Deutschland: Regional große Trockenheit im Frühjahr

Das Frühjahr in Deutschland ist in diesem Jahr bislang vielerorts ungewöhnlich trocken verlaufen. Bereits seit dem späten Winter fehlen in vielen Regionen nennenswerte Niederschläge, während gleichzeitig überdurchschnittlich viele sonnige und teils warme Tage registriert wurden. Besonders betroffen sind die Südhälfte des Landes und der äußersten Osten. Dies weckt Erinnerungen an das Frühjahr 2025, welches eines der drei trockensten seit Messbeginn war (gemeinsam mit 1881 und 2011).

Niederschlagsabweichung im Frühling 2026 bis dato. Deutschlandweit liegen wir bei -33 Prozent, regional unter -70 Prozent. © UBIMET

Regional große Trockenheit

Die bislang trockensten Regionen konzentrieren sich vor allem auf den Süden und Südosten Deutschlands. Besonders betroffen ist Bayern, wo verbreitet Abweichungen von -50 % bis lokal unter -70 % auftreten. Sehr trocken ist es auch in Baden-Württemberg, im Saarland sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen, wo vielerorts Werte zwischen -30 % und -50 % erreicht werden. Ein zweiter Schwerpunkt der Trockenheit liegt im äußersten Osten des Landes, wie etwa Ostsachsen und Teile Vorpommerns.

Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in Ueckermünde seit Messbeginn 1937: Noch nie war es zu diesem Zeitpunkt so trocken.

Deutlich weniger betroffen sind dagegen der Nordwesten und Teile des Nordostens, wo die Defizite geringer ausfallen oder lokal sogar leichte Überschüsse auftreten. Insbesondere vom Leipziger Land bis zur Mecklenburger Seenplatte waren die Mengen bis dato durchschnittlich bzw. mancherorts sogar überdurchschnittlich. Dies ist hauptsächlich einem Tief namens Waltraud zu verdanken, das am 19. April für teils ergiebigen Regen sorgte.

Tief Waltrud hat im Osten gebietsweise viel Regen gebracht.

Örtlich Negativrekorde

Örtlich liegen wir derzeit auf Rekordkurs: In München war etwa seit Messbeginn 1955 kein Frühling zu diesem Zeitpunkt trockener, ebenso wenig in Uckermünde seit 1937.

Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in München seit Messbeginn 1955. Bis dato blicken wir auf den trockensten Frühling seit Messbeginn zurück.
Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in Regensburg seit Messbeginn 1879.
Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in Mannheim seit Messbeginn 1936.

Eine der Folgen der Trockenheit ist die mittlerweile hohe Waldbrandgefahr in Teilen des Landes. In den folgenden Grafiken sieht man diese für heute und morgen (oben) und die darauffolgenden drei Tage (unten). Die rötlichen Farben nehmen zu, regional kündigt sich am Donnerstag sogar sehr hohe Waldbrandgefahr an.

Vorerst kaum Regen in Sicht

Die Großwetterlage in Mitteleuropa ist derzeit festgefahren, dabei sorgt ein umfangreiches Hoch namens Winfried verbreitet für trockene Verhältnisse. Erst am Wochenende nimmt der Tiefdruckeinfluss von Westen her etwas zu und besonders im Westen und Nordwesten steigt die Schauer- und Gewitterneigung an.

Prognose der aufsummierten Regenmenge bis kommenden Sonntag. Besonders im Osten und Südosten ist diese Woche kein Regen in Sicht.

Chancen auf größere Niederschlagsmengen bestehen nach derzeitigem Stand erst zu Beginn der kommenden Woche, die Unsicherheiten sind aber noch groß.

AIFS-ENS-Prognose für München. Kommende Woche nimmt die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu.