Regional extreme Trockenheit in Österreich

Die vergangenen Monate verliefen in Österreich häufig ungewöhnlich niederschlagsarm, die Trockenheit sorgt immer häufiger für Probleme. Die Neuschneemengen blieben im Winter teils deutlich unter dem Durchschnitt, sodass auch die Schneeschmelze den fehlenden Niederschlag nicht ausgleichen konnte. Zudem verschärften häufig windige Verhältnisse die Situation regional. Mittlerweile zeigt sich die Trockenheit bereits in einer teils verzögerten Vegetationsentwicklung, wovon insbesondere die Landwirtschaft betroffen ist. Auch Waldbrände rücken vermehrt in den Fokus, etwa aktuell im Kärntner Lesachtal.

Seit Monaten oft deutlich zu trocken

Mit Ausnahme des Februars, der österreichweit überdurchschnittlich nass ausfiel und die trockene Winterbilanz etwas verbesserte, bilanzierte seit September 2025 jeder Monat im landesweiten Mittel teils deutlich zu trocken. Der Frühling präsentiert sich aktuell besonders niederschlagsarm, regional gab es bislang überhaupt noch keinen flächendeckenden und ergiebigen Regen. Das größte Defizit von 80 bis 90 Prozent wird derzeit von Osttirol und Kärnten bis in die östliche Steiermark verzeichnet. Aber auch in Oberösterreich fiel deutlich weniger Regen als im langjährigen Mittel üblich.

Niederschlagsabweichung im Frühling 2026 bis dato. Österreichweit liegt das Minus bei 60 Prozent, regional bei 80 bis 90 Prozent. © UBIMET
Niederschlagsabweichung im Frühling 2026 bis dato. Österreichweit liegt das Minus bei 60 Prozent, regional bei 80 bis 90 Prozent. © UBIMET

Auf Kurs zum trockensten Frühling der Messgeschichte

Regional steuern wir zurzeit sogar auf den trockensten Frühling der Messgeschichte zu. In Villach war etwa seit Messbeginn 1930 kein Frühling zu diesem Zeitpunkt trockener, ebenso wenig in Klagenfurt seit 1953. Aber nicht nur Kärnten ist betroffen: In Graz wird etwa seit 1894 gemessen und in Linz seit 1896. Auch hier blicken wir aktuell auf den bislang trockensten Frühling der Messgeschichte zurück.

Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in Klagenfurt seit Messbeginn 1953. Bis dato blicken wir auf den trockensten Frühling seit Messbeginn zurück. © UBIMET/GSA
Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in Klagenfurt seit Messbeginn 1953. Bis dato blicken wir auf den trockensten Frühling seit Messbeginn zurück. © UBIMET/GSA
Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in Graz seit Messbeginn 1894. Bis dato blicken wir auf den trockensten Frühling seit Messbeginn zurück. © UBIMET/GSA
Akkumulierter Niederschlag und Abweichung zum Klimamittel in Graz seit Messbeginn 1894. Bis dato blicken wir auf den trockensten Frühling seit Messbeginn zurück. © UBIMET/GSA

In den Alpen und im Süden etwas Regen in Sicht

Zu Beginn der neuen Woche sind im Südwesten lokale Schauer zu erwarten, insbesondere in Osttirol und Oberkärnten. In weiten Landesteilen bleibt es aber erneut trocken. Am Dienstag sowie am Mittwoch werden die Schauer entlang und südlich der Alpen vorübergehend häufiger, lokal auch mit Blitz und Donner. Ergiebiger und flächendeckender Regen ist aber weiterhin nicht in Sicht, die Trockenheit wird höchstens auf lokaler Ebene und nur vorübergehend etwas gelindert. In den Folgetagen und zumindest bis inklusive Wochenende setzt sich dann generell wieder trockenes Hochdruckwetter durch. Die Trockenheit wird uns in Österreich also noch längere Zeit begleiten.

Prognose der aufsummierten Regenmengen bis zur Wochenmitte. Besonders entlang des Tiroler Alpenhauptkamms und im Südwesten ist am Dienstag und Mittwoch mit etwas Regen zu rechnen. © ICON/DWD
Prognose der aufsummierten Regenmengen bis zur Wochenmitte. Besonders entlang des Tiroler Alpenhauptkamms und im Südwesten ist am Dienstag und Mittwoch mit etwas Regen zu rechnen. © ICON/DWD