Anhaltende Hitze und lokale Gewitter: Österreich erwartet bis zu 40 Grad

In dieser Woche stellt sich über Österreich eine markante Hitzewelle ein, die bis ins Wochenende andauert. Die Temperaturen steigen bis Freitag sukzessive an und erreichen zum Ende der Woche verbreitet Werte um oder über 35 Grad, örtlich bis zu 40 Grad. Ganz trocken bleibt es dabei nicht: Vor allem über dem Berg- und Hügelland gehen immer wieder einzelne Hitzegewitter nieder, die punktuell kräftig mit Starkregen und Hagel ausfallen können.

Verantwortlich für die Hitze ist ein kräftiges Hochdruckgebiet, das seinen Schwerpunkt über Südwesteuropa hat. An dessen Vorderseite gelangen mit einer südwestlichen Höhenströmung heiße subtropische Luftmassen aus dem Bereich der Iberischen Halbinsel und Frankreichs in den Alpenraum.

Prognose der Höchstwerte von Mittwoch bis inkl Dienstag. Quelle: ECMWF/UBIMET

Schon jetzt ein außergewöhnliches Hitzejahr

Bemerkenswert ist die Hitzewelle auch vor dem Hintergrund der bisherigen Bilanz: Bereits vor diesem Ereignis lag die Zahl der Hitzetage – Tage mit einem Höchstwert von mindestens 30 Grad – an vielen Stationen deutlich über dem langjährigen Mittel.

In Bregenz etwa steht das laufende Jahr mit 28 Hitzetagen schon jetzt auf dem zweiten Platz seit Messbeginn 1936. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 waren es dort lediglich acht. Auch in Innsbruck, Graz und Eisenstadt wurde die 27-Tage-Marke bereits erreicht. Mit der nun folgenden Hitzewelle dürften diese Werte an vielen Orten weiter steigen.

Schon jetzt liegt die Zahl der Hitzetage deutlich über dem langjährigen Mittel – und der Hochsommer ist noch nicht vorbei. Die aktuelle Hitzewelle verschärft diese Bilanz zusätzlich, an einigen Stationen rücken wir damit in Reichweite der Allzeit-Rekordwerte

Anzahl Hitzetage 2026 - Quelle GSA/UBIMET
Anzahl Hitzetage 2026 – Quelle GSA/UBIMET

Der Wochenverlauf im Detail

Der Dienstag bringt viel Sonnenschein und ist zugleich der kühlste Tag der Woche. Lediglich im südlichen Bergland besteht am Nachmittag eine geringe Schauerneigung. Der Wind weht im Osten noch mäßig aus Nordwest, mit 27 bis 32 Grad wird es überall sommerlich warm.

Am Mittwoch scheint häufig die Sonne, besonders im Westen ziehen aber einige Wolken durch. Im Tagesverlauf gehen im Bergland lokale Hitzegewitter nieder. Diese treten nur vereinzelt auf, fallen aber kräftig aus, mit großen Regenmengen und Hagel. Abseits der Alpen bleibt es dagegen ganztags freundlich und trocken. Im Donauraum weht mäßiger, vereinzelt lebhafter Wind aus Ost bis Südost. Die Temperaturen steigen auf 29 bis 36 Grad.

Der Donnerstag verläuft häufig sonnig, ein paar Wolken ziehen aber von Beginn an durch. Vor allem im östlichen Berg- und Hügelland bilden sich tagsüber Quellwolken, aus denen am Nachmittag einzelne Hitzegewitter entstehen. In weiten Landesteilen bleibt es aber trocken. Im Osten weht mäßiger Südostwind, inneralpin machen sich tagsüber lokale Talaufwinde bemerkbar. Meist bleibt der Wind aber schwach, mit 31 bis 38 Grad steigert sich die Hitze weiter.

Vorläufiger Höhepunkt am Freitag

Am Freitag hält das sonnige Hochsommerwetter an, höchstens vereinzelt bilden sich über den Bergen am Nachmittag Gewitter. Dabei ist dann punktuell mit großen Regenmengen zu rechnen, im weitaus größten Teil des Landes bleibt es aber weiterhin trocken. Im Osten weht mäßiger bis lebhafter Wind aus südlichen Richtungen, und die Hitzewelle verschärft sich noch. Die Temperaturen steigen auf 33 bis 39, vereinzelt sogar 40 Grad, mit den höchsten Werten im östlichen Flachland.

Temperaturmaxima am Freitag, 31Juli

Auch am Wochenende bleibt die Hitzewelle erhalten. Am Samstag werden nach derzeitigem Stand mit einer schwachen Kaltfront die Gewitter auch abseits des Berg- und Hügellands häufiger, und besonders in der Westhälfte wird es eine Spur weniger heiß.

Temperaturmaxima am Samstag, 1.August

Steigende Waldbrandgefahr und Trockenheit

Mit der zunehmenden Hitze in Kombination mit der anhaltenden Trockenheit steigt im Laufe der Woche auch die Waldbrandgefahr schrittweise weiter an. Während heute, Dienstag, abseits der Alpen noch überwiegend moderate Gefahr besteht, verschärft sich die Lage ab Mittwoch deutlich: Vor allem im Donauraum, im Osten sowie im Südosten des Landes wird die Waldbrandgefahr dann verbreitet sehr hoch sein. Ihren Höhepunkt erreicht sie nach derzeitigem Stand zum Ende der Woche, ehe die Gewitter am Wochenende zumindest regional für eine leichte Entspannung sorgen könnten. Im Donauraum, im Osten und Südosten zeichnet sich aber weiterhin kaum relevante Niederschlagsmengen ab, dementsprechend bleibt die Lage in Bezug auf Trockenheit und Waldbrandgefahr dort auch noch länger angespannt.

Abweichung Niederschlag vom Klimamittel 91-20. Quelle: UBIMET
Waldbrandgefahr Quelle: UBIMET
Waldbrandgefahr bis Samstag. Quelle: UBIMET

Auch nachts kaum Abkühlung

Auch in der Nacht ist mit der Hitzewelle keine Erholung in Sicht: Mit fortschreitender Hitzewelle nimmt die Zahl der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, zu. Zum Wochenende hin sind diese vor allem im Osten verbreitet zu erwarten, aber auch in anderen Ballungsräumen wie Linz oder Graz bleibt es dann auch in der Nacht warm.

Das Jahr 2026 hat diesbezüglich bereits Geschichte geschrieben: Im Zuge der historischen Hitzewelle Ende Juni gab es etwa in Wien 14 Tropennächte in Folge.

Ausblick: Wie lange bleibt die Hitze?

Am Wochenende deutet sich besonders im Westen eine vorübergehende, leichte Abkühlung an, insgesamt bleibt es nach aktuellem Stand der Modelle aber heiß. Wie ausgeprägt diese kurze Verschnaufpause ausfällt, ist noch unsicher.

Prognose der Temperaturen für Wien, Quelle ECMWF

Über den weiteren Verlauf sind sich die Wettermodelle uneinig: Während einige die extreme Hitze zu Beginn der neuen Woche auch im Osten etwas zurücknehmen, lassen andere sie auf vollem Niveau bis weit in die neue Woche hinein andauern. Ein Ende der Hitzewelle ist damit vorerst nicht in Sicht. Eine verlässliche Einschätzung ist erst in den kommenden Tagen möglich.

 

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