Trockenheit im Frühling setzt sich fort

Bevor wir einen Blick auf die aktuelle Trockenheit werfen, müssen wir den Blick zunächst einmal in die Vergangenheit richten. Die Dürre nimmt nämlich schon im März und damit im ersten Monat des Frühlings ihren Ursprung. In der folgenden Grafik sieht man die Abweichungen der Niederschlagsmengen vom langjährigen Mittel (1991 bis 2020). Österreichweit fehlten im März bereits rund 55 Prozent an Niederschlag auf das Soll.

Lokal – so etwa in Oberösterreich und im Südosten – waren die Anomalien aber noch markanter mit -80 bis -90 Prozent.

Deutlich zu trocken. Der März 2026.

Im April hat sich die Situation nicht entspannt – im Gegenteil. Rund 66 Prozent an Regen/Schnee fehlen im laufenden Monat auf eine ausgeglichene Bilanz, dieses Mal sticht besonders ein Streifen von Osttirol über Oberkärnten und den Lungau, die Obersteiermark bis ins Waldviertel ins Auge.

Deutlich zu trocken. Der April 2026.

Wie kann dann nur folgerichtig das Bild der Anomalien im Frühling (geht von 01.03. bis 31.05.) aussehen? Richtig, braun überwiegt. 60 Prozent Defizit weisen der März und April kombiniert auf. In Kärtnen und in der Steiermark sind es lokal aber auch 80 oder gar 90%, die uns in den Messkübeln fehlen.

Deutlich zu trocken. Der Frühling 2026.

Auch wenn man sich die absolut gemessenen Niederschlagsmengen im bisherigen Frühling ansieht, erkennt man die Trockenheit sofort. Mit Ausnahme der Nordalpen von Vorarlberg bis zum Wienerwald sind verbreitet lediglich 20 bis 50 l/m² zusammengekommen. Extrem sind die Werte u.a. in Kärnten und in der Steiermark. In Döllach im oberen Mölltal sind erst 10 l/m² gemessen worden, 14 l/m² an der Uni in Graz und im Lavanttal. Wohlgemerkt: Diese Werte beziehen sich auf den gesamten Frühling bisher, das sind 58 Tage!

Die gemessenen Niederschlagsmengen im Frühling 2026.

Somit überrascht es auch wenig, dass wir mancherort auf den trockensten Frühling der Messgeschichte zusteuern. Nachfolgend das Beispiel Graz. Seit 1894 werden dort die Niederschlagsmengen gemessen, noch nie seitdem war es in einem Frühling bis Ende April derart trocken. Einzig ein feuchter Mai kann hier einen Negativrekord noch verhindern.

Aktuelles Klimadiagramm der Station Graz-Universität für den Frühling 2026.

Eine der Folgen der wochenlangen Trockenheit ist die mittlerweile hohe Waldbrandgefahr im Land. In den folgenden Grafiken sieht man diese für heute (oben, groß)  und die darauffolgenden vier Tage. Die rötlichen Farben werden immer mehr, in den vergangenen Tagen gab es ja schon im Lesachtal und bei Graz erste Feuer.

Die Waldbrandgefahr heute (oben) und in den kommenden 4 Tagen.

Wie geht es nun weiter?

Der große Landregen ist bis Monatsende (und darüber hinaus) mal nicht in Sicht. Am Dienstag und am Mittwoch kann es von Vorarlberg bis in die Steiermark mal ein paar Schauer geben, dabei sind 5 bis 15 l/m² möglich. Danach stellt sich wieder trockenes Wetter ein, und das bis in den Mai hinein. Generell trocken sind die Aussichten in Ober- und Niederösterreich, Wien und im Nordburgenland.

Abschließend die berechneten Regenmengen bis zum 3. Mai:

Berechnete Regenmengen bis Ende der Woche.