Am 12. August 2026 erwartet uns ein besonderes astronomisches Ereignis: eine Sonnenfinsternis, die auch von Österreich aus beobachtet werden kann. Während die Finsternis regional, etwa in Teilen Spaniens, als totale Sonnenfinsternis sichtbar sein wird, zeigt sich die Sonne in Österreich als stark verfinsterte Sichel. Damit handelt es sich um die stärkste Sonnenverfinsterung seit der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999. Allerdings gibt es eine Besonderheit: Die Finsternis erreicht hierzulande ihren Höhepunkt genau zum Sonnenuntergang. Da die Sonne während des weiteren Verlaufs immer tiefer sinkt, ist das Maximum vor allem im Osten Österreichs nicht mehr vollständig zu beobachten. Dennoch ist ein ungewöhnlich dunkler Sonnenuntergang zu erwarten.

Wann die Sonne wirklich untergeht
Mancherorts wie etwa in Wien wird man den Höhepunkt knapp verpassen: Laut Apps und gängigen Online-Portalen geht die Sonne in Wien zwar erst um 20:13 Uhr unter, das ist der astronomische Sonnenuntergang bei freiem Horizont, tatsächlich verschwindet sie aber schon gegen 20 Uhr hinter dem Wienerwald. Das ist der effektive Sonnenuntergang. In den nordwestlichen Außenbezirken geht die Sonne schon vor 20 Uhr unter, länger sichtbar bleibt sie am Wienerberg und insbesondere auf den Wienerwaldhöhen, etwa auf der Sophienalpe, der Jubiläumswarte, der Josefswarte oder dem Anninger.

| 12. August 2026 | Astronomischer Sonnenuntergang | Effektiver Sonnenuntergang |
| Wien | 20:13 Uhr | ca 20:00 Uhr* |
| Linz | 20:22 Uhr | ca 20:00 Uhr* |
| Salzburg | 20:25 Uhr | ca 20:18 Uhr |
| Bregenz | 20:38 Uhr | ca 20:34 Uhr |
*Der effektive Sonnenuntergang unterscheidet sich je nach Bezirk.
Der Wienerwald raubt der Stadt am Abend etwa 10 bis 20 Minuten Sonnenschein. Das macht bei dieser partiellen Sonnenfinsternis einen relevanten Unterschied: Um 19:55 Uhr sind in Wien gut 60 % der Sonne bedeckt, um 20:14 Uhr wären es bei freiem Horizont 89 %, das wird aus der Stadt aber nicht mehr sichtbar sein. Das trifft auf einige Orte zu, insbesondere in vielen Alpentälern verschwindet die Sonne noch früher hinter den Bergen, etwa in Lienz gegen 19:30 Uhr.
| Erster Kontakt | Maximum | Max. Bedeckungsgrad | |
| Wien | 19:22 | nicht sichtbar | ca 60-65 %* |
| Linz | 19:22 | nicht sichtbar | ca 60-65 %* |
| Salzburg | 19:23 | 20:16 | ca 90 % |
| Bregenz | 19:24 | 20:17 | ca 91 % |
*Der maximal sichtbare Bedeckungsgrad unterscheidet sich je nach Bezirk.


Perfekts Wetter
Das Wetter spielt an der Alpennordseite und im Osten jedenfalls perfekt mit, im W-NW ist der Himmel oft wolkenlos. Im Süden sieht es etwas weniger günstig aus, dort sind allerdings auch die Berge im Weg.Die besten Bedingungen gibt es hierzulande in Vorarlberg: Dort geht die Sonne später unter und die Sonnenfinsternis fällt auch stärker aus als im Osten. In Bregenz geht die Sonne zudem ungestört über dem Bodensee unter.

Nachfolgend eine Animation des Bedeckungsgrads (in Prozent) der Sonne durch den Mond am Mittwochabend in Europa. Bitte beachten: Hindernisse (Gebäude, Berge, usw.) werden in der Animation nicht berücksichtigt, wie bereits berichtet findet der effektive Sonnenuntergang in der Realität früher statt (insbesondere in Tallagen!).
Wer die Finsternis beobachten möchte, sollte also einen möglichst freien Blick in Richtung Westen wählen. Besonders wichtig ist dabei ein sicherer Sonnenschutz: Niemals direkt und ungeschützt in die Sonne schauen, auch nicht während einer partiellen Sonnenfinsternis. Geeignete Sonnenfinsternisbrillen bzw. zertifizierte Sonnenfilter sind für die Beobachtung erforderlich.

Später in der Nacht: Perseiden
Im August erreicht der jährliche Perseiden-Meteorstrom seinen Höhepunkt. Auch 2026 lohnt sich der Blick in den Nachthimmel besonders: Rund um das Maximum sind zahlreiche Sternschnuppen zu erwarten, darunter immer wieder auch besonders helle Meteore und Feuerkugeln. Das Maximum wird für die Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet. Besonders in den frühen Morgenstunden am Donnerstag ab etwa 4 Uhr stehen die Chancen gut, zahlreiche Meteore zu beobachten. Unter günstigen Bedingungen können theoretisch mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden. Auch in den Nächten vor und nach dem Maximum lohnt sich das Beobachten.

Für die Perseiden-Beobachtung ist kein Teleskop erforderlich. Am besten eignet sich ein dunkler Ort abseits von Städten und künstlicher Beleuchtung mit möglichst freiem Blick auf den Himmel. Wer es sich bequem macht und etwas Geduld mitbringt, kann mit bloßem Auge zahlreiche Sternschnuppen entdecken. Eine warme Jacke und eine Liege oder Decke machen die lange Beobachtungsnacht angenehmer.
Like most meteor showers, the Perseids are a fairly sharp peak. How sharp?
Well, if you miss the peak night, rates are nearly cut in half each of the following nights. Don’t mind the exact numbers, but you get the general idea. pic.twitter.com/99YOEjgmhn
— Landon Moeller (@landon_wx) August 8, 2026

