärke und führt kalte Luft aus nördlichen Breiten heran. So auch an diesem Wochenende. Und da Baku sehr exponiert auf einer Halbinsel im Kaspischen Meer liegt, ist die Stadt den beiden Winden besonders ausgesetzt.

Exponierte Lage von Baku © Google Maps
Exponierte Lage von Baku © Google Maps

Im Laufe des Samstags stellt sich die Windrichtung von Süd auf Nord um und nimmt an Stärke zu. Am Sonntag und damit zum Rennen ist beständig mit kräftigem bis stürmischem Nordwind zu rechnen, Böen dürften bis zu 80 km/h erreichen. In den Straßen der Stadt und damit auch an der Strecke wird der Wind jedoch entsprechend der Gebäude auch abgelenkt und wird damit aus verschiedenen Richtungen wehen. Dies wirkt sich massiv auf die Aerodynamik der Fahrzeuge aus, aber auch auf Bremspunkte vor den Kurven etc. Und in Baku sind ähnlich wie beim Stadtkurs in Monaco die Mauern nicht weit …

Die engste Stelle der F1 © Steffen Dietz, UBIMET
Die engste Stelle der F1 © Steffen Dietz, UBIMET

Zwar werden sich auch einige Wolken am Himmel bemerkbar machen, es sollte aber weitgehend trocken bleiben. Mit etwa 16 Grad wird es zudem deutlich kühler sein als zuletzt.

Start- und Zielgerade mit hübscher Bewölkung © Steffen Dietz, UBIMET
Start- und Zielgerade mit hübscher Bewölkung © Steffen Dietz, UBIMET

Meterhohe Schneemassen

Meterhohe Schneemassen an der Großglockner Hochalpenstraße © https://www.facebook.com/grossglocknerstrasse

Überdurchschnittlich viel Schnee hat es diesen Winter in den Bergen gegeben, meterhoch türmt er sich auch jetzt noch auf. Doch die Räumtrupps, allen voran der Großglockner Hochalpenstraße, haben ganze Arbeit geleistet und die Straßen vom Schnee befreit. Am 25. April wurde hier der Durchstich gefeiert, ab Samstag, den 28. April kann die Hochalpenstraße wieder befahren werden. Und wie die nachfolgenden Aufnahmen belegen, wird man hierbei meterhohe Schneewände bestaunen können.

Aber nicht nur hier, bspw. auch am Stilfserjoch zwischen der Schweiz und Italien oder am Timmelsjoch zwischen Nord- und Südtirol wurde viel gearbeitet. Üblich ist dabei auch mittels Sprengungen bewusst Lawinen auszulösen, um diese Gefahr zu bannen.

Saharastaub im April – Dünger aus Nordafrika

Niedergeschlagener Saharastaub auf Autos in Wien © Steffen Dietz, UBIMET

Für den Menschen ist das Aerosol harmlos, und die Böden bekommen bei solchen Situationen wertvollen Nachschub an Mineraldünger. Der Staub kann aber den Wetterzustand kräftig beeinflussen: Zum einen wirken die Körnchen in der Luft als Kondensationskeime. Verglichen mit ähnlichen Situationen ohne Staub können bei viel Sand in hohen Luftschichten ausgedehnte und dichte Eiswolkenfelder entstehen.

Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET

Sandige Sonnenuntergänge

Der Sand in der Luft verändert auch die Lichtfarbe. Sonnenuntergänge werden blass und auch das Himmelsblau nimmt weißliche Züge an, was an der starken Streuung des Lichtes an den Staubpartikeln liegt. Auch die Entstehung von Schauern und Gewittern kann begünstigt werden, da Staubteilchen im Vergleich zu reiner Luft nachts stark Wärmestrahlung abgeben, damit die hohen Luftschichten kühlen, wodurch die ganze Luftschichtung instabiler werden und Gewitter auslösen kann.

Von November bis Mai

Die verursachende Wetterlage ist selten, aber nicht unbekannt und tritt vornehmlich zwischen November und Mai auf. Immer, wenn Kaltluft über Westeuropa weit nach Süden vorstößt, können sich beispielsweise über Marokko und Algerien kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Diese bringen neben ersehntem Regen auch viel Wind in die Wüste, der die Sandpartikel kilometerhoch aufwirbeln kann. An der Vorderseite solcher Tiefs findet man zumeist starken Südwind, der neben warmer Luft auch den Sandtransport in den Alpenraum bewerkstelligt.

Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am Sonntagmorgen © NOAA, UBIMET
Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am 15.04.2018 © NOAA, UBIMET

Der besonderen Konstellation zum Ende des letzten Winters geschuldet sind solche Wetterlagen derzeit stark begünstigt. Bereits vier Saharastaublagen konnte man im April 2018 zählen. Und der nächste Schub kündigt sich schon an. Am Wochenende bildet sich wieder ein Tief zwischen Spanien und Marokko, das zunehmend sehr warme Luft aus Nordafrika zu den Alpen befördert. Am Sonntag und Montag treibt der Föhn die Temperatur an der Alpennordseite an die 30 Grad, dazu stehen uns wieder blasses Himmelsblau, viele hohe Wolken und weißliche Sonnenuntergänge bevor.

Die Autowaschanlagen in Wien werden in den nächsten Tagen ein gutes Geschäft machen… #Saharastaub pic.twitter.com/Kv04EWIblG

Trockenheit und Buschfeuer auch in den USA

17-Apr_Dust_storm © UBIMET

In der nachfolgenden Animation kann man besonders von Ost-Colorado bis West-Kansas erkennen, wie sich brauner Staub in tiefen Schichten durch starke Winde südostwärts ausbreitet. Gleichzeitig erkennt man leicht gräulich die Rauchfahnen der Buschfeuer im nordwestlichen Oklahoma, dem Texas-Panhandle und an der Grenze zwischen Colorado und Kansas.

17-Apr_Plains_Sat_Lo © UBIMET
17-Apr_Plains_Sat_Lo © UBIMET

Im Nordwesten von Texas und im westlichen Oklahoma sind die Temperaturen gestern bis auf 37 Grad gestiegen, zudem wehte der Wind mit Böen bis zu 95-110 km/h, siehe Grafik. In Burlington, Colorado wurde sogar eine Böe von 160 km/h registriert. Diese Kombination aus heißer und trockener Luft mit starkem Wind hat zu einer Bedrohung durch Busch- und Waldbrände geführt. Darüber hinaus kann der durch Wind aufgewirbelte Staub die Sichtweiten auf nahezu Null reduzieren und gefährliche Fahrbedingungen schaffen.

17-Apr_MaxWindGust © UBIMET
17-Apr_MaxWindGust © UBIMET

 

Die Böden werden in dieser Region auch in nächster Zeit nach Monaten mit zu wenig Niederschlag gefährlich trocken bleiben. Das für die starken Winde und die Hitze verantwortliche Wettersystem bewegt sich jedoch nach Osten weiter. Damit sollte die Feuergefahr ab Donnerstag etwas abnehmen.

Sonne pur im ganzen Land

Strahlend blauer Himmel über Bayern © https://www.foto-webcam.eu/webcam/bad-endorf

Das hat Seltenheitswert: Fast ganz Deutschland präsentiert sich heute wolkenlos mit einer Sonnenscheinausbeute von nahezu 100 %. Lediglich eine Handvoll Wetterstationen meldet um 10:00 Uhr weniger als 60 Minuten Sonnenschein pro Stunde – vornehmlich in Schleswig-Holstein.

Anzahl der Minuten mit Sonnenschein pro Stund bis 10:00 Uhr, 18.04.2018 © DWD, UBIMET
Anzahl der Minuten mit Sonnenschein pro Stund bis 10:00 Uhr, 18.04.2018 © DWD, UBIMET

Ein Blick auf das Satellitenbild lässt den Grund schon vermuten und ein Check der Webcam-Bilder der Region bestätigt: mittelhohe Wolkenfelder, so genannte Altocumulus-Wolken ziehen hier durch.

Satellitenbild 18.04.2018 © EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild 18.04.2018 © EUMETSAT, UBIMET
Webcambild aus Hülsen (Schleswig-Holstein) © http://www.marina-huelsen.de/webcam
Webcambild aus Hülsen (Schleswig-Holstein) © http://www.marina-huelsen.de/webcam

Auch im Südwesten des Landes lassen sich am Satellitenbild Wolken erkennen, so genannte Cirrus fibratus, also dünne hohe Schleierwolken. Diese wirken sich nicht auf das Wetter und die Sonnenscheindauer aus:

Webcambild aus Bad Rappenau (Baden-Württemberg) © http://188.111.104.2/record/current.jpg
Webcambild aus Bad Rappenau (Baden-Württemberg) © http://188.111.104.2/record/current.jpg

Niederschlagsdefizit seit 3 Monaten

Abweichung des bisherigen Monatsniederschlags vom Normalwert im April, Stand 18.04.2018 © UBIMET

Gerade einmal 0,2 l/m² Niederschlag sind im April bisher in Mattersburg gefallen, damit bildet die Stadt im Burgenland das Schlusslicht in Österreich. Doch nicht nur hier, in einem großen Bereich von Amstetten ostwärts bis zur March und bis ins Mittelburgenland sowie auch in Teilen von Vorarlberg hat es diesen Monat bisher kaum geregnet. Generell zeigt sich der April nördlich des Alpenhauptkamms deutlich zu trocken, wie man der Titelgrafik entnehmen kann (Abweichung des bisherigen Monatsniederschlags vom Normalwert im April, Stand 18.04.2018 © UBIMET). Mehr oder weniger im Soll ist der Niederschlag nur im Süden, wobei Teile der Steiermark durch die Unwetter vom Montag auch schon deutlich über dem Schnitt liegen.

Bis zu 5 Grad wärmer als im Mittel

Der Grund für diese Unterschiede liegt einmal mehr in der beständigen südlichen Anströmung der Alpen. Wiederholt haben sich in letzter Zeit Tiefdruckgebiete über Westeuropa stationiert, hoher Luftdruck war eher über Skandinavien oder Osteuropa vorherrschend. Durch diese Druckkonstellation wurde und wird von Süden her Luft nach Norden geführt. Ist diese feucht, stauen sich Niederschläge am Alpenhauptkamm, während es nördlich davon zu Föhn kommt. Eindrucksvoll wird dies auch von der nachfolgenden Grafik belegt, welche die Abweichung der Temperatur im bisherigen April von den Normalwerten zeigt. Bis zu 5 Grad war es bisher zu warm.

Momentane Abweichung der Temperatur vom Normalwert für April, Stand 18.04.2018 © UBIMET
Momentane Abweichung der Temperatur vom Normalwert für April, Stand 18.04.2018 © UBIMET

Februar und März auch zu trocken

Doch schaut man nun mal etwas weiter zurück, so fällt auf, dass sich dieses Muster schon seit Monaten wiederholt. Von Vorarlberg bis nach Niederösterreich waren bereits auch der Februar und der März zu trocken, regional wurden über zweieinhalb Monate gesehen nur rund 30% des üblichen Niederschlags registriert. Der letzte landesweit zu feuchte Monat war der Jänner. Entsprechend sind die Böden häufig ziemlich ausgetrocknet und es kommt schon zu ersten Wald- und Flurbränden.

 

 

Nächste Ladung Saharastaub

Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am Sonntagmorgen © NOAA, UBIMET

Einmal mehr hat sich ein kräftiges Tief nach Nordafrika verlagert und wirbelt dort mit viel Wind einiges an Sand auf. An der Vorderseite des Tiefs stellt sich eine kräftige, nach Norden gerichtete Strömung ein und bringt nicht nur Warmluft in unsere Breiten, sondern in abgeschwächter Form auch Staub aus der Sahara. Schematisch dargestellt ist dies im Titelbild.

Der nachfolgenden Grafik ist die von der Universität Athen berechnete Staubkonzentration für Sonntagabend zu entnehmen, wenn sie bei uns im Alpenraum mit etwa 4000 mg/m² am größten sein soll.

Staubkonzentration am Sonntagabend, 15.04.2018 © University of Athens
Staubkonzentration am Sonntagabend, 15.04.2018 © University of Athens

Grundsätzlich erreicht uns Saharastaub eher in größeren Höhen oberhalb etwa 5 km, damit wirkt er sich hauptsächlich auf die Himmelsfärbung und Wolkenbildung aus. Der Himmel erscheint nicht mehr strahlend blau, je nach Konzentration eher milchig bis leicht rötlich, zudem fördert der Staub die Bildung von kompakten Cirrus-Wolken in Höhen von rund 10 km. Kommt es jedoch gleichzeitig zu Niederschlag, dann kann der Staub entsprechend aus der Atmosphäre ausgewaschen werden und mit den Regentropfen zum Boden gelangen.

Im Süden und Südosten sind bereits am Sonntag Schauer und einzelne Gewitter zu erwarten, am Montag und Dienstag wird es auch im restlichen Land unbeständig. Dann kann der Saharastaub nahezu überall auch am Boden ankommen und bspw. auf Autos oder Fenstern eine dünne Sandschicht hinterlassen. Insofern sollte man mit dem Frühjahrs-Fensterputz noch ein paar Tage warten.

 

 

Fällt Schnee vermischt mit Saharastaub, so wird auch dieser entsprechend gefärbt. Im Extremfall wird dieser dann mitunter als Blutschnee bezeichnet.

 

 

 

Rückblick: Turbulentes Wetter mit Gewittern und Überflutungen

Blitzstatistik für Freitag, den 13.04.2018 © UBIMET

So auch am Freitag, den 13. Zwar hielten sich die Temperaturen an die Jahreszeit, doch das Wetter präsentierte sich, wie man es aus dem Hochsommer kennt. Verantwortlich war ein kleinräumiges Tief, welches genau über der Mitte Deutschlands lag und feuchte und energiereiche Luft aus südlichen Breiten heranführte. Vom nördlichen Baden-Württemberg über Hessen bis hinauf zur Nordsee hatte dies kräftigen, schauerartig verstärkten und anhaltenden Regen zur Folge. Östlich des Tiefzentrums entwickelten sich ab Mittag hingegen zahlreiche kräftige und blitzreiche Gewitter – zum Einen im südlichen Bayern, zum Anderen im gesamten Nordosten.

 

 

Die nachfolgende Analyse zeigt die Niederschlagsmenge über 24 Stunden von Freitag 08:00 Uhr bis Samstag zur gleichen Zeit. Die größte Menge an einer Wetterstation wurde in Heinrichsthal in Unterfranken mit 55 l/m² gemessen, aber selbst direkt an der Nordsee in Butjadingen-Inte waren es noch 47 l/m², was grob dem Monatssoll entspricht. Diese Mengen kamen meist sogar innerhalb von 6 bis 12 Stunden zusammen, lokal kam es daher zu Überflutungen. So wurden bspw. in Fulda (Hessen) 15,6 l/m² allein zwischen 15:00 und 16:00 Uhr gemessen, übrigens ganz ohne Blitz und Donner.

Analyse der 24h-Niederschlagsmenge bis Samstag, 08:00 Uhr © UBIMET
Analyse der 24h-Niederschlagsmenge bis Samstag, 08:00 Uhr © UBIMET

 

 

Auch in Tschechien und Polen waren die Gewitter für die Jahreszeit bereits sehr gut organisiert, ausdauernd und kräftig ausgeprägt, wie auch die Statistik über die aufgetretenen Blitze im Titelbild zeigt. Im Video sieht man schließlich die Auswirkungen in Konin, Polen, zwischen Posen und Lodz gelegen.

Kein Aprilscherz: 35 cm Neuschnee in Mecklenburg-Vorpommern

http://www.ostseebad-dierhagen.de/var/ostseebad-dierhagen/storage/webcams/daendorf.jpg

35 cm Schneehöhe wurden am Morgen des Ostersonntags aus Gersdorf, etwas westlich von Rostock gelegen, gemeldet, 30 cm waren es in Tribsees. Das ist für Anfang April nicht nur außergewöhnlich, damit wurde der bisherige Neuschnee-Rekord in Mecklenburg-Vorpommern auch eingestellt.

Die nachfolgende Grafik zeigt die um 08 Uhr MESZ gemeldeten Schneehöhen. Es schneit auch tagsüber noch weiter, wenngleich mit allmählich nachlassender Intensität. Bis zum Abend klingt der Schneefall schließlich ab.

Schneehöhen 01.04.2018, 08:00 © DWD, UBIMET
Schneehöhen 01.04.2018, 08:00 © DWD, UBIMET

 

Und nun ein paar Eindrücke aus der Region:

 

 

 

 

 

Große Überflutungsgefahr in Australien

Betroffene Regionen mit hoher Überflutungsgefahr © UBIMET

Sollte der Kern des Sturms auch weiterhin über dem offenen Meer verbleiben, könnte er sich unter der Woche zu einem Zyklon entwickeln. So oder so bringt der Sturm dem dicht bewohnten Küstenstreifen von Queensland aber eine große Menge Regen,  von Ingham südwärts bis Townsville und Mackay besteht dann eine große Überflutungsgefahr. Innerhalb von 5 Tagen sind hier bis zu 400 l/m² möglich, dies hätte weitreichende Auswirkungen auf die Infrastruktur und das öffentliche Leben.

Aufsummierte Regenmengen bis Freitag  © UBIMET
Aufsummierte Regenmengen bis Freitag © UBIMET

 

 

Das tropische Tief führt sehr feuchte Luft auf Land © UBIMET
Das tropische Tief führt sehr feuchte Luft auf Land © UBIMET

Von Gewittern und Osterschnee …

Registrierte Blitze vom 31.03.2018 © nowcast, UBIMET

Und genau solche Gegensätze sind derzeit zu Ostern über Europa anzutreffen. Am gestrigen Karsamstag gab es von Frankreich über Italien bis nach Ungarn zahlreiche Gewitter, wie man an der Titelgrafik mit den registrierten Blitzen erkennen kann. Im Departement Var in der Nähe von Marseille konnte sogar ein filigraner Tornado beobachtet werden:

 

 

 

Gleichzeitig kam es im Nordosten Deutschlands noch einmal zu einem markanten Schneefallereignis. Bis zu 35 cm Neuschnee wurden hier am Sonntagmorgen gemeldet – der Neuschnee-Rekord von 1970 wurde damit in Mecklenburg-Vorpommern eingestellt. Da hat wohl nicht nur der Osterhase gestaunt …

 

 

Bis zu 25 cm Neuschnee im Nordosten

https://pixabay.com/de/users/Hobbyfoto-344053/

Bereits unter der Woche hat es in den Regionen entlang der Ostsee teils kräftigen Schneefall mit bis zu 18 cm Neuschnee gegeben, nun kommt neuerlich Schnee auf – und das genau zu Ostern. An der Nordflanke eines Tiefdruckwirbels über Mitteleuropa stellt sich im Bereich der Nord- und Ostsee eine kalte, nordöstliche Strömung ein, somit schneit es zunehmend bis in tiefe Lagen.

Bis zu 25 cm erwartet, punktuell auch mehr

Inzwischen wurden entsprechende Unwetterwarnungen ausgegeben – in einem Kern im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Wahrscheinlichkeit großer Neuschneemengen bis zu 25 cm am höchsten, aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit und der Kürze des Ereignisses wurde hier gar in der höchsten Warnstufe violett gewarnt. Aber auch in dem rot gewarnten Bereich ist durch 10 bis 20 cm Neuschnee mit Behinderungen zu rechnen.

Warnungen vor Neuschnee, Stand 31.03.2018, 12:30 Uhr © UBIMET, uwr.de
Warnungen vor Neuschnee, Stand 31.03.2018, 12:30 Uhr © UBIMET, uwr.de

Nachfolgend rasch milder

Am Sonntagnachmittag klingt der Schneefall von West nach Ost schließlich ab und es beginnt wieder zu tauen. Nachfolgend setzt eine deutliche Milderung ein. Auch im Nordosten steigen die Temperaturen am Dienstag und Mittwoch häufig auf über 15 Grad an.

Satellitenbilder erklärt

https://pixabay.com/de/users/Alexas_Fotos-686414/

Satellitenbilder liefern uns wichtige Informationen zum aktuellen Wettergeschehen. Die nachfolgende Animation zeigt die mexikanische Halbinsel Yucatan am 30. März 2018 und man sieht, wie sich Wolken entlang einer Seewind-Konvergenz entwickeln. Denn das Land erwärmt sich stärker als das angrenzende Meer, entsprechend steigt die Luft hier auf und es kommt zur Bildung von Wolken. Durch die aufsteigende Luftbewegung strömt Luft vom Meer nach und der Seewind kommt in Gang. Dieser treibt die entstandenen Wolken schließlich landeinwärts und man erkennt schön, wie sich diese fast parallel zur Küstenlinie verlagern.

Seewind-Konvergenz Mexiko © UBIMET
Seewind-Konvergenz Mexiko © UBIMET

 

Die zweite Animation zeigt Teile des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens. Das erste Satellitenbild ist vom 10. Februar 2018 und zeigt besonders im eingekreisten Bereich ziemlich braune Landflächen. Denn bis dahin war es von Richmond bis Winton und Longreach sehr trocken, große Niederschläge sind ausgeblieben. Entsprechend gab es viele vertrocknete Flächen, die Vegetation hatte zu leiden. Dies änderte sich jedoch danach, mehrere große Regenereignisse brachten das Leben zurück. Und dies wird am zweiten Satellitenbild vom 30. März 2018 bestätigt – aus braun wurde grün.

Satellitenbild-Vergleich Queensland, Australien © UBIMET
Satellitenbild-Vergleich Queensland, Australien © UBIMET

Endlich wird es milder

https://pixabay.com/de/users/Couleur-1195798/

Bisher musste das Jahr 2018 in Deutschland mehr oder weniger ohne 20 Grad und mehr auskommen. Nur einmal am 11.03. wurde im kleinen Ort Olbersleben in Thüringen mit 20,3 Grad die 20 Grad-Marke geknackt. Im Vergleich dazu konnte im letzten März 2017 bereits an manchen Orten ein Sommertag mit mehr als 25 Grad registriert werden.

Doch das Warten auf frühlingshafte Temperaturen hat bald ein Ende: Ein kräftiges Tief etabliert sich über den Britischen Inseln und so wird Mitteleuropa in den nächsten Tagen mit deutlich milderer Luft aus Nordafrika versorgt. Am Dienstag und Mittwoch werden verbreitet Höchstwerte bis zu 21 Grad erwartet.

 

Prognose der Höchsttemperatur des amerikanischen Wettermodells für Dienstag, den 03.04.2018 © UBIMET
Prognose der Höchsttemperatur des amerikanischen Wettermodells für Dienstag, den 03.04.2018 © UBIMET

Landeshauptstädte

Höchstwert Dienstag [Grad]

Höchstwert Mittwoch [Grad]

Kiel

15

17

Hamburg

17

18

Hannover

19

19

Bremen

18

17

Schwerin

17

19

Berlin

20

19

Potsdam

20

19

Magdeburg

20

19

Dresden

21

18

Erfurt

19

17

Wiesbaden

18

17

Mainz

19

17

Düsseldorf

17

16

Saarbrücken

19

16

Stuttgart

19

16

München

21

19

 

20 Grad-Marke wird endlich geknackt

https://pixabay.com/de/users/Couleur-1195798/

Bisher musste das Jahr 2018 in Österreich ohne 20 Grad und mehr auskommen. Zwar war es mehrmals knapp, doch die 20 Grad-Marke wurde im März noch nicht geknackt. Dies war zuletzt im Jahre 1996 der Fall, im Schnitt kommt es alle 10 Jahre vor. Währenddessen wurde im letzten März 2017 bereits an manchen Orten ein Sommertag mit mehr als 25 Grad registriert. Doch das Warten hat bald ein Ende: Ein kräftiges Tief etabliert sich über den Britischen Inseln und so wird Mitteleuropa in den nächsten Tagen mit deutlich milderer Luft aus Nordafrika versorgt. Am Dienstag und Mittwoch werden T-Shirt-taugliche Höchstwerte bis zu 22 Grad erwartet.

 

Dienstag im Detail

Der Dienstag verläuft im ganzen Land zeitweise sonnig. Die meisten Sonnenstunden gibt es an der Alpennordseite und im Osten, im äußersten Westen sowie im Süden verdecken hingegen zeitweise durchziehende Wolkenfelder die Sonne. In prädestinierten Tallagen kommt lebhafter bis kräftiger Südföhn auf, im Südosten weht kräftiger Jauk. Die Temperaturen steigen gegenüber dem Vortag weiter an und erreichen zwischen 13 Grad in Oberkärnten und 22 Grad in Vorarlberg.

Prognose der Höchsttemperatur des amerikanischen Wettermodells für Mittwoch, den 04.04.2018 © UBIMET
Prognose der Höchsttemperatur des amerikanischen Wettermodells für Mittwoch, den 04.04.2018 © UBIMET

Mittwoch im Detail

Am Mittwoch ziehen an der Alpennordseite und im Osten zwar teils ausgedehnte, hochliegende Wolken durch, in Summe überwiegt aber der freundliche Eindruck und häufig scheint die Sonne. Am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Kärnten stauen sich dagegen zunehmend dichte Wolken und im Bergland fällt zeitweise Regen. Der föhnige Wind weht in den Nordalpen sowie im Osten und Südosten kräftig aus Süd, in exponierten Lagen sind auch stürmische Böen zu erwarten. Die Höchstwerte liegen zwischen 9 Grad in Kärnten und bis zu 22 Grad in Salzburg.

 

Landeshauptstädte

Höchstwert Dienstag [Grad]

Höchstwert Mittwoch [Grad]

Bregenz

19

18

Innsbruck

20

19

Salzburg

21

22

Linz

18

19

Klagenfurt

16

14

Graz

17

17

St. Pölten

17

19

Wien

18

20

Eisenstadt

19

19

 

Erster Taifun des Jahres

Im westlichen Pazifik hat sich am Donnerstag, dem 29.03. der erste Taifun der diesjährigen Saison gebildet – Jelawat. Warmes Meerwasser und leichte Windscherung haben dazu beigetragen, dass sich der Sturm zu einem Taifun entwickeln konnte.

032918_Jelawat © UBIMET
032918_Jelawat © UBIMET

Obwohl die Mittelwinde um das Auge bei über 200 km/h liegen dürften und Jelawat inzwischen Stärke 4 aufweist, stellt der Taifun keine besondere Gefahr für Landmassen dar. Er befindet sich weit östlich der Philippinen und südlich von Japan. Bis Freitagabend MESZ verstärkt er sich laut der Berechnungen noch etwas weiter auf seinem Weg nach Nordosten. Für das weitere Wochenende und die neue Woche wird aber eine sukzessive Abschwächung erwartet.

 

Eisausdehnung der Arktis auf weiterem Minimum

https://pixabay.com/de/treibeis-gefroren-berg-meer-3050539/ @ pixabay

Die Eisbedeckung der Arktis hat in diesem Winter eine so geringe Fläche wie kaum zuvor eingenommen, wie die nachfolgenden Abbildungen eindrucksvoll belegen. Zum Einen erkennt man den typischen Verlauf der eisbedeckten Fläche von Februar bis Mai – mit einer Zunahme etwa bis Mitte März und nachfolgend mit dem Ende der Polarnacht einer schrittweisen Abnahme. Zum Anderen erkennt man, wie die Eisbedeckung seit den 1980er Jahren kontinuierlich immer geringer geworden ist. 2018 wurde das jährliche Maximum nun Mitte März erreicht und dieses war nach 2017 die zweitgeringste maximale Ausdehnung seit Beginn der Satelliten-Messungen.

 

Anders die Darstellung in der nachfolgenden Grafik, die Aussage ist jedoch die gleiche: Das arktische Seeeis hat im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer weiter abgenommen.

 

Und dass dieser Trend mit der Entwicklung des Klimas auf unserem Planeten zusammenhängt, ist u.a. durch die dritte Grafik naheliegend. Nicht nur weltweit nehmen die Mitteltemperaturen seit Jahrzehnten zu, insbesondere in der Arktis wird es immer wärmer – zuletzt um etwa 1 Grad pro Jahrzehnt!

Zusätzlich kommt hinzu, dass Meerwasser aufgrund der dunkleren Farbe mehr Strahlung und damit Energie absorbiert als helles Eis. Je weniger Eis noch vorhanden ist, desto mehr Energie wird absorbiert, desto weiter schreitet die Erwärmung voran. Es handelt sich also um einen Teufelskreis, die Entwicklung scheint kaum mehr zu stoppen.

Schwere Gewitter in Texas erwartet

Generic_Thunderstorm

Eine gut ausgeprägte Störung, welche sich über den Südwesten der USA bewegt, trifft derzeit auf eine warme und instabile Luftmasse über Texas. Zahlreiche Unwetter sind die Folge.

Die ersten derartigen Gewitter entwickelten sich bereits am Montag, aus dem  Nordwesten des Bundesstaates wurde Hagel bis zu 7 cm Durchmesser gemeldet.

Wetterradar vom Montag, es zeigt die Gewitter im Nordwesten von Texas, welche bis zu 7 cm Hagel gebracht haben © UBIMET
Wetterradar vom Montag, es zeigt die Gewitter im Nordwesten von Texas, welche bis zu 7 cm Hagel gebracht haben © UBIMET

Am Dienstagnachmittag und in der Nacht werden weitere schwere Gewitter etwa von Little Rock, Arkansas nach Südwesten bis Dallas und San Antonio, Texas erwartet. Erneut sollte die Hauptgefahr von großem Hagel ausgehen, aber auch Sturmböen, Blitzschlag und lokale Überflutungen sind in stärkeren Stürmen möglich.

Vorschau auf die betroffenen Regionen © UBIMET
Vorschau auf die betroffenen Regionen © UBIMET

Die verantwortliche Luftmassengrenze verlagert sich am Mittwoch weiter in die Plains, daher wird sich die Zone mit der größten Wetteraktivität dann etwas weiter nach Südosten ausdehnen. Neben San Antonio kann dann bspw. auch Houston betroffen sein.

Tief ELISABETH bringt stürmische Nacht

Stürmische Nacht im Wald. @unsplash

Zwar sehen aktuelle Wettermodellberechnungen die Entwicklung des Tiefs weniger dramatisch als noch zuvor, dennoch dürfte es in den Abendstunden des Mittwoch verbreitet zu markant auffrischendem Südwest- bis Westwind kommen. Etwa in einem Streifen von Rheinland-Pfalz bis nach Thüringen sind am späten Abend und in der Nacht auf Donnerstag stürmische Böen, in prädestinierten Lage auch Sturmböen möglich.

Mögliche Windspitzen Mittwochabend und Nacht auf Donnerstag © UBIMET
Mögliche Windspitzen Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag © UBIMET

Da das Tiefzentrum nach aktuellem Stand etwa quer über Mecklenburg-Vorpommern hinweg zieht, bleibt die Luftschichtung nördlich davon kalt genug für Schneefall. Insofern ist über Nacht von der dänischen bis zur polnischen Grenze auch mit zeitweiligem Schneefall oder Schneeregen zu rechnen, bei Temperaturen leicht oberhalb des Gefrierpunkts sollte es aber nur vereinzelt für den ein oder anderen Zentimeter Nassschnee reichen.