Extreme Trockenheit in Österreich setzt sich fort

Wie schon mehrmals berichtet ist der Sommer 2026 von Trockenheit und extremer Hitze geprägt. Das Zusammenspiel zwischen extremen Temperaturen und fehlenden Tiefdruckgebieten sorgt aktuell für eine beispiellose Dürreperiode in Österreich. Einige Gewitterlagen brachten nur im Bergland nennenswerten Niederschlag, landesweit beträgt das Defizit beim Sommerniederschlag bis zum 11. August jedoch rund 30%. Im Rheintal sowie im östlichen Flachland ist die Abweichung am höchsten, hier ist oft weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Sommerniederschlags bis zum 11. August zusammengekommen (-50 bis -70 Prozent).

Niederschlagsabweichung im Sommer 2026 (bis zum 11.08.2026) - UBIMET
Niederschlagsabweichung im Sommer 2026 (bis zum 11.08.2026) – UBIMET

Primär aufgrund des sehr trockenen Frühlings weist auch der Jahresniederschlag aktuell meist negative Abweichungen auf (bräunliche Töne auf der Karte). Das Gesamtbild ist sogar sehr ähnlich zum Sommer, mit einem landesweiten Defizit um -30 % und Spitzen unter -50% im äußersten Westen sowie im Norden und Nordosten.

Niederschlagsabweichung im Jahr 2026 (bis zum 11.08.2026) - UBIMET
Niederschlagsabweichung im Jahr 2026 (bis zum 11.08.2026) – UBIMET

Teils nur die Hälfte der üblichen Niederschlasgmenge

Beispiel Wiener Neustadt: Hier ist seit Jahresbeginn nur die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags gefallen. An nur fünf Tagen wurde ergiebiger Niederschlag (mehr als 10 l/m²) verzeichnet, wobei das Tagesmaximum seit Jahresbeginn aktuell lediglich bei 22 l/m² liegt. Das Jahr ist damit auf dem besten Weg, zum trockensten seit Messbeginn zu werden. Ähnlich sieht es auch u.a. in Salzburg , Ried, Zwettl oder Hohenau an der March aus.

Jahresstatistik der Niederschläge in Wiener Neustadt: Das Jahr 2026 ist auf dem Weg zum trockensten seit Messbeginn - UBIMET, GSA
Jahresstatistik der Niederschläge in Wiener Neustadt: Das Jahr 2026 ist auf dem Weg zum trockensten seit Messbeginn – UBIMET, GSA
In Wiener Neustadt gab es schon vom Mitte Juni bis Mitte Juli die längste Serie an Tagen (31) ohne nennenswerten Niederschlag im Sommer. Ab Ende Juli erleben wir hier erneut eine extrem lange Dürreperiode (die Serie ist noch offen) - UBIMET, GSA
In Wiener Neustadt gab es schon von Mitte Juni bis Mitte Juli die längste Serie an Tagen ohne nennenswerten Niederschlag im Sommer (31 Tage).  Ab Ende Juli erleben wir hier erneut eine extrem lange Dürreperiode (aktuell 22 Tage, die Serie ist aber noch offen).

Extremes Niedrigwasser an der Donau

Anhand der oben beschriebenen, lang anhaltenden und extremen Trockenheit ist es kein Wunder, dass auch Österreichs wichtigster Fluss im Sommer 2026 rekordverdächtig wenig Wasser führt. Die Pegelstände entlang der Donau sidn aktuell überall extrem niedrig, besonders ernst ist die Lage jedoch im äußersten Osten. In Hainburg an der Donau wurden sowohl im Juli als auch im August neue RNegativrekorde verzeichnet.

Monat Pegelstandort: Hainburg an der Donau – viadonau.org Tiefster Wasserstand (in cm, Daten seit 1976)
Juli 2026 40 cm
August 2026 46 cm
Oktober 2018 48 cm
Januar 2026 58 cm
November 2018 62 cm
Februar 2026 65 cm
Dezember 2003 70 cm
Dezember 2025 71 cm
Dezember 2018 72 cm
August 2003 75 cm

Die Wasserstände der Donau weisen im Herbst und Winter naturgemäß ein Minimum auf. Deswegen sind diese zwei Jahreszeiten in der Top-10 oben überrepräsentiert. Wertet man ausschließlich die Sommermonate aus, ergibt sich ein anderes Bild und das heurige Ereignis wirkt noch extremer:

Monat (nur Sommermonate) Pegelstandort: Hainburg an der Donau – viadonau.org Tiefster Wasserstand (in cm, Daten seit 1976)
Juli 2026 40 cm
August 2026 46 cm
August 2003 75 cm
August 2018 83 cm
Juni 2022 84 cm
August 2022 84 cm
Juli 2022 103 cm
Juni 2026 106 cm
Juli 2018 109 cm
August 2015 110 cm

Noch eine letzte Anmerkung dazu: Die tiefsten, sommerlichen Wasserstände in der Liste oben wurden alle seit dem Jahr 2000 verzeichnet. Das ist ein deutliches Signal, dass extrem trockene und heiße Sommer im Zuge des Klimawandels immer häufiger auftreten. Der tiefste, sommerliche Wasserstand in Hainburg vor dem Jahr 2000 wurde übrigens Ende August 1992 mit 134 cm beobachtet. Bei historischen Vergleichen sind allerdings auch Veränderungen durch Regulierung, Verbauung und Kraftwerksbetrieb zu berücksichtigen.

Österreichs Seen leiden unter der Hitze und der Dürre

Nicht nur die Flüsse führen aktuell extrem wenig Wasser, auch die Seen sind von Vorarlberg bis in den Osten oft auf einem rekordverdächtig niedrigen Niveau. Am Bodensee werden bereits seit Juli täglich neue Negativrekorde für die Jahreszeit verzeichnet (Messreihe seit 1864).

Der extrem niedrige Wasserstand am Bodensee verzeichnet aktuell täglich neue Rekorde - https://vowis.vorarlberg.at
Der Wasserstand am Bodensee erreicht bereits seit Juli täglich neue Negativrekorde für die Jahreszeit. https://vowis.vorarlberg.at

Auch im Seengebiet im Salzkammergut werden extrem niedrige Pegelstände beobachtet, wie beispielsweise am Attersee.

Der Pegelstand am Attersee erreicht rekordverdächtig niedrige Werte - https://hydro.ooe.gv.at/
Der Pegelstand am Attersee erreicht rekordverdächtig niedrige Werte – https://hydro.ooe.gv.at/

Der Neusiedler See steuert nach einem ausreichend nassen Winter erneut auf die Rekorde aus dem Herbst 2022 zu.

Am Neusiedler See wurde der absolute Tiefstwert aus dem Jahr 2022 noch nicht erreicht, es fehlen jedoch nur noch 10 cm - https://wasser.bgld.gv.at
Am Neusiedler See wurde der absolute Tiefstwert aus dem Jahr 2022 noch nicht erreicht, es fehlen jedoch nur noch 10 cm – https://wasser.bgld.gv.at

Ist Regen auf dem Weg nach Österreich?

Bis inklusive Samstag ist keine Änderung der Wetterlage in Sicht. Es bleibt vielfach trocken, und die Temperaturen steigen zudem erneut auf hochsommerliche Werte von bis zu 35 bis 37 Grad. Erst am Sonntag kommt eine Störung aus Westen langsam voran. Damit breiten sich kräftige und voraussichtlich auch etwas flächigere Schauer und Gewitter ostwärts aus. Zu Beginn der neuen Woche könnte es somit endlich auch im Osten und Südosten zumindest etwas Regen geben.

Prognose der Wahrscheinlichkeit für nennenswerten Niederschlag (10 l/m²) in den kommenden 7 Tagen und zeitlicher Verlauf der Prognose für Wien - ECMWF IFS Ensemble, UBIMET
Prognose der Wahrscheinlichkeit für nennenswerten Niederschlag (10 l/m²) in den kommenden 7 Tagen und zeitlicher Verlauf der Prognose für Wien – ECMWF, UBIMET

Im Bergland sowie auch im Westen wird die Trockenheit im Laufe der neuen Woche durch Gewitter bzw. gewittrigen Regen deutlich gelindert. Auch die Donau wird dabei mit etwas Wasser versorgt. In den Alpen steigt jedoch die Gefahr von Überflutungen und Murenabgängen. Ausgerechnet im Osten und Südosten könnte der dringend notwendige, ergiebige Landregen jedoch weiterhin ausbleiben.

Diese Grafik wortlos vor die Nase halten/drunter posten wenns wieder heißt Klimaschutz ist zu teuer.

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— Teresa Wirth (@diewirthin.bsky.social) 10. August 2026 um 17:15